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28. AUGUST 2020 – Freitag

28.08.2020 | Tageskommentar

Kunstgenuss trifft auf Gaumenfreude – ab 5. September kocht Bernie Rieder in der Oper. Copyright: Nolz-Rakotoarivony

 Hochkarätig kulinarisch begleitet wird der Saisonauftakt im Haus am Ring: Am 5. September eröffnet das österreichische Cateringunternehmen DoN ein kulinarisches Pop-Up in den künftigen Räumlichkeiten des Besucherzentrums der Wiener Staatsoper, das mit Anfang Dezember seinen Betrieb aufnehmen wird. 

Bis 31. Oktober 2020 können nun alle Kulinarik-Interessierte Snacks und Getränke, innovative Gourmet-Kreationen und feinste österreichische Küche in einzigartigem Ambiente genießen. Das Angebot richtet sich an alle Genussfreudigen, unabhängig vom Besuch einer Opernvorstellung.

Gleich zwei gastronomische Locations werden von DoN im Opern Pop-Up bespielt:

Montag bis Sonntag, 11-23 Uhr  DoN’s Restaurant in der Säulenhalle: Dinner in 3 Gängen und ein Wiedersehen mit Bernie Rieder

Montag bis Freitag, 17-01 Uhr, um Reservierung wird gebeten. Prickelnder Auftakt oder Ausklang des Opernerlebnisses 

Mehr darüber in unseren Infos des Tages!

Nun ist also klar, dass die neue Operndirektion auch bezüglich der Gastronomie neue Wege gehen will. Das ist legitim und mir persönlich eigentlich ziemlich egal, ich habe die „alte Gastronomie“ praktisch nie frequentiert und werde es mit der neuen wohl genauso halten. Inwieweit die Neuerung auch die Büffets zu den Abendvorstellungen betrifft, werden wir wohl in wenigen Wochen wissen. Gerüchte, dass ein Caterer-Wechsel heimlich bereits vor geraumer Zeit stattgefunden hat, gab es. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Vielleicht haben wir Informanten aus diesem Bereich!

Vielleicht helfen auch diese Kontaktadressen

 Information und Reservierung:

bit.ly/donspopup
T             +43 664 800227125
M            popup@don.at
Facebook    @donrestaurantcatering

Dass sich der neue Gastronom wohl eine bessere Zeit für den Start vorgestellt hat, ist auch klar. Viel Glück jeder neuen Idee!

In ORF III / Erlebnis Bühne LIVE: Die Eröffnung der Wiener Staatsoper: Madama Butterfly (7. September)

Mit seiner ersten Premiere als Direktor der Staatsoper bringt Bogdan Rošcic eine spektakuläre Inszenierung nach Wien!
In Anthony Minghellas Met-Produktion von Puccinis „Madama Butterfly“ verkörpert einer der strahlendsten jungen Sterne am Opernhimmel die Titelpartie: die litauische Sopranistin Asmik Grigorian, Shootingstar der Salzburger Festspiele 2018!

Am Pult steht mit Philippe Jordan der frischgebackene neue Musikdirektor der Wiener Staatsoper höchstpersönlich.
Barbara Rett und „Erlebnis Bühne“ übertragen diese Eröffnung einer neuen Ära für ORF III live aus der Wiener Staatsoper.

Dirigent Philippe Jordan, Regie Anthony Minghella
Mit Asmik Grigorian, Virginie Verrez, Freddie De Tommaso u. a.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Salzburger Nockerl


Salzburger Nockerl! Gemeint ist nicht die Sängerin, sondern die Speise – eine Salzburger Spezialität.
Foto: Instagram

ZU INSTAGRAM

Salzburg/ Festspiele: Wenn Beethoven auf Peru trifft
Juan Diego Flórez, der peruanische Tenor mit den dunklen Locken und der hellen Stimme, gehört zu den großen Sängern unserer Zeit. Am Mittwochabend trat er bei den Salzburger Festspielen in der Reihe „Canto lirico“ auf. Und überzeugte auf ganzer Linie.
BR-Klassik

