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27. APRIL 2020 – Montag

27.04.2020 | Tageskommentar


Cover des Spielplanbuchs der Wiener Staatsoper

Die ursprünglich mit Spannung erwartete Präsentation Sonntag spätabends war eigentlich eine Doku, kein Ersatz für die seit Jahrzehnten gewohnte sogenannte Pressekonferenz mit maximal 20 tatsächlich berichtenden Journalisten und 300 Adabeis, die sich nur das Saisonbuch holen wollten. Wenn ich aber nachdenke, war eine „Pressekonferenz“ auch nicht angedacht (dazu braucht es nicht den großen  Zuschauerraum), sondern eine möglichst glanzvolle Präsentation, die von Corona verhindert wurde.

Der Spielplan ist seit gestern früh auf der Website der Wiener Staatsoper für alle Opernfreunde abrufbar! Auch wir haben uns damit befasst und bieten Interpretationen und natürlich subjektive Ansichten. Gestern reagierte TTT etwas harsch – aber das entspricht auch einem Rollenspiel. Was Thomas Prochazka zu sagen hat, werden wir vermutlich in den nächsten Tagen erfahren. Renate Wagner hat sich der Mühe unterzogen, den gesamten Spielplan mit Besetzungen für uns aufzulisten (ebenfalls in unseren Infos des Tages“), was eine Riesen-Arbeit bedeutet.

Heinrich Schramm-Schiessl hat sich in unseren „Infos des Tages/ Aktuelles geäußert, er vertritt eher den konservativen Rezensentenkreis – trotzdem fällt er bei den Vorhaben des Dr. Roscic nicht vom Sessel und kann damit leben. Wie gut, wird sich noch weisen!

Klaus Billand lugt in erster Linie nach Wagner – und findet da nicht viel – aber Interessantes. So die vermutliche „Premiere der Saison“ , nämlich „Parsifal“ mit Garanca, Kaufmann in einer Serebrennikov-Inszenierung. Der Regisseur ist in unseren Breiten vor allem als „Anti-Putin-Kämpfer und Hausarrestant bekannt, nun bin ich auf seine Arbeit gespannt. Ich dachte mir, dass sein Fall in Moskau mit einem Fallenlassen der Anklage beendet ist, da könnte er doch wieder hinreisen, wohin er will . Nur Corona könnte ihn hindern. Gestern wurde aber von einem Kommentator wieder die Hausarrestkarte ausgespielt! Wer weiß da Bescheid – es interessiert uns eben aus aktuellem Anlass.

Wir haben natürlich auch Forumsteilnehmer, die recherchieren. „Karl“ ist Nachstehendes aufgefallen:

Im Internet hat gerade ein Kommentar darauf hingewiesen, dass der eigentliche Chef der STOP der Agent Michael Lewin ist. Seine Dirigenten: Philippe Jordan, Bertrand de Billy, Simone Young, Sebastian Weigle, Alexander Soddy, Joana Mallwitz, Eun Sun Kim, Ramón Tebar

https://slippedisc.com/2020/04/viennas-new-regime-begins-with-an-embarrasing-leak/

Bisheriges Spielplan-Fazit: Es hätte schlimmer kommen können!

Weitere Meinungen aus den Tageszeitungen:

Wien/ Staatsoper
Schnellerneuerung der Wiener Staatsoper: Große Pläne, großes Zittern
Dass Roščić für seine erste Saison einige große Regiewürfe anderer Häuser nutzt, ist zwar ungewöhnlich, ermöglicht aber einen schnellen „Turnaround“
Der Standard

Netrebko singt die Tosca, Garanča die Kundry
Zehn Premieren soll die Spielzeit 2020/21 der Staatsoper bringen, die erste gilt Puccinis „Madama Butterfly“. Die einzige Erstaufführung der Saison: Henzes „Das verratene Meer“.
https://www.diepresse.com/5805387/netrebko-singt-die-tosca-garanca-die-kundry

Bogdan Roščić: Keine Opernball-Lady – und auch Lugner-Loge scheint zu wackeln
„So kann man mit einem Stammgast nicht umgehen“, reagiert Richard Lugner auf das drohende Ungemach, keine Loge zu bekommen.
https://kurier.at/stars/austropromis/bogdan-roscic-keine-opernball-lady-und

„Mörtel“ Lugner droht Verlust der Opernball-Loge
Ohne Richard Lugner wäre der Wiener Opernball international wohl kaum so bekannt. Der schillernde Bauunternehmer erregt alljährlich mit prominenten Frauen Aufsehen. Jetzt muss er um seine Loge bangen.
Der Spiegel

Nächste Staatsopernsaison: Die Premieren
Im Opernbereich wird Kernrepertoire erneuert, im Ballett zeigt sich der Spartenchef hochaktiv.
Wiener Zeitung

Salzburger Festspiele „wollen keine Ausnahme“ in Coronakrise
„Wir wollen keine Ausnahme haben“, sagte die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, am Sonntagabend in der ORF-2-Diskussionssendung „Im Zentrum“. „Entweder dürfen – unter der Priorität der Gesundheit – alle aufsperren oder niemand.“ Sie habe jedoch den Verdacht, „dass so ziemlich allen Politikern zweit- bis drittrangig ist, was mit Kunst und Kultur ist.“
https://k.at/news/salzburger-festspiele-wollen-keine-ausnahme-in-coronakrise/400824629

Gegen Outdoorveranstaltungen wäre nichts einzuwenden – meint die Grüne Mag. Blimlinger. Will man aber die Jubiläumsfestspiele auf den „Jedermann“ und ein oder zwei Festkonzerte beschränken?

