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25. OKTOBER 2019 – Freitag

25.10.2019 | Tageskommentar

Heute an der Wiener Staatsoper: Placido Domingo als Macbeth

Plácido Domingo in der Staatsoper: Mit zweierlei Maß
In den USA im Karriere-Out, singt der Star heute in Wien. Ein Beispiel für den unterschiedlichen Umgang mit Moraldebatten.
Kurier

Heute ist zum ersten Mal überhaupt Weltoperntag.

Jean-Yves Kaced (FEDORA), Edilia Gänz (FEDORA), Julia Lagahuzère (Opera for Peace), Nicholas Payne (Opera Europa), Jicheng Zhao (NCPA Beijing), Marc Scorca (OPERA America), Tobias Biancone (International Theatre Institute, Laurence Lamberger-Cohen (ROF), Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein), Christina Loewen (Opera.ca), Peter Spuhler (Badisches Staatstheater Karlsruhe), Audrey Jungers (Opera Europa), Ernesto Ottone (UNESCO), George Isaakyan (Association of Music Theatres Russia) Photo Credit © Klara Beck

Klaus Billand: Ich erlebe das hier bei der Herbstkonferenz der OPERA EUROPA, der Dachorganisation der 43 europäischer Oper-Compagnien.. Es findet in Strasburg und Karlsruhe in Erinnerung an die 2019 verstorbene Generaldirektorin der Opéra national du Rhin, Eva Kleinitz, statt. Dazu fand gestern ein Extra-Panel statt. Nach einer Aufführung der NI „Rusalka“ gestern Abend geht es heute Abend in Karlsruhe weiter.

Klaus Billand ist dabei, als Berichterstatter. Ich muss es nicht verstehen und verstehe auch nicht, wie ausgiebigst man über das Thema Oper reden kann. Aber die Herrschaften auf obigem Foto leben davon – ganz gut vermutlich!

Panerai-Nachrufe sind online!

Rolando Panerai. Foto: Wiener Staatsoper

Der Nachruf der Wiener Staatsoper ist eher einer „aus dem Archiv“. Gut, Panerai war 95, als er nun endgültig abgetreten ist, die etwas jüngere Generation fängt mit diesem Namen nicht so viel an. Heinrich Schramm-Schiessl gehört zwar auch nicht zu den ganz Alten, aber er findet in seinem Nachruf persönliche Worte: Ich habe ihn geliebt. Er war einer der ganz großen Sänger der goldenen Ära der Oper in den 50er- und 60er Jahren. Er gehörte damals zur heute so vermissten Kategorie 1B der Sänger. Damit meine ich jene, die oft genausogut wie die grossen Stars waren, aber leider nicht deren Popularität hatten. Nun ist er 95-jährig in Florenz gestorben. Er hatte ein ungemein breitgefächertes Repertoir, sang die grossen seriösen Rollen der italienischen Oper genauso wie jene in den Buffo-Opern. Dort erfreute er die Zuschauer auch durch seine ungemeine Spielfreude und Komödiantik. Daneben sang er gerne und oft Mozart und machte auch einen Ausflug zu Richard Wagner in dem er in der Parsifal-Aufnahme mit Maria Callas den Amfortas sang…

Das Royal Opera House im Kino: Don Pasquale mit Bryn Terfel

 

London bot für seine Aufführung von Donizettis „Don Pasqule“ Bryn Terfel in der Titelrolle – immerhin! -, die hinreißende Olga Peretyatko als Norina und „unseren“ Markus Werba als Dr Malatesta. Und dennoch setzten sich Wiens Opernfreunde nicht gerade in Scharen in Bewegung, zumindest nicht an den Stadtrand, in die Millenniium Kinowelt. Dabei boten die Genannten – drei Viertel der vierköpfigen Hauptrollen-Besetzungen – zumindest eine gute Ahnung dessen, was man ein Opernvergnügen nennt (wäre es nicht an diesem Abend auf andere Art eher demoliert worden).

Bryn Terfel ist ein erstaunlicher Sänger. Nicht jeder, der wie er ein so vollgültiger Wotan ist, wird seine Stimme auf die Leichtigkeit, Geschmeidigkeit und letztendlich auch auf die Virtuosität der italienischen Buffa einstellen können. Dabei hört man auch mit Vergnügen, wie intakt der Bassbariton des 54jährigen ist, der nie die geringste Anstrengung hören lässt, Höhen und Tiefen und alles dazwischen mit gleicher Lust und Kraft schmettert…

Zum Bericht von Renate Wagner

Wiener Staatsoper: Simon Boccanegra

Ferruccio Furlanetto. Foto: Wiener Staatsoper/Pöhn

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten«, wußte schon der Herr Geheimrat. Dies gilt auch für diese Vorstellung, die doch der Papierform nach international geschätzte Sänger und einen ebensolchen Dirigenten zu gemeinsamen Tun zusammenbrachte. Der Teufel steckt halt, wie so oft, im Detail…

…»Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.« Aufführungen mit viel Dämmerschein heißt man in Wien »Repertoire«.

