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25. JULI 2020 – Samstag

25.07.2020 | Tageskommentar

 

BAYREUTHER FESTSTSPIELE: HEUTE „ERÖFFNUNG NACH CORONA-ART“. Copyright: Bayreuther Festspiele

Konzert 25. Juli- Wagner 2020
Trotz der coronabedingt schwierigen Umstände werden die Stadt Bayreuth und die Bayreuther Festspiele am traditionellen Eröffnungstag der Festspiele, Samstag, 25. Juli 2020, um 16.00 Uhr ein Konzert im Haus Wahnfried veranstalten. Unter Leitung von Christian Thielemann führen die Solisten Camilla Nylund, Sopran, und Klaus Florian Vogt, Tenor, sowie Jobst Schneiderat am Wahnfried-Flügel Richard Wagners Ausschnitte aus „Die Meistersinger von Nürnberg“, das „Siegfried-Idyll“ und die „Wesendonck-Lieder“ auf. Das Konzert wird live vom Bayerischen Rundfunk auf BR Klassik (www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-2207268.html) und zudem vor Ort auf Videowänden als Public Viewing für bis zu 400 Personen nach außen übertragen. Das Café Wahnfried sorgt für Erfrischungen.

Kooperation mit BR-Klassik / 3 Sat
Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert.

Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des „Ring des Nibelungen“ auf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).

3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem „Ring des Nibelungen“ in der Inszenierung von Harry Kupfer. Am Pult steht Daniel Barenboim, der die Bayreuther Festspiele 18 Jahre lang maßgeblich geprägt hatte. Mit dem „Rheingold“, dem Vorabend der Ring-Tetralogie, und anschließend einer Dokumentation über den Sänger Günther Groissböck steht der Fernsehabend am 25. Juli ab 20.15 Uhr ganz im Zeichen Wotans. Die Sendung mit Günther Groissböck beginnt um 22,55 h Die weiteren Teile dieses Rings von Harry Kupfer werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.

Mit der Harley auf den Hügel: So rockt Wagner-Tenor Bayreuth
Die Bayreuther Festspiele fallen zwar aus, aber er singt trotzdem: Klaus Florian Vogt ist open air und im Live-Stream zu erleben. Der begeisterte Hobby-Pilot, Motorrad-Fan und Camper fragt sich, wann im Theater je wieder Normalität herrschen soll.
http://www.br.de/nachrichten/kultur/mit-der-harley-auf-den-huegel-so-rockt-wagner-tenor-bayreuth,S5ZwTqB

Klaus Florian Vogt ist nicht sehr zuversichtlich, dass es wieder so wird, wie es bislang war.

Auch der knorrige, inzwischen 81-jährige Übergangs-Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele, Heinz-Dieter Sense, ist ähnlich ratlos. Er glaubt zum Beispiel nicht, dass sich durch eine etwaige Impfung für die Theater viel ändert. Eher sei es wichtig, ein Medikament gegen Covid-19 zu finden: „Im Gegensatz zu vielen anderen sage ich, wir werden mit Corona leben müssen und werden Lösungen finden müssen, die aber nicht im Festspielhaus oder bei den Besuchern zu suchen sind, sondern mehr in der Gesundheitsfürsorge liegen. Sonst könnte man den Betrieb einstellen. Nach den heute geltenden Kriterien könnte man den Betrieb einstellen, dann bräuchten sie auch keine Sanierung.“

Bayreuth in Bad Kreuznach: Siegfried singt am Pool
Weil die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr coronabedingt ausfallen müssen, organisiert der „Ring“-Tenor Stefan Vinke ein Wagner-Festival daheim zwischen Pool und Hühnerstall. Namhafte Kollegen machen mit. Ein Bayreuth-Dauergast kommt wohl nicht…

…Doch dann kam ihm eine kühne, wahrhaft wagnerische und logemäßige Idee: Warum nicht den Hügel in den eigenen Garten bei Bad Kreuznach verlegen? Dort hatte seine Ehefrau Sabine Vinke, die das Gesangsstudio Mozart 19 betreibt, schon mehrere Konzerte gegeben.

Erst ging es nur um den ersten Aufzug der Walküre, als Statement am ausgefallenen Eröffnungstag. Doch, wie jede gute Idee wuchs sie schnell. Nun stehen neben Auszügen aus dem „Siegfried“, der „Walküre“ und des „Tannhäuser“ auch der „Tristan“ und „Lohengrin“ auf dem Programm des Gartenhügels…

…Richtig gut zu sprechen ist der Gastgeber auf die Kanzlerin nicht, nach der Absage der Festspiele schrieb er ihr einen Brief. „Ich habe Verständnis für dieses Auftrittsverbot, ich habe aber kein Verständnis dafür, dass die Politik in Deutschland uns dermaßen ignorant hängen lässt und mit keinerlei wirksamen Maßnahmen unterstützt. Meine Frau und ich haben einen sehr persönlichen Brief an unsere Bundeskanzlerin geschrieben. Die lapidare Antwort ihres Büros war, dass man uns doch den Zugang zur Grundversorgung erleichtert habe.“

Die Welt.de

Nun, für die Kanzlerin wird Vinke wohl keinen Sessel reservieren müssen.

