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27. NOVEMBER 2018

27.11.2018 | Tageskommentar

Placido Domingo 50 Jahre an der Met – ein „Garderobenfoto“: Sherill Milnes, Martina Arroyo, Placido Domingo, Teresa Stratas, James Morris. Foto: Facebook

Review: Plácido Domingo Reaches 50 Years at the Met Opera
The New York Times

Die Met Stars ließen sich mit Placido Domingo fotografieren. Ich hätte dieses Foto nicht unbedingt gebraucht, denn ich behalte Künstler gerne auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in Erinnerung. Was mich betrifft: ich flüchte vor Fotografen, selbst eine Fotokünstlerin wie „unsere“ Barbara Zeininger hat bei mir einen verdammt schweren Stand.

Wiener Staatsoper: Margarita Gritskova singt auch heute die Angelina in „La Cenerentola“

Margarita Gritskova. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Serena Malfi ist noch immer erkrankt, deshalb muss die Gritskova wieder ran!

„Konzertgänger in Berlin“
Verlichtert: Rameaus „Hippolyte et Aricie“ an der Staatsoper Unter den Linden
Prima la luce, poi la musica e le parole; und Gedanken überhaupt nicht. Mit der Premiere von Jean-Philippe Rameaus Hippolyte et Aricie kommen die Barocktage der Staatsoper an diesem Wochenende so richtig ins Rollen. Leider prägt Ólafur Elíassons Licht-, Leucht- und Lampenkunst die Inszenierung aufs Unbeste, das Fazit fällt düster aus. Dafür erflackert aus der Begegnung des Freiburger Barockorchesters mit Simon Rattle ein strahlender Rameau. Und auch was das in der Oper unvermeidliche Gesinge angeht, für das die Regie sich nicht so zu interessieren scheint, ist hier mehr Licht als Schatten.
https://hundert11.net/verlichtert/

Weitere Otello-Kritiken aus München:

Eine Raubkatze sucht sich elegant ihre Beute
Verdis „Otello“ in München muss Jago heißen: Gerald Finley entdeckt im Bösen eine schrecklich „normale“ Figur.
Salzburger Nachrichten
Verdis „Otello“ in München : Der Feind in meinem Bett
Warum gehen sie nicht gleich zum Therapeuten? Amélie Niermeyer inszeniert Verdis „Otello“ in München als biedere Szene einer Ehe.
Frankfurter Allgemeine
Die graue Maus von Venedig
Die Inszenierung von „Otello“ liefert mehr Behauptung und Fragezeichen als schlüssige Lösungen.
Wiener Zeitung

Wien/ Reaktor in Wien-Hernals: Überladen mit guten Absichten: die Jungfernfahrt der Oper „Das Totenschiff“.

Copyright: Armin Bardel

Auszug aus „Wiener Zeitung“: Seit Volksliedern wie „Wir lagen vor Madagaskar“ weiß man: Das Matrosenleben ist kein Zuckerschlecken. Wie es in der Zwischenkriegszeit aussah, hat sich der Pseudonymautor B. Traven 1926 in seinem Roman „Das Totenschiff“ ausgemalt. Der Seemann Gale kommt da vom Regen in die Traufe: Erst tuckert ihm das Schiff – mit seinen Papieren im Spind – davon, dann wird er als Flüchtling zwischen den Ländern hin- und hergeschoben. Die Rückkehr zur hohen See gelingt zwar, doch im tiefsten Milieu. Gale muss Knochenarbeit für einen Waffenschieber verrichten, dann beheizt er einen Kahn, der zwecks Versicherungsprämie auf Grund läuft.

Am Samstag hat diese Odyssee ihre Jungfernfahrt als Oper erlebt: Die Musik kommt vom Jazzpianisten und Tonsetzer Oskar Aichinger, das Libretto von Kristine Tornquist…

Irrfahrer, ahoi!
Überladen mit guten Absichten: die Jungfernfahrt der Oper „Das Totenschiff“.
Wiener Zeitung

KÖLN/ Staatenhaus: PETER GRIMES. Premiere am 25.11.

