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28. AUGUST 2021 – Samstag

28.08.2021 | Tageskommentar

Die Stars geben sich in Salzburg die Klinke in die Hand. Joyce DiDonato sang im „Haus für Mozart“. Copyright: SF/ Marco Borelli

Salzburg: Viva la Diva
Festspiele/ Joyce DiDonato
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/festspiele/15383-viva-la-diva

Joyce DiDonato in Salzburg: Viva la Diva!
Bei den Festspielen begeisterte die US-Amerikanerin mit barocken Arien.
Wiener Zeitung.at

Anna Netrebko, launischer Popstar unter den Operndivas
Wirbel um Netrebko wegen der Absage der „Tosca“-Übertragung
https://www.derstandard.de/story/2000129210233/launischer-popstar-unter-den-operndivas

Einen „Wirbel“ hat es nicht gegeben und der ORF jubelt über die Quote beim Krimi „Die Toten von Salzburg“ (oder so ähnlich). Eine derartige Quote hätte die X-te Tosca, egal mit wem, nie erreicht. Netrebko hat offenbar professionell und rechtzeitig die TV-Ausstrahlung unterbunden (dieses Recht hat sie anscheinend vertraglich zugesichert bekommen) und damit eine respektable Umplanung ermöglicht. Bei den Festspielen hat sie aber die gestrige Vorstellung gesungen. Die Opernbühne lebt von Diven (weiblichen wie männlichen) und deshalb sollten wir den Begriff nicht herabwürdigend verwenden. Man kann es drehen und wenden, wie man will – Oper ist Show!

Bericht eines ungenannt sein wollenden Besuchers der gestrigen (verhinderten TV) Aufführung:

Anna hat wirklich was. Manchmal kommt ein Rasseln. Die Stimme ist noch  schön, die Spitzentöne sitzen, nur davor klingt es oft nicht besonders. Sie hatte recht mit der FS-Absage. Wir haben es am Dienstag noch einmal. Muss es sein, dazwischen noch nach Budapest zu fahren, anstatt die Stimme zu schonen? Die gesangliche Gestaltung ist auch ungewohnt. Natürlich ist ihr zu wünschen, dass sie alles in den Griff bekommt. Nachdem im Vorjahr das Konzert mit ihrem Ehegatten auch nicht besonders war, bahnt sich hoffentlich keine negative Entwicklung an.

Publikumsreaktion erwartungsgemäß: großer Beifall, aber  kein Jubel bei Anna, ähnlich beim „Eierzopf“, am wenigsten aber immer noch viel für den Besten: Tezier.

Herzeigenswerte Bilanz der diesjährigen Salzburger Festspiele

 

198.380 Besucher in regulären Veranstaltungen. 16.340 Besucher in 46 Sonderveranstaltungen wie Fest zur Festspieleröffnung, Meisterklassen oder Opern-Camps. 12.342 besuchten 14 Einlass- und Generalproben. In Summe wurden 227.062 Karten ausgegeben. Die Platzauslastung liegt bei 91 Prozent.

Die Gäste kamen aus 71 Nationen Ländern, Top ten waren Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, die USA, Italien, Großbritannien, Spanien und Belgien. 4.700 Jugendkarten sind aufgelegt und im Pressebüro 549 Journalisten aus 31 Ländern akkreditiert worden.

„Im Publikumsbereich wurden bei 227.062 Besuchern bis 27. August ganze zwei Personen gemeldet, die zwar zum Zeitpunkt des Besuchs einen gültigen 3G-Nachweis besaßen, im Nachgang zum Besuch allerdings positiv getestet wurden. Bei beiden Fällen kam es zu keiner Folgeinfektion von anderen Festspielbesuchern“.

Salzburger Festspiele27 Millionen Euro Einnahmen und nur wenige Corona-Fälle
Im Publikumsbereich meldeten die Salzburger Festspiele nur zwei Corona-Infektionen, im Backstage-Bereich gab es jedoch vereinzelt Infektionen. Künstlerisch habe man zwei völlig verschiedene Weltwahrnehmungen präsentiert.
Kleine Zeitung.at

Zahlen und Emotionen – Die Bilanz
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/festspiele/15385-zahlen-und-emotionen

Soweit die vorläufige Bilanz der Festspiele – die ja erst Dienstag offiziell enden. Aber den Überblick hat man schon – und der kann sich sehen lassen. Natürlich kann man an Bilanzen etwas „feilen“ – aber aus einem Flop kann kein Bilanzbuchhalter einen Erfolg machen. Und die Festspiele sind mit einer Publikums-Auslastung von 91 % ein Erfolg, das ist nicht wegzudiskutieren. Ich weise allerdings immer auf den Unterschied zwischen Besuchern (die werden genannt)  und Besuchen (nur die können tatsächlich gezählt werden) hin – und da relativiert sich die Zahl der „Besucher“ natürlich gewaltig.

Wichtiger sind für mich die verkauften Karten – und (hoffentlich unfrisierte) 91 % sind beachtlich – in Zeiten der Pandemie mit all ihren Erschwernissen!

