Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

28. APRIL 2020 – Dienstag

28.04.2020 | Tageskommentar

Auslastung ist nicht alles! Foto: Wiener Staatsoper

Der designierte neue Chef der Wiener Staatsoper, Bogdan Roscic, hat bisherige Erfolgsmaßstäbe infrage gestellt. «Vielleicht ist das der größte Irrtum überhaupt, dass es bei einer Institution wie der Wiener Staatsoper darum gehen könnte, als Auslastungsstreber nie unangenehm aufzufallen», sagte der 56-jährige Roscic am Sonntagabend in einem ORF-Interview, das zugleich eine Programmpräsentation der neuen Spielzeit war…

Neuer Chef der Wiener Staatsoper: Auslastung ist nicht alles
Neue Musikzeitung/nmz.de

Er baut vor – muss es sogar. Corona wird vieles verändern. Nicht der Virus selbst – der wird wieder verschwinden bzw. neutralisiert werden können. Das Problem wird die Angst vor dem (Sitz) Nachbarn sein, der uns jetzt als Gefährder eingeredet wird – und das wird lange nicht aus unseren Köpfen verschwinden. So leicht bringt man diese Abneigung nicht aus uns heraus. Hat man (unter „man“ können Sie nun beliebig einsetzen) an diesen Schaden in der Psyche der Menschen gedacht?

Was Herrn Roscic betrifft: Thomas Prochazka ist der dritte unserer „Analysten – und er beleuchtet auch einen medialen Effekt: War bei Dominique Meyer „Die Presse“ bzw. deren Kulturredakteur die erste Anlaufstelle, die er sogar auf eine Opernkreuzfahrt mitgenommen hat (Direktor Meyer war Hauptjuror bei einem Gesangswettbewerb auf einem „Traumschiff“ und der Redakteur machte die Reise als Berichterstatter mit) , so kommt nun der „Kurier“ ins Spiel. Offenbar braucht jeder Direktor eine Art „Hofnarren“. Thomas Prochazka: Bereits am 11. September 2019 ließ sich sich in einem Interview mit diesem Blatt willig entlocken, daß es in der kommenden Spielzeit zehn Premièren geben werde, darunter »absolute Kernwerke«, einige »der bekanntesten Operntitel der Geschichte«. Daß dasselbe Blatt heute (Montag) mit einem Interview mit dem neuen Direktor groß aufmacht, kann nur ein ungelernter Österreicher für einen Zufall halten. Die Nebel lichten sich. Die Stellungen werden bezogen.

Es hat zwar sicher nichts mit der Berichterstattung in unserem Medium zu tun (ich greife in keine Kritik ein, die Mitarbeiter werden das bestätigen), aber mir persönlich bereitet es ein Problem. Gerade von dieser Zeitung hat mich ein meiner Ansicht nach minderbegabter Journalist anwaltlich belangt – und ich habe ein Gedächtnis wie ein Elefant! 

Es scheint sich aber auch Herr Sichrovsky heranzupirschen. Ein neuer Versuch – vielleicht klappt es diesmal! Sichrovsky hat sich geradezu peinlich an Roscic rangeschmissen und der ORF hat ihm die Pattform geboten. Was soll das?

Wiener Staatsoper: Zur Spielzeit 2020/21

Ein Alt-Wiener Bonmot besagt: »Die schönste Zeit eines Staatsoperndirektors ist jene von seiner Designierung bis zur Präsentation seiner ersten Spielzeit.«

Gedanken von Thomas Prochazka: http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=4427B752-A05B-A086-1FF13288F4AD9AAE

 

Wer ist gekommen, wer ist gegangen?

ÜBERBLICK ÜBER SÄNGER UND DIRIGENTEN DER ERSTEN SPIELZEIT DER ÄRA ROSCIC

 

Wer sich einen Überblick verschaffen will, wer da sein wird, wer neu kommt (und auch darüber, wer aller nicht mehr da ist!!!), der mag sich in die Liste vertiefen. Die Seitenzahlen verweisen auf die Broschüre, die Opernfreunde sich zweifellos zulegen werden: Dort kann man dann nachlesen, wo die Herrschaften eingesetzt sind.
Der kleine Kreis nach dem Namen deutet auf Debut, das „E“ (äußerst selten!) weist auf ein Ensemblemitglied hin, das „OS“ auf Mitglieder des Opernstudios.
So viele Namen, die wir nicht kennen…
Nun, wir werden sie kennen lernen, und wenn die Direktion Roscic gut gewählt hat, sind sie hoffentlich des Kennenlernens wert.
Renate Wagner

Mehr darüber (nämlich die Liste) in unseren „Infos des Tages

Bayreuth: Katharina Wagner längerfristig erkrankt:

Erweiterung Geschäftsführung Bayreuther Festspiele

 

Die Bayreuther Festspiele müssen leider mitteilen, dass ihre Geschäftsführerin, Festspielleiterin Frau Prof. Katharina Wagner, längerfristig erkrankt ist. Um die Geschäftsfähigkeit und den Betrieb der Bayreuther Festspiele GmbH zu sichern, wurde der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele GmbH, Herr Heinz-Dieter Sense, vom Verwaltungsrat und der Gesellschafterversammlung zum 3. Geschäftsführer bestellt. Er wird Frau Wagner kommissarisch vertreten.

