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26. JÄNNER 2020 – Sonntag

26.01.2020 | Tageskommentar

Wien „Salome“: Herwig Pecoraro und Waltraud Meier. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

„Deine Stimme peinigt mich,“ rügt Herodes seine Frau, die ihn von Beginn an keifend, rechthaberisch bedrängt und, um ihn zu ärgern,  das Objekt seiner Begierde, ihre Tochter Salome, auf deren rapidem Weg in die Raserei unentwegt bestärkt. So ergeht es an diesem Abend leider auch dem Publikum. Was Waltraud Meier als Herodias von sich hören lässt, tut einfach weh. Da hat eine große Stimme wieder einmal den rechten Zeitpunkt, sich zurückzuziehen, versäumt und irrlichtert nun auf den Bühnen weiter herum. Und nervt. Auch für Herwig Pecoraro, der mit seinem eigenwillig gefärbten Charaktertenor in den letzten Jahren als kauzig-verschlagener Mime und merkwürdig neurotischer Herodes immer wieder aufhorchen hat lassen, ist die Zeit des Abschieds gekommen. Sollte er, wie man hört, mit Ende der Saison in die wohlverdiente Pension gehen, wird man sich des lüsternen, dabei kindlich-naiv wirkenden, ängstlich-misstrauischen Tetrarchs aus seiner besten Zeit gerne erinnern…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

LIVE AUF „fidelio“: HEUTE Der Messias“ und nächsten Sonntag „Pùnkitititi!“ live aus Salzburg (Mozartwoche)

Unter dem Motto „Mozart auf ‚fidelio‘“ (www.myfidelio.at/mozart-auf-fidelio) werden neben den Live-Events „Messias“ und „Pùnkitititi“ auch zahlreiche Highlights wie Behind-the-Scenes, exklusive Künstler-Interviews und Mozart-Schätze aus dem „fidelio“-Archiv gezeigt.

Live aus dem Haus für Mozart in Salzburg überträgt „fidelio“ am 26. Jänner um 20.00 Uhr „Der Messias“, ein Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel (HWV 56), bearbeitet von Mozart. Das große Bühnenprojekt der diesjährigen Mozartwoche brilliert mit einer phänomenalen künstlerischen Konstellation: Der gefeierte Regisseur Robert Wilson inszeniert und Marc Minkowski führt das Oratorium mit seinen Musiciens du Louvre und einer handverlesenen Sängerbesetzung auf.

Am 2. Februar um 15.00 Uhr streamt „fidelio“ das Marionettenspiel „Pùnkitititi!“ live aus dem Salzburger Marionettentheater

Die Mozartwoche 2020 auf „fidelio“
Umfangreicher Programmschwerpunkt u. a. mit „Messias“ und „Pùnkitititi“, exklusiven Interviews und Behind-the-Scenes
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200124_OTS0086/die-mozartwoche

IN WELCHEM HAUS STARB GUSTAV MAHLER?

 

Dr. Klaus Billand schickt uns dieses von ihm gemachte Foto und ist gespannt, ob die Wiener Musikfreunde das
erstens einmal wirklich wissen
und zweitens, wie lange wir auf eine Antwort warten müssen.

Nun, in Zeiten des Internets ist das keine wirkliche Herausforderung, denn bereits nach 10 Minuten traf die Antwort ein:

Wien, 9. Bezirk, Mariannengasse 20
In diesem Haus starb Mahler am 18. Mai, 1911

Das riesige Gebäude ist Eigentum der Österreichischen Bundesbahnen und steht jetzt leer. Sein Schicksal ist noch ungewiss. Im Laufe des Jahres 2016 wurde eine Gedenktafel von unbekannten Personen entfernt, dann ein Jahr später wiederhergestellt.

Badisches Staatstheater Karlsruhe: TURANDOT. Premiere am 25.1.2020

Foto: Falk von Traubenberg

Es ist eine völlig neue Sichtweise auf dieses Werk Der italienische Regisseur Fabio Cherstich präsentiert gemeinsam mit dem Teatro Massimo Palermo und dem Teatro Comunale di Bologna sowie dem Lakhta Center St. Petersburg „Turandot“ von Giacomo Puccini. Die exotische Märchenkomödie und Schillers Drama werden hier in eine fantastische Welt der Medienkunst getaucht (Video und Ausstattung: AES+F/Tatiana Arzamasova, Lev Evzovich, Evgeny Svyatsky, Vladimir Fridkes). Man sieht wandernde Planeten, das ganze Universum. Die imaginäre Aura eines futuristischen Peking wird hier in raffinierter Weise mit vier Elementen verflochten, die für Puccini von zentraler Bedeutung waren: Eine rührende Liebesgeschichte, märchenhafte Elemente, groteske Komik und lyrische Momente…

Zum Premierenbericht von Alexander Walther

BERLIN/ Komische Oper: FRÜHLINGSSTÜRME – Operette von Jaromir Weinberger. Premiere am 25.1.

Copyright: ikofreese_drama_berlin.de

Die Komische Oper Berlin ist eine gut geölte Unterhaltungstheater-Erfolgsmaschine. Die wirkliche Bedeutung des Impresarios, Theatermachers und Regisseurs Barrie Kosky liegt aber darin, dass er vergessene Operetten und Opern vor allem aus der Zeit der 20er und 30er Jahre – oft mit Berlin-Bezug – dem Vergessen entrissen hat und in attraktiven, populären, neu gedeuteten Produktionen auf die Bühne bringt.

