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26. AUGUST 2018

26.08.2018 | Tageskommentar

Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern. Der Anfang einer Liebesbeziehung?  Copyright: Monika Rittershaus

Noch dauert es etwa ein Jahr, bis der von den Berliner Philharmonikern gewählte neue Chef  Kirill Petrenko offiziell sein Amt antritt. Die Vorfreue ist groß, und die Erwartungen sind schon an diesem Abend hoch. Als er zur diesjährigen Saisoneröffnung den total ausverkauften Saal betritt, brandet sogleich der Beifall auf.  

Kann der jetzt 46jährige Russe, der von 2002-2007 als GMD der Komischen Oper Berlin nicht übermäßig auffiel, jedoch das Bayerische Staatsorchester in den letzten Jahren zum Spitzenklangkörper formte, die Berliner Erwartungen jetzt und in Zukunft erfüllen?

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Berlin/ Philharmonie
Aller Schmerz soll sich in Lust verwandeln
Erst Zuchtmeister, dann Vortänzer: Kirill Petrenko dirigiert das Saisoneröffnungskonzert der Berliner Philharmoniker
Tagesspiegel

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker: Stürmischer Auftakt einer Liebesbeziehung
Der bereits 2015 zum neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählte Kirill Petrenko hat sich seither in Berlin sehr rar gemacht. Seine Verpflichtungen als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München, wo sein Vertrag noch bis 2019/20 läuft, ließen ihm kaum Zeit, um in Berlin Konzerte zu leiten. In der heute begonnenen Saison wird er aber wenigstens zwei Konzertprogramme dirigieren.
Peter Sommeregger berichtet aus der Philharmonie Berlin.
Klassik-begeistert

Neu: INGE BORKH GESTORBEN

 

https://www.nzz.ch/feuilleton/nachruf-inge-borkh-singen-um-darzustellen-ld.1315965

SALZBURG/Festspiele – WIENER PHILHARMONIKER mit Henze und Wagner am 25. August 2018

Foto: Dr. Klaus Billand

Gestern Vormittag gab es im Großen Festspielhaus das letzte Konzert der Wiener Philharmoniker bei den diesjährigen Salzburger Festspielen. Dirigent Franz Welser-Möst hatte mit dem Orchester ein ebenso interessantes wie anspruchsvolles Programm ausgewählt. Zunächst gab es von Hans Werner Henze die „Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester“ zu Richard Wagners Musikdrama „Tristan und Isolde“. Nach der Pause hörte man dann Wagner aus „erster Hand“, was ich sowohl im Sinne der Komposition als auch der Interpretation verstehe, nämlich einen Querschnitt über die Orchesterstücke der „Götterdämmerung“ aus der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ mit einem Orchester, dem der „Ring“ gewissermaßen auf den Leib geschrieben ist, zumal unter Franz Welser-Möst…

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand 

DREHEN WIR DIE ZEIT 20 JAHRE ZURÜCK: DIE SALZBURGER FESTSPIELPRÄSIDENTIN SOLLTE ENTMACHTET WERDEN – VON EINEM HERRN WITTMANN

 

APROPOS: Ja, die Zeit ändert viel…

Erster Gedankengang:

Ich habe mich diesen Sommer nicht weiter von Wien wegbewegt als bis Reichenau, und ich hatte auch keinerlei Bedürfnis, wie in früheren Jahren hektisch zwischen Salzburg und Bayreuth, Bregenz und Verona herumzuzischen (und womöglich Glyndebourne und Aix als Draufgabe, obwohl diese Orte bei den Österreichern nicht so populär sind). Man wird älter, und man hat’s gehabt.

In alten Zeitungen zu blättern, die irgendwann in Ecken geschmissen wurden, um „später“ einmal hervorgeholt zu werden, bedeutet „Walking Memory Lane“, und das ist eine gute Sache. Sie beweist nicht zuletzt, dass wir uns über nichts aufregen sollen, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, wie dieser grammatikalisch unmögliche, aber inhaltlich wohl richtige Satz lautet…

Zweiter Gedankengang:

