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27. MÄRZ 2020 – Freitag

27.03.2020 | Tageskommentar

Ein Horrorbild. Die Wiener Festwochen schocken damit. Copyright: Kaupo Kikkas

Ich will auf gar keinen Fall schocken, eher beruhigen. Meine stärksten Momente habe ich immer dann, wenn um mich herum alles in Panik ist. Im Jargon des Kanzlers bin ich ein „Abwiegler“. Dem kann nicht genug Panik erzeugt werden! Diese Haltung ist übrigens das Gegenteil dessen, was die Regierung in den Anfangsphasen der Krise, in der Zeit der Weichenstellungen, getan hat. Damals wiegelten die Politiker ab. Nun ist alles anders, die Welt wartet sehnsüchtig auf ein Gegenmittel, an dem dann ein Konzern samt Handlanger unzählige goldene Nasen verdient. Aber bitte, soll sein. Hätten wir es nur bereits. Erst jetzt wissen wir zu schätzen, wie schön Normalität sein kann!

Die beste Waffe gegen Corona ist der gesunde Menschenverstand! Wer sich unnötig oder sogar aus Übermut in Gefahr begibt, ist ein Idiot. Leider laufen viel zu viele Menschen völlig unbewaffnet herum (gemeint ist, bar des gesunden Menschenverstands!)

Auszug aus unserer heutigen Presseschau: Das SARS-Corona-Virus ist vergleichbar mit Influenza, auch bei den Todeszahlen! Binnen acht Wochen starben 2018 in Deutschland etwa 25.000 Menschen an Influenza. Davon sind wir 2020 mit Corona weit entfernt.
Vitalstoff-Blog

Ob die Zahlen stimmen, weiß ich nicht. Ein Virologe nennt sie – und riskiert damit seinen guten Namen in der gesamten Branche. Stimmen die Zahlen nicht, dann wissen wir, dass wir es mit einem Scharlatan zu tun haben. Stimmen sie aber, dann haben wir erst recht ein ernstes Problem – mit unseren Entscheidungsträgern! 

„Keine Panik“ – wie oft haben wir das schon gehört – meist aus Politikermund, wenn die Presse wieder einmal total über das Ziel geschossen hat. Ich versuche, Fakten zur Beruhigung beizutragen. Aber ich bin kein Mediziner. Damit habe ich übrigens mit unserem zuständigen Gesundheitsminister etwas gemeinsam!

Was wollen nun die Wiener Festwochen, die bereits im Mai stattfinden sollen? Ein Auszug aus deren Aussendung:

Das Festival, wie wir es realisieren wollten, kann in der geplanten Form nicht stattfinden. Durch die Beschränkungen sind Proben abgesagt, Reisen nicht durchführbar und auch eine Vielzahl weiterer Festival-Vorbereitungen nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Da es nicht möglich ist, die Dauer dieser Situation abzuschätzen, erscheint es uns wichtig, immer flexibel auf Veränderungen bzw. die aktuelle Situation zu reagieren. Derzeit untersuchen wir verschiedene Strategien, wie das Programm noch gerettet werden könnte. Das bedeutet, dass jede Produktion bzw. Veranstaltung eingehend geprüft wird, um abzuklären, ob, wann und in welcher Form Möglichkeiten für deren Umsetzung vorhanden sind.

Sobald die Entwicklung der österreichischen und weltweiten Gesundheitssituation eine Beurteilung der tatsächlichen Möglichkeiten erlaubt, werden wir die Entscheidung, ob diese realisiert werden können, bekannt geben. Wir sind dafür in ständigem Austausch mit dem Bund und der Stadt Wien sowie dem Aufsichtsrat, den Künstler*innen und allen Festivalpartnern…

Wiener Festwochen finden nicht wie geplant statt
Aufgrund der aktuellen Einschränkungen wird das für Mai und Juni vorgesehene Festival nicht wie gewohnt stattfinden. Alternative Strategien und Optionen werden geprüft
Der Standard

Können die Salzburger Festspiele stattfinden?
Intendant Markus Hinterhäuser sieht die Pfingstfestspiele von Cecilia Bartoli, aber auch das Sommerfestival in Gefahr. Im Gespräch nennt er eine entscheidende Deadline.
Neue Zürcher Zeitung

Ein klarer Stufenplan
Vor genau vierzehn Tagen hat noch niemand ernsthaft daran gedacht, dass die Osterfestspiele abgesagt würden. Vor dreizehn Tagen, am 12. März, hat man genau das getan. Was geschieht nun mit den Pfingstfestspielen und mit den Jubiläumsfestspielen im Sommer?
DrehpunktKultur

Bregenz
Bregenzer Festspiele sollen planmäßig stattfinden
Das Vorarlberger Festival zeigt sich „durchaus optimistisch“: Die Ticketbuchungen gehen weiter ein, der Spielplan bleibt aufrecht. Bisher wurde noch kein Stichtag festgelegt
Der Standard

Wie arbeitet Valentin Schwarz? Kann er in diesem Festspielsommer überhaupt arbeiten? Bleibt uns etwas erspart?

Valentin Schwarz – hier bei Probenarbeiten in Dresden. Foto: Youtube

Noch ist Bayreuth nicht verloren! Es sieht allerdings nicht gut aus. Aber vielleicht geschieht noch ein Wunder. Von wem das ausgehen kann? Hierorts sehe ich niemand!

3 SAT hat Valentin Schwarz bei den Probenarbeiten in Dresden (Für Offenbach) beobachtet.

Schauen Sie nach – ab Minute 18

ZUM VIDEO – gefunden von Klaus Billand

Wenig Hoffnung für die Festspiele macht uns auch Florian Klenk

Der Falter-Chefredakteur hat zwar Probleme mit der deutschen Sprache (siehe Tweet), aber er ist meist sehr gut informiert (tolles Netzwerk, das ist ganz wichtig in seiner Branche!)

