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27. OKTOBER 2021 – Mittwoch

27.10.2021 | Tageskommentar

Wien: EMI in der Kärtnerstraße sperrt mit Jahresende zu! Alarmsignal oder ganz natürliche Entwicklung?

Nach dem „Arcadia-Shop“ in den Arkaden der Staatsoper, der allerdings unfreiwillig das Feld räumen musste, sperrt nun auch der Emi-Shop. Der ehemals beliebte Da Caruso Shop in der Operngasse ist ja bereits seit Jahren Geschichte!

Dass eine Klassik-CD heute nur ein Prestigeprojekt und kein Geschäft ist, leuchtet ein. Dass Firmen keine Wohltäter sein können, ebenfalls. Deshalb wundert es mich nicht, dass EMI Kärntnerstraße „zudreht“

Edwin Baumgartner schreibt in der „Wiener Zeitung“:

Die Tauben gurren es von den Dächern der Kärntner Straße: Die EMI, einer der ältesten Wiener Schallplatten- und nachmaligen CD-Läden, wird gegen Ende des Jahres schließen. Schuld ist nicht Corona, sondern die Geschäftspolitik von Warner: Man steigt zunehmend auf Streaming um. Die CD wird verschwinden und damit auch der CD-Handel.

Im schnelllebigen Pop-Bereich mag das angehen. Für den Klassik-CD-Markt ist es eine Katastrophe. Nicht nur, weil der Klassik-CD-Käufer das Produkt in Händen halten und im auf Papier gedruckten Begleit-Booklet die Informationen nachlesen will. Sondern, weil der Klassikmarkt traditionsgebunden ist. Aufnahmen von Dirigenten und Sängern der Vergangenheit sind Kulturerbe. Und das keineswegs nur, weil sie einzigartig wären, sondern weil sie eine Vergleichsmöglichkeit bieten. Das Klassikgeschäft, ob mit Aufnahmen oder live, lebt von solchen roten Fäden, die sich durch die Branche ziehen…

Es sind ja nur CDs
Die Tauben gurren es von den Dächern der Kärntner Straße: Die EMI, einer der ältesten Wiener Schallplatten- und nachmaligen CD-Läden, wird gegen Ende des Jahres schließen.
https://www.wienerzeitung.at/meinung/kommentare/2125767-Es-sind-ja-nur-CDs.html

Das heißt , dass sich auch bei den Streams etwas ändern wird. Sie werden zu Geschäftsmodell. In Zeiten des unbestreitbaren Besucherrückgangs, der zwar in gewissen Breiten aus Imagegründen dementiert, aber sich voraussichtlich in Zahlen niederschlagen wird (es sei denn, es wird mit exorbitanten Preiserhöhungen gekontert). Formulieren wir vorsichtig so: es wird schwieriger werden, Opernkarten auch zu verkaufen, zum Bittsteller werden die Kunden wohl auch nicht mehr werden müssen! Auch Bayreuth wird künftig nicht siebenmal überbucht sein!

BAYERISCHE STAATSOPER: Mittwoch, 27. Oktober 2021 19,30 h – Vorprogramm ab 19 h
LIVESTREAM 
Dmitri Schostakowitsch Die Nase

Mirjam Mesak und Aleksandra Durseneva. Foto: Wilfried Hösl

Neuproduktion
Inszenierung: Kirill Serebrennikov
Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski
Beginn: 19.00 Uhr (Vorprogram), 19.30 Uhr (Livestream)

TERMIN SPEICHERN

Der Livestream wird außerdem ab Anfang November 30 Tage als video-on-demand zur Verfügung stehen.

Fakten zum Regisseur Kirill Serebrennikow – Auszug aus „Plädoyer zur Kraft werkimmanenter surrealer Inszenierungen“ Teil 9
Die Karriere ist beeindruckend: er wird als Starregisseur, Dissident, politisch verfolgt und Alleskönner gehandelt. Er inszeniert Film, TV, Oper, Schauspiel, Ballett, gestaltet Bühnenbilder und Kostüme etc. Seit 2008 ist er Professor der Moskauer Theaterschule, 1992 hat er ein Physikstudium abgeschlossen. Seitdem ist er offensichtlich nach Anfängen im Amateurtheater in der etablierten russischen Theaterlandschaft und auch international unterwegs. Prominent hat er in Russland z. B. 2017 am Bolschoi- und auch am Mariinski-Theater Oper und Ballett inszeniert.
http://onlinemerker.com/fakten-zum-regisseur-kirill-serebrennikow-vom-april-2021-auszug-aus-plaedoyer-zur-kraft-werkimmanenter-surrealer-inszenierungen-teil-9/ TTT

