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26. JULI 2020 – Sonntag

26.07.2020 | Tageskommentar

Arena di Verona ist gestartet

Freitag wird zum Gedenken an die Corona-Toten das Mozart-Requiem aufgeführt, Samstag geht es mit Starbesetzung weiter

DAS PROGRAMM 2020

KARTEN

Porträt Helga Rabl-Stadler : Die wagemutige Präsidentin der Salzburger Festspiele
Kommenden Samstag eröffnet Helga Rabl-Stadler die Salzburger Festspiele. Sie sieht das riskante Ereignis als Vorreiter für die gesamte Kulturbranche in Corona-Zeiten. Für Tests wurden 300.000 Euro budgetiert.
Frankfurter Allgemeine

Dirigentin Joana Mallwitz: „Salzburg ist das Glückspaket“
Münchner Merkur

DIE SALZBURGER FESTSPIELE IM ORF

Schon am ersten Festspieltag, dem 1. August, überträgt ORF2 den „Jedermann“ live-zeitversetzt um 21.15 Uhr.

Beide Opern, „Elektra“ und „Cosi fan tutte“, werden aufgezeichnet und ausgestrahlt („Cosi“ am 7.8., „Elektra“ am 10.8., jeweils in ORF2).

Fritz Krammer hat sich den Kartenverkauf angesehen:

https://www.salzburgerfestspiele.at/karten/kalender?season=134

Hallo, Online-Merker-Leser: Ich habe jetzt die Festspielseite angesehen, wenig ausverkauft, wer will, kann um € 150 Euro- etwa am Nobeltermin 15.8.2020 Muti, 9. Beethoven dabei sein.

Auch Netrebko/ Eyvazov ab 105.- Euro

Online Plattform: Betrüger spielen mit falschen Festspielkarten
Die Internetplattform Viagogo ist eine Festspielfalle: Verkäufer bieten dort ungültige Tickets für das Sommerfestival zu horrenden Preisen an. Und: für viele Veranstaltungen, die heuer wegen Covid-19 überhaupt nicht stattfinden! Die Festspiele haben eine einstweilige Verfügung erwirkt. Viagogo hat bislang nicht reagiert.
https://www.krone.at/2198512

SOMMERFESTIVAL KITTSEE: WIENER BLUT

 

Werner und Martina Fasslabend, Wolfgang Sobotka, Lydia Baich und Andreas Schager. Copyright: Richard Schuster

Die gestrige Premiere war der charmante Auftakt des allseits beliebten Sommerfestival Kittsee, das unter strengen Sicherheitsvorkehrungen von 24. Juli bis 02. August zum Operetten-Schauplatz wird. Das Thema Corona erlaubt Kittsee nur, um es zu vergessen. Wenigstens für einen Moment!

Die Liste der Prominenten ist lang, wen sie interessiert, der kann sie in unseren Infos des Tages eingehend studieren (Student der Promi-Wissenschaft)

Jedenfalls ist uns wieder nach Feiern zumute. Kittsee hatte ich von Beginn an auf meiner „Liste des Möglichen“.

Übrigens, ganz störungsfrei verlief die Premiere nicht: Pünktlich zur Pause setzt heftiger Regen ein, der über das Ende der Pause weiter anhält, was einen Gutteil des Publikums dazu veranlasst, den Schauplatz zu verlassen und heimzufahren. Diejenigen aber, die ausharren, werden nach einer Wartezeit von weiteren rund 20 Minuten mit einem fulminanten Dritten Akt belohnt. Davor waren u.a. auch der Intendant und der Regisseur fleißig dabei, die Wassermassen aus dem Bühnenraum zu entfernen.

Zum Premierenbericht von Manfred A. Schmid

Klaus Billand auch in Corona-Zeiten auf den Spuren Richard Wagners

 

Nach langen Jahren der Überlegung hat Prof. Plamen Kartaloff nun seinen Plan verwirklicht, „Das Rheingold“ aus seiner hier schon oft besprochenen und so bemerkenswerten Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ open air aufzuführen. In seiner schier unerschöpflichen und seinesgleichen suchenden Phantasie, wo und wie man solche Veranstaltungen durchführen kann, kam er auf den nahe bei Sofia gelegenen Pancharevo-See. Dort stellte ein gut meinender Sponsor ein passendes Grundstück zur Verfügung. Im Rahmen des „Festivals der Opernabende der Sofia Opera ‚Wasser-Musen‘“ hatte der Vorabend von Wagners Tetralogie unter der musikalischen Leitung von Erich Wächter gestern Abend um 21 Uhr Premiere. Es wurde ein voller Erfolg, lange und begeistert mit vielen Bravi beklatscht vom vollzählig erschienenen Publikum in Corona-hygienegerechter Sitzordnung.

Die Trampoline der Rheintöchter. Foto: Klaus Billand

Kurzbericht über die Premiere (von Klaus Billand)

Klaus Billand aus Sofia: Leider meinte es Petrus, der gestern fast den gesamten Nordbalkan mit einer Gewitterfront überzog, sodass Blitze und Regen selbst für Plamen Kartaloffs „Wasser-Musen“ zu viel wurde und das zweite „Rheingold“ ins Wasser fallen ließen. Es war jedoch rührend anzusehen, wie nach jedem Guss alle mitanpackten, die Bühnenbilder und alle Stühle für das Publikum trocken zu bekommen in der Hoffnung, dass der Wettergott noch ein Erbarmen habe. Allein, er hatte es nicht! Heute Abend kommt das Ballett „Zorba the Greek“ von Mikis Theodorakis. Hoffentlich klappt das…

Neu: Österreichischer Musiktheaterpreis für Placido Domingo

Mit Plácido Domingo wird einem der einflussreichsten und facettenreichsten Künstler unserer Zeit im Rahmen des Österreichischen Musiktheaterpreises 2020 der Sonderpreis für sein Lebenswerk verliehen.