Juan Diego Florez in Salzburg: Meistersinger in Geberlaune Bezahlartikel
Der peruanische Tenor verstärkt seine Ausflüge ins dramatischere Fach zu Bellini, Verdi und Puccini, glänzte aber wie eh und je als Tonio.
Die Presse

Eine Bilanz der Salzburger Festspiele 2020
Künstlerisch waren die Salzburger „Corona“-Festspiele ein großer Erfolg. Und die nächsten Tage werden zeigen, ob das strenge Konzept zum Infektionsschutz funktioniert hat.

...“Kultur ist systemrelevant“ – diesen Satz hämmerte die Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler immer wieder den Politikern ein, zuletzt bei der Festaufführung des Festspiel-Dauerbrenners „Jedermann“, bei der die Bundespräsidenten von Deutschland und Österreich, Frank-Walter Steinmeier und Alexander van der Bellen, im Publikum saßen. Wenn nach der Sommerpause auch in Deutschland die Theater wieder öffnen, können Intendanten und Konzertmanager möglicherweise auf das Salzburger Experiment verweisen und die Frage stellen, warum beispielsweise in der Bayerischen Staatsoper in München weiterhin nur 200 Karten verkauft werden dürfen, während im Großen Festspielhaus mit seinen 2.400 Plätzen schon bis zu 1000 Gäste die Ränge bevölkerten…
Frankfurter Rundschau

Wenn der „künstlerische Erfolg“ so explizit betont wird, bedeutet das, dass es mit dem finanziellen Ergebnis wohl nicht so ist. Aber finanziell positiv abzuschneiden, war eigentlich gar nicht möglich, auch sicher von Realisten nie angedacht. Aber es ist ja wohl auch schon egal, die totale Ausfallshaftung übernimmt „der Staat“ – wie er es auch bei der Wiener Staatsoper macht. Einen kleinen rechtlichen Unterschied gibt es freilich: Die Staatsoper befindet sich im Besitz der Republik (also muss diese auch zahlen, da führt kein Weg daran vorbei), die Salzburger Festspiele sind als Verein Subventionsempfänger!

Belohntes Salzburger Risiko
Die Austragung der Salzburger Festspiele bringt auch Vertrauen in die Realisierbarkeit von zukünftigen Kulturveranstaltungen. Ein Resümee der Jubiläumsfestspiele
https://www.derstandard.at/story/2000119603116/belohntes-salzburger-risiko

Das ist ein Verdienst dieser Festspiele, wenn Salzburg zu einem zweiten Ischgl geworden wäre, hätten sich wohl auch alle anderen Theater den Saisonstart abschminken können. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (die Festspiele dauern noch zwei Tage ind die Inkubationszeit gehört seriöserweise auch noch eingerechnet), aber wenn jetzt noch etwas Negatives an die Öffentlichkeit dringt, wäre das Dummheit zum Quadrat. So gesehen sind die Festspiele ohne Corona-Panne verlaufen (auch weil Frau Mikl-Leitner in Salzburg nicht Gastgeberin spielen und Corona-Gäste mitbringen durfte)!

Wie ungerecht ist die Klassik-Branche?
Corona erschüttert den Unterbau der Klassik-Branche, die VIPs treten aber allerorts auf. Muss das System überdacht werden?

