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26. OKTOBER 2021 – Dienstag

26.10.2021 | Tageskommentar

Heute ist Österreichischer Nationalfeiertag

München: Intendant Serge Dorny: Oper ist kein Mausoleum

Serge Dorny. Foto: Bayerische Staatsoper

„Ein Opernhaus ist kein Mausoleum! Und ich möchte nicht der Türsteher eines solchen sein! Was ich vom langjährigen Intendanten der Salzburger Festspiele, Gerard Mortier, mitgenommen habe, ist, dass man Stücke wählen soll, die in sich gesellschaftliche und also politische Relevanz tragen.“ Dorny will „jedoch nicht demagogisch klingen – ich verstehe meine Werkauswahl als Angebot.

Dabei ist es wichtig, das Publikum auch nicht zu unterschätzen. Ich will das Publikum nicht durch ein anderes, neues ersetzen, ich will es erweitern.“ Dazu passt, dass er diese Spielzeit mit dem Satz „Jeder Mensch ein König“ überschrieben hat, einem Zitat von Dezső Kosztolányi. Da scheint Humanismus zentral zu sein…

…“Es gibt an die 60.000 Opern, gespielt werden aber nur an die 80, und selbst dieses Repertoire wird weiter verengt.“ Aus diesem üppigen Fundus will er schöpfen. Leider kann man ja bei verstorbenen Komponisten keine neuen Werke bestellen. Dornys Kandidaten wären Alban Berg, Ferruccio Busoni und Alexander Zemlinsky. Nun ja. Für Dorny ist ein großes Werk jedenfalls nicht nur das „besonders Populäre“…

Serge Dorny, Intendant in München, will Oper statt Mausoleum
Der Standard.at

Wie Serge Dorny mit seinen Vorhaben, beim Münchner Publikum durchdringt, wird sich weisen.  Jetzt hat er mit Schostakoitsch „Die Nase“ begonnen und die Inszenierung Kirill Serebrennikov anvertraut. Dieser Regisseur hat die deutschen Journalisten „auf leiwand“ – aber die Gründe dafür liegen woanders.  Mit Serebrennikov wird sich unser „Rechercheur vom Dienst“ in den nächsten Tagen eingehender befassen.

Kritik: „Die Nase“ an der Bayerischen Staatsoper (Podcast)
BR-Klassik.de

„Die Nase“ mit Serebrennikov, Schostakowitsch-Oper als böse Gesellschaftssatire
Stuttgarter Zeitung.de

Eisig, unerbittlich, konsequent humorfrei: Schostakowitschs „Die Nase“ an der Bayerischen Staatsoper
Mit schwerer Kost hat Serge Dorny seine Intendanz an der Münchner Staatsoper begonnen. Kirill Serebrennikov inszenierte Schostakowitschs „Die Nase“ unerbittlich aus der Ferne, Vladimir Jurowski schaffte unheimliche musikalische Nähe. Ein fordernder, lohnender Abend.
Neue Musikzeitung/nmz.de

Edita Gruberova: Beisetzung nur im engsten Familienkreis!

Von Ks. Edita Gruberovas Familie wurde dieses Statement übermittelt, mit der Bitte um Verbreitung.

 

Am Montag den 18.10.21 haben wir unsere geliebte Mutter und Grossmutter auf tragische Weise durch einen Unfall verloren. Wir sind schockiert und unendlich traurig.

Wir wissen, dass die Welt um eine einzigartige Künstlerin trauert, und viele Menschen sich von ihr gerne verabschieden würden. Aber es ist nicht die Künstlerin, deren letzten Weg wir begleiten, sondern unsere Mutter und Grossmutter. Das tun wir in zurückgezogener Stille, und ohne Zeremonie. Dies ist auch ihr letzter Wunsch gewesen.

Klaudia Huber und Barbara Klimo

Im Klartext: Die Familie will keinen Begräbnis-Rummel. Fans können sich ja nach der Beisetzung am Grab still verabschieden!