Frankreichs Musikindustrie „auf den Knien“
Veranstalter fordern von Emmanuel Macron die Öffnung des Betriebs.

Kulturschaffende in Frankreich fordern angesichts der Corona-Krise einen Plan für die Wiederbelebung der Branche von der Regierung. Bisher sei kein Datum in Aussicht gestellt worden, ab dem in Konzerthallen und auf kleineren Bühnen wieder Veranstaltungen durchgeführt werden könnten, sagte Didier Veillault, Konzertveranstalter aus Clermont-Ferrand.

Er ist Mitinitiator eines offenen Briefs an Frankreichs Regierung. Natürlich müssten Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, sagt Veillault. Aber bisher gebe es keinerlei Angaben, ab wann überhaupt wieder Konzerte in geschlossenen Räumen möglich seien, kritisierte er...

Wiener Zeitung

Wie soll das gehen, wer soll das wissen? Aus dieser Sitution müssen wir uns erst rausmanövrieren. Die Pandemie ist dann beendet, wenn die Regierenden sie für beendet erklären!

Der Sänger Günther Groissböck im Gespräch „Ich bin schockiert, wie gefügig die Leute sind

Der Bassist Günther Groissböck hätte dieses Jahr in Bayreuth den Wotan gesungen. Dass die Festspiele wegen Corona abgesagt wurden, ist für Groissböck verschmerzbar. Was ihn jedoch ärgert, ist die aus seiner Sicht übervorsichtige Corona-Politik in Deutschland, besonders in Bayern. Über Groissböcks Vorbereitung auf die Rolle des Wotan berichtet eine TV-Dokumentation, die am 25. Juli auf 3sat zu sehen war und in der Mediathek wohl noch längere Zeit abrufbar ist.

https://www.br-klassik.de/aktuell/guenther-groissboeck-bass-interview-bayreuth-corona-100.html

Are you kidding me? Hokus-Pokus, Publikums-Lokus?
Wenn Demagogie, Propaganda, Eloquenz rhetorisch Theaterleistungen definieren wollen!

 Die Rede des Mark Anton an das römische Volk  Shakespeare, Julius Caesar

„…Meisterstück demagogischer Rhetorik mit allen Tricks und Rezepten der Massenverführung, so virtuos gehandhabt, dass man unter Schaudern hingerissen ist.“  http://www.rhetorik-netz.de/marc_ant/ 

 Marlon Brando – Marcus Antonius‘ Speech – englisch – grandios https://www.youtube.com/watch?v=pp_mYgRLa2I     – 3 Minuten…

TTT
https://onlinemerker.com/are-you-kidding-me-hokus-pokus-publikums-lokus/

Diese berühmte Rede, das Meisterwerk der Demagogie schlechthin, habe ich als Jugendlicher auswendig gelernt, ohne das zu müssen. Dafür habe ich Dinge nicht gelernt, die ich lernen hätte müssen!

Buchbesprechung

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Eva Reichl
MÜHLVIERTLER GRAB
Kriminalroman
350 Seiten, Verlag Gmeiner, 2020

Diesmal ist St. Oswald Ort der Mühlviertel-Handlung, und Autorin Eva Reichl, zuständig für die Oberösterreich-Schiene der Gmeiner Regional-Krimis, lässt Chefinspektor Oskar Stern nacheinander gleich zwei Leichen am Friedhof finden. Beide liegen am Grab von Paula Eckinger, die vor einiger Zeit nach einem ungeklärten Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen ist. Das erste Opfer ist Regionalpolitiker Oliver Koch, so unsympathisch, dass er unbedingt der FPÖ angehören musste. Vom zweiten Opfer, Max Eckinger, erfährt man eigentlich nur, dass er viel gesoffen hat… Es wirkt  alles echt und regional an diesem Krimi, es gibt im wahren Leben sowohl das Marien-Bründl wie auch das Schnapsmuseum, die hier mitspielen… und die Leute kommen ungemein lebensecht auf die Leser zu…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Chinesisches Heilmittel Artemisia: Mit Kräutertee gegen Covid-19
Das Max-Planck-Institut testet Beifuß als Therapie gegen die Virusinfektion. Zwei der Forscher sind an einer Firma beteiligt, die die Tees vertreibt. Ihnen werden nun Interessenkonflikte vorgeworfen.
Der Spiegel

Der Schlauberger 10 – Hecklastig, aber lebendig. Heute: ziemlich Kurioses
Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.
Diese Wetternachricht aus einer Anzeigenzeitung hat mich schwer beeindruckt: „Lebende Forstleute haben eine solche Extremsituation noch nicht erfahren.“ Soll ich ehrlich sein? Es ist beruhigend, dass es Lebende sind. Beim Forst scheint alles in Ordnung zu sein.
Klassik-begeistert

Haben Sie einen schönen Sonntag

A.C.

 

 

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