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27. MAI 2020 -Mittwoch

27.05.2020 | Tageskommentar

 

 

SALZBURGER FESTSPIELE: Eine mutige oder eine riskante Entscheidung?

Die Heilige Helga (in der Ostkirche heißt sie Olga). Der Name allein sagt bereits viel, er bedeutet „Die Heilige“, „Die Gesunde“

Sollte Helga Rabl-Stadler einmal das Zeitliche segnen (was hoffentlich nicht so bald sein wird), dann wird wohl umgehend der Seligsprechung-Prozess eingeleitet, denn ohne Selige gibt es keine Heilige!

BERICHT ORF/ Salzburg – Video

Salzburger Festspiele
Rabl-Stadler sieht sich als „Eisbrecherin für die ganze Branche“
Die Präsidentin der Salzburger Festspiele freut sich im ORF-Kulturfernsehen, „die Flinte nicht ins Korn geworfen“ zu haben.
Kurier

Helga Rabl-Stadler: Salzburger Vermählerin von Kultur und Geld
Seit 1995 ist sie Präsidentin der Festspiele, die Rolle als Krisenmanagerin ist ihr nicht fremd
Der Standard

Halbierte Festspiele in Salzburg: Programm ohne Pausen
Das Festival findet nun von 1. bis 30. August statt. 90 Vorstellungen statt ursprünglich 200, nur 70.000 Karten statt 235.000.
Kurier

Helga Rabl-Stadler: Ich würde mich genieren
Helga Rabl-Stadler erklärt, warum die Absage der Salzburger Festspiele keine Option war. Und warum es budgetär „beinhart“ wird.
Kurier

Helga Rabl-Stadler hat richtig kalkuliert (ihr Vater war ja ein Gigant, da kommt ihr die Erbanlage zugute), sie hatte es aber im Vergleich zu den anderen Festspielen relativ leicht. Sie verwaltet einen „Gemischtwarenladen“ (Copyright „Lohengrin“ in unserem Forum) und kann deshalb in die Regale greifen. Die Salzburger Festspiele können praktisch nicht pleite gehen, dazu sind sie viel zu sehr mit dem Ansehen Österreichs als Kulturnation verbunden.

Die anderen großen Sommerfestivals in Österreich sind auf ein einziges Produkt (na gut, manchmal sind es auch eineinhalb) beschränkt – und können daher nicht so flexibel sein. Salzburg ist also dazu auserkoren, Versuchskaninchen zu sein – und weil wir darauf warten, dass es im September auch in Wien wieder voll los geht, müssen wir ganz einfach mit Salzburg „mitfiebern“ – nein, nicht im wahrsten Sinn des Wortes!

Auf das Programm bin ich gespannt. Es soll nämlich „pausenlos“ gespielt werden, damit sich die Besucher in den Pausen nicht zu nahe kommen. Da fallen bereits viele Optionen weg.  Von dieser Spannung profitiert auch der „Online-Merker“, denn ich will aktuell „am Ball bleiben“ und mich nicht in die Nostalgie flüchten. Die „Noch nicht Heilige“ wird daher in die prall gefüllten Regale greifen und Passendes zutage fördern.

Für die Besucher gilt wohl der „Olympische Grundsatz“, der da lautet „Dabei sein ist alles!“ . Für Salzburg kommt noch  „Dabei gesehen werden ist alles“ dazu!

Schweiz
Schutzkonzept Kulturveranstaltungen: Wenig schreien, nicht küssen
Wie können Schauspielerinnen, Musiker und ihr Publikum vor dem Coronavirus geschützt werden? Hier die wichtigsten Vorschläge, über die der Bundesrat nächste Woche entscheiden muss.
https://www.thunertagblatt.ch/wenig-schreien-nicht-kuessen-699237286726

Corona-Lockerungen in Bayern
Konzerte und Theater ab Mitte Juni möglich
Bayerns Kabinett hat neue Corona-Lockerungen bekannt gegeben. Laut Ministerpräsident Söder wird es eine Ausweitung kultureller Veranstaltungen geben: Ab 15. Juni sollen wieder Theatervorstellungen, Konzerte und Kinovorführungen möglich sein – unter strengen Auflagen.
BR-Klassik

Bayern
Lockerungen für die Kultur: Eine Öffnung, die keine ist
Die „Lockerungspläne“ von Söder und Sibler machen Kunst vor Publikum weiterhin fast unmöglich.
Münchner Abendzeitung

Was der Herr Dr. Söder mit seinen Schutzbefohlenen aufführt, mögen diese sich mit ihm selbst ausmachen.

