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27. NOVEMBER 2020 – Freitag

27.11.2020 | Tageskommentar

Knockout für unsere Theater und sonstigen Kultureinrichtungen? Nein, das dürfen und werden wir nicht zulassen.

Anderseits muss auch jenen, die glauben, dass es nach Corona so weitergeht wir vor Corona, klar sein, dass es so nicht sein wird! Je früher sie sich darauf einstellen, desto mehr Vorsprung haben sie. Mehr als das Virus selbst fürchte ich das, was daraus gemacht wird. Aber was soll’s, die Welt hat sich anscheinend entschieden und jeder von uns muss nun das tun, was seiner Position am meisten hilft. Wir können nur dafür sorgen, dass Vernunft die Hysterie in Grenzen hält. Gelingt uns das, haben wir den Kampf gegen Covid 19 gewonnen.

Der Knockout der Kultur dauert länger – die Verzweiflung wächst
Bis zum nächsten Frühjahr dürften die Theater und Opernhäuser noch geschlossen bleiben. Dabei geht viel verloren.
Der Tagesspiegel

Geht jetzt das Licht aus? Kulturbranche befürchtet längere Krise
Egal, wie lange der Teil-Lockdown noch anhält, auch danach, so die Sorge in der Kulturszene, wird es massive Einschnitte geben – weil die Städte sparen müssen: „Es wird einiges passieren.“ Staatsministerin Monika Grütters „schläft erstmals schlecht“.
BR-Kultur.de

THIELEMANNS ANSICHT: WIR MÜSSEN UNS ZURÜCKNEHMEN

Reagieren, bevor die Rote kommt!

Wird sich Corona nachhaltig auf das Tourneegeschäft auswirken? Wenn Thielemann sein Gefühl nicht trügt, dann ist er sich seiner Antwort „Ja“ sicher! Zitieren wir ihn wörtlich: „Die Tourneen werden ausgedünnt werden. Das ist, bei allem Leid dieser Epidemie, zugleich auch das Faszinierende an der gegenwärtigen Situation: Wir werden gezwungen, einzuhalten, uns bleibt keine Wahl“ – meint Christian Thielemann gegenüber der Herder- Korrespondenz (Freiburg)

Ist Corona etwa ein Fingerzeig? Bekommen wir – und insbesondere meint er damit die wie wild herumreisenden Künstler, aber auch den bereits verrückt anmutenden Tourismus,  mit Corona eine „Generalstrafe“ für Energieverschwendung?

Speziell seine Branche (Orchester)  bereisen ja auch ob des Geldes die ganze Welt. Zitat Thielemann: Wenn Wilhelm Furtwängler in den Dreißigerjahren mit den Berliner Philharmonikern auf Tournee gegangen ist, dann sind die Zug gefahren.“ Damals war alles noch im Rahmen, heute wird maßlos übertrieben. (Zitat Ende)

Na ja, lieber Herr Kapellmeister, mit dem Zug werden die großen Orchester wohl nie mehr fahren, aber grundsätzlich sollte man ihre Ansicht nicht beiseite schieben, ohne sich Gedanken darüber gemacht zu haben.

Prompter Einspruch einer Leserin zu Thielemann und mir: Von sich auf andere schließen, das ist immer wieder ein schwerer Fehler!

Ob er es glaubt oder nicht, auch heute fahren Orchester noch mit der Bahn, habe ich höchstselbst erlebt! Es müssen halt die Auftrittsorte auch mit der Bahn erreichbar sein und die Instrumente teilweise Fahrkarten haben, ganz zu schweigen vom Weg Bahnhof-Konzerthalle……. Aber so ein lockerer Spruch macht sich halt gut; typisch Thielemann! (Zitat Ende)

Es gibt aber auch erfreuliche Meldungen :

Deutschland: Massive Unterstützung für Bayreuth
Deutschland lässt sich seine Paradefestspiele was kosten: Für die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses wird der Bund weitere 84,7 Millionen Euro zur Verfügung stellen, wie der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am Donnerstag beschlossen hat. In den kommenden Jahren stehen umfangreiche Renovierungsarbeiten in dem Haus auf dem Bayreuther Grünen Hügel an, wo traditionell die Richard-Wagner-Festspiele stattfinden.
Wiener Zeitung

Wien/ Kulturneustart: Das „Theater im Park“ gibt’s auch 2021
Die Open-Air-Bühne von Michael Niavarani und Georg Hoanzl im Schwarzenberggarten startet den Vorverkauf.
Wiener Zeitung

Die erste Saison verlief offenbar so erfolgreich, dass sie nach einer zweiten verlangt. Die Veranstalter sind Profis – und nur solche sollten sich größere Projekte machen. Ich bin sicher, dass die Veranstalter aus der ersten Saison ihre Schlüsse gezogen haben. Mir gefallen solche Initiativen (machen statt jammern), nur Träumer sollte man nicht ranlassen – selbst nicht in den schlechtesten Zeiten! 

