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27. AUGUST 2018

27.08.2018 | Tageskommentar

Inge Borkh gestorben. Auf dem Foto 1958 bei ihrem New Yorker Debüt als „Salome“

Auszug aus dem „Münchner Merkur“: Selbstverständlich ist die Borkh zur Festvorstellung jener Oper an die Isar gereist. Immer wieder ward sie im Nationaltheater gesichtet. Sie hatte es ja nicht so furchtbar weit, zweieinhalb Zugstunden von Stuttgart, wo sie seit über drei Jahrzehnten im dortigen Augustinum wohnte. Am Neckar ist Inge Borkh am Sonntagvormittag auch gestorben, 97 Jahre alt wurde diese einst modernste Sopranistin unter den Hochdramatischen. Modern? Weil sie vielleicht die erste war nach dem Krieg, die Colliergriff, Handrücken an die Stirn, Salzsäulen-Haltung an der Rampe, also alle diese hilflosen Stereotype der Kolleginnen und Kollegen verachtete. Und ihre Konsequenzen zog: Wenn die Borkh ihre Paraderollen Elektra, Salome oder Färberin lebte, schien sich Lava auf die Bühne zu ergießen.

Und doch: Wer Inge Borkh, die am 26. Mai 1921 in Mannheim als Ingeborg Simon zur Welt kam, so erlebte, der kannte sie trotzdem nicht. „Jeder Künstler muss lernen, dass er auf der Basis echter Gefühle Kunst macht“, sagte sie im persönlichen Gespräch. „Emotion darf nie das Können verdrängen.“ Schließlich habe Gründgens einst empfohlen: „Nach der größten Rolle muss ich fühlen können, dass meine Achselhöhlen trocken sind.“

Nicht überraschend, dass diese singuläre Frau zunächst als Schauspielerin und Tänzerin begann – und nach ihrem frühen Karriere-Ende 1973 zum Sprechtheater zurückfand, sogar Kabarett riskierte…
Zum Tod von Inge Borkh:
„Ich bin unendlich dankbar für alles“
Sie prägte lange Zeit die großen Strauss-Partien: Inge Borkh. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden. Doch dann entdeckte sie das Singen für sich und die Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden. Am 26. August ist sie im Alter von 97 Jahren gestorben, wie die NZZ meldet.
BR-Klassik
Sie war Lava auf der Bühne: Zum Tod von Inge Borkh
Sie war die erste Hochdramatische der Opernmoderne und schrieb als Salome Aufführungsgeschichte: Ein Nachruf auf Inge Borkh
Münchner Merkur
Singen, um darzustellen: Zum Tod von Inge Borkh

Die grosse Wagner- und Strauss-Interpretin Inge Borkh ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Sie stand wegweisend für den Idealtypus der modernen «Sänger-Darstellerin» in ihrem raren und schwierigen Fach.
Neue Zürcher Zeitung

SALZBURG/Festspiele – WIENER PHILHARMONIKER mit Henze und Wagner am 25. August 2018

Wiener Philharmoniker 2018: Igor Levit, Franz Welser-Möst, Wiener Philharmoniker. Copyright: Salzburger Festspiele/Marco Borelli

Zum Bericht von Klaus Billand

Salzburg: Die Suche nach der Schönheit
Henzes „Tristan“ in Salzburg mit Levit und Welser-Möst.
https://diepresse.com/home/kultur/klassik/5485845/Die-Suche-nach-der-Schoenheit

NDR Klassik Open Air mit Don Giovanni in Hannover. 25.8.2018

Zum fünften Mal bereits wurde die imposante Kulisse aus der Fassade des Neuen Rathauses in Hannover und dem davor liegenden Maschpark zur Opernbühne. Nach jeweils zwei Mal Puccini und Verdi stand nun Don Giovanni auf dem Programm; zum ersten Mal leitete Andrew Manze, seit 2014 Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie Hannover, die Aufführung. Wie bereits in den vergangenen Jahren kam für die einmalige Aufführung eine eindrucksvolle Schar international gefragter Solistinnen und Solisten nach Hannover, die diesem Don Giovanni nicht nur Glanz, sondern auch Größe verliehen. Das machte das größte Manko des Abends wett – bei zwar trockenem, aber doch sehr windig-frischem Wetter brauchte es von allen, Beteiligten wie Publikum, besonders viel Durchhaltevermögen…

Zum Berichtvon Christian Schütte

Hannover: Tausende verfolgen Oper „Don Giovanni“ unter freiem Himmel
Sueddeutsche Zeitung

Baden bei Wien: Der Sommer klingt auch in der Sommerarena langsam aus: „Der Bettelstudent“

 

So geht Operette!

