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27. JÄNNER 2020 – Montag

27.01.2020 | Tageskommentar

Das Beethoven-Jahr läuft voll an.  Eine Oper über die Tochter der „unsterblichen Geliebten“ hatte in Regensburg Premiere, in Wien folgt am kommenden Samstag die Premiere der „Fidelio-Urfassung

Phremde Phedern: Jüri Reinveres Beethoven-Oper „Minona“ in Regensburg
In besonderen Fällen schreibt hier auch einmal eine Phremde Pheder – dann aber nur die ethelste: Julia Kaiser über die Uraufführung von Jüri Reinveres Oper MINONA – EIN LEBEN IM SCHATTEN BEETHOVENS in Regensburg
Hat er oder hat er nicht? Ist Minona von Stackelberg in Wahrheit die Tochter Ludwigs van Beethoven? Dass ihre Mutter Josephine die berühmte „unsterbliche Geliebte“ des Komponisten war, darüber besteht in der Beethovenforschung kaum mehr Zweifel. Ob es aber wirklich 1812 in Prag eine amouröse Wiederbegegnung Beethovens mit seiner ehemaligen Klavierschülerin gegeben hat, lässt sich nicht beweisen.
Phremde Phedern: Jüri Reinveres Beethoven-Oper „Minona“ in Regensburg

Beethoven mal kurz in den Rachen greifen: Jüri Reinveres „Minona“ in Regensburg uraufgeführt
Neue Musikzeitung/nmz.de

Interview zur kommenden Staatsopern-Premiere : JÖRG SCHNEIDER – In bester Stimmung für das, was kommen mag

Gespräch mit dem Jaquino der Neuinszenierung FIDELIO I (Pemiere am 1. Feber 2020)

Jörg Schneider. Foto: Wiener Staatsoper

Das Gespräch in den Direktionsräumen der Wiener Staatsoper am 22. Jänner 2020 führte Manfred A. Schmid

Herr Schneider, Sie kommen direkt von der Probe mit dem Orchester zu unserem Gespräch. Wie ist die Stimmung?

So hektisch, wie es bei Schlussproben eben zugeht, wenn die ersten Orchesterproben angesetzt sind. Szenisch sind wir bereits bestens eingestellt, es gibt einen weiträumigen Bühnenraum, so dass alle Mitwirkenden jederzeit zu sehen sind,. Auch die Bühne ist akustisch ideal angelegt. Ich darf ja nicht allzu viel verraten, nur so viel: Es ist leider nur eine Bahnhofshalle, was sich kaum beschönigen lässt, aber sie ist nach oben hin und seitlich nicht offen, sondern abgedeckt, so dass der Klang nicht entweicht und immer voll präsent bleibt. Akustisch also geradezu ideale Verhältnisse.

…Ich habe prinzipiell keine Probleme mit neuen Inszenierungen, so lange man nicht am Stück vorbei inszeniert und so Opernbesucher, die zum ersten Mal die jeweilige Oper sehen, nicht ratlos im Regen stehen lässt. Es wird hier von der Regisseurin zwar, wie zu erwarten, auch etwas „quergedacht“, aber die Handlung bleibt, meine ich, doch nachvollziehbar…

ZUM INTERVIEW

NEU IN UNSEREN KRITIKEN:

Berlin: Deutsche Oper: Jenufa mit Evelyn Herlitzius
Glück im Unglück: Einspringerin Andrea Danková singt in der Deutschen Oper eine drängend beseelte Titelrolle, der junge US-Amerikaner Robert Watson setzt seine Reihe von erstaunlichen Auftritten mit einem Laca voll dunkler Leidenschaft fort. Unglück im Glück: Evelyn Herlitzius als Küsterin begeistert einerseits durch rollenfüllendes Spiel, andererseits schallt ihre von obsessivem Ausdruck beherrschte Stimme so mächtig, dass (Artikulations-)Nuancen untergehen.
KonzertOpernkritikBerlin

ESSEN/Aalto Theater: „KAIN UND ABEL“ oder „DER ERSTE MORD“ (Alessandro Scarlatti). Premiere am 25.1.2020

„Ist die Existenz des Bösen im Menschen verankert?“

Copyright: Jung Matthias

1698 gab es per Erlass ein Opernverbot, ausgesprochen von Papst Innozenz XII. Der Vatikan hatte Ende des17,Jhs die Oper als den „größten Sündenpfuhl“ ausgemacht. Weniger groß dürfte zu etwa gleicher Zeit das „Verlustieren von Priestern mit Kastraten“ als Sündenpfuhl eingeschätzt worden sein. Das galt als peccato nobile, als „edle Sünde“ (!) Dias Opernverbot wurde dann auch von Papst-Nachfolgern aufrecht erhalten.

Doch man war auch damals schon „kreativ“, und als Hintertürchen hat Scarlatti Oratorientexte bestellt. Die also titulierten, von ihm vertonten, Oratorien wurden dann eben auf der Bühne aufgeführt….