Marco Jentzsch in der Titelrolle. Foto: Bernd Uhlig/Oper Köln

Ein großer Abend für die Oper Köln, was das Publikum mit Beifall seltenen Ausmaßes honoriert. Die letzte hiesige Premiere von Brittens „Peter Grimes“ fand im März 1994 statt; Anthony Pilavachi inszenierte und es dirigierte James Conlon, damals Chef des GÜRZENICH-ORCHESTERs und demnächst nach langer Zeit wieder Gast am Pult dieses Klangkörpers bei einem Konzert in der Philharmonie. Bei der jetzigen „Grimes“-Produktion hat NICOLAS COLLON die Leitung inne, seit der letzten Spielzeit erster Gastdirigent des Orchesters. Der schlanke, ungemein befeuert wirkende Jung-Maestro animiert seine Musiker zu hochexpressivem, aber ungedrillt wirkendem Spiel und arbeitet die reichen Farben von Brittens Partitur bestechend heraus. Im gelten besondere Ovationen…

Zum Premierenbericht von Christoph Zimmermann

Nationaltheater Mannheim:  DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG
Besuchte Vorstellung: 25. November 2018

Wagner goes Monty Python

Zum Bericht von Dirk Schauß

Stuttgart: Don Pasquale – Wiederaufnahme (24.11.)

Enzo Capuano. Ana Durlovsky. Foto: Martin Sigmund

Das war wohl die letzte Zusammenarbeit des Regie- und Dramaturgieteams Jossi Wieler und Sergio Morabito in Stuttgart, da sie jetzt das Haus nach der Intendanz Wielers verlassen haben. Innerhalb von 20 Jahren  gehen viele gute, teils bahnbrechende Inszenierungen auf das Konto dieses scharfsinnigen Duos, wie, um nur zwei zu nennen, der Dr.Faustus von Busoni und Händels Ariodante. ..

Zum Bericht von Friedeon Rosèn

Bern/ Konzert-Theater: LA BOHÈME. Premiere am 24.11.

Die Aufführung im Stadttheater Bern vor fast ausverkauftem Haus beginnt nicht mit den gewohnten Tönen sondern mit Puccinis Streichquartett „Crisantemi“ (Chrysanthemen: in Italien die Blume des Todes; entstanden 1890 aus Anlass des Todes von Herzog Amadeus von Savoyen, einem engen Freund des Komponisten). Die Musik akustisch durch Rauschen verfremdet, begegnet das Publikum einem alten Mann mit Begleitung und Enkel. Die Bühne stellt den sterilen Innenraum eines modernen Museums dar, in grossen Lettern prangt „Retrospektive Marc“. Die Gäste der Vernissage (Statisterie Konzert Theater Bern) trudeln ein.

Regisseur Matthew Wild inszeniert Puccinis „La Bohème“ am Konzert Theater Bern als Rückblende des alten, schon fast etwas hinfällig wirkenden Marcello (hervorragend verkörpert von John Uhlenhopp als alter Mann im Rollstuhl inklusive Sauerstoffgerät)..,

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 27. NOVEMBER – 3. DEZEMBER 2018

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

 

27.11. DIE GLÜCKLICHE HAND-HERZOG BLAUBARTS BURG (Live aus Palermo) RAI 3-20.30 Uhr
29.11. LES PECHEURS DE PERLES (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr
LE TIMBRE D’ARGENT (aus Paris, Aufnahme v. 9.6.2017) BBC 3-15 Uhr
1.12. MEFISTOFELE (Live aus New York) RAI 3-19 Uhr
MEFISTOFELE (Live zeitvers. aus New York) ORF Ö1, BBC 3-19.30 Uhr
FALSTAFF (aus London, Aufnahme v. 19.7.) HR 2-20.04 Uhr
2.12. DIE WALKÜRE (aus London, Aufnahme v. 18.10.) Frabce musique-20 Uhr

WIEN: MEISTERKLASSE GRACE BUMBRY – Terminkorrektur. Meisterklasse-Abschlusskonzert am 1. Dezember um 14 h (!)

Am 1. Dezember 2018 – 14 h werden die Abschlussstudenten der Meisterklasse von Grace Bumbry singen.

Die Veranstaltung findet in einem für Wien anscheinend neuen Saal statt. Der LORELY-Saal ist eine Event-Location in Wien 14, Penzinger Straße 72. Der Saal ist 300 m2 groß und 8 m hoch. Errichtet vor 120 Jahren befindet er sich heute wieder in einem prächtigem Zustand.