Die Salzburger Festspiele neigen sich ihrem Ende zu, höchst erfolgreich, wie man hört, was mich und die in der Wolle gefärbten Alt-Opernfreunde wundert, denn die Besetzungen von „Zauberflöte“, „Salome“ oder „Pique Dame“ waren ja keinesfalls Über-Drüber-Festspielglanz, sondern eher weit drunter. Aber bitte, wenn sich eine Marke verkauft, dann tut sie es. Und wer verkauft die Salzburger Festspiele am besten? Die Präsidentin, Helga Rabl-Stadler, die Unentbehrliche, immer Präsente, immer so mit vollem Herzen Engagierte (das glaubt man ihr, das kann man nicht spielen). Sie also, ohne die es nicht geht, die Integrationsfigur. Bloß…

Dritter Gedankengang:

Was finde ich also in der Presse vor 20 Jahren? Es gibt ja wirklich „Fundstücke“, da gehen einem die Augen über (denn man hatte natürlich vergessen, was damals war).

 

Wie war das damals, als mit Peter Wittmann ein neuer „Kunststaatssekretär“ der SPÖ gewaltig umrühren und die Salzburger Festspielpräsidentin abschaffen wollte? Sie schien also gar nicht immer so unentbehrlich, sondern damals eher „überflüssig“, für Wittmann offenbar ein Störfaktor, in ihrer Funktion auf reine Repräsentation reduziert … Na, das hat man ja dem alten Kaiser auch nachgesagt, und schaut’s, wie schief es gegangen ist, als er weg war.

„Apropos“ finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“ bzw. in den Feuilletons

Helga Rabl-Stadler ist noch immer Präsidentin der Salzburger Festspiele, wo aber ist Herr Wittmann?

Heinrich Schramm-Schiessl (wer sonst?) weiß Bescheid.

Wo Herr Wittmann derzeit ist, kann ich Euch verraten: Im Parlament. Er fiel heuer bei einer der letzten Sitzungen vor der Sommerpause – es ging um die neue Arbeitszeitregelung – durch ein rotes Leiberl mit der Aufschrift „ANTI BASTI“ auf.

Es gibt über ihn übrigens eine Anekdote, die, wenn sie nicht wahr, dann zumindest gut erfunden ist: Als er frischgebackener Kulturstaatsekretär war, wurde er Helga Rabl-Stadler vorgestellt, worauf er gefragt haben soll: „Wer sind sie bitte?“.

Ohne die Wiener Philharmoniker wären die Salzburger Festspiele ein Festival unter vielen
Seit 1920 könnte das Sommerfestival nicht ohne sein Wiener Elite-Orchester auskommen. Dieses aber profitiert umgekehrt auch von Salzburg – es nutzt die Festspiele als künstlerische Frischzellenkur. Die Geschichte einer spannungsvollen Liebesbeziehung.
Neue Zürcher Zeitung

Hamburgs Tycoon Klaus-Michael Kühne finanziert Salzburg. Er finanziert übrigens auch den Hamburger Sportverein – und die sind seit heuer zweitklassig!

Ab 2019 wird Kühnes Stiftung Nestlé als Hauptsponsor der Salzburger Festspiele ablösen –
Der Standard
Salzburger Festspiele begeistern einen Stifter
Erstmals gewährt eine Stiftung auf drei Jahre zugesagte Beiträge für das Festspielbudget
Salzburger Nachrichten

Der Mann bzw. dessen Imperium ist politisch nicht unumstritten – hat man das bedacht oder ist es den Festspielen egal? Kühne & Nagel ist steuerschonend in der Schweiz angesiedelt – das für unsere deutschen Leser!

Ich wildere oft in anderen Foren, so etwa im Form des „Standards“. Einige Auszüge daraus.

Vorsicht! Der Mann ist fordernd, sehr selbstbewusst, nicht einfach. Ob das in Salzburg gut ankommen wird?

Nach der HSV-Pleite sucht der wohl eine neues Be(s)tätigungsfeld
Dort hat er wenigstens noch was für die Bevölkerung getan.
Jetzt lässt er sich von der Exklusiv-Clique loben.

Weiters: aber im ernst: da ich ein paar eingefleischte hsv’ler kenne und die mich ja in letzter zeit auch anlässlich des freundschaftsspiels mit rapid vollsudern: so mäzenhaft ist kühne nicht. denn im grunde war es nur geborgtes geld, womit der hsv ja schuldentechnisch erst recht in eine krise schlitterte. erlöse von spielern flossen wieder an kühne zurück.

zu der vergangenheit wurde eh von den vorpostern alles gesagt. auch, dass die wenns darum geht ihren solidarischen beitrag der allgemeinheit gegenüber zu leisten, alles andere als „sozial“ ist und war. ob er der richtige als sponsor ist, pecunia non olet scheint die devise zu lauten

Wie gesagt, das sind Auszüge aus dem „Standard“-Forum, eine Zeitung, die ziemlich weit links steht!