DIE OPERALIA-GEWINNER

 

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

First Prize

Ivan Ayon-Rivas, tenor, Peru
Victoria Karkacheva, mezzo-soprano, Russia

Für das Finale qualifizierten sich:

Finalists Opera:

Ivan Ayon-Rivas, tenor, Peru
Dmitry Cheblykov, baritone, Russia
Bekhzod Davronov, tenor, Uzbekistan
Mané Galoyan, soprano, Armenia
Jonah Hoskins, tenor, USA
Victoria Karkacheva, mezzo-soprano, Russia
Valery Makarov, tenor, Russia
Keymon Murrah, countertenor, USA
Edward Nelson, baritone, USA
Jusung Park, bass-baritone, South Korea
Emily Pogorelc, soprano, USA

Der an der Wiener Staatsoper engagierte Josh Lovell kam bis in das Semifinale!

Operalia-Preisträger zieht es nach Wien

Soeben hat der 28-jährige südkoreanische Bassbariton Jusung Park beim Gesangswettbewerb Operalia den dritten Platz gemacht. Heuer war er bereits im Finale des Wettbewerbes BBC Cardiff Singer of the World. Wie nun zu erfahren war, ist der talentierte Sänger erst kürzlich nach Wien umgezogen. Dass das einen beruflichen Grund hat kann man sich ja denken. Ab der Saison 2022/23 wird Park dem Opernstudio der Wiener Staatsoper angehören, bei dem talentierte Nachwuchssänger zwei Jahre lang betreut und gefördert werden. Somit macht sich Jusung Park auf den Weg, bald Ensemblemitglied der WSO zu werden.

Im nachstehenden Youtube-Video  singt Park O, du mein holder Abendstern aus Wagner’s Tannhäuser beim Wettbewerb BBC Cardiff Singer of the World im vergangenen Sommer.

https://www.youtube.com/watch?v=Con4zTNGuBg (Lukas Link)

Neu: Thomas Guggeis wird ab 2023/24 Nachfolger von Sebastian Weigle als GMD der Oper Frankfurt

Crescendo: Drei Tote und die neuen Klassik-Pornografen
KlassikWoche 43/2021
Willkommen in der neuen KlassikWoche. Was für eine Woche – mit viel zu vielen Toten! Wir nehmen natürlich Abschied. Aber wir beschäftigen uns auch mit der Zukunft der Klassik und dem neuen Trend zur Pornografie. Ach ja, wenn wir uns in den kommenden Wochen persönlich im Kino treffen, würde mich das sehr freuen.
https://crescendo.de/klassikwoche43-2021-gruberova-haitink-zimmermann-1000083277/

„Konzertgänger in Berlin“
Saunabrummjodelnd: Premiere „Die Zaubermelodika“ an der Komischen Oper
An einer Fortsetzung der Zauberflöte haben sich schon einige versucht: Schikaneder persönlich schrieb Das Labyrinth, was der damals sehr erfolgreiche Peter von Winter vertonte. Das Fragment eines gewissen talentierten Goethe kann man bei Gutenberg nachlesen. Ein gewisser Rintel, ein gewisser Schultze und ein gewisser Goepfart (Liszt-Schüler und wohl der gewichtigste der drei) komponierten ebenfalls Sequels; und auch der Mozartmaniac Grillparzer schrieb mal was Satirisches, allerdings nicht zur Vertonung gedacht, unter anderem muss darin Sarastro sich das Rauchen abgewöhnen. Nun also an der Komischen Oper: Die Zaubermelodika von Iiro Rantala und Minna Lindgren.
https://hundert11.net/saunabrummjodelnd/

Berlin
Zaubermelodika“ in der Komischen Oper. Sarastro in der Sauna
rbb24.de/kultur

Gianandrea Noseda lässt das Feuer in Zürich lodern
Der neue Generalmusikdirektor des Opernhauses und der Philharmonia fühlt sich im russischen und im deutschen Repertoire genauso zu Hause wie in der italienischen Oper. Sein Einstand mit Verdis «Troubadour» gelingt vielversprechend.
Neue Zürcher Zeitung

HEUTE 10 Jahre ORF 3: „ORF-STERNSTUNDEN“. Klarer Sieger (über 71 % ) André Hellers Hauskonzerte: Günther Groissböck, 22.35 Uhr

 

Andre Heller und Günther Groissböck
Interspot Film Benjamin Breitegger
Andre Heller und Günther Groissböck

In der Tradition des Wiener Salons des 18. und 19. Jahrhunderts lädt Heller im privaten Ambiente seiner eigenen vier Wände zu einem Hauskonzert der besonderen Art. Opernstar Günther Groissböck interpretiert alte und neue Wienerlieder – von Conradin Kreutzers „Hobellied“ aus Ferdinand Raimunds Wiener Volksstück „Der Verschwender“ bis zu Hermann Leopoldis „In einem kleinen Café in Hernals“. Besonderes Highlight ist der gemeinsame Auftritt von Günther Groissböck und André Heller, die miteinander die Heller-Nummern „Es ist alles unhamlich leicht“ und „Gemma schaun“ darbieten.