WIENER SYMPHONIKER: Musik, Talk und Unterhaltung bei den Wohnzimmer-Konzerten der Wiener Symphoniker 

Freitag, Viertel nach acht: Seit 13. November begeistern die Wiener Symphoniker jeweils Freitagabend mit ihrem neuen Streaming-Format, den „Wohnzimmer-Konzerten“. Die dritte Ausgabe mit Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada wird diesen Freitag, 27. November, ausgestrahlt, parallel dazu werden bereits die nächsten drei Folgen aufgezeichnet. Erneut wird die Bühne des Wiener Konzerthauses zum Wohnzimmer der Wiener Symphoniker. Musik und Gespräche, moderiert von Axel Brüggemann, wechseln einander ab. Gestreamt wird auf der Facebook-Seite der Wiener Symphoniker und der Website www.wienersymphoniker.at.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Bregenzer Festspiele 2021: „Rigoletto“-Reprise auf der Seebühne, „Nero“ als Hausoper

Nach einem Jahr ohne Saison haben die Bregenzer Festspiele am Donnerstag ihr Programm für 2021 vorgestellt. Verdis „Rigoletto“ mit dem Clownkopf feiert auf der Seebühne am 22. Juli coronabedingt ein Jahr verspätet seine Wiederaufnahme. Eröffnet wird das Festival, das sein 75. Jubiläum feiert, am 21. Juli mit Arrigo Boitos „Nero“ von 1924 als Hausoper. Vieles vom Programm 2020 konnte auf 2021 verschoben werden, so die Verantwortlichen am Donnerstag.

Eigentlich inszenieren die Festspiele alljährlich Mitte November liebevoll die Präsentation des Programms für das kommende Jahr. Wegen der Pandemie erfolgte die Bekanntgabe für den Jubiläumssommer heuer nur per Aussendung. Nachdem 2020 nur (aber immerhin) „Festtage“ möglich waren, soll es 2021 wieder ein großes Festival am See geben. „Wir blicken mit Optimismus und Zuversicht auf das kommende Jahr“, sagte Festspielpräsident Hans Peter Metzler und dankte allen „für den Zusammenhalt in dieser herausfordernden Zeit“. Dieser Optimismus ist auch am Kartenkontingent ablesbar: An 28 Abenden sind maximal 203.000 Karten für „Rigoletto“ aufgelegt (inkl. Crossculture Night und Generalprobe), rund 135.000 Tickets sind bereits gebucht…

Kleine Zeitung

Es gibt auch in diesen Zeiten noch bemerkenswerte Premieren:

SOFIA: Kurzbericht ELEKTRA – Premiere am 26. November 2020

 Zum ersten Mal „Elektra“ in Bulgarien!

Liliya Kehayova als Elektra. Foto: Svetoslav Nikolov

 Klaus Billand berichtet aus Sofia: Aus Sofia ist in diesen trüben Tagen eine kleine Sensation zu vermelden: Gestern Abend erlebte die „Elektra“ von Richard Strauss an der Sofia Oper und Ballett ihre bulgarische Erstaufführung, also 111 Jahre nach der Uraufführung. Der Regisseur Plamen Kartaloff, auch Generaldirektor des Hauses, fährt somit weiterhin in tiefem Fahrwasser der Opernliteraur, nachdem er hier ja schon den „Ring“, „Tristan und Isolde“ sowie „Parsifal“ von Richard Wagner inszeniert hat.

