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25. JULI 2019 – Donnerstag

25.07.2019 | Tageskommentar

Gutes Timing: Am vielleicht heißesten Tag des Jahres eröffnen die „Festspiele ohne Klimaanlage“!

Zuerst noch einige Worte in eigener Sache: Mit mulmigen Gefühl schaltete  ich heute meinen PC ein. Wird die (tatsächlich hochfrequentierte) Webseite wieder offline sein?  Heute hat sie (nach Problemen in den vergangenen zwei Tagen) wieder funktioniert, aber ich bin natürlich verunsichert („traumatisiert“ nennt man das zur Zeit, dieses Wort wird bereits jedem Kleinkind eingetrichtert, es ist die neue Wunderwaffe). Der nächste Ausfall kommt sicher – irgendwann! Der Support des Servers arbeitet werktags von 9 – 17 h – keine Sekunde früher, keine Sekunde länger. Ein Ausfall zum Wochenende ist natürlich eine Horrorvision. Ich verweise nochmals auf unser Notprogramm unter www.der-neue-merker.at . aber das ist natürlich unergiebig. Hoffentlich brauchen wir es längere Zeit nicht! Ja – und sparen Sie sich bitte während eines Ausfalls telefonische Beileidsbekundungen. Ich gehe ohnedies „im Kreis“!

HEUTE eröffnet Bayreuth mit „Tannhäuser“

Bei der zu erwartenden Hitze wären Sie natürlich im klimatisierten Kino klar im Vorteil. Wir Wiener sind da leider benachteiligt, kein Kino in Wien und Umgebung bietet die Festspiel-Eröffnungsproduktion an. Es wird wohl auf die 3Sat-Ausstrahlung am kommenden Samstag verwiesen. In Deutschland sind viele Kinos beteiligt – wa werden wohl jede Menge Sitze unbesetzt bleiben. So ungerecht ist die Welt!  Die teilnehmenden Kinos verraten wir in inseren Tagesinfos!

In der ersten Pause des Tannhäuser gibt es im Freigelände vor dem Festspielhaus eine angeblich sehr schrille „Tannhäuser-Show“, angelehnt wohl an den Sündenpfuhl der Venus.

BR-Klassik bietet einen Live-Stream an

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1816820.html

Aber jetzt bekomme ich folgende Info:

BAYREUTHER FESTSPIELE LIVE
PREMIERE VON „TANNHÄUSER“ IM VIDEOSTREAM
Liebe Klassik-Freunde,

mit einer neuen „Tannhäuser“-Inszenierung werden die diesjährigen Bayreuther Festspiele am 25. Juli eröffnet. Die Spannung ist groß, weil sowohl Dirigent Valery Gergiev als auch Regisseur Tobias Kratzer ihr Debüt auf dem Grünen Hügel geben. Seien Sie live dabei: BR-KLASSIK überträgt die Premiere sowohl im Videostream als auch im Radio!

MEHR DAZU

Bevor die Österreicher sich aber freuen, muss ich die Euphorie bremsen

Aus rechtlichen Gründen ist dieser Video-Livestream ausschließlich in Deutschland zu sehen.

Wider Erwarten bin ich noch doch in den Stream gekommen und habe den ersten Akt gesehen. Ich äußere mich nicht, denn dazu habe ich die Kritiker, unter denen ausgewiesene Wagner-Kenner sind. Ich habe wenigstens einige Buhs wegen der Ansiedlung im Zirkusmilieu erwartet – nichts dergleichen ist passiert. Ich bin nun wirklich gespannt wie es weitergeht und ob ich als Ösi womöglich noch aus dem Stream fliege!

Gergiev hat 58 Minuten für den ersten Akt gebraucht. Ich schaue nun in Wikipedia nach, wie er damit liegt

Im Festspielhaus hat es 36 Grad! Mein Büro habe ich auf 25 grad gekühlt. Trotzdem, kein Bier – nur Mineralwasser! Ganz ehrlich, keine 10 Rösser brächten mich in die Gluthölle!

Nach dem 2. Akt: Ziemlich einhellieger Jubel. Skandal wird das keiner!