 

Der ORF hat sein Publikum zur Abstimmung aufgerufen und im Klassikbereich drei Möglichkeiten angeboten. Das Heller-Hauskonzert hat sich mit 71 % aus einem Dreiervorschlag ganz souverän durchgesetzt!

Wiener Kammeroper: THE LIGHTHOUSE von Peter Maxwell-Davies am 28. und 29.10

 

 

Karten

Kammeroper in einem Prolog und einem Akt (1980)
Musik und Libretto von Peter Maxwell Davies
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 29. Oktober 2021 
BERGMAN ISLAND
Frankreich, Schweden, Belgien, Deutschland  /  2021 
Drehbuch und Regie: Mia Hansen-Løve
Mit: Vicky Krieps, Tim Roth, Mia Wasikowska, Anders Danielsen Lie u.a.

„Bergman“ ist hier nicht irgendein Name, auch nicht Ingrid Bergman, sondern „der“ Bergman, Ingmar (1918–2007). der das europäische Kino mitgeprägt hat wie wenige andere (Fellini, Bunuel…). Die letzten Jahre seines Lebens hat er auf der schwedische Insel Fårö verbracht, wo er mehrere seiner Filme drehte. („Szenen einer Ehe“, so heißt es einmal, habe Millionen von Scheidungen nach sich gezogen…)
Die ganze Insel  ist heute gewissermaßen ein Bergman-Museum und zieht trotz der Abgeschiedenheit seinetwegen viele Touristen an. So klein die Insel mit ihren ca. 500 Einwohnern ist, so betreibt sie doch schwungvollen Handel mit der Erinnerung an den großen Regisseur, man bietet die Häuser zur Miete an, in denen er Filme gedreht hat, und die „Bergman Safari“ ist ein Erinnerungs-Rundtrip, der natürlich auch zu seinem Grab (ein bescheidener Stein am Friedhof) führt.

Hierher schickt die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve ein ungleiches Filmemacher-Ehepaar, um dann (nach ihrem eigenen Drehbuch) ein ziemlich komplexes Konstrukt vor den Kinobesucher hinzustellen. Es ist ein Film im Film im Film, den sie hier erzählt, wobei die oberste Schichte der (echten) Realität für den Kinobesucher irrelevant ist, nämlich, dass sie selbst lange Zeit gewissermaßen als Sidekick zu dem berühmten, weitaus älteren Regisseur Olivier Assayas galt, mit dem sie ein Kind hat…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Amnesty International schliesst Büro in Hongkong: Durch das Gesetz über nationale Sicherheit sei es «praktisch unmöglich, frei und ohne Angst vor ernsthaften Vergeltungsmassnahmen seitens der Regierung zu arbeiten», erklärte Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation ist nur eine von vielen Stimmen der lokalen Gesellschaft, die ihre Arbeit einstellen müssen.
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  • Militär im Sudan putscht die zivilen Kräfte weg: Am frühen Montagmorgen nahmen Militärs mehrere Minister der Übergangsregierung fest, darunter auch Ministerpräsident Abdalla Hamdok. Das Militär hat damit womöglich einer demokratischen Revolution ein Ende gesetzt, die vor bald drei Jahren mit Massenprotesten gegen den Langzeitdiktator Omar al-Bashir begonnen hatte.
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  • Erdogan verzichtet auf Ausweisung westlicher Diplomaten: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will den deutschen und neun weitere Botschafter nun doch nicht ausweisen. Diese hatten die Freilassung des türkischen Unternehmers und Kulturförderers Osman Kavala gefordert. Erdogan scheint sich in dem Streit jedoch für eine Deeskalation entschieden zu haben.
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  • Amnesty International fordert Freilassung von Julian Assange: Am Mittwoch soll in London das Berufungsverfahren um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA beginnen. Ihm wird vorgeworfen, Geheimnisse über die Kriege in Afghanistan und Irak veröffentlicht zu haben. Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft.
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  • Kolumbiens Regierung gelingt spektakulärer Schlag gegen Drogenkartell: Es sei der grösste Erfolg im Drogenkrieg seit der Erschiessung von Pablo Escobar im Jahr 1993, jubelt die Regierung. Dario Antonio Úsuga David alias Otoniel, der letzte Capo des Golf-Kartells der Úsuga, ist festgenommen worden. Über Jahre wurde er von Tausenden von Polizisten und Kriminalspezialisten gejagt.
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  • Kommen Geisterspiele nach den Ausschreitungen im Zürcher Derby? Die Swiss Football League wird zum wiederholten Mal mit dem Gewaltproblem konfrontiert. Der FC Zürich wird um Strafen nicht herumkommen, die temporäre Schliessung der Südkurve scheint unausweichlich zu sein. Eigentlich müsste für die Disziplinarkammer der Liga das Strafmass Geisterspiel zum Thema werden.
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ORF heute „Aufgetischt: Das Wiener Weltmuseum“ (Dienstag, 26. Oktober, 18.00 Uhr, ORF 2)

