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26. JÄNNER 2021 – Dienstag

26.01.2021 | Tageskommentar

Rätsel: Was geschah am Freitag (22.1.) zwischen 16,30 h und 20,30 h in der Wiener Staatsoper?

Zuerst einmal: Es ist schön und gibt Hoffnung für die Zukunft, wenn das Thema Oper auch in schwierigen Zeiten noch Gemüter erregt.

Nichts ist so hartnäckig, wie ein ungeklärtes Gerücht. Weniger ist unklug, als Gerüchte nicht zugleich mit der Wahrheit, ob das nun eine kluge oder weniger kluge „Wahrheit“ ist, im Keim zu ersticken, bevor es zu wilden Spekulationen führt.

Am vergangenen Freitag wurde der für 16,30 h angesetzte Nabucco-Stream der Wiener Staatsoper zuerst auf 20 h, später sogar auf 20,30 h rückverlegt und „technische Probleme“ als Grund angegeben. Hätte die Staatsoper  erwähnt, welcher Art die Probleme waren, dann würde nicht spekuliert werden.

So aber hören Mitglieder unseres gerade wieder aus der Zwangspause erweckten Forums das Gras wachsen und spekulieren über die Ursache. Wäre diese genannt worden, dann würde vielleicht über den Text der „Aufklärung“ spekuliert werden. Solange Opernfreunde spekulieren, sind sie zumindest noch an Bord – und vor allem am Leben! Das zu wissen ist bereits beruhigend.

Livestreams gibt es immer noch genug, eben ist der aus der BSO zu ende gegangen…..
Allerdings kann ich verstehen, dass diese Nabucco-Geburtstags-Veranstaltung mit „Sicherheitenetz“ gesendet wurde……. („Lohengrin 2“)

…zu 12: Sie haben ganz recht, wenn man den stream gehoert hat und dann die ORFIII sendung, stellt man fest, dass da einiges manipuliert worden ist, das faengt schon bei takt 1 der ouverture an wo es einen knackser gab, das material wurde geschoent und manipuliert, nur die vielen kleinen wackler, die es vor allem in den chorstellen gab die konnte man nicht retuschieren, waren aber auf grund zu schnellen tempos oder zuwenig proben… (alcindo, mir bekannt als Dirigent und auch Sänger – ist aber nicht Domingo).

Merker-Heft-Chefredakteurin hat eine Kritik zur Verfügung gestellt, nach der eine „Überarbeitung“ oder ein Sicherheitsnetz unnötig war – und verweist damit die Einwände in das Reich der Spekulation: 

„Live“- ja, wirklich, lebendig, direkt aus dem Haus am Ring –

„NABUCCO“  –  Verdi pur! Verdi so lebendig wie noch nie?

Zum Bericht

Trotzdem, einige aufhellende Worte wären zumindest nicht unklug gewesen!

Einwurf vom Leserin W.B.:

Zwischen Thomas Prochazka und Sieglinde Pfabigan liegen Welten! War das dieselbe Vorstellung? TP ist immer mehr als kritisch, wollte SP einfach nett sein?

Einen für 16:30 angesetzten Stream in eine „Aufzeichnung“ zu verwandeln, die man Stunden später sendet, hat Gründe! Ist aber jetzt völlig egal, „Farewell“ sollte ernst genommen werden und nun ist Ruhe.

Beim ORF hat man zuerst „Live“ angekündigt und ist später mit „Topaktuell“ auf den Boden der Wahrheit zurückgekehrt! 

Sigi Brockmann aus Münster schreibt: Gut, daß Sie darauf hinweisen, daß die Aufführung nochmals zu sehen ist – da kann jeder sein Urteil bestätigen oder korrigieren. Die Wackler gleich zu Beginn und im Chor waren allerdings kaum zu überhören, die waren dann ja wohl original. Selbst für den Zuschauer aus der Provinz war  eigentlich die Sängerin der Fenena die einzige, wie man sie sich bei einem Haus wie der Wiener Staatsoper erwartet, spezielle Domingo-Fans einmal ausgenommen.