An Kirill Serebrennikov scheiden sich die Geister . Meine persönliche Meinung ist, dass er, obwohl er nicht speziell zum Regisseur ausgebildet wurde, gute Ansätze zeigt. Bei Schostakowitsch kann ich mir ihn ganz gut vorstellen, bei Wagners „Parsifal“ lieferte er schon einen Gewaltakt, dessen Repertoiretauglichkeit in Frage gestellt wird. Ein Meister ist er in Selbstvermarktung. Er verkauft sich wunderbar als „Dissident“ und punktet damit speziell in Deutschland bei Intendanten und Presse, obwohl er vor seiner Anklage nie als besonders regierungskritisch aufgefallen ist, sogar mit Leitungsposten bedacht wurde. Ein Regimekritiker erfährt solche Weihen eher nicht

Von den Vorwürfen der Veruntreuung wurde er nie freigesprochen, die Bestrafung ist aber keinesweg exemplarisch streng ausgefallen. TTT hat das ziemlich akribisch recherchiert (siehe obigen Artikel). Aber die deutsche Presselandschaft braucht einen Dissidenten und Serebrennikov lebt nicht schlecht damit, als solcher zu dienen. Wie dem auch sei, seiner heute via Stream gezeigten Inszenierung sehe ich mit Interesse und nicht mit Vorbehalten entgegen!

München
„Die Nase“ im Nationaltheater: Oper ohne Blattgold
Dmitri Schostakowitschs frühe Oper „Die Nase“ als erste Premiere des neuen Intendanten Serge Dorny in der Bayerischen Staatsoper.
Münchner Abenzeitung

Putins Nasen
Bayerische Staatsoper startet mit Schostakowitsch-Frühwerk – Regie führt Regimekritiker Serebrennikov
https://www.donaukurier.de/nachrichten/kultur/Putins-Nasen;art598,4822849

THOMAS  GUGGEIS  WIRD  GENERALMUSIKDIREKTOR DER  OPER  FRANKFURT

Thomas Guggeis. Foto: Simon Pauly

Zur Spielzeit 2023/24 übernimmt der 1993 in Bayern geborene Thomas Guggeis den Posten des Generalmusikdirektors der Oper Frankfurt von seinem Vorgänger Sebastian Weigle, der das Amt seit 2008/09 versieht. Guggeis’ Vertrag läuft über 5 Jahre und umfasst pro Spielzeit 35 Abende in der Oper, die sich auf zwei bis drei Neuproduktionen sowie Wiederaufnahmen verteilen. Gleichzeitig übernimmt er auch die künstlerische Leitung der Museumskonzerte, der Sinfoniekonzerte des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters in der Alten Oper, die von der Frankfurter Museums-Gesellschaft veranstaltet werden. Von diesen 10 Doppelterminen pro Saison wird er fünf selbst dirigieren. Seit Herbst 2020 bekleidet Thomas Guggeis nach seiner Station als Kapellmeister an der Staatsoper Stuttgart den Posten des Staatskapellmeisters an der Staatsoper Unter den Linden – ein Ehrentitel, den ihm die Staatskapelle Berlin als bisher jüngstem Dirigenten verlieh.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

DER OPERALIA-GEWINNER AUS PERU im Finale bei Medici TV – Ivan Ayonrivas

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZU INSTAGRAM mit Video

und seine Instagram Seite dazu

https://www.instagram.com/ivan.ayonrivas/

Oper Leipzig: „Die Meistersinger von Nürnberg“

Foto: Oper Leipzig/ Kirsten Nijhof

Leipzig
Schwarz-Weiß-Rot: Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Oper Leipzig
Das ist ganz große Oper mit Gänsehauteffekt! Solche Momente hätte man sich häufiger gewünscht. Dem Publikum hat es gefallen.
Von Dr. Guido Müller
Klassik-begeistert.de

Leipzig
Deutsche Geschichte für Reingefallene: Die Meistersinger von Nürnberg in Leipzig
bachtrack.com

Über den Dächern von Nürnberg
Die Oper Leipzig glänzt mit einer herausragenden Produktion von Richard Wagners „Meistersingern“.
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Deutsche Oper Berlin: rbbKultur überträgt den 2. RING-Zyklus live im Hörfunk (16. bis 21.11.)