Auszug aus der „Wiener Zeitung“/ Katharina Hirschmann: Wie ungerecht ist die Klassik-Branche?
Noch nie wurde so deutlich, wie das System funktioniert: Ganz oben steht eine Handvoll Stars, die in schillernden Roben Zehntausende Euros einheimsen. Das geht nur gut, solange die Künstler aus dem unteren Bereich mitspielen. Gerade genug zum Leben, führten sie bisher ein Dasein, das zwar von der ständigen Angst beherrscht war, nicht genug zu haben, die sie aber gleichzeitig antrieb, kreativ zu sein und sich ihren Lebensunterhalt zu erkämpfen. Sie behaupteten sich in diesem System gerade genug und trugen es dadurch mit. Denn es kann nur erfolgreiche Stars geben, wenn es viel mehr gibt, die es nicht sind…
Wiener Zeitung

Wien/ Symphoniker: Philippe Jordan: Der Abschied naht
Symphoniker unter Philippe Jordan im Konzerthaus

Auszug aus „Der Standard“/ Stefan Ender: Der Beginn einer beruflichen Partnerschaft mit einem Orchester sei wie der Beginn einer Beziehung, meinte Andrés Orozco-Estrada Anfang Juli bei einer Pressekonferenz zu seinem baldigen Amtsantritt als Chefdirigent der Wiener Symphoniker: „Am Anfang ist immer alles schön.“ Und am Ende?…

Doch am Ende machten sich Abnützungserscheinungen bemerkbar. Im Juni reagierten Teile des Orchesters bei der Wiedergabe der Eroica auf das großgestische Wirken ihres Chefs mit beträchtlicher Motivationsresistenz – um zwei Wochen später bei Manfred Honecks nuancierter Deutung von Tschaikowskys Fünfter aufzublühen wie ein Teenager bei der ersten Liebe…
Der Standard

Sebastian Lang-Lessing gründet VirtuMasterClass

Die neue Webseite bietet Online-Meisterklassen bei Klassik-Weltstars an 

 

Der deutsche Dirigent Sebastian Lang-Lessing hat VirtuMasterClass gegründet, eine neue Webseite, die Online-Meisterklassen mit führenden Künstlern der Klassikwelt anbietet. Die Künstlerliste umfasst Opernsänger, Pianisten, Geiger, Bratscher, Klarinettisten, Cellisten und einen Bandoneonspieler.

VirtuMasterClass wurde im Jahr 2020 inmitten der Coronavirus Pandemie und der in großen Teilen der Welt verhängten Ausgangssperren gegründet. Ziel ist, die weltweit spannendsten und  inspirierendsten Solisten mit Studenten aus der ganzen Welt zu verbinden. Dieser neuen Generation von Musikern soll Zugang zu individuellen Online-Unterrichtsstunden mit Künstlern ermöglicht werden, die auf den weltweit größten Bühnen zuhause sind. 

Mehr darüber und auch eine Liste der „Master“ finden Sie in unseren „Infos des Tages“. Jede Krise gebiert auch neue Ideen. Inwieweit sich diese durchzusetzen vermag, getraue ich mich nicht zu prognostizieren.

STEVEN SCHESCHAREG – Termine in Wien

 

Guten Abend die Madln, servas die Buam!“
Ich hoffe es geht Euch allen gut und Ihr seid gesund, glücklich und inspiriert. Schwierige Zeiten – nicht zuletzt für Künstler. Wenn wir alle zusammen halten, können wir die Situation gemeinsam leichter meistern. Ich bin dankbar, nun endlich wieder auftreten zu dürfen, und möchte Euch über meine nächsten Termine in Wien informieren. Wie Ihr alle wißt, stehe ich – aufgrund meiner Familiengeschichte – zwischen zwei Welten: Österreich und den USA. Viele Künstler, Komponisten, Autoren, Musiker und Schauspieler mußten Österreich verlassen, aber was haben alle diese Menschen dann in Amerika gemacht? Ich habe mein Programm zu dieser Frage bereits an verschiedensten Orten präsentiert und freue mich, es heuer im Herbst viermal für meine Wiener Freunde singen zu dürfen

Karten kosten 15 – 40 Euros
6. September Cafe Korb – 1., Brandstätte 9
25. September Cafe Amacord – 4., Rechte Wienzeile 15
6. Oktober Theater LEO – 3., Ungargasse 18
8. November Grand Cafe im Alsergrund – 9., Lustkandlgasse 4

