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27. AUGUST 2021 – Freitag

27.08.2021 | Tageskommentar

Heute bleibt unser Festspiel-Bildschirm dunkel – aber dafür sind nicht die Festspiele (allein)verantwortlich. Foto. Claudia

Über diese Tosca Posse wurde bereits genug geschrieben, lassen wir es gut sein! Salzburg liegt in den letzten Festspieltagen, ist relativ glimpflich über die Festspielsaison gekommen. Nein, „Monaco-Franze“ hat nicht bereits alles gesagt („ein echter Sch… – aus einem Brief an die Redaktion), aber es gab schon künstlerisch weit aufregendere Festspiele. Auch die Wirkung der großen Anna lässt bereits etwas nach. Der Intendant wurde seinerzeit von den Journalisten herbeigeschrieben wie das legendäre „Schmieranski-Team“ . Der Start des sogenannten „Österreichischen Fußball-Wunderteams“ erfolgte 1931. Bei einer verbalen Auseinandersetzung im Wiener Ring-Café am Stubenring gab Teamchef Hugo Meisl schließlich den anwesenden Sportjournalisten nach und warf ihnen mit den Worten „Da habt’s euer Schmieranskiteam!“ einen Zettel mit der von ihnen gewünschten Aufstellung für das kommende Schottland-Spiel hin.

Im Fall Salzburg-Intendanz bestand die „Aufstellung“ nur aus Markus Hinterhäuser. So wollte es eine einflußreiche Journalisten-Clique. Im Fußball dauerte die Wunderteam-Zeit aber nur zwei Jahre – Hinterhäuser ist bereits 5 Jahre im Amt. Beim Amtsantritt wurde er gefeiert wie ein Erlöser

Lähmende Jahre der Restauration schienen ein Ende gefunden zu haben, jedenfalls in den Berichten und Kommentaren der Feuilletonisten. Die Festspiele sollten nach dem Pereira-Abgang (über den scheiden sich die Geister) mit wagemutigen Inszenierungen, viel zeitgenössischer Musik und einem Programm für ein jüngeres, entdeckungsfreudiges Publikum, das nicht nur dem Starkult huldigt und sich nach dem Opernvollzug in teuren Restaurants und auf angesagten Privatpartys tummelt, sondern Kunst und Kultur als gesellschaftsverändernde Kräfte begreift, dem Zeitgeist „angepasst“ werden.

Doch im Jahre fünf nach Hinterhäusers Inthronisation sind die Festspiele schon wieder einer Erlösung bedürftig. Diese wird auch kommen, wobei bereits jetzt, bei der Wahl der neuen Festspielpräsidentin (wetten, dass es eine Frau wird!), Bedacht auf die ideologische Ausrichtung der nächsten Intendanz genommen werden muss. Es muss ein Gegenpol geschaffen werden – das ist eben bei uns so der Brauch. Gar so schlecht fahren wir damit auch nicht!

Vorläufige Bilanz der Salzburger Festspiele
Ein Festspielsommer der Extreme
Von Jörn Florian Fuchs
Große Kunst, heftige Debatten und Schwitzen unter Masken – nicht nur die Feuilletons stritten bei den Salzburger Festspielen in diesem Sommer über dieses und jenes, auch in den Cafés und Restaurants wurde verbal gekämpft. Eine Bilanz zu den am 31. August zu Ende gehenden Festspielen.
BR-Klassik.de

Opernbilanz der Festspiele: Elend und Stimmglanz dieser Welt
Mozart-Zerstörer! Die Salzburger Festspiele sind heuer unverhofft rasch zu einem Aufreger gekommen. Der Stein des Anstoßes: Teodor Currentzis hatte zum Auftakt Mozarts „Don Giovanni“ dirigiert. Dabei drehte er zwar weit weniger extrem an der Temposchraube als an so manch früherem Abend. Doch das deutsche Feuilleton blies zur Generalattacke auf den Mann mit dem Guru-Gebaren: Fast zehn Jahre, nachdem Currentzis von Presse und Publikum in den Rang einer Dirigentenmajestät erhoben worden war, gellte nun der Empörungsschrei vom vermeintlich nackten Kaiser. Ein seltsames Timing.
Wiener Zeitung

Die Salzburger Festspiele und ihre DNA: Ein Resümee des Musikprogramms
Gottseibeiuns und Heilsbringer: Manuel Brug über das heurige Musikprogramm.
Profil.at

Abschlussbericht zu den BAYREUTHER Festspielen 2021

(Wirtschaftsjahr 01.01.2021 bis 31.12.2021), Die 109. Bayreuther Festspiele haben in der Zeit vom 25. Juli bis 25. August 2021 stattgefunden.