Mit seinem welterklärenden Anspruch sowie durch seine schiere zeitliche Ausdehnung ist DER RING DES NIBELUNGEN die größte Herausforderung für jedes Produktionsteam. An der Deutschen Oper Berlin haben sich jetzt Sir Donald Runnicles und Stefan Herheim dieser Aufgabe gestellt, die Gedankenwelt von Wagners Tetralogie ins 21. Jahrhundert zu übersetzen. Getreu Schillers Diktum, der Mensch sei nur dort ganz Mensch, wo er spiele, entwickelt Herheim den Beginn der Tetralogie aus dem Akt des Spielens. Durch den spielerischen Vollzug des Mythos findet die Gesellschaft zu sich selbst und ihren Werten, die freilich nur solange gültig sind, wie das Spiel dauert, und deshalb immer wieder neu gefunden werden müssen. Folgerichtig mündet die Auffassung von Wagners Mythos in der GÖTTERDÄMMERUNG im Hier und Jetzt, weitet sich der Fokus von der Entwicklung einzelner Figuren hin auf die Gesellschaft als Ganze…

Mehr darüber in den heutigen „Infos des Tages“

Baden
Bühne Baden: „Gräfin Mariza“ eröffnet Saison

Cornelia Horak, Reinhard Alessandr. Foto: Bühne Baden/Christian Husar
https://noe.orf.at/stories/3127188/

Buchbesprechung

 

Michael Lemster
DIE GRIMMS – Eine Familie und ihre Zeit
480 Seiten, Verlag  Benevento, 2021

Seit Menschengedenken hieß es „die Brüder Grimm“ (oder altmodisich auch die „Gebrüder“), und die berühmten beiden, Jacob und Wilhelm, schmücken auch den Umschlag des jüngsten Grimm-Buches  – zwei würdige Herren, hier in mittleren Jahren, die einander fraglos ähnlich sehen. Zwillinge waren sie nicht, wie man oft meint, aber unzertrennlich im Leben, Denken, Arbeiten. Und sie haben Großes geleistet.

Aber das Buch von Michael Lemster nennt sich „Die Grimms“ und verspricht im Untertitel „Eine Familie in ihrer Zeit“. Also das erweiterte Bild rund um die Wissenschafts-Brüder, die drei weitere Brüder und eine Schwester hatten. Nun hat man zumindest schon die fünf Grimm-Brüder zwischen Buchdeckeln ins Visier genommen, so neu ist die Betrachtungsweise nicht. Aber Lemster, der auch zuletzt die Familiengeschichte der „Mozarts“ genauer aufgeschlüsselt hat als jeder vor ihn, kümmert sich auch um Generationen von Vorfahren und um die Kinder und Enkel, die nach den „Gebrüdern“ kamen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Ein großes Dankeschön für ein Kapitel Medizingeschichte!

Özlem Türeci und Ugur Sahin. Foto: Andrea Matzker

Das Gründerpaar des Impfstoffherstellers Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, haben türkische Wurzeln. Doch während Özlem Türeci Tochter eines in Deutschland lebenden türkischen Arztes ist, kam Ugur Sahin als Vierjähriger nach Köln, wo sein Vater neben vielen anderen Gastarbeitern eine Anstellung beim Automobilhersteller Ford antrat und so in Köln sozialisiert wurde, mit Fußball auf den Rheinwiesen, der ihn lehrte, dass man nur in Zusammenarbeit siegreich sein kann, und Einserabitur am Erich-Kästner-Gymnasium mit Lieblingsfach Mathematik. Anschließend folgte das Medizinstudium an der Universität zu Köln, wobei parallel zum Studium die Doktorarbeit zu immunologischen Therapieansätzen in der Krebsbehandlung fertiggestellt wurde, was heute die seltene Ausnahme ist. Seinem Doktorvater an die Universität des Saarlandes in Homburg folgend, lernt er die dort als Assistenzärztin arbeitende Özlem Türeci kennen. Der Ausgang ist mehr als bekannt: Beide sind verheiratet, haben eine Tochter, gründeten 2008 die Firma Biontech und tüfteln seit fast zwei Jahrzehnten an einer immunologischen Krebstherapie auf mRNA Basis…
Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Lesen Sie ausführlicher in unseren „Infos des Tages“