Streams der Wiener Staatsoper  (garantiert nicht zeitversetzt, weil „längst im Kasten“)

Das Programm bis einschließlich 1. Februar 2021:

Dienstag, 26. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
SIEGFRIED (Vorstellung vom 17. Jänner 2016)
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Tomasz Konieczny, Herwig Pecoraro, Jochen Schmeckenbecher

Mittwoch, 27. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Richard Wagner
GÖTTERDÄMMERUNG (Vorstellung vom 24. Jänner 2016)
Dritter Tag des Bühnenfestspiels
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Sven-Eric Bechtolf
Mit u.a.: Christian Franz, Linda Watson, Eric Halfvarson, Jochen Schmeckenbecher

Das gesamte Programm bis zum 1. Februar finden Sie in den „Infos des Tages“

Apropos Spekulation:

Richard-Wagner-Festspiele:Bleibt Thielemann in Bayreuth?
In dieser Woche will Katharina Wagner Programm und Personalien verkünden.
Sueddeutsche Zeitung

Das ist Spekulation aus Verzweiflung. Die Kulturredaktion liegen auf dem Trockendock, deshalb spekulieren sie. Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass Thielemann in Bayreuth zum Abschuss freigegeben wurde, aber die „Sueddeutsche“  spekuliert. Auch mir gehen die Themen aus. Wie soll ich morgen spekulieren, um den Platz zu füllen?

Da fällt mir ein Beispiel in die Hände:

Reisserischer Ttitel: „Macht Corona unfruchtbar?“

Wenn Sie den Artikel aufmachen, finden Sie folgende Erklärung: „Kein Hinweis, dass Corona unfruchtbar macht“

Deutsches Gesundheitsportal

Mir fiele da schon einiger Unfug ein, aber wir wollen doch seriös bleiben!

Hamburg
Gezuckerte Erotik einer Live-Manon in Hamburg

Die Inszenierung von „Manon“ hat an der Staatsoper Hamburg Premiere gefeiert. Zuschauer waren nicht im Saal, Opernfans konnten die Aufführung aber im Stream auf NDR.de verfolgen. Elsa Dreisig an der Seite von Marianne Crebassa in der Oper „Cosi fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart bei den Salzburger Festspielen. Die Hauptrolle der Oper von Jules Massenet spielt die dänisch-französische Sopranistin Elsa Dreisig. Sie hat unter anderem bei den Salzburger Festspielen, in Covent Garden und Aix-en-Provence gespielt und ist dort bejubelt worden. (ndr.de)

Im Streaming-Angebot der Staatsoper Hamburg ab 27. Januar 2021, 18.00 Uhr, für 48 Stunden unter www.staatsoper-hamburg.de
Von Maria Steinhilber
Klasssik-begeistert

Berlin
Dramatische Folgen der Pandemie: Viele Berliner Musiker geben in der Krise auf
Eine neue Umfrage zeigt, wie stark die Pandemie die Musikerszene trifft. Ein Drittel habe aufgegeben, heißt es, die Hälfte brauche dringend Unterstützung.
Tagesspiegel

München/ Bayerische Staatsoper
BR-Klassik vergibt 2021 den ersten Operetten-Frosch. Der Frosch geht an die Bayerische Staatsoper München für „Schön ist die Welt“
Los geht´s …
…mit Ladehemmungen des Computers! Schrecksekunden später sieht man den Schauspieler Max Hopp auf einem bequemen Sessel sitzen und konferieren. Vor sich ein Tischchen mit einer Kanne Tee. Der Zuschauer kann sich derweil – wie im Blog der Staatsoper empfohlen – am vorgekühlten Champagner und kleinen Häppchen laben.
BR-Klassik.de

Gestern/ „Montagsstück“: Bayerisches Staatsorchester unter Zubin Mehta im Nationaltheater

Betörende Bildkraft. Zubin Mehta dirigiert das Bayerische Staatsorchester am 25.1.2021 im Nationaltheater (Staatsoper)/MÜNCHEN

Zubin Mehta. Foto: Bayerische Staatsoper

Verschwenderische Vielseitigkeit beherrscht trotz Altersweisheit die „Vier letzten Lieder“ nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff von Richard Strauss, was die Sopranistin Camilla Nylund bei „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“ in ganz besonderer Weise betont. Das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Zubin Mehta begleitet sie hier ausgesprochen einfühlsam und mit farbiger Harmonik. Der Ausdruck der Empfindung steht so auch bei „Frühling“ und „September“ stets im Mittelpunkt…

Zum Bericht von Alexander Walther

Das MET Wuppertal „Konzert“ ist bis 5. Februar 2021 online (kostenpflichtig)

Für die Fans und am Ende der Seite die kommenden MET live Daten im Februar.