Ein eingespieltes Paar: Oksana Lyniv und Dmitri Tcherniakov haben schon in München zusammengearbeitet. Foto: Privat

Im Mittelpunkt der Festspielzeit 2021 stand die Neuinszenierung „Der fliegende Holländer“ mit Oksana Lyniv (Musikalische Leitung), Dmitri Tcherniakov (Regie + Bühne) und Elena Zaytseva (Kostüm).

Die (technischen) Proben für den neuen „Ring des Nibelungen“ haben im April begonnen. Szenische Vorproben haben im Juni begonnen und dauerten bis Ende August. Im diesjährigen Festspielsommer gab es 25 Aufführungen im Festspielhaus, 7x Holländer, 6x Meistersinger, 6x Tannhäuser, 3 konzertante Walküre Aufführungen, 1 Konzert mit Christian Thielemann (Parsifal konzertant) und 2 Konzerte mit Andris Nelsons. Das Projekt „Wagner für Kinder“ realisierte zum elften Mal, durchgeführt von der BF Medien im Auftrag der Bayreuther Festspiele, eine in diesem Jahr eigens für Kinder geschaffene Version der Wagner-Oper: „Tristan und Isolde“.

Nach dem erfolgversprechenden Beginn im Jahr 2017 fand auch 2021 die Veranstaltungsreihe „Diskurs Bayreuth“ als Rahmenprogramm zu den Festspielaufführungen zum fünften Mal statt.

Die diesjährigen Festspiele waren ausverkauft, es kamen insgesamt 22325 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Vorstellungen im Festspielhaus, mehr als 500 zu „Rheingold-Immer noch Loge“ am Festspielteich. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher erlebten den virtuellen Drachenkampf, die Kinderoper im Reichshof besuchten 800 Besucherinnen und Besucher.

Das Kontingent an frei verfügbaren Plätzen für 2022 ist im Zuge der COVID-19-Pandemie noch nicht absehbar, daher werden der Bestellschein und die Spielfolge der Bayreuther Festspiele 2022 voraussichtlich Ende 2021 versandt. Das in Bayreuth angewandte „Wartejahr-System“ wird für die Saison 2022 fortgesetzt. Alle registrierten Kunden bleiben auf dem gleichen Stand an Wartejahren, die bis zur Saison 2021 angesammelt wurden.

Mehr aus dem offiziellen Wirtschaftsbericht finden Sie in den heutigen „Infos des Tages“

Übrigens, 22325 Besucher sind eine nicht ganz seriöse Zahl, denn es handelt sich um Besuche, nicht um Besucher. Da wohl die wenigsten Besucher wegen einer einzelnen Vorstellung kommen, dürfen wir die Zahl der tatsächlichen Besucher wohl fünfteln! In Salzburg wird es ähnlich sein. Soviel zu Bedeutung dieser prestigeträchtigsten Festspiele der Welt und vor allem zur Bedeutung des Genres insgesamt!

Fairer ist da schon die Bilanz in St. Margarethen, denn die Steinbruch-Produktion sieht sich jeder Besucher wohl nur einmal an (54500 Besucher)

Bilanz: Erfolgreiche Opernsaison im Steinbruch St. Margarethen

Am 21. August fand die letzte Aufführung von Giacomo Puccinis Operndrama „Turandot“ im Steinbruch St. Margarethen statt. Insgesamt wurden heuer 16 Vorstellungen mit einer Auslastung von 72 % gespielt. Keine Vorstellung musste wetterbedingt abgesagt werden. Rund 54.500 begeisterte Besucher konnten bei der diesjährigen Oper im Steinbruch St. Margarethen begrüßt werden. Kulturkritiker wie auch Publikum zeigten sich von der Operninszenierung begeistert. 

Martina Serafin als Turandot. Foto: Esterhazy/Jerzy Bin

Auch die angegebene Prozentzahl der Auslastung scheint mir fair zu sein. 72 % sind bei diesem Riesenareal ein gutes Ergebnis und wohl auch realistisch, also nicht gelogen.  An die 70er-Prozentahlen werden wir uns in der ersten Zeit nach Corona gewöhnen müssen!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Elenora Burato vom Rossini Festival Pesaro nach Wien für Falstaff

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TOSCA IN SAN FRANCISCO – kurzes Promo-Video (Perez; Fabiano)

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Mailänder Scala wirbt mit TOSCA (Netrebko) im Kino

 