Hier einige Presseartikel vor der Festspieleröffnung:

Insider-Tipps für die Bayreuther Festspiele: Richard Wagner wollte das so
Die Bayreuther Festspiele haben ihre eigenen Gesetze. Wie Sie den Weg auf den Grünen Hügel finden, was in und um das Festspielhaus zu beachten ist und wie man in den Pausengesprächen glänzen kann – Tipps mit einem Augenzwinkern von unserer Bayreuth-gestählten Reporterin Antonia Goldhammer.
BR-Klassik

„Tannhäuser“-Regisseur Kratzer: „Es gibt ein produktives Missverhältnis zwischen Ort und Werk“
Der Regisseur Tobias Kratzer über seinen Bayreuther „Tannhäuser“.
Tobias Kratzer, 1980 in Landshut geboren, hat Kunstgeschichte und Philosophie in München und Bern sowie Schauspiel- und Opernregie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding studiert. Seine „Götterdämmerung“ für den gemischten „Ring“ am Staatstheater Karlsruhe gewann 2018 den Theaterpreis Faust in der Kategorie Musiktheaterregie. An der Oper Frankfurt hat Kratzer 2018 Giacomo Meyerbeers „L’Africaine“ inszeniert und in der vergangenen Spielzeit Verdis „La forza del destino“.
Frankfurter Rundschau

Dialektiker der Revolution
Tobias Kratzer inszeniert dieses Jahr in Bayreuth den „Tannhäuser“. Im Gespräch erklärt er, was Wagners Held mit einer Mohrrübe zu tun hat und warum Anarchisten beliebter sind als Anpassler.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/oper-dialektiker-der-revolution-1.4534621

Bayreuther Festspiele: Drei Debüts im „Tannhäuser“: Valery Gergiev, Tobias Kratzer und Lise Davidsen
Bayreuth ist für viele Künstler, die sich mit Wagner beschäftigen, das Mekka der Musikwelt. In diesem Jahr werden die Festspiele mit einer neuen „Tannhäuser“-Produktion eröffnet, bei der drei Künstler ihr Bayreuth-Debüt feiern: Dirigent Valery Gergiev, Regisseur Tobias Kratzer und die Sopranistin Lise Davidsen als Elisabeth. BR-KLASSIK hat mit allen dreien darüber gesprochen, was wir am 25. Juli auf dem Grünen Hügel erwarten dürfen.
BR-Klassik

Gestern in Bayreuth: Festspiele ehrten Wolfgang Wagner zum 100. Geburtstag
Oberfränkischer Sturkopf, väterlicher Ratgeber – Vater. Die Bayreuther Festspiele haben ihren langjährigen Intendanten Wolfgang Wagner geehrt – mit viel Musik, persönlichen Worten und einem besonderen Gast.
Die Welt.de

Ioan Holender hielt die Laudatio: Wolfgang Wagner war als Menschenkenner auch ein Menschenfreund“
Diese Gnade ist mir nicht gegeben, ich bin bloß Menschenkenner (bilde ich mir zumindest ein).

Aber die Sensationen ereigneten sich bei der Pressekonferenz.

Marie Luise Maintz, Diskurs Bayreuth; Katharina Wagner; Holger von Berg, Geschäftsführender Direktor; Tobias Kratzer, Regisseur und Konrad Kuhn, Dramaturg des neuen „Tannhäuser“. Foto: Klaus Billand

Im „Tannhäuser“ wird die Persönlichkeit Wagners zur Zeit der Werkenstehung mit seiner Zeit in Bayreuth thematisiert. Es scheint nicht und die Erlösung Tannhäusers, sondern um jene Wagners zu gehen. In den Pausen wird auch im Park unterhalb des FSH gespielt…. Näheres nach der Premiere am 25. Juli.

Kinderoper heuer „Die Meistersinger“, im kommenden Jahr „Tristan und Isolde“.

Heuer Meisterkurs für Gesang mit Camilla Nylund, auch MK für junge Dirigenten.

Im Rahmen des „Diskurs Bayreuth“ UA einer Oper über Siegfried Wagner, „Siegfried“ im Reichshof am 13. August. Von zwei Autoren, Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, die zu KW’s Anfrage sofort JA! sagten. Regie Philipp Preuss. Weiterhin eine Podiumsdiskussion am 30. Juli.

Holger von Berg sprach über die weitere Sanierung des Festspielhauses in den letzten acht Monaten.

Das leading team des „Ring des Nibelungen“ 2020 wird überraschenderweise sein: der österreichische Regisseur Valentin Schwarz, der an der Musik-UNI Wien studierte und u.a. den „Ring“-Award gewann; Andrea Cozzi Bühnenbild, hat in Wien an der UNI für Angewandte Kunst studiert. Man konnte sich mit Tatjana Gürbaca wegen der von ihr gewünschten Probenbedingungen nicht einigen („unter einen Hut bringen“).

