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26. MÄRZ 2020 – Donnerstag

26.03.2020 | Tageskommentar

Halten Sie Distanz! Disziplin ist gefragt

Das Wiener Sommernachtskonzert ist bereits auf den 18. September verschoben!

 

Sommernachtskonzert erst im Herbst
Die Wiener Philharmoniker verschieben wegen der Coronavirus-Krise ihr Sommernachtskonzert vor dem Schloss Schönbrunn. Das für den 21. Mai geplante Open-Air-Event soll nun am 18. September stattfinden.
https://wien.orf.at/stories/3040849/

WIENER STAATSOPER/ Kartenservice: RÜCKERSTATTUNG DES GELDS FÜR BEREITS GEKAUFTE EINTRITTSKARTEN WÄHREND DER „ABSAGEZEIT“

Kartenrückgabe abgesagte Vorstellungen Wiener Staatsoper 10.03 – 13.04.2020

Information,  wie Sie die bereits gekauften Karten für die abgesagten Vorstellungen retournieren können.

Möglichkeit 1:

Kunden, die Ihre Karten an den Bundestheaterkassen bar, mit Kreditkarte bzw. mit Bankomat bezahlt haben, bitten wir zur Rückbuchung des Kartenpreises um Übermittlung des IBAN und der eingescannten Eintrittskarte(n) an kartenverrechnung(at)theaterservice.at

Möglichkeit 2:

Kunden, können nach erlaubter Öffnung der Bundestheaterkassen durch die Behörde die gekauften Karten bis zum 30.06.20 zurückbringen und der Kaufpreis wird Ihnen in der Original Zahlart rückerstattet.

Salzburger Festspiele entscheiden am 30. Mai
Die Festivalleitung hat einen Drei-Stufen-Plan festgelegt – auch für die Pfingstfestspiele herrscht nocht Optimismus
Wiener Zeitung

Der Termin ist sehr spät gewählt, da müssten schön langsam bereits die Proben beginnen. Pfingsten? Optimismus eben, aber die täglichen Horrormeldungen helfen uns auch nicht weiter.

Wenn wir wenigstens das Gefühl hätten, dass diese drastischen Maßnahmen Wirkung zeigen – könnten wir sie leichter ver- und überstehen. Aber die Zahlen steigen trotz der Quarantänemaßnahmen. Trotzdem, wenn wir schon diese Einschränkungen auf uns nehmen, dann müssen wir auf deren Einhaltung streng achten. Bei mir in Meidling bröckelt die Disziplin bereits, besonders die „Neu-Wiener“ – und da besonders die jungen – kriechen zusammen wie eh und je. Eine Mentalität kann man nicht ändern!

Wir sollten zwar andere Sorgen haben, aber wir Opern- und Theaterfreunde halten uns noch durch die Konsumation von Streams aufrecht. Das kann ganz interessant sein, wenn wir uns nicht die hundertste Boheme, Traviata etc. geben. Ich zum Beispiel habe innerhalb einer Woche dreimal „Tristan und Isolde“ gesehen, zweimal Falstaff. Das ist ansonsten das Jahrespensum – und selbst diese Behauptung ist bereits übertrieben.

Wie wäre es mit nordkoreanischen Revolutionsopern. Unser Mitarbeiter Dr. Harald Lacina war in Nordkorea und musste bemerken, dass man von den dortigen Stellen als Journalist keine besondere Unterstützung bekommt. Dennoch berichtet er über 5 „Revolutionsopern“ und legt sie uns ans Herz:

Kim Jong-il (1941, nach anderen Quellen 1942-2011) bekleidete nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung von 1994 bis 2011 u.a. das Amt des Präsidenten der Demokratischen Volksrepublik Korea und des Obersten Befehlshabers der Koreanischen Volksarmee. Dieser Bericht wird sich ausschließlich mit den unter seiner Anleitung und Anweisung in Auftrag gegebenen fünf Revolutionsopern, „Ein Meer von Blut“ (1971), „Die Erzählung über eine Lazarettschwester“ (1971), „Das Blumenmädchen“ (1972), „Erzähle Du Wald“ (1972) und „Das Lied vom Kumgang-Gebirge“ (1973) beschäftigen. Die Zählung der Jahre in der Demokratischen Volksrepublik Korea beginnt mit dem Jahr Juche 1, also 1911 unserer Zeitrechnung.  Wir schreiben daher heuer 2020 das Jahr Juche 109 nach nordkoreanischer Zeitrechnung.

„Die Lazarettschwester“

Harald Lacina hat die Links von 5 dieser „Revolutionsopern“ für uns zusammengesucht und wann, wenn nicht jetzt, sollten wir uns dafür interessieren. Diese Youtube-Links finden Sie im Bericht (Feuilleton):

Zum Bericht

Die Streams der Metropolitan-Opera funktionieren ausgezeichnet.