#Tosca è al cinema: all’interno della programmazione cinematografica dell‘#AriAnteo, nel Cortile di Palazzo Reale a Milano verrà presentato il breve documentario dell’iniziativa #LaScalaincittà, cui seguirà la proiezione della ripresa realizzata da Rai Cultura dell’allestimento di Tosca di Giacomo Puccini, serata inaugurale della

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Ludovic Tezier zum Tod von Peter Svensson

 

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INNSBRUCK: Georg Philipp Telemann: Pastorelle en musique • Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Grosser Saal im Haus der Musik, Innsbruck • Vorstellung: 25.08.2021

 Eine Produktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci in Koproduktion mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Musica Bayreuth und den Magdeburger Telemann-Festtagen

Florian Götz (Damon) & Alois Mühlbacher (Amyntas); Foto © Birgit Gufler.

Die Aufführung von Telemanns Hochzeits-Serenata «Pastorelle en musique», dem frühesten, vollständig überlieferten musikdramatischen Werk des Komponisten, ist der eindeutige Höhepunkt der diesjährigen Festwochen der Alten Musik. Produktion von so beglückender Einheitlichkeit sind nur ganz selten zu erleben.

Zum Bericht von Jan Krobot

Heinz Sichrovskys „Spitzentöne“ möchte ich Ihnen diesmal auch nicht vorenthalten

Er scheint sich in den früheren Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann verliebt zu haben

Spitzentöne
Der gefragte Regisseur Matthias Hartmann. Aus dem deutschen Sprachraum ist der frühere Burg-Direktor abgemeldet. Aber in Mailand und Florenz verantwortet er Opern-Premieren mit den großen Dirigenten, die es angeblich nicht mehr gibt…

…Hartmann war außerdem ein erstklassiger, publikumssicherer Regisseur: An seine „Phèdre“ und seinen „Lumpazivagabundus“, die von den koproduzierenden Festspielen für mehrere Jahre ins Burgtheater-Repertoire gingen, musste ich in diesem blamablen Salzburger Theatersommer oft denken.

Dann verlor der sonst tadellos agierende Kunstminister Josef Ostermayer über einem Malversations-Skandal die Nerven, und der Direktor, der noch Lasten des Vorgängers schleppte, war weg. Mittlerweile wurde er gerichtlich von allen Vorwürfen exkulpiert: Um der sich über Jahre aufbauenden Katastrophe gewahr zu werden, hätte sein Durchblick den einer führenden Wirtschaftsprüfungskanzlei übertreffen müssen. Die pure Selbstverständlichkeit wäre es somit gewesen, ihn als Regisseur zu verpflichten, um ihm ein Weniges des erlittenen Unrechts auszugleichen. Sollte man meinen. Aber Hartmann hatte sich Feinde gemacht. Außerdem war er kein Mitglied des mafiosen Zirkels um das Magazin „Theater heute“ und das Berliner Theatertreffen, die mit ihren realitätsverlorenen Stildiktaten die Zuschauerräume entvölkern.

https://www.news.at/a/spitzentoene-regisseur-matthias-hartmann-12212122

Wenn wir schon beim Sprechtheater sind, dann befragen wir den „mafiosen Zirkel rund um das Magazin Theater heute“:

Sprechtheater: Die Inszenierung des Jahres kommt aus der Schweiz
Bei der Kritikerumfrage von „Theater heute“ schnitt „Einfach das Ende der Welt“ am Schauspielhaus Zürich am besten ab. Aus Österreich gefiel das „Automatenbüfett“ am besten.
Die Presse.com

Kritiker-Umfrage zum Theater-Jahr: Maja Beckmann ist „Schauspielerin“, Benjamin Lillie „Schauspieler des Jahres“
Wegen der Pandemie blieben die Theater in der letzten Saison meist leer. Aber es gab trotzdem aufregende Inszenierungen – so das Urteil der Kritiker
Tagesspiegel.de

„Oma Putz“: Zdenka Hartmann-Prochazkova ist gestorben

Mit 94 ist sie als „Werbestar“ in Pension gegangen, ein Jahr Später ist sie nun gestorben. In diesem Foto überreicht  ihr (Foto mitte) ihre Nachfolgerin ein Geschenk 

Seit 2010 hatte die tschechische-Österreichische Schauspielerin Zdenka Prochazkova-Hartmann eine in Österreich sehr bekannte Werberolle inne: Die der Oma Putz, dem Familienoberhaupt in den Möbelhaus-Spots von XXXLutz. Sie war dabei die Nachfolgerin von Trude Fukar, die sich 2010 zurückgezogen hatte und zwei Jahre später gestorben war
https://www.diepresse.com/6025735/oma-putz-zdenka-hartmann-prochazkova-ist-gestorben

Historische Zirkusausstellung „memory“ – und gibt es noch ein heimisches Zirkusleben?