Trotzdem bleiben für mich die 72 % in St.Margarethen, (und 55 000 „echte“ Besucher, denn im Steinbruch und Umgebung werden keine weiteren Events angeboten), die mit nur einer einzigen Produktion erreicht wurden, zumindest ebenso imponierend. Die Kosten-Nutzen-Rechnung werde ich wohl in beiden Fällen nie erfahren.

Weitere Fotos und ein „Dreifachbericht“ von der Grazer TOSCA

 

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

Zum „Dreifachbericht“ von Dr. Hermann Becke (www.deropernfreund.de)

https://deropernfreund.de/graz-sonstiges.html

Berlin: Berliner Philharmoniker in der Waldbühne: Funkelnde Klänge im Regen
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2021/08/konzertkritik-waldbuehne

Die Philharmoniker in der Waldbühne. Auch Petrenko spielt die „Berliner Luft“
Der Tagesspiegel

München: „Die Hugenotten“: Ein Massaker als Stillleben
Andreas Wiedermann inszeniert Meyerbeers „Die Hugenotten“ in der Allerheiligenhofkirche – und bald auch Wagners „Liebesverbot“ im Sugar Mountain
Münchner Abendzeitung

Wiener Festwochen im Theater Akzent: „Burt Turrido. An Opera“ – skurrile Weltenshow auf der Country-Welle

Foto: Youtube/Screenshot

Nonsens – vom Off-off-Broadway? Oder doch nicht so? “ … an opera“ heißt es im Titel. Und Burt Turrido ist offensichtlich der Titelheld. Nicht so ganz. Echte Helden gibt es hier trotz kreischender egozentrischer Queen und einem stattlichen Mutterkomplex-King keine. Eine absurde Untergangsstimmung wird herauf beschworen: Schiffbrüche, Ertrinkende, Exekutionen, eine von Klima und Müll devastierte kleine Insel im weiten blauen Meer, auseinander klirrende zwischenmenschliche Beziehungen, Psychodefekte der Reihe nach, Suche nach persönlicher Schuld im Leben, Seejungfrau und nett herumhüpfende Geister der Ertrunkenen und noch viel, viel mehr.

Das in New York beheimatet Nature Theater of Oklahoma (Chefs, Schreiber, Regisseure der Performance-Kollektives: Kelly Cooper & Pavel Liska) ist in Europa bekannt, wurde für diese ihre ganz aktuelle Produktion vom deutschen wie europäischen Kulturnetzwerk finanziert.  An opera? Gesungen wird ununterbrochen. In unmäßig überdehnten Songs, mancher weit länger als so manch große Opernarie. Doch …. man darf dabei locker mitwippen: Country and Western, Viervierteltakt und elektronisch, und dies wird von den fünf so frech spiel-, gesangs- und tanzfreudigen Personen auf der bunten Bühne super gemanagt…

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Wien/Akzent
Country, UFOs, kurze Hosen
Ein Opernabend wie kein anderer: „Burt Turrido“ ersetzt Klassik durch Countrymusik und Rüschen durch kurze Hosen.
https://orf.at/festwochen21/stories/3226270/

„Burt Turrido“: Howdy, tote Erde
Das Nature Theater of Oklahoma zeigt eine apokalyptische Anti-Oper im Western-Style.
Wiener Zeitung.at

WIEN/ FRANZISKANERKIRCHE: MONTAG, 30. AUGUST und DONNERSTAG 2. SEPTEMBER 2021 (19´30 h)

Wiener Royal Ensemble
Sopran: Anna Ryan
Musikalische Leitung und Violine: Michal Hudak

Franziskanerplatz 4, 1010 Wien T: 01/5124578

„Lassen Sie sich auf eine  Reise in die geistliche Welt der Musik entführen und genießen Sie Meisterwerke der großen Komponisten des Barock, der Klassik und der Romantik“

Karten sind online oder telefonisch zu bestellen, aber natürlich auch an der Abendkassa erhältlich!

office@royal-classic.at

  Tel  513 01 39

 

Ich lege Ihnen den Besuch eines der Konzerte dringend nahe, denn es gab eine lange Durststrecke und nun ist Aufbruchsstimmung angesagt. Zum Aufbruch brauchen die Veranstalter aber das Publikum.

BERND WEIKL AUF SEINEM YOUTUBE-KANAL: Auf der Suche nach dem tatsächlich Gesagtem!

Liebe Freunde aus früheren Tagen, liebe Leser, denen die Wahrheit wichtig ist! Widmet mir 15 Minuten Eurer Zeit!

Damit konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Dieser unselige Gerhard Matzig hat mich vor 26 Jahren in der SZ so vernichtet, dass ich dies jetzt meinerseits als YouTube um den Globus schicken muss. (K.S.Bernd Weikl)

ZUM VIDEO  (etwa 14 Minuten)

In diesem YouTube-Beitrag reagiert Bernd Weikl auf die oft gestellte Frage, weshalb seine internationale Sängerkarriere relativ früh zu Ende ging. Im Zentrum dieser Entwicklungen in den 1990-er Jahren stand ein rufschädigender Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“, dessen Inhalte Bernd Weikl hier nochmals analysiert.

