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28. AUGUST 2018

28.08.2018 | Tageskommentar

Politiker-Credo im 17. Jhdt. Sind wir nicht alle Politiker?

Renate Wagner hat dieses „Fundstück“ für uns ausgegraben. „Politisch sein“ und „Politiker sein“ sind verschiedene Paar Schuhe.

Politiker waren zu allen Zeiten wie beschrieben – und die Welt steht immer noch! Heute unterteilt man in Populisten, Karrieristen u.s.w – und meist verfließen die Grenzen.

Die Frage ist freilich, ob wir nicht zum überwiegenden Teil alle Politiker sind. Es ist ja gar nicht gesagt, dass die amtierenden Politiker die Besten sind, die man für diesen Job auftreiben konnte.  Diese haben bloß die Frechheit, von diesem Job gut leben zu wollen – oder sie haben eben nichts anderes gelernt!

Viele von uns können sich in dem wiederfinden, was Friedrich von Logau um 1650 herum geschrieben hat. Dazu brauchen sie keine Politiker sein!

Dresden: Neuer Semperoper-Intendant will politisches Musiktheater machen
Die Semperoper Dresden geht an diesem Mittwoch mit einem neuen Intendanten in die neue Spielzeit. Nach Ansicht von Peter Theiler darf das Haus kein „politikfreies“ Musiktheater sein. „Es gibt keine apolitische Kunst. Eine Haltung zu den Themen unserer Zeit ist wichtig“, sagte der 62-jährige Schweizer der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Er verstehe das aber nicht doktrinär, sondern im analytischen Sinne. „Es gilt Themen aufzugreifen, die heutige Menschen bewegen.“ Zugleich habe sich die Semperoper ihrer Vergangenheit zu stellen. Wenn sich das Haus dem Werk von Richard Strauss und Richard Wagner verpflichtet fühle, müsse es auch Werke von Komponisten aufführen, die in der NS-Zeit als verfemt galten oder schon zuvor Opfer von Antisemitismus wurden
Musik heute
Semperoper: Peter Theiler zeigt politisches Musiktheater
Der neue Intendant der Semperoper Dresden will Themen aufgreifen, die heutige Menschen bewegen. Zugleich habe sich das Haus seiner Vergangenheit zu stellen, sagt er.
Hamburger Abendblatt
Semperoper geht mit neuem Intendanten in neue Spielzeit

Sueddeutsche Zeitung

Ob sich Herr Thielemann nicht insgeheim fragt, ob er mit dem Wechsel von Serge Dorny zu Peter Theiler vom Regen in die Traufe gekommen ist, wird er uns wohl nicht „an die Nase binden“.

Warten wir ab, eine andere Chance haben wir sowieso nicht.

Salzburg: Warum nicht mehr Politik?

„Der Standard“, nicht eben ein Massenblatt, legt dem Salzburger Festspielintendanten nahe, seine Festspiele politisch sichtbarer oder auch streitbarer zu positionieren.

Die Antwort des Intendanten ist nicht unklug:
STANDARD: Wird man damit gehört? Der politische Diskurs ist laut, populistisch, muss da nicht auch die Kunst lauter werden?
Hinterhäuser: Die lauten Stimmen sind nicht unbedingt die Stimmen, denen man ein hohes gedankliches Niveau unterstellen würde. Die Kunst kann den Syrien-Krieg nicht beenden, kann das Migrationsproblem nicht lösen, und nach dem Jedermann wird wohl aus Läuterungsgründen kein wohlhabender Münchner sein Auto oder seine Villa verkaufen. Aber was wir können, ist, im Sinne Flauberts zur “ Erziehung des Herzens“ aufzurufen. – derstandard.at/2000085998716/Markus-Hinterhaeuser-Keine-Strategie-der-geplanten-Aufregung

Da hat der Herr Intendant freilich recht, wirklich bewegen kann Theater, wenn es so offensichtlich mit dem Holzhammer daherkommt („Flüchtlingsstücke“ etc) nichts. Warum wird das dann ständig versucht?

Sogar die edle Idee von Daniel Barenboim, ein mit Israelis und Palästinensern gemischtes Orchesters zu bilden, hat politisch nichts bewirkt. Wenn etwas nichts bewirken kann, verkommt es zur Geschäftsidee. Das muss wohl auch einmal gesagt werden!