Nun ist Jaromír Weinbergers Operette „Frühlingstürme“ an der Reihe. Eine besonders wichtige Rehabilitation wie ich meine, weil die Musik Weinbergers eine ganz eigene magische Schönheit, Tempo, Farbigkeit, und spätromantisch instrumentale Virtuosität mitbringt und mit der Inventionskraft etwa des allerorts gespielten Lehar auf alle Fälle mithalten kann. Die Oper „Schwanda der Dudelsackpfeier“ kenne ich seit den 80-er Jahren aus der Wiener Volksoper und von der herausragenden Plattenproduktion mit Popp, Jerusalem, Prey unter Heinz Wallberg. Und auch die „Frühlingsstürme“ haben mich musikalisch nicht nur überzeugt, sondern ganz uns gar mitgerissen. Aus dem melodischen Reichtum könnten heutige Musical-Komponisten locker zehn Werke aus der Retorte stampfen…

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

INSTAG(K)RAMEREIEN (aufgestöbert von Fritz Kramer)

Anita Rachvelishvili  studiert die siete canciones populares von de Falla mit dem Pianisten Vincenzo Scalera

ZUM VIDEO

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Ildar Abdrazakov ist an der Metropolitan Opera bei „Fausts Verdammnis“ dabei

 

Zu weiteren Fotos/ Instagram

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Angela Gheorghiu  liegt irgendwo auf einem Sofa mit Diadem, spielt und probt Tosca für Dresden?

 

Zu INSTAGRAM

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Martha Argerich, ich nenne sie die Königin, probt

 

ZUM VIDEO

KLEINER VERSUCH ZUR RETTUNG DES ECHTEN WIENERLIEDES: GÜNTHER GROISSBÖCK SINGT “ IN EINEM KLEINEN CAFE IN HERNALS“ (Hermann Leopoldi)

 

ZUM YOUTUBE-VIDEO

Wien/ Musikverein: Thai-Prinzessin bei Philharmonikerball
Alle Jahre wieder verwandelt sich der prunkvolle Wiener Musikverein in den vielleicht schönsten Ballsaal der Stadt. Heuer hatte der Philharmonikerball adeligen Besuch: Prinzessin Sirivannavari Nariratana, die Tochter des Königs von Thailand, kam und tanzte.
https://wien.orf.at/stories/3031336/

Mainz
Puccinis „Manon“ und „#me too“ am Mainzer Staatstheater
„Manon Lescaut“ ist ein Stück über das Scheitern an den Verlockungen dieser Welt. Gerard Jones, Preisträger des Europäischen Opernregiepreises 2018, führt Regie in Mainz.
https://www.allgemeine-zeitung.de/freizeit/kunst-und-kultur/theater/puccinis

BERLIN: Kündigungen am Staatsballett: Neue Leitung dringend gesucht

Der Schock, den die Kündigung von Johannes Öhman und Sasha Waltz beim Staatsballett Berlin ausgelöst hat, sitzt tief. Zum 31. Dezember 2020 sind die weg! Was da gerade begonnen hatte, muss als State of the Art of Ballet Direction gelten, um Klassen besser als alles, was die Vorgänger Vladimir Malakhov oder gar Nacho Duato zeigten. Es packt einen die Angst, wenn man zurückschaut.
Frankfurter Allgemeine

Was war das für ein Wehklagen, als Vladimir Malakhov abgelöst wurde. Es gab erboste Mails ob der vermeintlichten Ungerechtigkeit. Heute „packt einen die Angst, wenn man zurückschaut“. Damit ist nicht nur der glücklose Duato, sondern auch der zuvor so verehrte Malakhov gemeint. Künstler wären gut beraten, sich nicht auf Fans zu verlassen, die springen schneller in ein anderes Lager über, als man denkt.

So war es auch in München (Zelensky statt Liska), so wird es voraussichtlich auch in Wien sein (Schläpfer statt Legris).

Pulheim
Firma spendet 5.000 Euro an Pulheimer Kammeroper , aber Stadt reicht Spende nicht weiter
https://www.ksta.de/region/rhein-erft/pulheim/firma-spendet-5-000-euro-an-pulheimer

Was wie „Skandal“ klingt, ist eigentlich logisch und keines Wirlbels wert. Die Firma hätte doch direkt an das Theater überweisen können. So aber könnte man meinen, dass eine Absicht dahinter steckt: Die Stadt hat 1000 Euro an Subvention genehmigt (zwar ein „Scherz“, aber Faktum) und hätte dann 6000 Euro überwiesen. Den Sinn dahinter vermag ich nicht zu erkennen, aber irgendeinen Sinn muss diese Überweisung über Umwege doch gehabt haben!

Dresden: Orden des Semperopernballs geht an Ägyptens Machthaber El Sisi
https://www.mdr.de/sachsen/dresden/dresden-radebeul/semperopernball

Also, dieser Herr Frey ist undurchschaubar. Jetzt fliegt er sogar nach Ägypten (vermutlich auf „Regimentsunkosten“) und hängt dem auch nicht unumstittenen El-Sisi seine „Pletschn“ um! Auch da steckt tieferer Sinn dahinter!

Das Ende des Burgenländerwitzes
Vor mehr als 25 Jahren machte sich das Burgenland ein bisschen ärmer, als es war. Diese Übertreibung war aber notwendig. Ohne die vielen Millionen aus Brüssel würde das Burgenland heute wohl deutlich anders aussehen.
Wiener Zeitung

Auch das Burgenland hat Tricks auf Lager. Bei der heutigen Wahl geht es für den beliebten Landeshäuptling, aber für allen für dessen Bundespartei um eine Richtungsentscheidung. Ob sich dort alle über den „Dosko-Triumph“ freuen werden?

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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