Bayreuth: im Haus Wahnfried wird in kleinerem Rahmen veranstaltet

Salonkultur als Ersatz für die Bayreuther Festspiele. Foto: Peter Kees

Statt großer Oper wird in Bayreuth Kammermusik zelebriert – das Münchner Voyager Quartet spielt in diesem Sommer alle Streichquartette Beethovens in der Villa Wahnfried. Beim dritten Abend waren wir vor Ort.

Zum Bericht von Peter Kees

Deutschland: Sind die Künste doch nicht so systemrelevant?
Deutschland hat das wahrscheinlich reichhaltigste Kulturförderungssystem weltweit. Das zeigt sich auch in der Corona-Krise. Aber was wird mit dem Geldregen begossen? Und wie relevant ist die Avantgarde heute? Unser Autor hat da seine Zweifel.

Dieser Autor heißt Manuel Brug:

Scheitern als Chance. Corona als Neustart. Mitnichten, es scheint, als geht alles so weiter, vor allem das Feiern und Urlauben. Die kleine Flucht als institutionelle Massensause. Und was machen die Künste, respektive die Künstler? Die lecken Wunden, weil sie erkannt haben, dass sie doch nicht ganz so systemrelevant sind, wie sie womöglich dachten.

Der Staat hat ihnen die doch nicht so warme Schulter gezeigt, große Teile der Bevölkerung stehen ihnen ambivalent bis ablehnend gegenüber…

Die Welt.de

NEU! SOFIA/Pancharevo-See: Kurzbericht DAS RHEINGOLD open air – Premiere am 24. Juli 2020

Die Rheintöchter. Foto: Klaus Billand

 Es hat stattgefunden! Und das ausgerechnet in Corona-Zeiten! Und das ist schon sensationell an sich.

Zum Kurzbericht von Dr. Klaus Billand

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Foto: Teatro alla Scala

Gentile 
siamo lieti di annunciare che lunedì 27 luglio alle ore 11.45 si terrà la conferenza stampa di presentazione del nuovo programma del Teatro alla Scala per l’Autunno 2020. Interverranno Giuseppe Sala, Dominique Meyer, Riccardo Chailly, Frédéric Olivieri.
 Vi invitiamo a seguire l’evento in diretta streaming sui nostri canali Facebook e YouTube.
A seguire, tutte le informazioni e i dettagli saranno disponibili sul nostro sito.

Vi aspettiamo!

We are happy to announce that Monday 27 July at 11.45am the new Autumn 2020 program of Teatro alla Scala will be released. The press conference can be followed in live streaming (only in Italian) and on demand on our Facebook and YouTube channels.
All the information and details will be published on our website right after the press conference.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Neapel: Das „AIDA“-Team beim Mittagessen

ZU INSTAGRAM

WAIDHOFEN/ YBBS: Der Vorverkauf für 13. August läuft hervorragend

Trotzdem: Bemühen Sie sich noch um Karten!

 

HEUTE STREAM: POCKET OPERA mit Wagner-Singspiel:

 

Die Pocket Opera Company hat seit Ende März regelmäßig ältere Opernproduktionen als Komplettaufzeichnung auf YouTube gestreamt, um der Kulturödnis in Corona-Zeiten etwas entgegenzusetzen. Unsere online „POC Festspiele“ werden am heutigen Samstag mit einer einmaligen Rarität ihren Abschluss finden: Nicht zufällig zum eigentlich geplanten Start der abgesagten Bayreuther Festspiele werden wir das von uns 2013 komplettierte und welturaufgeführte Wagner-Singspiel-Fragment „Männerlist größer als Frauenlist oder Die glückliche Bärenfamilie“ (1837/38) am 25. Juli um 20:15 Uhr auf YouTube unter folgendem Link streamen: https://www.youtube.com/watch?v=YEqIe62Bi3s. Einen Begleitartikel zur Produktion finden Sie auf unserer Homepage www.pocket-opera.de.

Interview mit Mathis HUBER, Intendant des Festivals „STYRIARTE“

„Wir werden spielen. Plan B, C, oder D, was immer kommt, wird die Kunst nicht in die Knie zwingen.“

Der Intendant, auch des Grazer Osterfestivals PSALM, mit dem „Corona“-Osterlämmchen“ (C: privat)

Am 15.5. 2020, noch mitten im Pandemie-Lockdown, sagten Sie bei einer Pressekonferenz zwei Sätze, die viel über Ihre Persönlichkeit verrieten: Ein couragierter Kulturoptimist, ausgestattet mit sprühenden Ideen, hohem Potenzial an Eigeninitiative, planerischer Kreativität, Improvisationsgabe, Kampfgeist und wohl auch einer Portion an „Steirischer Dickschädeligkeit“, wie das der steirische Landeshauptmann bei der Eröffnungsrede sehr pointiert festgestellt hat. „Wir schreien nicht, wir arbeiten!“ und: „Die Styriarte 2020 findet ab 1.7. FIX statt!“, sagten sie mit großer Überzeugungskraft. Was machte Sie so sicher?