Mitteilung der Bayreuther Festspiele zum Gesundheitszustand von Frau Prof. Katharina Wagner:

Frau Prof. Katharina Wagner ist nach wie vor schwer erkrankt, befindet sich aber inzwischen auf dem Wege der Stabilisierung. Der Genesungsprozess wird noch Monate in Anspruch nehmen. Wir sind in Gedanken bei unserer Festspielleiterin und wünschen baldige Genesung.

Jetzt wissen wir soviel wie zuvor, nämlich nichts. Ich habe aus dem „Insiderkreis“ (nein, es war keiner der Bayreuth-Künstler, die tappen nämlich auch im Dunklen) einen Tipp bekommen, den ich natürlich vertraulich behandeln muss. Nur soviel: Mit der Psyche hat es nichts zu tun – und Krebs ist es zum Glück auch keiner!

Dringende Empfehlung – das hat einer meiner Netzwerker im „Falter“ gefunden. Ein absolut lesenswerter Artikel!

„Es geht um die unbedingte Melodie“
Der Musiker Roland Neuwirth, Erfinder des Neuen Wienerlieds, über Corona, Konturen in der Kulturpolitik und Eigenheiten der Wienermusik
https://www.falter.at/zeitung/20200519/es-geht-um-die-unbedingte-melodie

Stets hab´ ich (ob mir ward geflucht) das Beste der Musik gesucht“ – das Universalgenie Johann Mattheson
Mit der Unterstellung eines gewissen Maßes an Eitelkeit hätte man Johann Mattheson sicher nicht unrecht getan. Dass der Name einer der vielseitigsten und im besten Sinne barocken Persönlichkeiten des Musiklebens aber so selten fällt, steht im krassen Gegensatz zu der unbestrittenen Bedeutung dieses eigenwilligen Kopfes.
Der gebürtige Hamburger Johann Mattheson (1681 – 1746) war Opernsänger, Musiker, Komponist, Kantor, Publizist, Mäzen und Diplomat.
Dr. Andreas Ströbl berichtet aus Lübeck.
https://klassik-begeistert.de/portrait-johann-mattheson-klassik-begeistert-de/

Plagiat oder nicht Plagiat – das ist die Frage
Wo beginnt das Plagiat?
Wiener Zeitung

Können zwei Menschen, die einander nicht kennen, zur selben Zeit die gleiche Idee haben? Die Frage wird hier zu beantworten versucht

DER NÄCHSTE TALK-GAST – HEUTE

 

ZU INSTAGRAM

Ein weiteres „Corona-Video von Stefan Tanzer: Giuseppe Verdi: LA FORZA DEL DESTINO – Solenne in quest’ora

Untenstehenden Link anklicken

– mit Luciano Ganci (links) aus Rom, der letztes Jahr in Ternitz den Carlo in „Giovanna d’Arco“ sang.

https://www.youtube.com/watch?v=HzCnvebz7cQ

Arena von Verona will Zulassung von 3000 Zuschauern im Parlament erwirken
https://www.stol.it/artikel/kultur/musik/arena-will-zulassung-von-3000-zuschauern-im-parlament-erwirken

Es handelt sich um Konzerte im August, die auch den Zweck haben, Anna Netrebko und Placido Domingo vor dem Verarmen zu bewahren!

BERND WEIKL ÜBER BERND WEIKL.

Bernd Weikl erinnert sich an wichtige Stationen seiner Weltkarriere als Sänger – zur Begrüßung und Einführung auf diesen YouTube-Kanal.

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZUM VIDEO

Interview mit Ansgar HAAG, scheidender Intendant des Meininger Staatstheaters

Ansgar HAAG. Copyright: Sebastian Scholz

Der Meininger Intendant Ansgar Haag verlässt in der kommenden Spielzeit das Meininger Staatstheater. Ansgar Haag hat das Meininger Staatstheater in schwierigen Zeiten übernommen. Nach zu vielen avantgardistischen Experimenten waren die Zuschauer ausgeblieben. Intendant Haag steuerte das Meininger Theater mit seinen Sparten in ein publikumsnaheres Fahrwasser. Zuvor hatte er schon in Ulm gute Arbeit geleistet.