Zum Premierenbericht von Karl Masek

 

Badisches Staatstheater Karlsruhe:  TURANDOT. Premiere am 25.1.2020

Foto: Klaus Billand

Auszug aus dem Premieren-Kurzbericht von Dr. Klaus Billand: Samstag Abend kam das Badische Staatstheater Karlsruhe mit einer optisch beachtlichen „Turandot“- Produktion heraus, die schon das Licht der Welt im Rahmen einer Koproduktion mit dem Teatro Massimo Palermo (Januar 2019) erblickte und an der auch das Teatro Comunale di Bologna beteiligt ist. Vor der Premiere lud das Staatstheater zusammen mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe-ZKM Medienkünstler und Theatermacher zu einem Oper- und Medienkunst-Symposium ein, als weiteren Beitrag in seiner Reihe „Oper und Medienkunst“. Das Symposium ging der Frage nach, wie die Oper mit den heute verfügbaren digitalen Technologien in 50 Jahren aussehen könnte. Nur in 50?!

So stand die „Turandot“- Inszenierung, vom italienischen Regisseur Fabio Cherstich in Zusammenarbeit mit dem russischen Videokunstkollektiv AES&F inszeniert, auch ganz im Zeichen dieser Technologien, zu denen am ZKM fleißig geforscht wird. Vor Jahren erlebte ich bei der Münchner Biennale unter ihrem damaligen Intendanten Peter Ruzicka ein interessantes Projekt des ZKM…

Foto: Falk von Traubenberg

Zum Premieren-Kurzbericht von Klaus Billand

Zum Premierenbericht von Alexander Walther

BERLIN/ Komische Oper: FRÜHLINGSSTÜRME, Premiere, 25.1.2020

Jaromír Weinbergers Operette nach einem Libretto von Gustav Beer, rekonstruiert und neu arrangiert von Norbert Biermann

Copyright: ikofreese_drama_berlin.de

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Berlin/ Komische Oper
Unletzt: Jaromír Weinbergers „Frühlingsstürme“ an der Komischen Oper
„Die letzte Operette der Weimarer Republik“ könnte ein Etikett wie ein Mühlstein sein, wenn man Jaromír Weinbergers Frühlingsstürmen zumuten wollte, tiefschürfendes Zeugnis oder Vermächtnis sein zu müssen. Denn dieses Werk wollte ja gewiss nichts „Letztes“ sein. Insofern ist Barrie Kosky sehr zu loben, dass er die Frühlingsstürme an der Komischen Oper als das auf die Bühne bringt, was sie sein wollten: eine kurzweilige Operette.
https://hundert11.net/unletzt/

BASEL/ Theater: LE NOZZE DI FIGARO. Premiere am 18.1.2020. „Gefangen im Tapetenalptraum“

Antoin Herrera-Lopez Kessel, Jasmin Etezadzadeh, Hyunjai Marco Lee, Andrew Murphy, Thomas Lehman © Lucia Hunziker

Zum Premierenbericht von Alice Matheson

Musikverein für Steiermark: Besonderer Arienabend von Juan Diego Florez in Graz
Mit Charme, Grandezza und perfekter Sangeskunst hat Tenor Juan Diego Florez am Freitag in Graz das Publikum für sich gewonnen. Der Startenor machte es sich nicht einfach: Keineswegs nur Belcanto-Arien, die ihm den Weg an die Spitze geebnet hatten, sondern auch Werke von Verdi und Puccini standen auf dem Programm. Sein Ausnahmekönnen machte auch einige Lieder aus Operetten zu etwas Besonderem.
https://www.vol.at/besonderer-arienabend-von-juan-diego-florez-in-graz/6498342

Erste Fotos aus der PARSIFAL-PREMIERE IN STRASBOURG (Fotos Klaus Billand)

Wir werden über die Premiere berichten! Klaus Billand war bei  (natürlich) dabei!

Foto: Klaus Billand

Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Halle: Die andere Welt ist auch keine Lösung – Veit Güssow inszeniert Dvořáks „Rusalka“ in Halle
In Halle gab es lange nicht so viel opulente Romantik wie jetzt in der sinnlichen Inszenierung von Veit Güssow. Lyrische Märchen und Analyse psychologischer Abgründe haben sich jedoch nicht ausgeschlossen, meint unser Kritiker Joachim Lange, der eine tolle Ensembleleistung sah und hörte.
Neue Musikzeitung/nmz.de

Unter’m Strich

Kafkaesk im TV-Dschungel
Dieser Tage kam es zu einem hübschen Schlagabtausch zwischen Kultursender Arte und Unterschichtensender (© Harald Schmidt) RTL. Grund war die so unterirdische wie faszinierende Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ (IBES) des Letzteren. Da gab es nämlich krasse Intertextualität: Nachdem die Moderatoren den abstimmenden Zuschauern gedroht hatten, wenn sie wieder dieselbe Kandidatin wählen würden, gäbe es zur Strafe eine Kafka-Lesung, schaltete sich der Reclam-Verlag ein. „Wer hätte gedacht, dass wir einmal die passende Literatur zu IBES anbieten können“, postete er auf Twitter, inklusive Cover von „Die Verwandlung“ samt
https://www.wienerzeitung.at/meinung/kommentare/2047234

Tennis: Trennung Muster – Thiem offenbar nicht im besten Einvernehmen
Muster gegenüber Becker: „Es gibt Häuser mit schönen Fassaden, aber man weiß halt selten, wer drinnen wohnt“ – Steirer hatte sich auf zwei Jahre eingestellt
Der Standard

Meine Meinung dazu – ohne die Beteiligten wirklich zu kennen: Das konnte von Beginn an nicht gutgehen. Thiems Vater ist selbst Tennislehrer und gehört „zum Stab“ des Sohnes. Da hat selbst eine Tennisgröße wie Thomas Muster nur geringe Chancen! Familienbande eben…

Ich wünsche einen schönen Start in die Woche

A.C.

 

 

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