Tiroler Festspiele Erl contra Wilhelm: Vergleich möglich
Die Tiroler Festspiele Erl und der Blogger Markus Wilhelm haben sich am Montag am Landesgericht Innsbruck auf einen bedingten Vergleich geeinigt. Als Schuldeingeständnis wollte Wilhelm diesen Vergleich nicht verstanden wissen.
https://tirol.orf.at/news/stories/2949642/

PALERMO: Interessantes Theater-Projekt PREMIO MIGRARTI


PALERMO/ Cantieri della Zisa: VOLVER von Giuseppe Provinzano. Copyright: Babel Crew

Am Wochenende wurde in Palermo zum dritten Mal der vom italienischen Kultuministerium gestiftete PREMIO MIGRARTI (eine Wortschöpfung aus Migration und Kunst) vergeben. Fünf Finalisten präsentierten in der zum Kulturzentrum umgewandelten ehemaligen Eisenbahnfabrik Cantieri della Zisa ihre geförderten Produktionen. Gewonnen hat VOLVER, geschrieben und inszeniert von Giuseppe Provinzano. Und das völlig zu Recht – denn es ist eine alle anderen überragende Arbeit.

Eigentlich kann man Migrantentheater ja nicht mehr sehen, denn es ist in den letzten Jahren – besonders im deutschsprachigen Raum – zu so etwas wie einer zwanghaften Mode geworden. Kein Haus, das auf sich hält, kommt ohne eine entsprechende Inszenierung aus. Es ist mittlerweile nur noch ärgerlich, wie sich an ihre eigene Profession nicht mehr glaubende Intendanten und Regisseure in vampirischer Weise am Leid anderer Leute vergreifen, um ihren Theatern irgendwie „Relevanz“, „Authentizität“ und „Aktualität“ zu verleihen. Das schlechte Gewissen der Gutmenschen gebiert Monster. Schüchterne Einwände gegen möglicherweise nicht ganz so gelungene Verwirklichungen einer vielleicht an sich interessanten Idee werden mit Shitstürmen und Rassismusvorwürfen beantwortet: das seien doch e c h t e Migranten ! und dass das Ergebnissen keinen künstlerischen Ansprüchen genüge, sei doch völlig egal, denn das Anliegen an sich schon wäre doch für die Community soo WICHTIG ! ….Diskussion völlig zwecklos…

SOZIALARBEIT statt KUNST ? NEIN DANKE !

Von dergleichen halbgaren Hervorbringungen, von einer solchen zynischen Attitüde unterscheidet sich die Sieger-Produktion der Gruppe Babel in angenehmster Art und Weise grundlegend. VOLVER braucht keinen Flüchtlingsbonus. VOLVER braucht keine moralisch erzwungene Nachsicht. VOLVER kann man als vollgültige Theaterinszenierung wahrnehmen – und auch als solche rezensieren (ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen)…

Zum Bericht von Robert Quitta

Filme der Woche

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Der freundliche Inder hat offenbar ein soziales Herz und erzählt Kindern in einem Jugendgefängnis eine Geschichte. Angeblich seine eigene, aber bald findet man heraus, dass er gewaltig flunkert. Er ist schließlich selbst ein Romanheld – „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Kleiderschrank feststeckte“ von Romain Puertolas (2013, in französischer Sprache) hat wohl mit seinem langen und viel versprechenden Titel genügend Leser interessiert, um einen Bestseller daraus zu machen. Ken Scott hat nun den dazugehörigen Film inszeniert, der die Phantasie des Autors in Leinwand-Bilder umsetzt.

Ganz unbeschwert ist das Vergnügen nicht. Märchen hin, Märchen her, eine Kindheit in Bombay, noch dazu als kleiner Sohn einer armen, allein erziehenden Mutter, kann wohl kaum so idyllisch verlaufen sein, wie man sie hier sieht: welch süßer kleiner Junge in unglaublich pittoresker Umwelt… Ein wichtiger moralischer Hinweis: Die Schule hat den kleinen Ajatashatru Oghash Rathod (welch ein Name, sagen wir lieber „Aja“) klüger gemacht, hat ihm nicht nur gezeigt, wie groß die Welt ist, sondern auch, dass er arm ist, keinen Vater hat und einiges an seinem Leben ändern will…

Weltpolitik
Ukraine verhängt nach Krim-Zwischenfall das Kriegsrecht
Die Armee wurde in Kampfbereitschaft versetzt, EU, Nato und Uno tagen noch am Montag. Moskau wirft Kiew „Wahlkampf-PR“ vor
Der Standard

Wiener Stadtpolitik
Wiener Grüne rücken nach links – Hebein folgt Vassilakou

Sozialsprecherin Birgit Hebein (51) wurde zur grünen Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl 2020 gewählt. Sie wird im Sommer auch neue Verkehrs- und Planungsstadträtin
Die Presse

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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