Salzburg: Kirill Petrenko und seine „Berliner“

Petrenko und sein Orchester. Copyright: Monika Rittershaus

Sonntag Abend gab es das mit Spannung erwartete Debut von Kirill Petrenko, vor einiger Zeit zu ihrem künftigen Generalmusikdirektor gewählt, mit den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen. Und es ist nicht übertrieben, wenn man in diesem Falle von einem Triumph sprechen kann. Das Programm, welches zuvor auch schon in Berlin gespielt worden war,  hatte es auch in sich. Vor der Pause zunächst R. Strauss‘ „Don Juan“ – Tondichtung von Nikolaus Lenau op. 20, und anschließend „Tod und Verklärung“ op. 24. Im zweiten Teil erklang Beethovens Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92.

Es war einfach ein Erlebnis, mit welcher Intensität und Engagement Petrenko sich sogleich in die ersten aufpeitschenden Takte von „Don Juan“ „stürzte“, ja bisweilen bis zu zehn Zentimeter vom Boden des Dirigentenpultes abhob. Da merkte man sofort: Dieser Dirigent ist IN seinem Orchester, er ist mit ihm integral verbunden, nicht nur musikalisch sondern scheinbar auch körperlich, dass es dazu wohl kaum noch eine Steigerung geben dürfte…

Zum Bericht von Klaus Billand

Salzburg: Zweite Vorstellung der „Perlenfischer“:

Sonntag Nachmittag wurde im Großen Festspielhaus die zweite konzertante Aufführung der „Perlenfischer“ von Georges Bizet gegeben, und es wurde wieder mal ein Triumph für Placido Domingo in der Rolle des Zurga. Er ist, was immer und wie immer er singt, ganz einfach der ultimative Liebling des Salzburger Festspielpublikums…

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand

Innsbruck: SEMELE

Im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik kam am 26. August 2018 im Tiroler Landestheater die Oper „Semele“ von Johann Adolf Hasse in einer halbszenischen Fassung in italienischer Sprache zur Aufführung.  Unter dem Titel „La Semele, o sia La richiesta fatale“ (Semele oder Der verhängnisvolle Wunsch) wurde das als Serenata bezeichnete Werk im Herbst 1726 in einem Palazzo in Neapel uraufgeführt – angeblich unter Beteiligung des berühmten Kastraten Farinelli…

Zum Bericht von Udo Pacolt

BAYREUTH: ANDREAS SCHAGER SINGT HEUTE „TRISTAN“

Die „großen Festspiele“ gehen dem Ende zu, in Bayreuth wird heute der „Tristan“ und morgen  – zum wohl allerletzten Mal –  noch die „Castorf-Walküre“ unter dem Dirigat von Placido Domingo gegeben. Dann ist Schluss für heuer!

Salzburg spielt heute noch die Poppea, morgen Mittwoch gastiert der „Zirkus Netrebko“ und am Donnerstag werden die diesjährigen Festspiele mit einer „Zauberflöte“ ausgeläutet.

Dann hat uns der Alltag wieder – und gar so  übel ist das gar nicht!

 

Aus gut informierten Kreisen erhalte ich diese Exclusivmeldung: Andreas Schager singt heute den TRISTAN in der letzten Aufführung „Tristan und Isolde“ der diesjährigen Festspiele.

Bayreuth’s Parsifal will sing tonight’s Tristan

August 28, 2018 by norman lebrecht

We read on the wires that, in tonight’s closing performance of Tristan und Isolde, the male lead will be sung by Andreas Schager, the Austrian tenor who was this summer’s Parsifal.

Wie Festspielgäste berichten, wurde Stephen Gould wegen einer leichten Kehlkopfentzündung bereits in der letzten Vorstellung im 3. Akt durch Vincent Wolfsteiner ersetzt!