https://metstarslive.brightcove-services.com/events/6168651046001?fbclid=IwAR2T9O1imi3qhmfhtDdbLHMmXEodiwuQzUIm2-nqtf865Zn0D9SncCSsFtg

 

 ORF : Die Salzburger Mozartwoche live auf „fidelio“

 

Digitales Mozart-Festival mit zehn Konzerten, darunter ein bislang unbekanntes Mozart-Stück, und hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern

Detailprogramm in den „Infos des Tages“

Deutsche Oper Berlin: Der Zwerg – 28. bis 31. Januar 2021
Die Grammy-nominierte Inszenierung von Alexander von Zemlinskys «Der Zwerg» von Tobias Kratzer steht vier Tage lang online zur Verfügung.
https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/livestreams/6424205-6112228-deutsche-oper

Streams
Jonas Kaufmann, Joyce DiDonato, Carmen Giannattasio, Waltraud Meier, Marina Poplavskaya Headline Top 10 Operas to Stream This Week
https://operawire.com/jonas-kaufmann-joyce-didonato-carmen-giannattasio

Piacenza
Ein drittel Trittico: Gianni Schicchi am Teatro Municipale di Piacenza
bachtrack

München
Freiheitsstrafe für Siegfried Mauser: Kein Finale für eine unendliche Geschichte
Der Ex-Präsident der Musikhochschule hätte vor einem Jahr seine Haft antreten sollen – ist aber noch immer auf freiem Fuß.
Münchner Abendzeitung

Siegfried Mauser sollte schon längst „sitzen“, aber er ist immer noch nicht hinter Gittern gesichtet worden und zieht den Strafantritt mit legalen Tricks hinaus. Ziel: Fußfessel!

Ob es das spielt? Davor müsste er schon einige Monate lang gesiebte Luft atmen. Diese „Corona-Monate“ sind sowieso verlorene Monate für uns alle, an Mausers Stelle würde ich auf den Haftantritt drängen und dann im Sommer den Antrag auf Fußfessel stellen!

Buchbesprechung: Thomas Medicus HEINRICH UND GÖTZ GEORGE
Zwei Leben
414 Seiten, Rowohlt Verlag, 2020

 

Vater und Sohn – beide stark, beide bedeutend. Eine klassische Konstellation in der Geschichte und oft auch in der Kunst. Generationen kannten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Namen Heinrich George. Und von ähnlicher Präsenz war in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Götz George. Vater und Sohn. Rivalität gab es nicht – der Sohn war 8 Jahre alt, als der Vater starb und nicht zuletzt die Mutter sorgte dafür, dass er ihn lebenslang verherrlichte.

Das derbe Gesicht des Vaters, das so eindrucksvoll von der Filmleinwand kam, war im Sohn verfeinert. Doch das gewissermaßen Kraftvoll-Bullige der Erscheinung hatte auch er (und forcierte später mit Schnauzbart die Ähnlichkeit). Und natürlich war da das Talent – von beiden Elternseiten: Heinrich George und Berta Drews, die bewiesen hatten, dass man nicht im konventionellen Sinn „schön“ sein musste, um die große Karriere zu machen, wenn man über so überzeugende darstellerische Präsenz verfügte…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Ein Lockdown auf barocke Art
Auf die letzte Pestepidemie von 1713 reagierte man in Wien mit ähnlichen Maßnahmen wie heute gegen Corona. Doch es gab auch sehr spezielle Gesetze und Gelübde.
https://www.diepresse.com/5927286/ein-lockdown-auf-barocke-art

Österreich
Soll man Geimpfte besserstellen?
Wenn Geimpfte keine Gefahr für andere darstellen, dann können sie nicht, sie müssen sogar anders behandelt werden als Nicht-Geimpfte.
http://kurier.at/meinung/soll-man-geimpfte-besserstellen/401167539

Gefährlich das! Ich lasse mich zwar impfen (wenn ich das noch erlebe, denn wer weiß, wann ich an der Reihe bin!), aber „besser gestellt“ möchte ich deswegen nicht sein!