Derzeit durchleben wir den „Blech-Ring“. Heute ist „Die Walküre dran. Die habe ich auch in letzter Zeit zu oft gesehen, deshalb gönne ich mir eine Auszeit.
Aber es kommen in den nächsten Tagen die „Botha-Festspiele“ aus der Met: „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Volle, Kränzle) und am Sonntag „Tannhäuser“ mit Botha und dem damals noch sehr jungen Günther Groissböck.

Jedes Opernhaus, das auf sich hält, bietet Streams für uns an. Wühlen Sie sich durch das Angebot. Die Streams sind absolut virenfrei!

USA/ Metropolitan Opera: Peter Gelb setzt sein eigenes Gehalt aus.

Wenn es einem schlecht geht, ist es ein Trost, wenn es anderen noch schlechter geht. Musiker sein ist in den USA ein Job, über den keine Schwiegermutter/ kein Schwiegervater glücklich sein kann.  Auszug aus „Sueddeutsche Zeitung“: In der angloamerikanischen Welt ist das Arbeitsrecht traditionell lockerer, so werden amerikanische Orchestermusiker grundsätzlich wöchentlich bezahlt und erhalten im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung. Vor allem aber sind die Institutionen in viel höherem Maße, wenn nicht ausschließlich von Sponsoren abhängig. In Zeiten wirtschaftlicher Einbußen müssen sie um deren Engagement besonders fürchten. Gerade die Met gilt schon länger als unterfinanziert, weshalb Peter Gelb die Sponsoren gebeten hat, sich die Eintrittsgelder für abgesagte Vorstellungen nicht zurückzahlen zu lassen. Auch sein eigenes Gehalt hat er für die Zeit der Schließung ausgesetzt, dafür will er immerhin weiterhin die Krankenversicherung der Musiker übernehmen.

Anders ist es bei uns in Europa:  An öffentlich finanzierten Häusern und Orchestern dagegen kann nur Gastsolisten, nicht ganzen Kollektiven unter Berufung auf höhere Gewalt der Lohn verweigert werden… (Quelle: Sueddeutsche Zeitung“)

Gastsolisten sind aber auch Menschen, die Familien zu erhalten haben.

Corona in den USA: Crescendo
Die Absagen von Konzerten treffen die Orchester hart. Musiker werden entlassen, Gehälter nicht gezahlt. Aber es gibt auch Gesten der Solidarität.
Sueddeutsche Zeitung

DEUTSCHE OPER BERLIN: AbsagePremiere PIQUE DAME/weitere online-Angebote

 

Wir freuen uns sehr, dass die Video-on-demand-Angebote, die die Deutsche Oper Berlin über Ihre Website dem Publikum kostenfrei zur Verfügung stellt, auf positive Resonanz stoßen. Deshalb werden wir auch in den kommenden Wochen Aufzeichnungen aus der Deutschen Oper Berlin im 48-Stunden-Turnus – in enger Kooperation mit Arthaus Musik, EuroArts, Naxos und Unitel, denen wir sehr herzlich danken! – auf unsere Homepage stellen. Der Spielplan ist einzusehen unter: https://www.deutscheoperberlin.de//de_DE/corona-aktuelle-hinweise

Die Auswahl reicht von legendären historischen Aufnahmen (wie FIDELIO mit Christa Ludwig, James King und Josef Greindl sowie DON GIOVANNI in einer Live-Aufnahme der Eröffnungsvorstellung des neuen Gebäudes der Deutschen Oper Berlin vom 24. September 1961) über Raritäten (wie Blachers PREUSSISCHES MÄRCHEN, Rihms OEDIPUS und Reimanns GESPENSTERSONATE) bis zu kommentierten Ausschnitten von Inszenierungen aus der jüngeren Zeit (DER ZWERG und DAS WUNDER DER HELIANE). Für Opernliebhaber eine Schatztruhe, die fortlaufend gefüllt wird…

HEIMSPIEL – DER ONLINE-SPIELPLAN DES OPERNHAUSES ZÜRICH
AB 27. MÄRZ REPERTOIRE-PRODUKTIONEN AUF DER WEBSITE ALS KOSTENLOSER STREAM

Oper und Ballett für zu Hause. Das Opernhaus Zürich bietet ab sofort der Öffentlichkeit die Möglichkeit, auch in Zeiten von Corona und Social Distancing, vom Wohnzimmer aus am kulturellen Leben teilzunehmen. Zwischen dem 27. März und 01. Juni 2020 wird das Opernhaus sämtliche Aufzeichnungen von Opern- und Ballettaufführungen als Online-Spielplan kostenlos anbieten. Dabei gibt es ein heimisches Wiedersehen mit Weltstars wie Joyce DiDonato, Juan Diego Flórez, Piotr Beczala, Christian Gerhaher, Michael Volle, Saimir Pirgu und vielen anderen. Das Angebot ist jeweils von Freitag, 18 Uhr bis Sonntag, 24 Uhr (Ausnahmen sind Feiertage wie Ostern und Pfingsten) verfügbar und über www.opernhaus.ch/streaming abrufbar.