Der US-amerikanische Dirigent Evan-Alexis Christ konnte für die musikalische Einstudierung und Leitung dieser „Elektra“ gewonnen werden und motivierte mit großem Engagement das Orchester der Sofia Oper und Ballett zu einer außergewöhnlichen Leistung bei recht schnellen Tempi. So motiviert habe ich die Musiker hier noch nicht spielen gehört, von einigen kleineren Unsicherheiten abgesehen. Den strengen Hygieneauflagen wurde damit Rechnung getragen, dass das Orchester auf einer Überdeckung des Parketts und im leicht abgesenkten Graben sitzt und das Publikum auf dem Rängen. Damit ergab sich auch ein transparenteres Klangbild…

Zum Kurzbericht von Klaus Billand (Premierenbericht)

YOUTUBE – Kurzbericht /Video von Klaus Billand

Gestern  ist der bulgarische Tenor Kamen Chanev verstorben (geb.27.8.1964, gest. 26.11.2020)

 

Kamen Chanev. Foto: Agentur

Er trat auch mehrmals an der Wiener Staatsoper auf.

Elena Habermann hat 2015 ein  Interview mit ihm geführt: https://onlinemerker.com/kamen-chanev-es-ist-so-schoen-im-wienerwald-spazieren-zu-gehen/

Auch Univ. Prof. Dr. Peter Reichl hat uns vom Tod des bekannten Tenors verständigt:

Soeben haben wir erfahren, dass gestern der große bulgarische Tenor Kamen Chanev, der ja (auch) hier in Wien gelebt hat, in Stara Zagora seiner Covid-Erkrankung erlegen ist.

Es ist keine drei Wochen her, dass er zuletzt am 6.11. als Otello auf der Bühne stand:

PPS: … und ein letztes Video, Tod des Otello, vom 6.11.:

Sein letzter Otello, keine drei Wochen vor seinem Tod. Foto: Youtube

https://www.youtube.com/watch?v=leCdak3Zy2U

https://www.youtube.com/watch?v=rcC2izpXksU

https://www.youtube.com/watch?v=XCFTH2vKLZ0

An der Wiener Staatsoper stand er letztmals 2013 im „Maskenball“ auf der Bühne!

Not-Oper auf dem Notebook
Opernhäuser gehen in der Corona-Krise verstärkt online – das ermöglicht eine Klassikreise um die ganze Welt.
Wiener Zeitung

Benefizkonzert der BR-Symphoniker im Livestream
Corona schränkt das Leben zwar ein, Kulturgenuss ist dennoch möglich: Am Freitag, den 18. Dezember, dirigiert Herbert Blomstedt das BR-Symphonieorchester. Solistin ist die Sopranistin Julia Lezhneva.
Sueddeutsche Zeitung

Staatsoper Stuttgart Shuts Down Until End of January 2021
The Staatsoper Stuttgart has announced that it will cancel all performances until Jan. 31, 2021.
https://operawire.com/staatsoper-stuttgart-shuts-down-until-end-of-january-2021/

News
Jonas Kaufmann Postpones Christmas Tour
https://operawire.com/jonas-kaufmann-postpones-christmas-tour/

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK – 25.NOVEMBER – 2.DEZEMBER 2020

 

28.11. DIE ENTFÜHRUNG A.D. SERAIL (aus Wien, Aufnahme v. 12.10.) RNE Classica Madrid-19 Uhr
EGMONT (aus Wien, Aufnahme v. 17.2.) ORF Ö1-19.30 Uhr
ARIODANTE (aus London, Aufnahme v. 20.11.) BBC 3-19.30 Uhr
ELEKTRA (aus Salzburg, Aufnahme v. 1.8.) RAI 3-20 Uhr
DIE ENTFÜHRUNG A.D. SERAIL (aus Wien, Aufnahme v. 12.10.) France Musique- 20 Uhr
ZAZA ( aus Wien, Aufnahme v. 18.9.) HR 2-20.04 Uhr

HISTORISCHE AUFNAHMEN (RICHARD STRAUSS)  AUF YOUTUBE

INTERMEZZO in der damals klassischen Besetzung Steffek, Prey, Gruber – Brigitte Fassbaender als Resi
Joseph Keilberth Bayerisches Staatsorchester 1963 Christine – Hanny Steffek Der kleine Franzl – Erwin Gruber Hofkapellmeister Robert Storch – Hermann Prey Anna – Gertrud Freedman Baron Lummer – Ferry Gruber Der Notar – Karl Schmitt-Walter Seine Frau – Caecile Reich Kapellmeister Stroh – Friedrich Lenz Kommerzienrat – Karl Christian Kohn Justizrat – Hans Hermann Nissen Fanny, die Köchin – Paula Meyer Therese – Hildegard Seefried Kammersänger – Max Proebstl Resi – Brigitte Fassbaender

https://youtu.be/MSenGiFLYJs

 