Das Weltmuseum Wien, das im ehemaligen Gästehaus der Hofburg untergebracht ist, lädt zu Reisen im Kopf. Es beherbergt exotische Objekte aller Kontinente aus vielen Jahrhunderten. Ursprung all dessen, was heute im Weltmuseum ausgestellt und erzählt wird, ist die Sammelwut der Habsburger – das k. und k. Naturalienkabinett.

Mitläufer: Warum selbst Individualisten (manchmal) Mitläufer sind
Gefunden von TTT

Wieso kaufen wir iPhones, trinken Coca Cola, trennen Müll – oder bleiben als Fußgänger fünf quälende Minuten lang an einer roten Ampel stehen, wenn es die anderen um uns herum auch tun? Warum aber laufen wir plötzlich mit, sobald einer oder zwei der Fußgänger einfach die Straße überqueren?

Viele von uns sind davon überzeugt, dass sie derlei Entscheidungen eigenständig und aus freien Stücken treffen. Doch das stimmt nicht ganz. In Wahrheit ist es mit unserem individuellen, selbstständigen Handeln gar nicht so weit her…
Handelsblatt.com

Das große profil-Quiz für die ganze Familie: Können Sie Korruption?
Licht ins Dunkle der Lotterrepublik: Was Sie über Kurz, Grasser, Schmid und die üblichen Unschuldigen wissen müssen.

Angesichts der geballten Ereignisse der letzten Jahr stellt sich die Frage: Wieviel Österreich verträgt dieses Land? Gepimpte Meinungsumfragen, übel riechende Inseraten-Deals, Chatprotokolle, die selbst Menschen mit mäßigem Moralverständnis Schock-Smileys ins Gesicht zaubern, parteiinternes Hardcore-Mobbing, Casinos-Postenschacher, tolldreiste Spesenabrechnungen, manisches Geschreddere, verpfiffene Hausdurchsuchungen, „Wo bleibt meine Leistung”-Deals, Monopoly-Spiele auf Ibiza, die in der Nachbetrachtung wie naives Bauerntheater wirken. Fakt ist: Die üblichen Unschuldigen werden in unserer Lotterrepublik immer mehr, da kann man schon locker den Überblick verlieren.
Profil.at

Deutschland
Warum kommen Arbeitskräfte nicht zurück?
Nach dem Ende des Lockdowns zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt ein gravierendes Problem: Arbeitskräfte fehlen. In Branchen, die von Schließungen betroffen waren, ist der Mangel besonders drastisch, wie Zahlen zeigen, die Panorama vorliegen.
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Schlafwandelnd durch die Pandemie: Nein, nichts wird gut im Corona-Winter!
Woher kommt die Zuversicht, dass diesen Winter alles besser wird als im letzten? Die Politik läuft mit offenen Augen in die nächste Corona-Krise. Ein Kommentar
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USA
Biden, der glücklose Präsident
In den USA scheint US-Präsident Biden das Glück ausgegangen zu sein. Seine ambitionierte Reformagenda hängt im Kongress fest – vor allem wegen des Widerstandes aus den eigenen Reihen.
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Ich wünsche einen schönen „Tag der Fahne“. Bitte „Fahne“ nicht falsch verstehen

A.C.

 

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