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26. JULI 2018

26.07.2018 | Tageskommentar

 

Trotz Hitze im Bayreuther Festspielhaus ist diese „Marscherleichterung“ ein absolutes Tabu!

Pressekarten gibt es für den Online-Merker für die Festspieleröffnung keine. Mit Kaufkarten sind unterwegs: Dr. Klaus Billand, Alexander Walther. Sie leiden für uns!

Sigi Brockmann ist in Münster in das Kino gegangen. Aus Solidarität zu den Festspielgästen hat man dort die Klimaanlage ausgeschaltet – oder man hat gar keine!

Sigi Brockmann: Keine Klimaanlage im Schlosstheater Münster !bayreuth feeling! In diesem Sinne grüßt Sigi Brockmann

Ein Trost. Auf den Ehrenplätzen, dort wo die deutsche Kanzlerin und der Bayerische Landesfürst Söder sitzen, soll es angeblich besonders heiß sein!

Unsere Berichterstatter werden sich im Laufe des Tages melden. Sort reagiert hat Albrecht Selge, der „Konzertgänger in Berlin“, der dieser Tage in Bayreuth „fremdgeht“ und sich daher „Konzertgänger auf Reisen“ nennen darf:

„Lohengrin“ in Bayreuth
Als der Konzertgänger eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem Frankfurter-Allgemeine-Bayreuther-Festspiele-Korrespondenten verwandelt. Als solcher hatte er (in Vorbereitung einer Bayreuther Gesamterlebnis-Reportage, die in der nächsten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erscheinen wird) das Vergnügen, dem neuen Lohengrin beizuwohnen. Denn ein Vergnügen war es, in fast jeder Hinsicht.
https://hundert11.net/bayreuth2018-lohengrin/

„Lohengrin“ im Kino. Sigi Brockmann berichtet

Den Elektriker kann Lohengrin nicht verleugnen, sogar Schutzhandschuhe hat er an: Piotr Beczala. Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

Es waren  u.a. jüngst Georg Baselitz für die Oper München  und vor einigen Jahrzehnten Ernst Fuchs für die Oper Hamburg oder auch  rosalie schon  für die Bayreuther Festspiele, die als  anerkannte und  finanziell erfolgreiche Maler  für eine Opernaufführung das Bühnenbild schufen. Dabei bestand die Gefahr, daß zwar eindrucksvolle Bilder, aber keine Bühnenräume für eine Handlung mit Massenszenen entstanden.  Dies galt nicht für die Eheleute Neo Rauch & Rosa Loy, die  bei den Bayreuther Festspielen für die Neuinszenierung von Wagners „romantischer Oper“ „Lohengrin“  Bühnenbild und Kostüme entwarfen. ..

Zum Bericht von Sigi Brockmann

Franco Bastiano schreibt: Caro Anton Cupak,

überwältigend geradezu Beczala, der es nach Konya zum ersten Male wieder verstand, das Italienische dieser Partitur hervorzuheben. Seine makellose Höhe, sein con attacca, seine Textverständlichkeit sind überragend. So sehr ich Harteros verehre, etwas blieb blass an diesem Abend. Ungewöhnlich diese hervorragende Sängerin so spröde zu erleben. Das hatte auch  nichts mit der verlangten Regie zu tun. Zeppenfeld 1. Klasse. Meier immer noch toll, aber naturgemäß an ihren Grenzen. Beczala übertrifft sie alle.
Cordialmente FB

Das Bühnenbild ist der Star des „Lohengrin“

Heinrich Schramm-Schiessl fasst die Publikumsreaktion nach der Premiere zusammen: Publikumsreaktion am Ende (BR-Klassik): Jubel für die Sänger, besonders Harteros und Beczala, Thielemann und auch für das Regieteam – keine Buhs.

Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

Presseberichte:

Der Lohengrin im E-Werk: Bayreuth-Premiere mit Thielemann, Sharon, Beczała, Harteros
Christian Thielemann dirigiert schönlinig, der US-Amerikaner Yuval Sharon inszeniert pointenreich, wenn auch nicht immer konsequent. Und gesungen wird – meist – tadellos. 

https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/07/26/der-e-lohengrin

Das blaue Wunder fällt leider aus
Nordbayerischer Kurier

Lohengrin als Herr der Fliegen
Das Publikum bejubelt die Premiere
Osnabrücker Zeitung
„Lohengrin“ mit Blitz, Rauch und Donner
Mit einer Neu-Inszenierung der Wagner-Oper „Lohengrin“ haben am Mittwochabend die Bayreuther Festspiele begonnen. Unserem Kritiker gefiel einiges nicht so recht.
rp-online

Das Bühnenbild ist der Coup des diesjährigen Festspielsommers
Die Oper hat sich immer schamlos aller verfügbaren Künste und Mittel bedient: Dieses Jahr gestaltet das Künstlerpaar Neo Rauch und Rosa Loy in Bayreuth die Bühne.
Sueddeutsche Zeitung

Man diskutiert in Bayreuth, wie man im nächsten Jahr Valery Gergiev für den „Tannhäuser“  einige Wochen stationieren kann. Derzeit wird das noch als Ding der Unmöglichkeit bezeichnet. Auch täte man gut daran, die Beginnzeit für den Eröffnungs-Tannhäuser  eine Stunde vorzuverlegen – und das nur Valery Gergiev zu sagen. Die Prominenz wartet nämlich nicht gerne, schon gar nicht jenseits der 30 Grad.
Der Mann lässt ein Publikum nämlich gerne warten, eine Stunde ist so der Normalfall. Höhepunkt war wohl ein „Lohengrin“ in Paris, wo Gergiev zur offiziellen Beginnzeit noch am Warschauer Flughafen saß (gut, damals war das Wetter mitschuldig). Michael Güttler durfte damals in aller Eile ran!

Schon meldet sich ein Münchner Leser: In München ist Gergiev immer „relativ pünktlich“. Kompliment an die Münchner, offenbar haben die ihm diese Ungezogenheit abgewöhnt. Selbiges höre ich jedoch nur aus München!

(4)Bayreuth für Anfänger: 10 Fragen und Antworten
Natürlich wollen da gar nicht alle hin. Der Tenor Roberto Alagna zum Beispiel, ursprünglich anvisierter „Lohengrin“, wollte dann doch lieber nicht. Gut, Roberto Blanco will hin. Die Bundeskanzlerin kommt ebenfalls, außerdem Christian Lindner, Edmund Stoiber, Ursula von der Leyen, Monika Grütters, Jens Spahn und Dunja Hayali. Sogar Thomas Gottschalk kommt wieder nach Bayreuth.
Sueddeutsche Zeitung

Natürlich hat der BR-Stream in Österreich nicht funktioniert, in der Schweiz übrigens auch nicht, was für mich zumindest ein schwacher Trost ist. Die Radioübertragung hat allerdings schon geklappt – nur die Bilder vom Bayreuther „Stehtheater“ (das wurde mir bereits in der ersten Pause berichtet) eben nicht.

München/ Opernfestspiele: Starker Siegfried
Ein grandioser Stefan Vinke bei den Opernfestspielen
https://www.sueddeutsche.de/kultur/kurzkritik-starker-siegfried-1.4068910

„operklosterneuburg“: „La traviata“ oder „Violetta muss nicht sterben“

Eugenia Dushina durfte diesmal überleben. Copyright: operklosterneuburg

Warum müssen Opern meist ein trauriges Ende haben? Es geht doch auch anders! Wo? In Klosterneuburg zum Beispiel, von dort berichten Maria und Johann Jahnas:

Kurz vor Schluss wurde uns bewusst. dass man bei Freiluftveranstaltungen immer mit Überraschungen rechnen muss. So führte einsetzender Nieselregen vorerst zu einer Unterbrechung – nach einer angemessenen Wartezeit musste die Vorstellung abgebrochen werden und wir werden diese La traviata in bleibender Erinnerung behalten.

Es ist doch eine versöhnliche Laune des Schicksals, dass Violetta überlebt!

