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26. AUGUST 2020 – Mittwoch

26.08.2020 | Tageskommentar

Coronagerecht verkleinerte und zeitverschobene Wiener Festwochen starten heute mit Anne Teresa de Keersmaker

Nei, es ist nicht Mai, sondern tatsächlich bereits fast September

Die Wiener Festwochen finden heuer von 26. August bis 26. September statt, großteils in den Hallen E und G des MuseumsQuartiers. Zusätzlich zu den Aufführungen wird es Einführungen, Lectures und Gespräche geben.

Verspätet und abgespeckt finden die Wiener Festwochen ab Mittwoch in den Hallen des Wiener MuseumsQuartiers statt. Gespart worden sei an der Quantität, nicht an der Qualität, sagte Intendant Christophe Slagmuylder. Und tatsächlich: Schon die Eröffnung verspricht spektakulär zu werden. Später wird es hart.

Die Festwochen stehen  heuer im Zeichen einer Liebeserklärung, und die ist in der Zeit der Isolation entstanden: die Erklärung der Liebe Wiens zu Anne Teresa de Keersmaeker und die Erklärung der Liebe Anne Teresa de Keersmaekers zu Wien. Nachdem schon die Inszenierung der „Brandenburgischen Konzerte“ von Johann Sebastian Bach bei den Festwochen als Gruppenstück durch die Choreografin und Tänzerin letztes Jahr ein ausgesprochener Erfolg war, stehen im Ausnahmejahr 2020 die „Goldberg-Variationen“ im Zentrum des großen ersten Abends.

Bühnenbeben mit Metal, Bach und Tanz
Verspätet und abgespeckt finden die Wiener Festwochen ab Mittwoch in den Hallen des Wiener MuseumsQuartiers statt. Gespart worden sei an der Quantität, nicht an der Qualität, sagte Intendant Christophe Slagmuylder. Und tatsächlich: Schon die Eröffnung verspricht spektakulär zu werden. Später wird es hart.
https://orf.at/stories/3178634/

Alles dreht sich um Corona, viele Zeitungen leben davon. Spielpläne werden total beeinflusst, Zuschauerkapazitäten heruntergefahren!Und ich soll in meinem täglichen Kommentar Corona nicht erwähnen. Wer das fordert, lebt auf dem Mond

Theater: Maskenpflicht und Leitsysteme
Die Theater rüsten sich zum ersten Saisonbeginn unter CoV-Bedingungen. Es gilt Maskenpflicht, wenn man nicht am Sitzplatz ist. Und die Häuser setzen auf Leitsysteme mit mehreren Eingängen. Fest steht bereits, dass die neue Saison Millionenverluste bringen wird.
https://wien.orf.at/stories/3063626/

Ich habe mir gestern ein Interview mit Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder angehört. Der liegt im Clinch mit dem Wiener Staatsopernchef – und in Zeiten wie diesen schadet der „Clinch“ (im Boxsport hakt sich ein Boxer ein, um die Bewegungsfreiheit des Gegner zu blockieren) wohl keinem von beiden. Ein Clinch ist regelwidrig, dauert daher nicht lange – weil ein Ringrichter einschreitet. Die Herren werden keinen Ringrichter brauchen, der Clinch hat sich wohl schon aufgelöst.

Herr Schröder wird Herrn Roscic keine Ratschläge erteilen (das ist eine andere Baustelle), braucht aber auch von diesem keine Tipps! Nur so kann gute Nachbarschaft funktionieren. Jeder kehre vor seiner Türe, nicht vor der des Nachbarn!

Herr Schröder rechnet mit einer noch sehr langen Dauer der Beeinträchtigungen und ist ein Fan der Masken. Enttäuscht ist er von den Österreichern, die sein Museum eher nicht gestürmt haben, als dort viel Platz für sie war. Erst jetzt, nachdem der Tourismus langsam wieder anläuft, pendelt sich die Besucherzahl auf etwa 50 % der „Vor-Coronazeit“ ein.