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Das ist passiert: Deutsche Medien haben am Montagabend berichtet, dass der Impfstoff von AstraZeneca bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von weniger als zehn Prozent habe. Die Boulevardzeitung «Bild» sieht gar die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gefährdet. Die Berichte seien «völlig inkorrekt», teilt AstraZeneca laut Reuters mit. Die Europäische Union und die Schweiz setzen in der Impfstrategie in bedeutendem Mass auf den Wirkstoff der britisch-schwedischen Firma. Zu den neusten Entwicklungen in der Schweiz

Das ist der Hintergrund: In der Schweiz werden die Impfstoffe knapp. Lieferengpässe bei den Herstellern Pfizer / Biontech und bei AstraZeneca / Oxford University drohen die Impfkampagne zu verzögern. Die Schweiz zahle den Preis dafür, dass sie bei den Verhandlungen mit Impfstoff-Entwicklern zu zögerlich verhandelt habe, sagen Insider. Hoffnung macht derweil das Vakzin vom US-Konzern Johnson & Johnson (J&J), da es bereits nach einer Dosis schützt. Zum Bericht

Das ist eigentlich unfassbar – und ich zitiere kein „Verschwörungsblatt“. Was ist mit „Sputnik“? Angeblich soll der russische Impfstoff nun in der EU getestet werden, aber bevor man ihn zulässt und damit „sein Gesicht verliert“ (siehe die Schmähungen auch österreichischer Politiker und solche, die sich dafür halten gegen das Produkt, das ganz einfach nicht gut sein darf, weil nichts was aus Russland kommt gut sein darf), lässt man lieber ältere „Impflinge“ über die Klinge springen!

Füllen Russland und China die Impfstoff-Lücke in Europa?
Während Ungarn im Alleingang Lieferungen russischer und chinesischer Impfstoffe ausverhandelt hat, setzen die übrigen EU–Länder auf das gemeinsame EU-Lieferprogramm. Wie lange noch?
http://www.diepresse.com/5927890/fullen-russland-und-china-die-impfstoff-lucke-in-europa

Das wäre natürlich „Blamage pur“ für für die EU-Impfstrategen, das muss unter allen Umständen verhindert werden! Auf wessen Rücken wird das Spiel gespielt?

Apropos „Besser stellen“:

ORF-MITARBEITER BEI CORONAIMPFUNG PRIVILEGIERT

Mail von Generaldirektor Dr. Wrabetz an alle ORF-Mitarbeiter (Dezember 2020)

 

Und wieder Privilegien im Privilegienreich. Mitarbeiter des ORF und auch deren Angehörige sind ungeachtet des jeweiligen Alters besonders schützenswert, weil sie täglich objektiv berichten (besonders die Angehörigen)

 

In diesen Ländern betrinken sich die Menschen am häufigsten
Österreich liegt laut der britischen Global Drug Survey (GDS) sogar unter dem Durchschnitt.

Im Durchschnitt waren die mehr als 90.000 Teilnehmer 21 Mal während der vergangenen zwölf Monate betrunken, Österreich liegt unter dem Schnitt – 20,5 Mal tranken die österreichischen Teilnehmer ein Glas zu viel. Während Frauen über 25 Jahren knapp mehr als zwölf Mal einen Rausch hatten, erwischten Männer unter 25 fast 28 Mal zu viel.

Am häufigsten trinken die Schotten (33,8 Mal), dicht gefolgt von den Engländern (33,7). Australien (31,8) belegt den unrühmlichen dritten Platz.

In einer separaten Studie der GDS im vergangenen Jahr gaben 48% der Briten an, seit Beginn der Pandemie mehr getrunken zu haben. Die Zahlen dürften also in der nächsten Umfrage weiter steigen…

Kurier

Krawalle in den Niederlanden: Demonstranten zünden Fahrzeuge an und plündern Geschäfte
In rund zehn niederländischen Städten kam es am Sonntag zu Ausschreitungen bei Protesten gegen die Corona-Massnahmen.
https://www.20min.ch/video/demonstranten-zuenden-fahrzeuge-an

Krawalle in den Niederlanden: «Wir bewegen uns auf einen Bürgerkrieg zu»
In rund zehn niederländischen Städten kam es am Sonntag zu Ausschreitungen bei Protesten gegen die Corona-Massnahmen. Die Militärpolizei musste in mindestens zwei Städten die lokale Polizei unterstützen.
https://www.20min.ch/story/130-verhaftungen-bei-protesten-gegen-corona-ausgangssperre-533658025860

Vom Fußball wissen wir, dass die Krawallmacher aus Holland die gefährlichsten – noch vor den Engländern – sind. Wir Österreicher sind geradezu „Waserl“!

Dennoch, auch ein „Waserl“ kann gefährlich werden, wenn es zu sehr gereizt wird! Altes Sprichwort: „Stille Wasser sind tief!“

Haben Sie einen schönen und gewaltfreien Tag!

A.C.

 

 

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