Ausstellungen/ Kunst/ Prozess: Wem gehört „Tarquinius und Lukretia“?
Das Gemälde von Peter Paul Rubens gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Russland. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg fordert es zurück.
WienerZeitung

Demokratie vs. Diktatur – Comeback der Autokraten
Gefunden von TTT
Diktatoren treten nicht mehr unbedingt wie Gaddafi in bizzaren Uniformen auf oder als brutale Schlächter wie Idi Amin. Sie pflegen heute das Image des honorigen Staatsmanns und erwecken den Anschein, als respektierten sie den Rechtsstaat. Denn moderne Alleinherrscher haben gelernt, die Demokratie mit den Methoden des 21. Jahrhunderts auszuhebeln
https://www.cicero.de/aussenpolitik/comeback-der-autokraten/51314

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Der Republik Moldau geht das Erdgas aus: Das kleine, klamme Land steht wegen hoher Schulden unter Druck von Gazprom. Hinter wirtschaftlichen Argumenten steckt aber auch Politisches, wobei Moskaus Rolle ambivalent ist. Aus demselben Grund treibt auch die EU die Furcht vor einem kalten Winter um.
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  • US-Präsident Biden bezichtigt Donald Trump der Hetze: Bei einem Auftritt in Virginia kritisierte Joe Biden Donald Trumps Äusserungen über den verstorbenen Ex-Aussenminister Colin Powell. Ausserdem sagte er, dass der ehemalige Präsident immer noch «Menschen im ganzen Land aufhetzt.»
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  • Krawalle bei Protesten gegen Benzinpreis in Ecuador: Landesweit fanden Demonstrationen gegen die Wirtschaftspolitik der konservativen Regierung und insbesondere der Erhöhung der Benzinpreise statt. Dabei kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
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  • Möglicherweise erster Planet ausserhalb der Milchstrasse entdeckt: Wenn die Beobachtungen nicht trügen, kreist der Planetenkandidat um einen Doppelstern in der sogenannten Whirlpool-Galaxie. Er besteht aus einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch und einem massereichen Begleitstern. Diese Spiralgalaxie ist ungefähr 30 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.
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Wenn impfunwillige Bürger auf eine lernunwillige Regierung treffen
Mit der Androhung eines Lockdowns für Ungeimpfte fügen die politisch Verantwortlichen ihrer gescheiterten Krisenkommunikation eine weitere Episode hinzu.
Die Presse.com

Meine Impfwilligkeit habe ich bewiesen, in zwei Wochen lasse ich mir den dritten Schuss setzen, wobei ich hoffe, dass es nicht der „goldene“ sein wird. Die Regierung mit ihren Drohgebärden hätte es aber beinahe geschafft, dass ich mich aus Protest der Impfung verweigert hätte. Drohen lasse ich mir nämlich nicht. Aber ich will meine Ruhe haben und ein Zeichen der Solidarität setzen. Ob ich an die Wirksamkeit der Impfung glaube? Fragen Sie mich etwas Leichteres!

Japans Prinzessin Mako: Hochzeit besiegelt royalen Abschied

Die japanische Prinzessin Mako hat nach jahrelangem Warten und aller Kritik zum Trotz ihre Studienliebe Kei Komuro geheiratet. Die Ehe der beiden, die zugleich Makos Abschied vom japanischen Kaiserhaus besiegelt, wurde ohne die am Hofe üblichen traditionellen Hochzeitszeremonien vollzogen. Der Grund ist eine Kontroverse um Geldstreitigkeiten in der Familie Komuros.
https://orf.at/stories/3234181/

Verarmen wird die Prinzessin vermutlich nicht. Wenn es in der Familie des Bräutigams Geldstreitigkeiten gibt, dann gibt es Geld, um das sich zu streiten lohnt. Ich bin bezüglich der Prinzessin beruhigt, hoffentlich ist sie streitbegabt und mischt künftig kräftig mit!

Was Geldstreitigkeiten mit der Hochzeitszeremonie zu tun haben, weiß ich nicht. In unseren Breiten hat zumindest „zu meiner Zeit“ die Familie der Braut die Hochzeit gezahlt! Mein Schwiegervater sprach trotzdem von einer guten Investition!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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