Innsbruck: Feine Musik, komplizierte Sujets: Pasquinis „Idalma“ und Matthesons „Boris Goudenow“ in Innsbruck
Neue Musikzeitung/nmz.de

Ossiach: Bilanz 2021: 6500 Musikfans besuchten heuer den Carinthischen Sommer
Kleine Zeitung.de

Jubiläum
500. Todestag von Josquin Desprez: Josquin wer?

Vor 500 Jahren starb eines der größten Renaissance-Genies, der Komponist Josquin Desprez. Warum ihn keiner mehr kennt.
Sueddeutsche Zeitung.de

Politik
Pianist Igor Levit: Der Klassik-Star macht Wahlkampf für die Grünen
Der Stern.de

Soll ein Künstler Politik machen? Wenn er tatsächlich außer Floskeln etwas zu sagen hat, dann bei passender Gelegenheit vielleicht. Soll ein Künstler Parteipolitik machen? Nein, niemals! Igor Levit wird merken, dass es nicht klug ist, 80 % der Wählerschaft gegen sich zu haben.

Schauspiel-Bilanz der Salzburger Festspiele: Glatze und Chaos
Wiener Zeitung.at

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Die Vereinigten Staaten führen Vergeltungsschlag gegen ISIS-K durch. Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag am Kabuler Flughafen, bei dem vermutlich über 170 Personen, darunter auch 13 amerikanische Soldaten, getötet wurden, hat das amerikanische Militär nach eigenen Angaben seinen ersten Vergeltungsschlag in Afghanistan durchgeführt. Ziel sei ein «ISIS-K-Planer» in der afghanischen Provinz Nangahar gewesen, so ein Sprecher des amerikanischen Zentralkommandos. Die Person sei durch einen unbemannten Luftangriff getötet worden, zivile Opfer habe es nicht gegeben.
Zu den neusten Entwicklungen
Die amerikanische Zentralbank deutet an, den Fuss vom «geldpolitischen Gaspedal» zu nehmen: Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell erklärte, dass das Tempo der monatlichen Wertpapierkäufe verringert werden könnte, falls sich die amerikanische Konjunktur verbessert. Tatsächlich führen die massiven fiskalischen Stimulierungsmassnahmen und die ultralockere Geldpolitik zu Ungleichgewichten.
Zum Bericht
Hurrikan «Ida» zieht über Kuba hinweg: Nach Angaben des staatlichen amerikanischen Hurrikanzentrums NHC wurden anhaltende Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde gemessen. Tausende von Menschen wurden in Kuba evakuiert. In der Hauptstadt Havanna wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Weil das Meerwasser in der Karibik mit dem Klimawandel immer wärmer wird, gibt es zunehmend starke Wirbelstürme.
Zum Bericht
Moldaus Präsidentin vollführt gegenüber Russland einen geschickten Balanceakt: In der Moldau sind die prowestlichen Reformkräfte so stark wie noch nie. Nachdem bereits im November die ehemalige Weltbankmitarbeiterin Maia Sandu zur Staatspräsidentin gewählt worden war, gewann ihre frühere Partei PAS im Juli auch die Parlamentswahl überragend. Zu Problemen mit Russland hat das bisher nicht geführt.
Zum Bericht
Robert Kennedys Mörder könnte auf Bewährung freikommen: Der 77-jährige Sirhan Sirhan sitzt seit 53 Jahren im Gefängnis, weil er Robert F. Kennedy im Juni 1968 während seiner Präsidentschaftskampagne ermordet hatte. Der Palästinenser Sirhan habe damit gegen Kennedys pro-israelische Haltung protestiert, hiess es damals. Derzeit wird sein insgesamt 16. Gnadengesuch geprüft.
Zum Bericht

Deutschland/ Fußball
Frühere Schiedsrichterin Steinhaus-Webb verabschiedet sich mit Kritik am DFB

Bibiana Steinhaus, nunmehr verheiratete Webb.

Einige handelten Bibiana Steinhaus-Webb schon als künftige Präsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), doch davon erfuhr die ehemalige Bundesliga-Schiedsrichterin „nur aus der Zeitung“ – wie sie im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst erzählt. Dem DFB hat die 42-Jährige jetzt den Rücken gekehrt, in England sieht sie mehr Willen zur Veränderung.

„Fußball kann so viel mehr. Er nutzt vor allem seine gesellschaftliche Rolle nicht ausreichend, weil er die Gesellschaft nicht mehr abbildet“, sagt Steinhaus-Webb mit Blick auf den deutschen Verband. Sie sei „ein Kind des DFB“ und habe „beim Verband mit wundervollen Menschen zusammengearbeitet“, betont sie: „Aber natürlich gab es in all der Zeit auch ein paar Hürden, die nicht nötig gewesen wären, und mir fehlte eine Vision davon, was wir in Zukunft gemeinsam anstreben.“

Frankfurter Allgemeine

Bibiana Steinhaus hat den früheren Weltspitzen-Schiedrichter Howard Webb geheiratet (WM-Finalspiel?). Webb ist Schiedsrichterchef in England!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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