Herr Schröder erklärt auch, dass sowohl Albertina wie auch die Bundestheater keine Subventionsempfänger sind. Sie alle gehören dem Staat Österreich, beziehen demnach keine  Subventionen (weil sich der Eigentümer nicht selbst subventionieren kann) sondern notwendige  Zuschüsse zur Erhaltung – und können auch nicht pleite machen. Subventionsempfänger (Bittsteller) sind diverse Festspiele wie auch die Salzburger und kleinere Kulturinitiativen.

Und die „Kleinen“ werden „krachen“ – das ist sicher. Ein Reinigungsprozess? In gewissem Sinne ja, nur sollt der Kahlschlag im Auge behalten werden.

Noch eine FIDELIO-KRITIK aus Graz

Eindrucksvoll: Die Grazer Kasematten. Foto: Photowerk

Entschlossen und souverän tritt der junge Grazer Kapellmeister Marcus Merkel um Punkt 20 Uhr an das Pult der Mitglieder der Grazer Philharmoniker in den beeindruckenden Kasematten der Schlossbergbühne Graz und dirigiert ganz ohne Noten (!) Beethovens dritte Version seines „Fidelio“ von 1814 (Gott sei Dank, wenn man an das kürzlich so missglückte Abenteuer der Wiener Staatsoper denkt) mit einer musikalischen Selbstsicherheit, die auch einen Weltstar wie Sir Bryn Terfel beeindrucken musste…

Zum Bericht von Klaus Billand

HEUTE BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN: JUAN DIEGO FLOREZ (Tenor); VINCENZO SCALERA (Klavier)

Beginn 21 h. Restkarten erhältlich!

Juan Diego Florez. Foto: Gregor Hohenberg/ Sony

Werke von Beethoven, Mendelssohn, R. Strauss, Bellini, Verdi, Lalo, Massenet, Puccini

Salzburg: Rote Gruppe“ und Corona-Tests: Das Salzburger Festspiel-Experiment mit Operndiva Anna Netrebko
https://de.sputniknews.com/kultur/20200824327786348-salzburg-festspiel-experiment-netrebko/

Das Netrebko-Konzert von gestern soll morgen,  am 27.8. um 20,30 bei ARTE Concert zu sehen sein.

https://www.arte.tv/de/videos/098935-000-A/arienabend-mit-anna-netrebko-und-yusif-eyvazov/

OPER GRAZ: SAISONERÖFFNUNG am 5. SEPTEMBER

Hereinspaziert! Bühnenshow zum Saisonauftakt 2020/21

Am 5. und 6. September öffnet sich der rote Samtvorhang der Oper Graz und es heißt „Hereinspaziert! Hereinspaziert“.
In einem bunten Programm präsentieren das Sängerensemble, das Ballett und der Chor der Oper Graz sowie die Grazer Philharmoniker Ausschnitte aus der neuen Saison 2020/21. Neben großen Arien und fetzigen Tanz-​Darbietungen werden einmalige Einblicke hinter das technische Treiben der großen Bühne gezeigt. Wer kennt nicht das berühmte Stangen-​Ballett oder das große Rondo des Hubs? Da kündigt sich sogar die Großherzogin von Gerolstein an– kommt sie allein?

5. Sep 2020 um 11 & 18 Uhr, 6. Sep 2020 um 11 & 15 Uhr
Saisonauftakt 2020/21
Informationen & Tickets

Dirigent Gustav Kuhn wird 75
Ein „Erlkönig“ in jeder Hinsicht
Kuhn ist Dirigent, Regisseur, Komponist, promovierter Psychologe. Aber auch berüchtigter Despot, erklärter Genussmensch und bis 2018, als er über Belästigungsvorwürfe stürzte, absolutistischer Festivalleiter. Am 28. August wird Gustav Kuhn 75 Jahre alt.