Zum Berichtvon Ernst Kopica

121.700 Besucher sahen „Gräfin Mariza“ in Mörbisch
Die Seefestspiele Mörbisch lockten heuer fast 122.000 Besucher an.
26.08.2018 um 12:50
Die Seefestspiele Mörbisch sind am Samstag mit der 23. Vorstellung der „Gräfin Mariza“ zu Ende gegangen. Der künstlerische Direktor Peter Edelmann freute sich in seiner ersten Saison über 121.700 Besucher, wie er am Sonntag in einer Aussendung mitteilte. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr
Die Presse

Zur ständigen Diskussion um das Alter: THEMA PLACIDO DOMINGO: AUS DEM ARCHIV DER WIENER STAATSOPER

Als Placido Domingo an der Wiener Staatsoper debütierte, musste er seine Personaldaten vorweisen. Wir können eine Kopie der in der Staatsoper aufliegenden Daten aufbieten:

 

Soweit der Eintrag in das Archiv der Wiener Staatsoper , dem ein im Jahr 1962 ausgestellter mexikanischer Reisepass zugrunde liegt.

Ich werde mich nicht als Detektiv betätigen, lasse mich nicht für oder gegen einen Künstler instrumentalisieren, folge lediglich dem, was mir logisch erscheint.

Ich war (wie auch Placido Domingo) ein sehr junger Vater und musste mich anfangs älter machen, als ich war, sonst hätten mich die Leute für den älteren Bruder meiner Tochter gehalten. Zu diesem Behufe habe ich mir einen Schnurrbart wachsen lassen. Auf die Idee, mich damals jünger zu machen, wäre ich nie gekommen.

Mir ist es ziemlich gleichgültig, wie alt Herr Domingo tatsächlich ist – ich habe mit dem eigenen Alter genug zu tun!

WER IST EIN KÜNSTLER? WER BESTIMMT, WER EIN KÜNSTLER IST?  SIND AUCH DIE KRITIKER DES ONLINE-MERKER KÜNSTLER? IST „KÜNSTLER“ EIN LEHRBERUF? 

Vorsichtshalber melde ich alle Mitarbeiter des „Online-Merker“ als Künstler an. Dann kann nämlich rechtlich gar nicht mehr viel passieren, können wir getrost direkter werden! Wenn Sie eine „lose Zunge“ führen, rate ich Ihnen, sich vorab als Künstler zu deklarieren!

Auszug aus dem amtlichen Schreiben einer deutschen Staatsanwältin an KS. Dr. Bernd Weikl bezüglich des Begriffs  „Freiheit der Kunst“:

Vorliegendes unterfällt dem verfassungsrechtlich geschützten Bereich der Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG), wenn die Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient. So liegt es hier. Kunst ist einer staatlichen Stil- oder Niveaukontrolle nicht zugänglich; die Anstößigkeit einer Darstellung nimmt ihr nicht die Eigenschaft als Kunstwerk (zu vgl. BVerfG, Beschluss vom 7.März 1990, 1 BvR 266/86, 1 BvR 913187, zitiert nach juris).
Die Einleitung von Ermittlungen kommt deshalb nicht in Betracht.

Hochachtungsvoll Staatsanwältin B

Die Frage, wer sich als Künstler bezeichnen und somit die „Freiheit der Kunst“ für sich in Anspruch nehmen kann, ist ernsthaft gestellt. Ich habe sie in letzter Zeit mehreren nach Eigendefinition „Künstlern“, die allesamt von ihrer Kunst nicht leben können,  vorgelegt und keine befriedigende Antwort erhalten. Auch Wikipedia weiß nichts rechtlich Haltbares.

Eines habe ich aber schon erfahren: Jemanden umzubringen, um ihn dann als Kunstwerk zu präparieren und zu präsentieren, ist selbst durch obgenannte Staatsanwältin rechtlich nicht durchzubringen. Das wenigstens beruhigt mich ungemein!

Antwort von Bernd Weikl auf : FAZ 25.8.18 Der Nationalismus in der Musik. Richard Wagner – Revolutionär und Mystiker

Bernd Weikl. Foto: Herta Haider

Lesen Sie in unserem Feuilleton/ „Themen zur Kultur“

NEIL SIMON, amerikanischer Dramatiker, gestorben

Komödien wie „Barfuß im Park“ und „Ein seltsames Paar“ haben seine Popularität begründet. Am Sonntag ist der „König des Broadway“ nach Angaben seines in der „New York Times“ („NYT“) zitierten ehemaligen Agenten Bill Evans im Alter von 91 Jahren gestorben. Auch wenn Kritiker und Kritikerinnen vor allem in Simons Anfangsjahren seine Komödien als zu trivial belächelten, habe er dazu beigetragen, „den amerikanischen Humor neu zu definieren“, so die „NYT“ in ihrem Nachruf.