Zum Bericht von Maria und Johann Jahnas

Die Traviata in Klosterneuburg läuft noch bis Anfang August. Nichts wie hin!

Bayreuth/ Kino Reichshof: Aus der Zeit gefallen
Klaus Lang-Uraufführung als Prolog in Bayreuth.
Eine Uraufführung in Bayreuth – das gab es seit „Parsifal“ nicht mehr. Zum (maßvollen) Erneuerungsehrgeiz von Katharina Wagner gehört auch, die Aufforderung ihres Ahnen, „Macht Neues!“ wörtlich zu nehmen. Leider nicht im Markgräflichen Opernhaus – gegen den notwendigen Probenbetrieb im barocken Baukunstwerk haben die Betreiber ihr Veto eingelegt. Das charmante ehemalige Kino Reichshof in der Mitte der Maximilianstraße tut es auch
Wiener Zeitung
Wir sind nichts als Staub im Wind
Vorspiel zu den Bayreuther Festspielen: Klaus Langs Oper „Der verschwundene Hochzeiter“ wurde im Rahmenprogramm uraufgeführt
Tagesspiegel
In der Rätselwelt

Wahn, Wirklichkeit und visuelle Dopplungen mischen sich unentwirrbar. „Der verschwundene Hochzeiter“ thematisiert das neu Ankommen in einer festgefügten Gesellschaft.
Sueddeutsche Zeitung

Salzburger Festspiele: Orozco-Estrada muss Mozart-Matinee abgeben
Andres Orozco-Estrada ist durch eine Erkrankung verhindert. Francois Leleux übernimmt neben Solistenrolle im Oboen-Konzert auch die musikalische Leitung
Die Presse

Stuttgart: Opernliebhaber Kretschmann verabschiedet Wieler
Opernliebhaber Winfried Kretschmann (70), grüner Regierungschef von Baden-Württemberg, hat den scheidenden Stuttgarter Opernchef Jossi Wieler (66) als „genialen Regisseur“ gewürdigt. Er selbst habe Wieler immer wieder eine „emotionale Auffrischung“ im Politikeralltag zu verdanken. „Das berührt all unsere Sinne“, sagte Kretschmann, der das Opernhaus häufig besucht
Sueddeutsche Zeitung

Ich bin sicher, dass wir in der Roscic-Ära Herrn Wieler dafür um so öfter in Wien begrüßen dürfen. Ob er sich bei uns durchsetzt? Unserem Operndirektor haben wir seine französischen Regisseursfreunde rasch abgewöhnt, das Publikum muss nicht alles schlucken. Wir wollen nicht vorverurteilen, warten wir ab! .

Graz: Fux-Opern sollen „Kennzeichen der styriarte“ werden
Die styriarte hat auch heuer wieder eine Auslastung von über 90 Prozent zu verzeichnen. Intendant Mathis Huber zeigte sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz erfreut über die gute Resonanz beim Publikum. Die Idee, eine Fux-Oper im Rahmen eines Festes zu präsentieren, sei sehr gut angekommen und soll in den nächsten Jahren „als Kennzeichen der styriarte“ weiter verfolgt werden.
Salzburger Nachrichten

Festspiele Erl: Künstlerinnen klagen in offenem Brief sexuelle Übergriffe an
Künstlerinnen der Festspiele Erl schildern in einem offenen Brief sexuelle Übergriffe des künstlerischen Leiters Gustav Kuhn. Dieser weist die Anschuldigungen zurück und deutet eine Klage an. Die Grünen fordern Kuhns vorläufige Suspendierung.
Die Presse

Künstlerinnen prangern sexuelle Übergriffe bei Festspielen in Erl an
Fünf Künstlerinnen erheben in einem Brief Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen Gustav Kuhn, den Leiter der Tiroler Festspiele in Erl.
Tagesspiegel

Warum die Damen nicht zum Gerichtstermin erschienen sind, weiß ich nicht. Jedenfalls haben sich Maestro Kuhn und der Blogger Wilhelm darauf geeinigt, eine außergerichtliche Lösung anzustreben.