Das bleibende Vermächtnis des Impresarios sind die Tiroler Festspiele Erl nahe der deutschen Grenze, die Kuhn 1997 ins Leben gerufen hatte. Durch prominente Unterstützer, allen voran Unternehmer Hans Peter Haselsteiner, konnte er 2012 sogar ein eigenes Festspielhaus eröffnen..
Kleine Zeitung

Dass das alles für Kuhn so gänzlich aus sein soll, glaube ich nicht. Corona kam da gar nicht ungelegen, die Welt – auch die Musikwelt – hat andere, weit größere Sorgen. „Wer zahlt, schafft an“ – besonders in Zeiten der Geldknappheit!  Mich interessiert, wie es in Erl weitergeht

„Routine gehört nicht auf die Bühne, sondern neue Entdeckungen und Entwicklungen“ –
9 Fragen an die israelische Sopranistin Chen Reiss
Die in Holon, einer kleinen Stadt südlich von Tel Aviv, geborene Sopranistin Chen Reiss tritt in wichtigen Rollen an führenden internationalen Opernhäusern auf – vor allem in der Wiener Staatsoper, aber auch in der Bayerischen und der Hamburger Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, dem Théatre des Champs-Elysée, der Royal Opera Covent Garden, London, dem Maggio Musicale Fiorentino, in Tokio, Philadelphia, Barcelona und Madrid, der Israeli Opera und der Mailänder Scala. Sie trat auf mit namhaften Orchestern wie den Wiener und den Münchner Philharmonikern sowie dem Concertgebouw-Orchester, in der New Yorker Carnegie Hall wirkte sie bei Mahlers 8. Sinfonie mit. 2014 wurde Chen Reiss die Ehre zuteil, in der weltweit übertragenen Mitternachtsmesse für Papst Franziskus das „Et incarnatus est“ aus Mozarts Großer Messe in c-Moll zu singen. Sie sang am Lucerne Festival ebenso wie in den BBC-Proms an der Londoner Royal Albert Hall. 2006 wirkte sie mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle im Soundtrack des Films „Das Parfum“ mit.
Charles E. Ritterband im Gespräch mit der Sopranistin Chen Reiss
Klassik-begeistert

DEUTSCHE OPER BERLIN: Ludwig von Beethoven / Yom BABY DOLL. Eine Flucht mit Beethovens 7. Sinfonie

7. Sinfonie in A-Dur op. 92
Musikalische Zwischenspiele von Yom
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten (keine Pause)
Musikalische Leitung Donald Runnicles
Konzeption, Texte, Inszenierung, Bühne und Video Marie-Ève Signeyrole

Uraufführung am 4. September 2020 um 19.30 Uhr in der Deutschen Oper Berlin, weitere Vorstellungen am 6. (15.00 und 19.30 Uhr) und 7. September (19.30 Uhr).

Mehr darüber in unseren Infos des Tages/Aktuelles

Beethoven am Aichergut, 27.-30. August 2020 – Kapellenweg 7, 4863 Seewalchen am Attersee

 

Das Salzkammergut Klassik Festival klingt mit Wolfgang Holzmair | Andrea Eckert | Gottlieb Wallisch | Wolfgang Brunner | Martin Nöbauer | Harmoniemusik des Orchesters Wiener Akademie | Hohenecker-Klaviertrio u.a. am Aichergut in Seewalchen am Attersee aus.

Einen Beethoven-Schwerpunkt der besonderen Art bringt der zweite Veranstaltungsblock des Salzkammergut Festivals Ende August. An vier Abenden und in einer Sonntagsmatinee im speziellen Ambiente des Aicherguts in Seewalchen wird Beethovens vielfältiges Schaffen in reizvollen Verschränkungen vorgestellt.