Unsere treue Leserin Sandra Warnung macht uns auf ein weiteres Stream-Angebot aufmerksam
Folgende Opernhäuser, die erst kürzlich schließen mussten, steigen jetzt in die Streams ein:

Finden Sie die Liste in unseren heutigen „Infos des Tages“/ Aktuelles!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 26. MÄRZ – 1. APRIL 2020

 

26.3. ROMEO ET JULIETTE (aus London, Aufnahme v. 26.10.2010) BBC 3-15 Uhr
28.3. WERTHER (aus New York, Aufnahme v. 15.3.2014) Radio 4Hilversum-19 Uhr
WERTHER (aus New York, Aufnahme v. 15.3.2014) ORF Ö1-19.30 Uhr
FIDELIO (aus London, Aufnahme v. März) BBC 3-19.30 Uhr *
29.3. AL GRAN SOLE (aus Mainz, Aufnahme v. 12.3.) SWR 2-20.03 Uhr

RADIO-STREAMS

 

 RadioKlassik: https://radioklassik.at/

Wien zahlt Kulturförderungen trotz Absagen weiter
Wien hat am Dienstag ein Maßnahmenbündel für die Kulturszene, die infolge des Coronavirus so gut wie stillgelegt wurde, präsentiert. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) versprach dabei, vereinbarte Subventionen jedenfalls auszuzahlen – „ungeachtet davon, ob etwas realisiert werden konnte“. Ob oder wie die Wiener Festwochen heuer stattfinden können, ist nach wie vor noch offen.
Salzburger Nachrichten

Das widerspricht zwar völlig meiner Mentalität – aber wir leben derzeit auch in einer Ausnahmezeit! Böse Zungen behaupten freilich, dass Wien schon zu Normalzeiten mit dem Geld sehr locker umgegangen ist.

Grazer Musikverein: Saison 2020/2021 bringt Starglanz
https://www.krone.at/2123426
Grazer Musikverein optimistisch
Die wegen der Corona-Krise verschobenen Konzerte sollen nachgeholt werden.
Wiener Zeitung

Recklinghausen
Ruhrfestspiele wegen Corona-Pandemie abgesagt
https://www.radioberg.de/artikel/ruhrfestspiele-wegen-corona-pandemie-abgesagt

Instag(k)ramereien – gefunden von Fritz Krammer

Archiv-Foto: Die ganz junge Mirella Freni mit Maria Callas

 

ZU INSTAGRAM

Dramatiker Terrence McNally verstorben
Selbst homosexuell, ließ der Autor Charaktere die Führung übernehmen, die im Theater bis dahin nur am Rand zu finden waren
Der Standard

Buch/ Literatur: Verlage am Abgrund
Das Coronavirus treibt die Buchbranche in eine Krise. Die Buchhändler bleiben auf ihren Büchern sitzen, und Amazon will sich auf Haushaltswaren konzentrieren.
Die Zeit.de

Einmal ein anderes Video :Macht und Machenschaften: Cum Ex – Der Milliarden-Steuerskandal
Es ist der wohl größte Steuerskandal der deutschen Geschichte. Cum-Ex und andere undurchsichtige Aktiengeschäfte haben den Staat – und damit uns allen – Milliarden gekostet.
ZUM VIDEO (44 Minuten)
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/macht-und-machenschaften

Olympia-Verschiebung kostet mehrere Milliarden
Dass wegen der Coronavirus-Pandemie im Sommer 2020 keine Olympischen Spiele in Tokio stattfinden, hat gravierende finanzielle Folgen. Wann genau sie stattfinden sollen, ist auch noch offen. „Den Zeitrahmen haben wir noch nicht diskutiert“, sagte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
https://sport.orf.at/stories/3061179/

Diese Meldung soll helfen, die Relationen herzustellen. Wir alterieren uns über die Absage oder noch nicht-Absage von Festspielen ( na wird halt das Salzburger Jubiläumsjahr im nächsten Jahr stattfinden und Frau Präsident hängt noch ein Jahr an, damit sie nicht um ihr Abschiedstänzchen umfällt),  aber diese Absage ist finanziell und logistisch mit unseren „Kleinveranstaltungen“ nicht vergleichbar. Trösten Sie sich, wir alle müssen kleinere Brötchen backen. Ihren Nachbarn geht es nicht besser. Seien Sie aber hellwach: Die Zeit nach einer Krise ist immens wichtig. Springen Sie im richtigen Moment auf den richtigen Zug auf, nach Krisen gibt es gar viele Gewinner! Da müssen Sie halt dabei sein. Ich bin zu alt dazu, sie haben daher einen Konkurrenten weniger!

Haben Sie einen schönen Tag.

A.C.

 

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