Die Mitarbeiter der Bayreuther Festspiele wünschen Frau Wagner von Herzen gute Besserung, viel Kraft und baldige Genesung.

Jonas Kaufmann & Ludovic Tézier, opera singers for culture in Europe. Eine Petition – für Ihre Unterschrift bereitliegend

 

Es war vor etwa 80 Jahren, inmitten der Abgründe eines der grausamsten Kriege der Geschichte, als Winston Churchill gefragt wurde, ob man denn zugunsten des Kriegsbudgets die Ausgaben für den Kulturbetrieb kürzen solle. Worauf der Premierminister in seiner unnachahmlichen Direktheit entgegnete:„Aber wofür sollen wir dann kämpfen?“

ZUR PETITION

Helmut Deutsch: Er pflanzt Opernsängern die Liebe zum Lied ein
http://www.freundedervillamusica.org/index.php/begegnungen/helmut-deutsch

Theater an der Wien bittet um Spenden (und wer wirklich um seine Existenz bangt. Bezahlartikel
Das Theater an der Wien, stadteigener Konzern, bittet in der Corona-Krise selbst Arbeitslose um Geld.
Kurier

Fairness für freie Künstler in der Corona-Krise
ORF-Kulturmontag
Video

New York
Zuhause bei Familie Weltstar: So war die Online-Gala für die New Yorker Oper
Unglaubliche Stardichte von Fleming bis Netrebko, von Kaufmann bis Alagna bei Benefiz-Onlinekonzert für die Metropolitan Opera.
Kurier

Netter, aber öder Versuch: die Met-Spendengala #theVoicemustbeheard
Die Welt.de

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

1 Meter Abstand – für den Fall

 

ZU FACEBOOK

————

Gut 20 italienische bzw. regelmäßig dort tätige Opernsänger singen das erste Finale aus Rossinis „L’Italiana in Algeri“.

 

https://www.facebook.com/robertodecandia/videos/10158348347426165/UzpfSTEwMDAwMzM0ODQwMzM4OToyODQ4NjAyMDYxOTI4MDQ2/

———

Ein Höhepunkt der MET Übertragung mit 81.000 persönlichen Klicks

Gerne wüsste ich eine Zuschauerquote. Ich war Nummer 220.000 (F.K.)

 

Zu INSTAGRAM

———————-

„Backstage“ bei den Alagnas bei der MET Übertragung!

 

ZU INSTAGRAM mit Kurzvideo
_____________

Elina Garanca nach der Met-Gala

 

ZUM INSTAGRAM – mit Video
_________

Sonya Yoncheva probiert die MET Übertragung. Man beachte den Leiter Aufbau

 

ZU INSTAGRAM

Bart Van Loo : BURGUND – Das verschwundene Reich
Eine Geschichte von 1111 Jahren und einem Tag
656 Seiten, C.H.Beck Verlag, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Für historisch interessierte österreichische Leser wird Burgund immer ein besonderes Thema sein. Schließlich hat Maximilian I. dieses kulturträchtige, prächtige Land einst für die Familie Habsburg „erheiratet“ – und bis dahin wird die Geschichte dieser einstigen europäischen Macht von dem flämische Historiker Bart Van Loo in seinem Buch erzählt.  Er lässt die Ereignisse mit dem 16jährigen Karl enden, den er „letzten Burgunder“ nennt (was nur eine seiner vielen „Rollen“ war, der als Carlos I. König von Spanien, als Karl II. Herzog von Burgund und als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs war).

Natürlich kennen wir die „Burgunder“ auch aus der Nibelungensage, dort sind sie allerdings in Worms am Rhein verankert. Und in der Folge lernt man, dass das, was sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung „Burgund“ nannte (und so mächtig war, dass man selbst ein Königreich werden wollte), als „Fleckerlteppich“ aus unzähligen Ländern und Grafschaften bestand, die hin und her geschachert wurden und sich doch in unruhigen Zeiten nicht hindern ließen, wirtschaftlich zu florieren. Alles an diesen Landstrichen schien begehrenswert, geerbt, erheiratet, erschachert oder erobert zu werden, ob Flandern oder Brabant, ob Geldern oder der Hennegau, ob Luxemburg oder Charlais, alle zur „Hoch“-Zeit Burgunds zusammen geschlossen, heute historische Begriffe, in die größeren Länder ringsum aufgegangen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Corona in Südkorea: Durch die Desinfektionsdusche ins Theater
Sueddeutsche Zeitung

Zukunft der Berliner Theater: Mindestabstands-Shakespeare mit Spuckvisier
Die Berliner Schauspielhäuser denken über Theater unter Corona-Bedingungen nach. Thomas Ostermeier ist skeptisch, Dieter Hallervorden wagemutig.
Tagesspiegel

„Ich möchte mir von Frau Merkel nicht sagen lassen, dass ich mir die Hände waschen muss“
Frank Castorf ruft zu „republikanischem Widerstand“ gegen die Pandemie-Maßnahmen auf. Wir sollten uns nicht länger den Dekreten von Virologie-Professoren und Politikern unterwerfen.
Der Spiegel

Frank Castorf, Sie haben etwas gut bei mir! Für eine Inszenierung kommen Sie ja nach Wien.

„Schau mer mal“ was der heutige Tag so alles bringt. Ich bin gespannt.

Verbringen Sie ihn gut!

A.C.

 

Diese Seite drucken