Als Regisseur hat Ansgar Haag 140 Inszenierungen gemacht. Für einige seiner Inszenierungen bekam er auch Preise: 2007 wurde seine Meininger-Inszenierung von Goethes „Faust I / II“ mit dem Land-der-Ideen-Preis ausgezeichnet. 2009 ehrte man seinen „Tannhäuser“ mit dem Titel „Inszenierung des Jahres“. Der Preis wird vom Verein „Meininger Theaterfreunde e.V.“ gestiftet. Die Inszenierung wird bis heute im Palas auf der Wartburg aufgeführt. 2012 verlieh ihm der Kulturminister der Republik Kasachstan, Darkhan Myngbay, die Auszeichnung „Geehrter Kunstschaffender“ für seine Inszenierungen der kasachischen Erstaufführung von Richard Wagners „Tannhäuser“ (2010) an der Staatsoper Almaty und der deutschen Erstaufführung der kasachischen Oper „Abai“ von Achmet Schubanow und Latif Hamidi in Meiningen, 2018 wurde seine Meininger Inszenierung „TOSCA“ zur „Inszenierung des Jahres“ gekürt…

Zum Interview mit Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

WIEN / Albertina Modern: THE BEGINNING
Kunst in Österreich 1945 bis 1980. Vom 27. Mai 2020 bis zum 15. November 2020

Als alles neu begann

 

Das Plakat zeigt einen Mann im bunten Anzug und mit grünen Schuhen (Robert Klemmer ist sein Schöpfer). Er hat dem Betrachter den Rücken zugekehrt – und läuft. Wohin? In die Zukunft vermutlich. So, wie die Künstler sich diese Zukunft in jenem Jahr Null, das der Zählung nach 1945 hieß, wünschten und schufen.
„The Beginning“ heißt die erste Ausstellung der ALBERTINA MODERN im Künstlerhaus, und es ist ein Beginn in vieler Hinsicht. „…

Foto: Wesemann
Der Katalog   Der Katalog ist nicht nur gewaltig an Größe, Schwere und Umfang, sondern auch an Inhalt, mit einer Abbildung der Werke und hervorragenden Fachartikeln. Besonders bemerkenswert am Ende: die Chronologie, zusammengestellt von Brigitte Borchhardt-Birbaumer, wo das angesprochene Phänomen der Gleichzeitigkeit verfolgt werden kann. Schade nur, dass ein tabellarisches Verzeichnis der Künstler und ihrer ausgestellten Werke fehlt.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Albertina modern – ein pralles Debüt
Der Standard

Kunstskandal um Nazierbe Gurlitt-Recherchen beendet – bei 1000 Werken ist Herkunft unklar
Nach acht Jahren wurden 14 Werke als NS-Raubkunst restituiert. Die Bilanz am Ende der formalen Recherchen: „Es gibt eine ganz große Grauzone“.
Tagesspiegel

Österreich/ Statistik
Sterblichkeit trotz Corona-Krise bisher nur wenig erhöht
Im Vergleich gibt es heuer weniger Tote als etwa während der starken Grippewelle in der Saison 2016/2017

Die Zahl jener Menschen, die in Österreich jährlich an der Grippe sterben, ist eine statistische Berechnung. Denn Influenza-Todesfälle werden lange nicht so beharrlich erhoben, wie es aktuell bei Covid-19 der Fall ist. Die Zahl der Grippetoten ergibt sich aus der Differenz zwischen allen beobachteten Sterbefällen während der Grippezeit und den Todesfällen, die im selben Zeitraum ohne Influenza zu erwarten gewesen wären.
Der Standard

Bericht aus dem „Standard“, das ist keineswegs die Zeitung der Verschwörungstheoretiker. Jetzt brauchen wir nur noch die Wirtschaft wieder reparieren – und schon geht es lustig weiter! Das wird sicher ein Kinderspiel werden!

Kölner Schüler bekommen Visiere zum Schutz vor Corona
Zum Schutz vor dem Coronavirus bekommen von dieser Woche an alle 140 000 Kölner Schüler Visiere aus Kunststoff. Ein Kölner Hersteller spende den Schulen die Schutzschilde, gab die Stadt bekannt.
Sueddeutsche Zeitung

Ein edler Spender also. Ich kenne weder den Spender noch die konkrete Situation. Ich weiß jedoch aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass Spender auch aus Spenden noch ein Geschäft machen (können). Ich kenne da einen, der hat für einen Großkunden unzählige Büffets und sonstigen Gelage gespendet, ganz einfach, weil der Kunde aufwendige Feiern nicht in der Buchaltung unterbringen konnte, wohl aber der Spender als „Anfütterung“ für Kunden.  Glauben Sie mir, der großzügige Spender ist dabei nicht verarmt, der hat die Spende schon anderswo eingerechnet.

Ich wundere mich manchmal über die Naivität der Journalisten. Deshalb sind sie auch Journalisten geworden – und nicht Politiker!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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