Sicher war da gar nichts. Wir alle standen einem Virus gegenüber, das niemand berechnen konnte, aber es war klar, dass es eine Zukunft geben würde, und der nächste Termin, an dem in Österreich Zukunft des Konzertbetriebes denkbar war, war der 1. Juli. Bis dahin waren unsere Tempel regierungsseitig geschlossen. Warum also hätte ich nicht annehmen sollen, dass wir unser Festival da starten werden?…

Zum Interview mit Karl Masek

KS. BERND WEIKL: Singen und Aerosole

 

ZUM VIDEO (7 Minuten)

Bernd Weikl feiert am kommenden Mittwoch (29.7.) seinen 78. Geburtstag. Wir gratulieren!

Lieses Klassikwelt 45: Journalismus
Anfang Juli erschien ein Buch unter dem Titel „Wie ich meine Zeitung verlor“, geschrieben von dem preisgekrönten Reporter und Romancier Birk Meinhardt. Es gibt mir Anlass, über meinen Beruf nachzudenken, da ich mir ähnliche Fragen stelle wie der Autor: Was läuft falsch im Journalismus? Wie kann es sein, dass Medien, die doch beanspruchen, Mittler der Wirklichkeit zu sein, oftmals wesentliche Details ausblenden, verschweigen oder leugnen und damit „selber einen gehörigen Beitrag leisten zur Radikalisierung, die sich vor unseren Augen vollzieht“? Warum begreifen sie nicht, „dass sie ohne Unterlass mit erzeugen, was sie so dröhnend verdammen?“ Meinhardt hatte sich von der Süddeutschen Zeitung getrennt, nachdem das Blatt zwei seiner Geschichten zensierte.
Wenn ich an meine Anfänge zurückdenke, stelle ich fest, dass das journalistische Selbstverständnis, unter dem ich einmal angetreten bin, längst nicht mehr von allen Beteiligten dieser Branche geteilt wird. Und auch ich wurde schon zensiert.
Kirsten Liese berichtet jeden Freitag aus ihrer Klassikwelt
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-45-journalismus/

Genau so ist es. Den Beruf des Journalisten habe ich schon als Jugendlicher instinktiv abgelehnt (er stand durchaus zur Diskussion, wenngleich mein Vater damit keine Freude hatte), nachdem ich mit einem meiner Onkel darüber geredet habe. Der war Korrespondent einer amerikanischen Zeitung, die vis a vis der Staatsoper residierte, verdiente zwar gutes Geld, war aber letztlich mit dem Beruf unzufrieden – schon in den 1960er-Jahren. Ich weiß nicht, ob es damals den Beruf des „Call-Boys“ schon gegeben hat, heute würde ich sagen, dass ich dann gleich Call-Boy werden könnte. So habe ich mir den „Journalismus“  für die Zeit aufgehoben, in der ich ihn mir leisten kann, ohne mich verbiegen zu müssen. Deshalb auch meine Ablehnung von Pressekarten und diversen Einladungen – ich will frei in meiner Meinung bleiben. Der „Online-Merker“ kassiert auch keinen Cent aus Werbeeinnahmen. Wer meine Meinung kaufen will, der hätte schon vor mehreren Leben zu sparen beginnen müssen!

Österreich/ Fußball: Jetzt fix – Mattersburg nimmt den Kampf ums Überleben an
https://www.krone.at/2198454

Mich freut diese Entscheidung, falls sie denn verwirklichbar ist . Erstens, weil ich immer an der Seite von Leuten stehe, die bereit sind, sich einer fast aussichtslosen Aufgabe zu stellen. Mattersburg müsste voraussichtlich mit 6 Minuspunkten (die Punkte werden am Ende in der Tabelle abgezogen)  in die Meisterschaft starten. Zweitens bin ich als Sympathisant von Admira Wacker eher an einem Mitbewerber interessiert, der – wie „meine“ Admira Wacker – finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, im Grunde in einer obersten Spielklasse nichts verloren hat. Denn dass Admira-Wacker wieder mitten im Abstiegskampf drin sein wird, ist mir klar! Aus diesem Grund kann ich leider nicht zu Mattersburg halten, es sei denn, die Meisterschaft nimmt einen ungewöhnlichen Verlauf.

Starten wir nun heute in die „Festspielzeit“, die eine ganz kuriose ist.

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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