ANMELDUNG  U-N-B-E-D-I-N-G-T  ERFORDERLICH!!!
per mail unter:
steven@scheschareg.com

WIENER FESTWOCHEN 2020 – reframed und eine Kunstfigur:
Zum Auftakt Anne Teresa De Keersmaker im Alleingang

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Wiener Festwochen: Freigespielt: Keersmaker tanzt Bach
Wiener Zeitung

Florentina Holzingers „Tanz“ ist Inszenierung des Jahres
In der Kritikerumfrage von „Theater heute“ wurde zudem Ewald Palmetshofers „Die Verlorenen“ als Stück des Jahres ausgezeichnet
Der Standard

Sandra Hüller ist die Schauspielerin des Jahres
Die Theaterkritik hat abgestimmt: Sandra Hüller als „Hamlet“ in Bochum muss man gesehen haben. Die Theaterszene prämiert viel Körperlichkeit auf der Bühne.
Der Spiegel

Glosse: Nur Mut, Ihr Lieben
Wenn wir uns geduldig anstellen bei den Eingängen in die Festspielhäuser, Personalausweise bereit halten, Barcodes scannen lassen und den Mundschutz auch während der Vorstellung aufbehalten – da kommt uns schon gelegentlich schon vor, dass man im Kultur-Umfeld ganz besonders karniefelt wird. Das Publikum nicht weniger als die Kunstschaffenden.
DrehpunktKultur

Es ist tatsächlich kurios, was Politiker aufführen. In Salzburg dürfen 1000 Besucher in das Festspiel, in die „nur wenige Meter“ entfernt gelegene Bayerische Staatsoper nur 200! Der deutsche Bundespräsident wagt sich nach Salzburg, obwohl dort die Infektionsgefahr fünfmal höher als zum Beispiel in München zu sein scheint.

Aber dreschen wir nicht nur auf Herrn Söder ein. In Zürich – und das liegt bekanntlich nicht in Bayern – muss das Orchester bei Boris Godunow wird man Boris Godunow als Hybrid-Aufführung erleben: Orchester und Chor werden aus einem externen Proberaum, der zu einem Aufnahmestudio umfunktioniert wurde, live zur Aufführung ins Opernhaus übertragen. Im Opernhaus befinden sich dann sind dann nur Sängerinnen und Sänger- aber immerhin doch 900 Besucher!

Besonders freut es mich, das Wort „karniefeln“ wieder einmal zu lesen. Kennt man das auch in Deutschland? Es bedeutet quälen und leitet sich aus Carnifex (Henker) ab. Nun, „karniefelt“ wird die „brave Kulturszene“ – ob nun Künstler oder Besucher. Von dort ist kaum Widerstand zu erwarten – dort ist ein Nasenbeinbruch für die Ordnungshüter eher nicht an der Tagesordnung! Anderswo schon, deshalb hält man sich an die „Braven“!

Ich freue mich, dass der Online-Merker wohl als einziges vergleichbares Medium relativ unbeschadet durch diesen endlosen Corona-Stillstand gekommen ist (natürlich ging die Quote runter, aber in einem Ausmaß, von dem Theater nur träumen können), bedanke mich bei den Mitarbeitern und Informanten, die dazu beigetragen haben. Ab 7. September geht es wieder voll los! Anschnallen bitte!

Wer? Wir werden sehen!

Gute Nachrichten auch von der Flubbeobachtungsfront. Meine Wiener Dachgeschoßwohnung ist gleichsam ein Vorposten des Flughafens, die wichtige Einflugschneise West führt direkt an meinem Bürofenster vorbei. 9 Flugzeuge innerhalb der letzten halben Stunde, das gab es schon lange nicht. Meine Firma hat Jahrzehnte lang vom Flugverkehr ganz gut gelebt, jetzt freue ich mich für meine krisengebeutelten Nachfolger!

Einen schönen Tag wünscht

A.C

 

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