  1. August 2020, 19:30 Uhr (Einführung 19:00 Uhr)

    Wolfgang Holzmair

Liederabend „An die ferne Geliebte“ und ausgewählte Lieder

Wolfgang Holzmair, Bariton
Wolfgang Brunner, Hammerklavier

Mehr darüber (Gesamtprogramm) in unseren heutigenInfos des Tages

Saarbrücken
Trotz Corona: Saarbrücker Staatstheater startet in Oper-Saison
https://boostyourcity.de/trotz-corona-saarbruecker-staatstheater-startet-in-oper-saison

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMRUBRIK

Wahrscheinlich hat man zu viel von „Tenet“ gehört. Das sollte der „Wunderwuzzi“-Film sein, der die wie erstarrt daliegende Kinolandschaft wieder zum Leben erweckt. „Tenet“! tönte es allerorten. Die Vorreklame war schier überbordend, die Erwartungen waren einfach zu hoch, wenn man nun das Ergebnis sieht.

Warum der irre Medienwirbel? Weil Regisseur Christopher Nolan nicht nur drei schön-düstere „Batman“-Filme gedreht hat. Vor zehn Jahren ist ihm wirklich das Besondere gelungen, als er in „Inception“ Leonardo DiCaprio durch eine irrwitzige, wahnsinnige, surreale Welt der Träume sandte, Kino at ist best, die Möglichkeiten des Genres ausschöpfend, mit dem Zuschauer spielend, ihn am Ende verwirrt, erschöpft und begeistert zurück lassend.

Die Erwartungen, dies womöglich noch zu übertrumpfen, lasten nun zentnerschwer auf „Tenet“. Kein Wunder, dass der Film darunter zusammen bricht. Obwohl – an Action und Effekten fehlt es keineswegs, und das zweieinhalb Stunden lang. Wem es nur darum geht, der wird bedient…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

ORF
„Dancing Stars“ ohne Mirjam Weichselbraun: Moderatorin nicht mehr dabei
In einem rührenden Instagram-Posting gab sie bekannt, dass sie bei der aktuellen Staffel nicht mehr mitwirken wird.

…Die verschärften Reisebedingungen aufgrund der Corona-Pandemie machen das für sie unmöglich, wie sie auf Instagram schreibt. „Ich bin zweifache Mama. Lola ist jetzt ein Jahr alt und meine große Tochter Maja geht in die Schule. Im September geht die Schule-erstmal-wie geplant wieder los. Das wäre kein Problem, wenn ich, so wie in all den Jahren zuvor, für Dancing Stars wöchentlich nach Wien und wieder zurückreisen würde. So haben wir das bisher gemacht und das hat super geklappt.“..

Kurier

Durch die verschärften Reisebedingen geht das derzeit nicht. Mutter sein hat Vorrang!

„Positiver Verlauf“
Dornhelm: Hoffnung auf baldige Genesung
Dem an Covid-19 erkrankten Regisseur Robert Dornhelm „geht es derzeit in stationärer ärztlicher Behandlung gut, seine Erkrankung zeigt bisher einen positiven Verlauf und das gibt Hoffnung auf eine baldige Genesung“. Das gab Oliver Auspitz, Geschäftsführer der MR-Film, am Dienstagfrüh in einem Statement gegenüber der APA bekannt.
https://www.krone.at/2217428

Es wäre vielleicht auch für Herrn Dornhelm zu überdenken, ob er sich wirklich zu jeder Party schleppen muss. Er bringt Mitmenschen – auch wenn er sie offenbar nicht krank gemacht, in unangenehme Situation Die NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner hat etwas geschafft, was die Salzburger Festspiele bisher nicht geschafft haben – für einen Corona-Fall verantwortlich zu sein.

Baldige Genesung, auch das Filmteam ist in einer schwierigen Situation. Die Herrschaften haben (hoffentlich) wohl auch noch andere Termine!

Bleiben Sie – in Ihrem Alter – künftig mehr daheim, Herr Dornhelm!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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