Zum Bericht von Thomas Prochazka:

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=224D7FC0-F67D-11E9-ADD9005056A64872

Manfred A. Schmid muss bei dieser Vorstellung an die heimische Politik denken: Politik ist lebensgefährlich, von Machtgier angetrieben, voll von Intrigen und Verrat. Das ist das Bild, das uns die Handlung der im Genua des 14. Jahrhunderts spielenden Oper vermittelt. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Der Unterschied zu heute (unser frisch angelobter Nationalrat hat ja bekanntlich einen Frauenanteil von 40 Prozent): Politik war damals – und noch Jahrhunderte lang – reine Männersache. Kein Wunder also, dass in den Hauptrollen – mit zwei Ausnahmen – nur dunkle Baritone und schwarze Bässe zu Wort kommen…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Ob die Politik durch den heutigen hohen Frauenanteil weniger (über)lebensgefährlich geworden ist? Ich bezweifle das und weiß, wovon ich schreibe.

remen
Gürbacas „Don Giovanni“ : So scheint der Mann den Frauen ein Halt
Tatjana Gürbaca sollte 2020 in Bayreuth den „Ring“ inszenieren. Daraus wird nun nichts. In Bremen beweist sie bei „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart ihr Interesse an genauer Personenregie.
Frankfurter Allgemeine

ANNA NETREBKO: VORGRIFF AUF DIE DON CARLO-ELISABETTA

Im Mai 2020 soll sie in Dresden die Elisabetta im Don Carlo singen, die Arie ist jetzt schon in Konzertprogrammen.
Fritz Krammer

 

ZUM VIDEO

Sieh dir dieses Instagram-Video von @Anna netrebko/Yusi/Tiago an: https://www.instagram.com/p/B3_avH2n0O_/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

München
Bayerisches Staatsballett : Von der Gefahr im Umgang mit schönen Puppen
Variationsreich, leichtfüßig und perfekt im Einklang: In München lässt sich sehen und hören, was der großartige Ballettkomponist Léo Delibes einst aus dem Choreographen Roland Petit herausholte.
Frankfurter Allgemeine

Handkes Schimpftiradewird zum Rapsong
Der Mashup-Künstler Kurt Razelli hat die verärgerte Reaktion des Literaturnobelpreisträgers Peter Handke auf kritische Journalistenfragen vertont und zum Hip-Hop-Song veredelt.
Die Presse

WIEN/ BURGTHEATER/ KASINO: SAMSTAG (16 h) PREMIERE „WIE VERSTECKT MAN EINEN ELEFANTEN?“

Elisabeth Augustin, Maresi Riegner- Copyright: Barbara Zeininger

Um  1860, irgendwo in Amerika: Eine trostlose Kleinstadt  erlebt ihr graues Wunder, als ein zwielichtiger Schausteller einen echten Elefanten präsentiert. Alle sind gebannt von diesem gutmütigen Riesen namens Khush, denn noch nie ist man einem so imposanten Tier so nahe gekommen. Als der tollpatschige Waisenjunge Tad Schutz vor zwei Bösewichten sucht, landet er just in dem Eisenbahnwaggon, der Khush von Ort zu Ort befördert. So beginnt ein Abenteuer, das Tad gemeinsam mit der blitzgescheiten und (fast!) gleichaltrigen Cissie und dem Elefanten Khush über Flüsse und durch Steppen führt. Immer dicht auf den Fersen sind ihnen die beiden unheimlichen Gestalten aus Tads Heimatstadt, die ihre Augen auf den wertvollen Dickhäuter geworfen haben. Doch wie versteckt man einen Elefanten?

Filme der Woche

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Die eine leitet ein von ihr gegründetes Waisenhaus in Kalkutta und kämpft logischerweise immer mit den Finanzen. Die andere hat mehr Geld, als sie je aufgeben kann, und wenn sie dem Waisenhaus 20 Millionen Dollar spenden will, ist das für sie keine große Sache. Was haben zwei solche Frauen, Isabel in Indien, Rheresa in New York, gemeinsam? Nun, man erfährt es in „After the Wedding“, gedreht nach einer ebenso tränenseligen, aber immerhin damals für den Auslands-„Oscar“ nominierten dänischen Vorlage von 2006.

Wie man weiß, drehen sich die Amerikaner Stoffe lieber selbst, statt sie mit Untertiteln und Ausländern auf der Leinwand anzusehen. Und das ist ein „Tear-Jerker“-Klassiker über verdrängte Vergangenheit, die sich die Reichen angenehm zurecht gerichtet haben, während die „Arme“ (in jeder Hinsicht, materiell und menschlich fallen gelassene) ihrem Schicksal überlassen bleibt. Da kann man sich schon vorstellen, wie die Sache läuft, wenn Isabel, um die Millionen für ihr Waisenhaus zu bekommen, zwangsläufig in New York eintreffen muss – rechtzeitig zur Hochzeit von Graces Tochter Abby. Und dann steht Isabel in Oscar, dem Gatten von Grace, ihr einstiger Liebhaber gegenüber, der sie schmählich verlassen (und die Millionärin geheiratet) hat…

28 Monate alt – und schon betritt sie die Wiener Staatsoper

Emma Koromila aus Athen wollte unbedingt Alma Deutschers „Cinderella“ besuchen. Nach dem Besuch in der Walfischgasse betrat sie auch das Haupthaus. Foto: Esther Hatzi

Auch ein Besuch beim Online-Merker stand auf dem Programm. Dort überbrachte sie dem Redakteur eine Sokrates-Maske, wandte sich aber alsbald dem Galerie-Bären zu. Foto: Esther Hatzi

Am Montag kommt der Temperatursturz
https://www.wetter.at/wetter/oesterreich-wetter/Am-Montag-kommt

Da werden wir dann wieder über das kalte „Sauwetter“ lästern.

Bis dahin genießen Sie noch drei schöne Tage

A.C.

 

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