Heute zweite (und letzte) Vorstellung der Salzburger „Perlenfischer“

Les Pêcheurs de perles 2018: Plácido Domingo (Zurga), Aida Garifullina (Leïla), Mozarteumorchester Salzburg. Copyright: Salzburger Festspiele/Marco Borelli

Zum Bericht von Udo Pacolt (erste Vorstellung am 23.8.)

Es gibt saudumme Vergleiche, etwa den Vergleich von Placido Domingo mit Enrico Caruso

Es ist Sommer – und auch Journalisten wollen am Strand liegen. Also kommt es auch zu Spartenüberschreitungen. Ein Sportreporter meint, dass Sänger eben Sänger sind und deswegen miteinander verglichen werden können (das, lieber Sportkollege, ist in etwa so wie der Vergleich von Cristiano Ronaldo mit dem Torhüter Gianluigi Buffon – beide sind Fußballer). Placido Domingo kann nicht mit Enrico Caruso verglichen werden. Warum tut man es dann?

Ich habe übrigens Placido Domingo vor wenigen Tagen mittels Aufzeichnung vom Berliner „Macbeth“ gesehen und bin beindruckt, auch die positiven Rezensionen über seinen jüngsten Salzburger Auftritt wurden von mir in ein gebührendes Licht gestellt – ebenso wie die kritischen Anmerkungen zu seinem Bayreuther „Walküre“-Dirigat. Im Klartext: Herr Domingo ist ebenso lieb und wert – oder auch wurscht – wie jeder andere Sänger.

Franco Bastiano trägt Fakten zusammen und ich muss mich darauf verlassen können, dass diese stimmen. Das tue ich auch, mit falschen Fakten beliefert man mich nur ein einziges Mal. Was gibt es also zum Vergleich Domingo mit Caruso anzumerken?:

DER VERGLEICH PLACIDO DOMINGO MIT ENRICO CARUSO IST UNSERIÖS!

Dieser Vergleich wird immer wieder von Zeitungen aufgestellt. Dabei sind beide unvergleichbar, die journalistischen Spielereien somit Kindereien! Franco Bastiano erinnert sich (die Meinung des Autors muss nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion sein):

Placido Domingo. Foto: Kaori Suzuki

Die Information, dass Enrico Caruso NUR 60 Rollen gesungen habe, Domingo aber 150, ist unseriös. Tatsächlich hat Caruso 74 Rollen gesungen, was für die damalige Zeit hoher Durchschnitt war. ABER: Domingo ist, ob Sie es glauben oder nicht, 84 Jahre alt, am 15. 1. 1934 und nicht am 21. 1. 1941 geboren. Das kann auch in frühen Biographien nachgelesen werden. UND Enrico Caruso wurde nur 48 Jahre alt und überstrahlt Domingo doch als das größte Stimmphänomen aller Zeiten. Caruso hätte also, hätte er fortgelebt, locker noch 20 Jahre singen können und seine Rollen auf 120 erweitert. Domingo sang 120 Tenorrollen und etwa 30 Bariton-Rollen. Domingo besaß nie ein echtes brustgestütztes hohes C, während Carusos echtes hohes C clarion-like, also trompetenhaft in seiner Durchschlagskraft war. Sein Stimmumfang war derart, dass er Antonio Scotti in La Bohème, dem die Baß-Stimme wegblieb mit dem Rücken zum Publikum, eigentlich als Rudolfo besetzt, als BASS in einer Arie vertrat und niemand fiel es auf, während Scotti markierte. Die Arie nahm Caruso sogar später auf Vecchio zimarra…

Domingo hat in seiner Karriere viele Behauptungen aufgestellt, die später alle zurückgenommen werden mussten, aus WIKI, von der Homepage der Los Angeles Opera und aus dem Kennedy Center of Performing Arts, etwa er habe die meisten Tenorrollen in der Operngeschichte gesungen oder den längsten Applaus gehabt. Die meisten Tenorrollen, nämlich 162!! sang nämlich der in Deutschland/Kassel geborene Andreas Dippel, der zwischen 1890 und 1908 (siehe WIKI) das deutsche und italienische Fach an der MET in 400 Vorstellungen sang und später sogar Co-Direktor der MET wurde, ganz abgesehen davon, dass im Barock Sänger bis zu 200 Rollen beherrschten. Die „Firma Domingo“, wie Domingo in USA genannt wird, musste ihre Behauptungen schon oft „relativieren“.