Mehr dazu in Durchbruch mit „Ein seltsames Paar“

Filme der Woche:

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Dokumentationen wie diese über große Hollywoodstars landen bei uns meist umweglos bei arte. Der Fall Hedy Lamarr liegt allerdings anders. Erstens ist sie „eine von uns“, die gebürtige Wienerin, letztendlich nach jahrzehntelanger Abwesenheit noch in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof beigesetzt. Und außerdem ist ihre Geschichte so besonders, dass selbst Hollywood-Drehbuchautoren vor einer solchen Ballung von „Triumph und Tragödie“ vermutlich zurückschrecken würden…

Und viel im Gespräch ist sie auch – nicht nur wegen ihrer „technischen“ Meisterleistung, die nun schon bereits seit Jahren viel Bewunderung und Anerkennung findet, sondern weil sie demnächst auch als Heldin eines Hollywood-TV-Schinkens (in Gestalt von „Wonder Woman“ Gal Gadot) in die Wohnzimmer kommt. Turrini hat ein Stück über sie geschrieben, das an der Josefstadt gespielt wurde – also, alles Hedy, oder was?

Wen wundert’s? Die Geschichte ist auch zu schön: Hedwig Kiesler, jüdische Wiener Großbürgerstochter aus Wien, in kulturellem Ambiente aufgewachsen, war offenbar ein technisches Naturtalent, hatte sie doch schon als Achtjährige eine „musicbox“ (wohl ein Radio) auseinander genommen und wieder zusammen gesetzt. Wie viel ihr technisches Verständnis auch durch die Kenntnis der Waffen geschärft wurde, mit denen ihr erster Gatte, der Waffenhändler Fritz Mandel (Jude, der mit den Nazis Geschäfte machte) reich wurde, wird hier nicht behandelt… Davor hatte Hedy schon als 19jährige (wenn das Geburtsdatum 1914 stimmt) mit dem Film „Ekstase“ Skandal gemacht, nackt auf der Leinwand, Orgasmus simulierend, das war auch in den entfesselten dreißiger Jahren skandalös…

US-Senator John McCain gestorben
Der bekannte US-Senator John McCain ist tot. Der Vietnamkriegs-Veteran, der einer der profiliertesten Kritiker von US-Präsident Donald Trump innerhalb der republikanischen Partei gewesen war, starb im Alter von 81 Jahren.
Die Presse

Fußball: Nach Mercedes-Kritik. Den Luxus-Boliden nahm Özil dann doch!
Das ist weiteres Wasser auf die Mühlen der Özil-Kritiker: Seit dem Erdogan-Skandal will bei Mesut Özil, der ja aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten war, keine Ruhe mehr einkehren. Nach seinem Aufreger stellte ja sein Partner Mercedes die Zusammenarbeit mit ihm ein, woraufhin Özil das Unternehmen heftig in aller Öffentlichkeit kritisierte. Jetzt ließ er aber dennoch seine „Bezahlung“ von Mercedes abholen. Einen Luxuswagen, dessen Listenpreis bei 166.000 Euro beginnt…
https://www.krone.at/1761221

Herr Özil kämpft derzeit an mehreren Fronten. Wegen seiner dürftigen (Alibi-) Leistungen hat ihn sein Trainer bei Arsenal-London auf die Ersatzbank verbannt. Das wiederum will Herr Özil auch nicht zur Kenntnis nehmen. „Rassismus“ also auch in England!

Gestern habe ich das Spiel der österreichischen Fußball-Bundesliga zwischen Admira-Wacker und Mattersburg vor Ort gesehen. Ein 0:0 kann spannend und hochklassig zugleich sein, starke Abwehrformationen, die kein Tor zulassen, haben mir schon immer imponiert. Was aber gestern zu sehen war, lautete „Not gegen Elend“. So geht es auch nicht, mein lieber Lieblingsverein, da werde ich mich künftig bei Dir ganz rar machen. Die Offensive ist bei Admira/Wacker nicht vorhanden, ich bezweifliche, dass die „Angreifer“ der Südstädter überhaupt wissen, wo das Tor steht und dass man dort auch den Ball reinschiessen darf!

Admira/Wacker ist leider ein Sparverein geworden, dort spielen all jene, die billig kicken, um dann bei erster Gelegenheit zu einem finanzpotenteren Verein zu wechseln.

Das entspricht so überhaupt nicht meiner Philosophie. Eine Transferzeit, in der ich mehr eingenommen als ausgegeben habe, hätte mir schlaflose Nächte bereitet. Dazu kam es aber nie, eher zur Drohung meiner Frau, mich entmündigen zu lassen, weil ich Haus und Hof für schwitzende Kicker eintausche! Nun, Haus und Hof habe ich noch – und Kicker, die von Zeit zu Zeit in das Tor treffen, hatte ich auch!

Ich kann mir dieses Drama in der Südstadt nicht mehr anschauen!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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