 

Hat Richard Wagner sich selbst nicht nur mit dem Bayreuther Festspielhaus ein Denkmal setzen wollen, sondern auch mit Bühnenfiguren wie Hans Sachs oder Walther von Stolzing? Wieviel Autobiografisches steckt in den „Meistersingern von Nürnberg“? Die 2017 umjubelte Neuproduktion warf auf dem Grünen Hügel viele Fragen auf, aber am Rang der Inszenierung des Australiers Barrie Kosky hatte zurecht kaum jemand Zweifel. Wenn jetzt die Wiederaufnahme ansteht, gibt es kaum Änderungen auf dem Besetzungszettel: Es bleibt bei Philippe Jordan (Dirigent), Michael Volle (Hans Sachs), Johannes Martin Kränzle (Sixtus Beckmesser), Klaus Florian Vogt (Walther von Stolzing), Günther Groissböck (Veit Pogner) und Daniel Behle (David). Nur Emily Magee als umworbene Eva ist neu im Team.

BAYREUTHS „BECKMESSER“ IST TATSÄCHLICH AUCH EIN KOMPONIST!

Johannes Martin Kränzle vertonte die selten oder gar nicht in Musik gewandelte Liebeslyrik Bertolt Brechts.

Johannes Martin Kränzle (rechts als „Beckmesser“, links sehen Sie Michael Volle als Sachs) ist auch Komponist! Dazu braucht er nicht die Mithilfe des „Sachs“ – wie der „echte Beckmesser“ in den „Meistersingern“. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele.

...Gespannt sein durfte man auf die Komposition „Lieder um Liebe“ von Johannes Martin Kränzles. Der namhafte Opernsänger vertonte die selten oder gar nicht in Musik gewandelte Liebeslyrik Bertolt Brechts.

In zehn Liedern für mittlere Stimme und Streichquartett lotet er in neu-tonaler, am Jazz orientierter Rhythmik und Harmonik Facetten der Liebe aus. Ihm gelingen kompositorisch vielschichtige Preziosen, die vom Hindemith-Quartett und der Mezzosopranistin Lena Haselmann perfekt interpretiert wurden. Die Sängerin greift punktuell den Diseusen- Ton auf (Schwächen, Liebeslied aus einer schlechten Zeit), dann singt sie zart- lyrisch (Wie es war II, Lied einer Liebenden) und auftrumpfend euphorisch (Als ich nachher von dir ging, Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen). Sie trifft auch inhaltlich genau den richtigen Ton für jedes Lied mit ihrer angenehmen, rund- timbrierten Stimme. Die rhythmisch und intonations- technisch anspruchsvollen Stücke werden in ihren unterschiedlichen Farben vom Hindemith-Quartett sofort erfasst und je nach Stimmung expressiv,  dunkel verhangen bis heiter gewitzt in Klang geformt.

Im kurzen Gespräch mit der Initiatorin Aline Oswald vom Institut Francais konnte man den Komponisten und Sänger Kränzle näher kennenlernen. Die Besetzung Stimme und Streichquartett, so verriet er, sei eher selten in der Kammermusik. Seine Lieder beweisen jedoch, dass diese Formation ideal kongruiert, denn die menschliche Stimme geht im warmen Bett des Streicherklangs  herrlich auf und kann sich entfalten…

Zum Bericht von Renate Schroth

Linz/ „Brucknerfest“: Klangwolke: Schwindelfreie Statisten werden gesucht
Brucknerfest: OÖN präsentieren „La Fura dels Baus“ im Linzer Donaupark (8. September) und die Einweihung der neuen Orgel
Oberösterreichische Nachrichten

Bernsteins Broadway-Fiasko Wie Leonard Bernstein mit einem Musical über Rassismus scheiterte
Mit der „West Side Story“ hatte Leonard Bernstein Riesenerfolg. Daran wollte der Komponist 1976 mit „1600 Pennsylvania Avenue“ anknüpfen, einem Musical über Rassismus in den USA. Es ging gründlich schief.
Der Spiegel

NATALIA USHAKOVA WIEDER IN DER SOMMERARENA BADEN (6. SEPTEMBER)

Natalia Ushakova. Copyright: Maurizio Montani/ushakova.com

Mit „Arien in der Sommerarena“ präsentiert die Sopranistin Natalia Ushakova wiederum ihr einziges Open-Air-Konzert im September 2018 in der Sommerarena Baden. Am 6. September 2018 um 19,30 h  lädt Natalia Ushakova bereits zum vierten Mal zu ihrem einzigartigen Open-Air-Abend in die großartige Kulisse der Sommerarena Baden. Nach den großen Erfolgen in den Vorjahren präsentiert die charismatische Wahlösterreicherin ihr neues Programm.