Es ärgert mich, dass eine sonst seriöse Zeitung solche Dummheiten weitergibt, vielleicht weil der Schreiber keine Ahnung hat, oder sonst in der Sportredaktion arbeitet?

Enrico Caruso

PS: Noch etwas zu Caruso: Er war der erste der in Stadien auftrat, in Mexiko-City vor 25.000 Menschen, und nicht Domingo. Bis heute erhielt Caruso die höchste je gezahlte Gage für einen Abend. In Berlin vor der Staatsoper Unter den Linden versammelten sich Anfang des 20. Jahrhunders 30.000 Menschen, um Caruso am Bühneneingang für wenige Minuten zu sehen. Derart war sein Ruhm. Übrigens: Als Caruso krank war und in seinem Stammhotel, dem Knickerbocker in New York lag, legte die Stadt New York unterhalb des Hotels die gesamte Straße mit Stroh aus, damit Carusos Genesung nicht durch die lauten Kutschen gestört wurde … So etwas muss man sich vorstellen. 100 000 Menschen, darunter viele gekrönte Häupter, kamen zu seiner Beerdigung, die Straßen Neapels waren auf seinem letzten Weg mit schwarzen Tüchern verhängt, die Geschäfte geschlossen und der König selbst öffnete die Kapelle, in der Caruso aufgebahrt wurde und in der nie andere als Könige präsentiert wurden. Dazu der König zu Dorothy Caruso: Es gibt viele Könige, jedoch nur einen Enrico Caruso.

Caruso-Begräbnis

Franco Bastiano

Zum Domingo-Geburtsdatum gibt es aber auch andere Meinungen. Es ist für mich kein Problem, auch diese zu veröffentlichen, zumal ich dem völlig emotionslos gegenüberstehe.

Ein Leser, der Redaktion wohlbekannt, weiß diebezüglich offenbar Genaueres: „Ich bin zufällig im Besitz von Domingos Passdaten aus dem Jahr 1962. Denn seinen Pass musste er bei seinem Staatsoperndebüt 1967 vorlegen; und darüber gibt es ein Dokument im Staatsopernarchiv.

Es ist kaum vorstellbar, dass Domingo bereits mit Anfang zwanzig sein Geburtsdatum auf einem offiziellen Dokument gefälscht hat, schon gar nicht um sieben Jahre! Im übrigen hat er aus seinem Geburtsdatum nie ein Geheimnis gemacht“.

 HEUTE IN WIEN: Tag der Unabhängigkeit der Ukraine

 

Die Adresse: Ukrainische Orthodoxe Kirche, Griechengasse 8, 1010 Wien um 11 Uhr. Der Eintritt freie Spende. Im Programm sind neapolitanische Lieder von Tosti, weiters Werke von Debussy, Mozart und ukrainische Volksmusik.

Planai: Gabalier rockt mit 40.000 Fans im strömenden Regen
Trotz Schlechtwetters pilgerten 40.000 Fans ins Zielstadion der Planai.
Zitterpartie. „Jetzt heißt es stark sein, liebe Volks-Rock ’n’ Roller. Die Planai ist „eingewaschelt“ und wir ­haben Novemberstimmung.“ So meldete sich ­Superstar Andreas Gabalier (33) am Samstagnachmittag aus Schladming. Nach 41 Sonnentagen kam just am Tag des Konzerts das Schlechtwetter mit Temperatursturz auf nur 12 Grad in Schladming an. Eine Absage kam für Gabalier vier Stunden vor Showbeginn nicht mehr infrage.
oe24.at
 Die weiblichen Fans hatten keine Angst um ihre Frisuren und waren dem Wetter angepasst bekleidet. In Salzburg brach die Panik aus, als es beim Sokolov-Konzert von der Decke tröpfelte!
 
Einen schönen Sonntag wünscht
A.C.

 

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