 

Alles, was nicht Panik erzeugt, kommt in den staatsnahen Medien nicht zu Wort.

BR präsentiert: Live aus den Musiker-Wohnzimmern
Musiker weltweit spielen seit Beginn der Corona-Pandemie in den sozialen Netzwerken für ihre Fans. BR-KLASSIK bringt sie zusammen und veranstaltet ein ganzes Festival live per Videostream. Am kommenden Sonntag, den 29. März, ab 18:00 Uhr musizieren Künstler wie Tenor Jonas Kaufmann, Pianist Lang Lang, Sopranistin Golda Schultz und zahlreiche andere nacheinander bei sich daheim oder im Studio für Klassik-Fans in aller Welt.
BR-Klassik

Garsington-Festival bietet Streams an: Looking forward to looking back
Auch das wunderbare etwas Im Schatten von Glyndebourne stehende Garsington Opera Festival bietet live streams an….
You can access all of that, and a bit more, for free on our YouTube page (www.youtube.com/GarsingtonOpera) or on our website as well.

Künstler werden selbst initativ, weil sie die Pause nicht aushalten. Eine Freundin von mir streamt aus ihrem Wohnzimmer!

Maryna Lopez feiert am 3.4. Geburtstag und lädt auf Facebook zum Konzert aus der Brigittenau ein!

 

Konzertbranche in der Coronakrise. Konzertveranstalter bitten: behaltet die Tickets!
Berliner Konzertveranstalter schlagen Alarm. Der Ticketverkauf ist um 95 Prozent eingebrochen. Die Veranstalter bemühen sich um Verlegung aller Konzerte und hoffen auf die Solidarität von Besuchern und Politik.
Tagesspiegel

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Die Pfeile sind inaktiv, die Links darunter sollten funktionieren! Es gibt immer noch Leser, die das nicht verstanden haben!

Wenn einmal die Möbel bei Anna N.  verschoben werden, wird es kritisch?

 

Drei Kurzvideos Bei INSTAGRAM

Lorenzo Viotti – Aufruf aus LYON: BLEIBT ZU HAUSE

 

ZU INSTAGRAM – zum Video

Hausmusik bei Francesco Meli und seiner Frau Serena Gamberoni

ZU INSTAGRAM – zum Video

HEUTE im ORF : Runde drei für „Die Kabarett-WG: Das Sonderprogramm in ORF 1“ am 27. März

 Außerdem: Wiedersehen mit „Der kleine Staatsbesuch“ mit Robert Palfrader und „Was gibt es Neues? – Classics“ =

Wien (OTS) – Bereits zum dritten Mal empfängt Gerald Fleischhacker ein gutes Dutzend namhafter Kabarettgrößen und auch noch viele weitere interessante Persönlichkeiten in der Mutter aller Quarantäne-WGs – der „Kabarett-WG“ in ORF 1! Auch in der neuen Ausgabe am Freitag, dem 27. März 2020, um 20.15 Uhr in ORF 1 gibt es sehr persönliche, tiefe und entsprechend lustige Einblicke in das Leben und auch in die Gedankenwelt der Comedians unseres Landes wie etwa von Gery Seidl, Günther Lainer, Angelika Niedetzky, Stefan Haider, Thomas Stipsits, Katharina Straßer u. v. m.

 

Sendezeit: Freitag, 27.03., 22:05 Uhr =

Bei ServusTV treten Kabarettistinnen und Kabarettisten trotz der Corona-Krise auf – und das von zu Hause aus.

In der ersten Folge mit dabei: Monika Gruber, Andreas Vitasek, Viktor Gernot, Michael Niavarani, Luis aus Südtirol, Christoph Fälbl, Angelika Niedetzky und Herbert Steinböck.

Vom Lagerkoller, über die eigenen Ansichten und Meinungen bis hin zuQuarantäne-Tipps: In mehreren Folgen „Servus Dahoam – Das Quarantäne Kabarett“ filmen sich bekannte österreichische und deutsche Künstlerinnen und Künstler, wie Monika Gruber, Michael Ostrowski, Omar Sarsam, Viktor Gernot und viele mehr, in den kommenden Wochen selbst und zeigen, wie sie Zuhause mit der aktuellen Situation umgehen.

„Die beste Waffe gegen den Coronavirus ist der gesunde Menschenverstand. Do glab i wead’s a bissl finster, weil do draußen lafn gonz vü Leit rum, de san völlig unbewaffnet,“ stellt etwa Monika Gruber fest.

Interview mit Rechtsexpertin
Coronakrise: „Risikogruppen haben nichts davon, wenn alle „weggesperrt“ werden“
Frankfurter Rundschau

Österreich: Kurz kündigt „Phase der neuen Normalität“ an
Am Donnerstag appellierte Bundeskanzler Kurz an die Bevölkerung, nicht auf „Beschwichtigungsversuche“ hineinzufallen. Außerdem kündigte er eine „Phase der neuen Normalität“ an.
HEUTE 24

Normalität heißt auch verstärkte Handyüberwachung. Ich bin mir selbst schon längst unheimlich, denn ich benütze kein Mobiltelefon. Instinktiv – und zu 99 %  kann ich mich auf meinen Instinkt verlassen – habe ich diese Art des Telefonierens immer abgelehnt. Wer von mir etwas will, kann mich am Festnetz erreichen!

Der einzige „Mann“ im heimischen Parlament scheint Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger zu sein, die merkt, worauf der Plan hinausläuft. Mehr noch, sie merkt es nicht nur, sie spricht es auch aus. Die übrige Opposition ist leider „schmähstad“.

Was sollen wir tun?  Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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