Das Zirkusleben in Österreich? Weg gewischt? Es ist keine gute Zeit für Clownerie und Artisten. Bedingt nicht nur wegen der Pandemie. Auf ein Auf zu neuem Zirkusleben wird in einem Gewerbegebiet in Wien Simmering unterhalb der Verbindungsbahn gehofft. Kunst- und Kulturwerkstätten mit Wohnzentrum werden dort von SCHLOR – besser „schöner Leben ohne ….“ – geboten. Auf kreative Lebensvisionen wird hingearbeitet. Seit kurzem darf auch jüngeres Varieté- und Zirkusvolk hier in einer großen Halle des ‚Trainingszentrum Rappachgasse – TRAP‘ seinen Neigungen und Träumen nachgehen. Kein florierender Job in Österreich. Was lehrt man dem Zirkusnachwuchs gleich zu Beginn? „O.K., jegliches Scheitern ist Dir erlaubt“.

In den nächsten Wochen wird mit der Ausstellung „memory – Wiener Zirkus im Nationalsozialismus“ hierher zum Besuch gebeten. Es ist eine Dokumentation im Fokus jüdischer Erinnerungskultur des 2. Weltkrieges. Ja, diese Zirkusbauten sind längst schon verschwunden: Zirkus Renz – in der Leopoldstädter Zirkusgasse etwa, oder ein prächtiges Zirkusgebäude am Eingang zum Prater, wo heute eine Tankstelle steht. Nicht weniger als 22 stationäre Zirkusgebäude hatte es in Wien seit Ende des 19. Jahrhunderts gegeben, die spätestens während des 2. Weltkrieges zerstört oder abgerissen wurden.

Mehr darüber in den „Infos des Tages“

 Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Michel Barnier will 2022 Präsident Frankreichs werden: Der frühere EU-Kommissar und Brexit-Chefunterhändler will 2022 bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich für die Mitte-Rechts-Partei Les Républicains antreten. Vor seiner Karriere in Brüssel war Barnier unter anderem französischer Aussenminister gewesen.
Zum Bericht
Kubas Regierung reagiert mit scharfer Kontrolle des Internets auf Proteste: Die überraschenden Juli-Proteste hatte Kubas Regierung mit harter Hand unterdrückt. Nun soll es Lockerungen in der Wirtschaft geben – und gleichzeitig mehr Kontrolle der sozialen Netzwerke. Sorgen bereitet die rasche Ausbreitung des Coronavirus, das Kubas Gesundheitssystem schwer zu schaffen macht.
Zum Bericht
Der grosse weissrussische Dichter Ales Rasanau ist tot: Mit Rasanau verliert die weissrussische Literatur ihre stärkste poetische Stimme. Rasanau war ein Stiller im Lande, der seine Projekte mit Energie verfolgte. Doch war er keineswegs apolitisch. Er eckte an, auch mit seiner Leidenschaft für die weissrussische Sprache.
Zum Nachruf
 Ermittlungen gegen Argentiniens Präsidenten Alberto Fernández wegen Corona-Party: Zuletzt war ein Foto von der Geburtstagsfeier der Präsidentengattin vom Juni vergangenen Jahres mit rund einem Dutzend Gäste aufgetaucht. Damals galt eine strenge Ausgangssperre, Feiern in geschlossenen Räumen waren per Dekret untersagt. Fernández bat um Verzeihung und übernahm die Verantwortung für die Feier.
Zu den neusten Entwicklungen weltweit

Taliban-Sprecher: Mindestens 13 Tote bei Anschlägen in Kabul
https://www.krone.at/2493611

Selbstmordanschläge vor dem Flughafen von Kabul, mehrere Tote und Verletzte

Laut Pentagon kamen mehrere US-Soldaten ums Leben. Erste Länder hatten Evakuierungen zuvor beendet. Die USA halten am Abzug bis 31. August fest
Der Standard.at

SPÖ-Deutsch: Ende von Nebenjobs für Arbeitslose wäre leistungsfeindlich, herzlos und unsozial
SPÖ bekräftigt Forderung nach Joboffensive und Löhnen, von denen man gut leben kann – Klares Nein zu degressivem Arbeitslosengeld
OTS-Presseaussendung.at

Ich wünsche einen schönen Freitag!

A.C.

 

 

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