Ist diese misslungen? Mich wundert, dass jetzt plötzlich Namen auftauchen, die bei der ersten Tagsatzung hilfreicher gewesen wären. Jedenfalls stehen nun auch Namen hinter den Vorwürfen! Ich stimme Herrn Haselsteiner zwar zu, dass es in dieser Branche erfreulich ist, Akteure, die Wein, Weib und Gesang huldigen, anzutreffen, aber man kann das Richtige zum falschen Zeitpunkt sagen – und dann wird es zur Provokation. Schlau war diese witzig gemeinte Bemerkung des Herrn Bau-Tycoon nicht.

Nun könnte es tatsächlich „haarig“ für den Maestro werden, denn Tirol hat eine Kultur-Landesrätin. Der Herr Minister Blümel ist zwar insoferne beteiligt, als der Bund auch die Tiroler Festspiele subventioniert- siehe https://www.tiroler-festspiele.at/sponsoren, aber ich an des Ministers Stelle würde die Sache dennoch der Dame überlassen! Die Tiroler werden das schon regeln, besser nicht einmischen – besonders wenn man aus Wien kommt (der Minister ist 1981 in Wien geboren). Wiener zu sein, kommt in Tirol gar nicht gut an!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmkritiker tun es, sollten es auch tun: Sie schieben eine DVD des ursprünglichen „Papillon“-Films von 1973 ein, bevor sie in die Pressevorführung des nunmehrigen Remakes – immerhin 45 Jahre danach! – gehen. Kinobesucher, die den neuen „Papillon“ ins Auge fassen (viele von ihnen werden nicht einmal noch geboren gewesen sein, als der ursprüngliche Film entstand), sollten das tunlich vermeiden. Sich einfach mit der neuen Fassung begnügen.

Was Regisseur Michael Noer auf die Leinwand bringt, gleicht übrigens in sehr vielen Elementen (auch in der Ausstattung) bis ins Detail den Lösungen, die Franklin J. Schaffner seinerzeit gefunden hat. Die Geschichte liegt vor, sie kann nur wenig variiert werden. Der neue Film bietet allerdings eine Art Einleitung: Man lernt (in einem „Paris“, das nach wenig gelungener Atelier-Dekoration stinkt) in den dreißiger Jahren „Papi“ kennen, den berühmten Schrankknacker, der seinen Spitznamen von dem eintätowierten Schmetterling erhalten hat. Und natürlich hat er den Mord, den ihm seine Feinde anhängen, nicht begangen…

Der tägliche Özil

BRAVO, MESUT ÖZIL

Copyright: Stieglitz

Unser Mesut hat es den Deutschen, alles üble Rassisten, jetzt richtig gezeigt. Auch dem rassistischen DFB mit seinem – wie es scheint – total unfähigen und unverständlichen Vorsitzenden. Und zuletzt noch seinem Werbepartner und Sponsor Mercedes. Wie gesagt, alles Rassisten, alle haben was gegen Türken und ihren ehrenwerten Anführer Erdogan. Und neuerdings gegen den Deutschen Özil.

Dieser Mezut Özil ist der perfekte Vertreter für Glaubwürdigkeit in jeder Anti-Rassismus-Kampagne. Özil ist unabhängig – Jahresverdient 20,6 Millionen Euro. Er hat eine 35 Millionen teuren Villa, also genug Platz für Flüchtlinge und Diskreditierte. Und statt Bibliothek ein eigenes Playstation Zimmer sowie ein riesigen Hauskino. Na da würden sich Asylanten echt wohl fühlen, oder…?

Seinen Mercedes Geländewagen für 200 000 (Sonderanfertigung) und eine weitere Sonderanfertigung, einen S 63 AMG Coupé (ähnlicher Preis), wird er wohl bald wieder zurück geben, nachdem sich die Daimler-Bosse jetzt so scheisse und undankbar ihm gegenüber verhalten haben…

https://www.deropernfreund.de/kontrapunkt-6.html

Ich wünsche einen schönen, nicht allzu heißen Tag!

A.C.

 

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