Outdoor – und das in der Stadt, in der der „Schnürlregen“ erfunden wurde? Trotzdem, es wäre wichtig, dass nun etwas stattfindet, auch angesichts der Septemberpläne der Wiener Staatsoper. Wir müssen in die Offensive gehen, nicht abducken! Ein kleiner Schritt kann da schon helfen. Vielleicht Klosterneuburg?

HEUTE

Nicht vergessen HEUTE: 4. Montagskonzert der @bayerischestaatsoper am 27.04. mit Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch.

DIE AT-HOME-GALA DER METROPOLITAN OPERA

Die Met hat ihre Heim-Gala wirklich gut rübergebracht – über 4 Stunden! Die können das! Bei uns in ORF III (gestern war die Volksoper an der Reihe) war gestern wieder  kaum Stimmung, fade monotone Moderation und immer wieder das trostlose Bild in den leeren Zuschauerraum.

Bei der Met-Gala kam so etwas wie Stimmung auf, es wurde auch gescherzt.

METROPOLITAN AT HOME-GALA – aus den Proben – eine echte Viecherei!

 

 

https://www.facebook.com/timesofmalta/videos/joseph-calleja-and-his-adorable-dog-mars/1340228149498624/

eine echte Viecherei im Umfeld der „Virtuellen Gala der Met“!!

 


Die sieben Top-Momente der Met-GALA
https://operawire.com/the-top-7-moments-from-the-metropolitan-operas-at-home-gala/

Nur Wasser!

 

Es war nur Wasser, nicht Bier – wie „The Guardian“ schrieb!

Eine diskrete Message gegen die Maskenpflicht, die ja sogar unsere Politiker im März noch als Unsinn abtaten, bevor sie – weiß Gott wer – „erleuchtet“ hat. 

Günther Groissböck sang „Sir Mourosus“ aus „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss: Wie schön ist doch die Musik, aber noch schöner ist, wenn sie vorbei ist“! Was soll man darauf antworten?

Köstlicher Beczala: Während der MET Übertragung dirigiert er Va pensiero

 

ZU INSTAGRAM – mit Video

Mehr von der Met-Gala morgen!

Bariton Matthias Goerne zum Theater-Lockdown: „Staatliches Berufsverbot“
„Wenn die Wut wächst, ist eine Klage-Flut zu erwarten“: Bariton Matthias Goerne über die Situation der freien Künstler.
https://www.merkur.de/kultur/interview-mit-bariton-matthias-goerne-ueber

THEMA „VERSICHERUNG FÜR SELBSSTÄNDIGE SÄNGER“

Heinrich Schramm-Schiessl war/ist Versicherungsfachmann. Er meint zum derzeit oft strapazierten Thema:

Die Überlegungen von TTT hinsichtlich einer Versicherung für selbsstständige Sänger sind nicht von der Hand zu weisen. Schließlich gibt es so etwas für Gewerbetreibende auch : Die sogenannte Betriebsunterbrechungs-Versicherung, die z.B. zum Tragen kommt, wenn der Betrieb infolge Krankheit geschlossen werden muß. So ein Produkt müßte man für freischaffende Künstler entwickeln. Es käme natürlich darauf an, wie hoch die Prämie in so einem Fall sein müßte.

Aber, und jetzt kommt das große Aber: Neben dem Einwand der „Höheren Gewalt“, den es in allen Versicherungsverträgen gibt, gibt es noch einen zweiten Deckungsausschluß, der ebenfalls in jedem Versicherungsvertrag enthalten ist, aber auf Grund des Umstandes, daß er eigentlich nie zur Anwendung kommt, nicht beachtet wird: Es handelt sich um den Deckungsausschluß für Versicherungsfälle die „auf Grund hoheitsrechtlicher Anordnungen“ eintreten.

Kann man über die „Höhere Gewalt“ vielleicht diskutieren, der andere Ausschluß ist im aktuellen Fall praktisch unbestritten.

Buchbesprechung:

Jago Prinz: MOZARTS LETZTES REQUIEM
Kriminalroman
512 Seiten, Verlag Anton Pustet, 2020

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Mozart! Was wird mit Mozart heutzutage alles gemacht, erregt sich Professor Schneiderhahn, der greise Mozart-Experte: „Eine Marke, die es kommerziell auszuschlachten gilt. Ob Mozartkugel, Mozarttorte, Mozartlutscher, Mozartkutsche, es fehlt nur noch, dass jemand einen Mozart-Krimi schreibt…“ Und voila, da ist er.

Jago Prinz, ein Autor, der sich so bedeckt hält, dass der Verlag nicht mehr über ihn zu sagen weiß, als dass er im Salzburger Raum lebt und dass dies sein Debutroman ist, legt „Mozarts letztes Requiem“ vor. Und da verpackt er nicht nur unendlich viel Mozart-Wissen und Mozart-Legende, er fabuliert sich auch in die verrücktesten Theorien und Ideen hinein. Kein Wunder, dass er unterwegs Hinweise auf Umberto Eco und Dan Brown fallen lässt (nicht, dass die beiden gleichwertig wären), damit man weiß, mit welcher Art von „Fantasy“ man es hier zu tun hat…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

AB HEUTE WIEDER KURZPARKZONEN IN WIEN

Wir sind eindeutig über dem Berg! Wir dürfen wieder zahlen! Dabei hat die Stadt Wien ursprünglich gesagt: 1. Mai. Aber mit diesem Volk kann man ja alles machen!

 

Kurzparkzonen ab Montag wieder in Kraft
Ab Montag, 27. April, ist das Parken in der Stadt wieder kostenpflichtig. Mit dem Inkrafttreten der Kurzparkzonen läuft auch das Angebot für vergünstigte Stellplätze in den Garagen aus. Ab Montag gelten in diesen Garagen wieder die regulären Tarife.

Ich wünsche eine schöne Woche!

A.C.

 

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