DAPHNE
https://www.youtube.com/watch?v=nZSR8HcdLOo
Dieser Link führt zu einem Schwarzweiss-Film von Daphne

Daphne by Richard Strauss to a libretto by Joseph Gregor (1938), Conducted by Joseph Keilberth and performed by the Bavarian Radio Choir and Orchestra in Munich, 1964. Complete opera with closed-caption English subtitles.
Daphne Stefania Woytowicz
Leukippos Fritz Wunderlich
Apollo James King
Gaea Hertha Töpper
Peneios Gottlob Frick

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

St Peterburg spielt auch , Foto und Video Mix, back stage – ohne Masken
Cavalleria rusticana mit Gergiev; Netrebko, Semenchuk; Eyvazov u.a.

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

5 Minuten-Video von dieser Cavalleria in St. Petersburg

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZU INSTAGRAM mit Video

Radek Knapp 1: Wie man einer Kuh Whiskey gibt…
„Alles wartete, das Publikum, die Musiker, so wie die Prominenz in der ersten Reihe. Nur Maestro war nicht da. Plötzlich öffent sich die Tür und ein Bauer in Gummistiefeln betritt die Bühne und sagt: „Bei mir auf der Weide steht ein Typ und gibt meinen Kühen Whiskey und behauptet er ist Leonard Bernstein.’“
Das Musikzentrum in meinem Gehirn ist so minimal geraten, dass ich nicht einmal wage, unter der Dusche zu summen. Sogar die einfachste Melodie verwandelt sich in meinem Mund zu einer akustischen Katastrophe. Die Zahl jener Menschen, die deswegen den Raum verließen, ist beträchtlich und steigt laufend. Ich werde auch nie eine Querflöte oder eine Geige spielen und kann mit größter Sicherheit behaupten, sollte ich jemals ein Instrument in die Hand nehmen, dann nur, um es von A nach B zu tragen. Trotzdem oder gerade deshalb war das Universum an meiner musikalischen Weiterbildung interessiert und bescherte mir einen horizonterweiternden Moment.
Eines Morgens sass ich zufällig auf den Stufen des Musikvereins und langweilte mich.
Radek Knapp, österreichischer Bestseller-Autor, geboren in Warschau, lebt und arbeitet in Wien.
Klassik-begeistert

Rock/ Pop

„Licht ins Dunkel“: Gabalier hat „mit rechtem Gedankengut gar nichts am Hut“
Der Musiker zum KURIER: „Wer meine Musik mag oder nicht mag – das kann ich mir nicht aussuchen. Ich bin Musiker, kein Politiker.“
https://kurier.at/kultur/medien/licht-ins-dunkel-gabalier-hat-mit-rechtem-gedankengut-gar-nichts-am-hut/401110863

Scharfe Kritik an Grammy-Nominierungen
The Weeknd ging bei den Grammy-Nominierungen leer aus. Er beklagt fehlende Transparenz. Nicki Minaj ist nach acht Jahren noch immer wütend.
https://www.diepresse.com/5902983/scharfe-kritik-an-grammy-nominierungen

TV/ Film

Anonymer spendet live in ORF-Show 1 Million Euro
Bei der „Licht ins Dunkel“-TV-Gala gab es strenge Sicherheitsmaßnahmen. Unter den Stars waren Präsident Van der Bellen und Weltstar Andrea Bocelli.
https://www.heute.at/s/praesident-bocelli-und-gabalier-bei-licht-ins-dunkel-100114517

Hoffentlich bleibt der Anonyme auch nicht weiterhin anonym und der ORF weiß, wer er ist und wo die Million abzuholen ist!

Männerpaare auf historischen Fotos:  Schau in meine Augen, Liebster
Der beeindruckende Fotoband „Loving. Männer, die sich lieben“ zeigt Privataufnahmen aus hundert Jahren. Gesammelt wurden sie von Hugh Nini und Neal Treadwell.
Tagesspiegel

Wien
Corona Massentests in Wien finden von 2. bis 13. Dezember statt
Abwicklung in Stadthalle, Marxhalle und Messehalle – Hacker rechnet mit bis zu 1,2 Millionen Teilnehmern.
Kurier

Vorbereitung für Wiener Massentests läuft schon, Heer wird benötigt
Von 2. bis 13. Dezember wird die Wiener Bevölkerung getestet, und zwar in der Stadthalle, der Marxhalle und der Messehalle. Man rechnet mit bis zu 1,2 Millionen Teilnehmern
Der Standard

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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