Natalia Ushakova wird an diesem Abend Leidenschaftliches und Lustvolles aus Oper und Operette unter dem Motto „Ushakova Unlocked: Die Offenbarung“ zum Besten geben: Die Künstlerin interpretiert die schönsten Werke von Puccini, Verdi, Strauß und Lehar und wird das Publikum mit ihrer atemberaubenden Stimme aufs Neue verzaubern. Begleitet wird die Sopranistin vom Kaiserwalzer Orchester unter der Leitung von Dirigent Christian Koch. Infos: www.ushakova.com

www.cayenne.at

DOMSTUFENFESTSPIELE ERFURT: Riesen Erfolg für „Schrottplatz-Carmen“ –  Bilanz nach 21 Vorstellungen: 98,62 Prozent Auslastung

Mit insgesamt 46.277 Besuchern sind gestern Abend die 25. DomStufen-Festspiele in Erfurt zu Ende gegangen. Das anhaltende fast durchgehend warme, sommerliche Wetter bis weit in den Abend hinein sorgte an den meisten der 21 Vorstellungstage für eine ausverkaufte Zuschauertribüne.

Das war „Carmen“ 2018. Foto: Lutz Edelhoff

Die Gesamtauslastung der 21! Abendvorstellungen lag bei 98,62 Prozent.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK –28. AUGUST –3. SEPTEMBER 2018

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

28.8. DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG (aus Bayreuth, Aufnahmwe v. 28.7.) Bayern 4-18.05 Uhr
1.9. WEST SIDE STORY (aus London, Aufnahme v. 11.8.) ORF Ö1-19.30 Uhr
DIE ZAUBERFLÖTE (aus Salzburg, Aufnahme v. 27.7.) Radio Suisse R.-20 Uhr
2.9. LES PECHEURS DE PERLES (aus Salzburg, Aufnahme v. 23.8.) HR 2, WDR 3, SWR 2 20.04 Uhr

Wien: „Doyen der Wiener Kulturmanager“: Franz Häußler starb mit 81 Jahren

Der einstige Direktor der Vereinigten Bühnen Wien wurde 81 Jahre alt. Er war fast 40 Jahre lang im Unternehmen und auch langjähriger Präsident des Wiener Bühnenvereins.
Die Presse

Filme der Woche

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Ehrlich – man würde sich einen Film dieser Art nicht unbedingt ansehen. Aber wenn Wien mitspielt? Da will man doch wissen, wie man in einer der üblich-dummen Hollywood-Komödien von der Leinwand kommt. Nun, die Heldinnen sitzen im Café Central, essen Torte mit Schlagobers und werden von einem verdächtigen Spion angesprochen. Dann gibt es im Schnelldurchlauf Gloriette, Parlament, Mozart-Denkmal. Ähnlich geht es später anderen Städten, die am Programm stehen, etwa Prag (natürlich mit Karlsbrücke).

Und wovon handelt der Film? Schwer zu sagen. Wer sind die beiden Girlies, die da in der typischen Buddie-Manier agieren – wenn Drew, der Freund von Audrey (eigentlich hat er sie ja sitzen lassen), ihr offensichtlich sterbend einen Stic mit Informationen anvertraut und Davonrennen angesagt ist, dann lässt Freundin Morgan sie nicht im Stich. Also – gemeinsam los, vor den Killern flüchten, die diesen Stic um jeden Preis wollen. Bitte, nicht nach irgendeiner Logik fragen, das ist nicht angesagt. Wieso sie hier und dort landen, wie sie das organisieren, finanzieren, damit gibt sich so ein Drehbuch nicht ab, das einfach eine kreischende, absichtsvoll irreale Komödie über zwei junge Frauen anbietet – begabte Komikerinnen, wenn auch nicht genuin, sondern die Künstlichkeit selbst…

Romy Schneider: Meine Mutter hatte ein Verhältnis mit Hitler
https://www.vol.at/romy-schneider-meine-mutter-hatte-ein-verhaeltnis

Jahrzehnte hat Alice Schwarzer diese die Welt bewegende Aussage von Romy Schneider geheimgehalten. Nun musste sie raus in die Medienwelt!

Meiner Ansicht nach hätte die Info noch mehrere Jahrhunderte im Archiv verbleiben können!

Ich wünsche eien schönen Tag!

A.C.

 

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