Musikalische Leitung Pietari Inkinen, ein junger finnischer Dirigent, Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie. Ich habe ihn bereits 2013 als Dirigenten des „Ring“ in Melbourne gehört ( https://www.klaus-billand.com/deutsch/rezensionen/ring-des-nibelungen/melbourne-der-ring-des-nibelungen-ni-27-november-4-dezember-2013.html ).

Besetzung: Günther Groissböck Wotan; Brünnhilden: Walküre Petra Lang, Siegfried Christiane Köhler; Götterdämmerung Christine Goerke. Siegfried Andreas Schager und Stephen Gould; Klaus-Florian Vogt Siegmund; John Lundgren Alberich; Georg Zeppendorf Hunding; Stefan Vinke Loge; Christa Mayer Fricka; Arnold Bezuyen Mime etc.

2021 kommt ein neuer „Fliegender Holländer“, erstmals mit einer Dirigentin am Hügel. Ihr Name und der des Regisseurs werden noch nicht bekannt gegeben.

Klaus Billand aus Bayreuth

Die neuen „Ring-Macher“ – (keine Juweliere) sind eine echte Sensation. Ursprünglich stand ja Daniele Gatti als Dirigent bereits so gut wie fest, der hat sich selbst rauskatapultiert), als Regisseurin wurde Tatjana Gürbaca gehandelt. Nun, dieser Kelch ging an Bayreuth vorbei, die Dame war mit den Bayreuther Probenzeiten nicht einverstanden.

Also wurde Pietari Inkinen als musikalischer Leiter verpflichtet. Der hat schon einen tollen Ring in Melbourne geleitet, auch er ist Klaus Billand – unserem Wagner-Experten – bisher nicht ausgekommen. Da Billand überall ist, wo es gerade „wagnert“, kann man dem gar nicht auskommen (siehe Link oben).

Valentin Schwarz. Foto: privat

Der „Hammer“ ist aber wohl der Regisseur. Ich kenne einen österreichischen Regisseur gleichen Alters und Vornamens, aber der macht noch in Erl Station. Dieser Valentin ist es also leider nicht, mit dem hätten wir eine tolle Vor-Berichterstattung machen können. Valentin Schwarz, „den Richtigen“ kennen wir leider noch nicht. Er ist Österreicher, aber ich habe noch nicht rausgefunden, wo seine Wiege vor 30 Jahren gestanden hat. Von meinem Gefühl her ist er eher kein Wiener (das wäre ohnedies besser).

DRP-Chefdirigent Inkinen leitet den Bayreuth-Ring 2020
Pietari Inkinen, Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie, wird im Sommer 2020 die Neuproduktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen leiten. Inszeniert wird Wagners „Opus summum“ von Valentin Schwarz.
http://www.sr.de/sr/home/kultur/inkinen_drp_bayreuth100.html
Pietari Inkinen im Exclusiv-Interview: „Morgens „Walküre“, nachmittags „Götterdämmerung“ und abends dann „Siegfried““
– Bezahlartikel
Die Welt.de
Junge Generation übernimmt nächsten Bayreuther „Ring“
Den Bayreuther Festspielen haftet nach wie vor ein etwas elitärer Ruf an. Wagner auf dem Grünen Hügel – das ist nach Ansicht vieler etwas für die älteren Semester. Doch es scheint so, als wolle Festspiel-Chefin Katharina Wagner das jetzt ändern.
https://www.tlz.de/kultur/junge-generation-uebernimmt

Bayreuth:
Valentin Schwarz inszeniert den Bayreuther Ring
Ein gigantischer Karrieresprung
https://volksblatt.at/valentin-schwarz-inszeniert-ring-2020-in-bayreuth/
Der Österreicher Valentin Schwarz wird in Bayreuth den Ring inszenieren

Wiener Zeitung
Überraschung: Valentin Schwarz inszeniert den Ring
Österreichischer Jungregisseur inszeniert 2020 Wagner Mammutwerk. Der Finne Pietari Inkinen dirigiert die Tetralogie
Der Standard

Alexander Neef leitet ab 2021 die Pariser Oper

Der deutsche Musikmanager Alexander Neef wird ab 2021 Chef der Opéra de Paris. Seit 2008 arbeitet der 45jährige in Toronto/ Kanada.

Neef kennt die Pariser gut: Bis 2008 wirkte er dort unter dem damaligen Leiter Gerard Mortier vier Jahre lang an zahlreichen Inszenierungen mit. Neef wat auch in Österreich als Produktionschef bei den Salzburger Festspielen tätig. Danach war er im Leitungsteam der Ruhrtriennale. 

Alexander Neef. Foto: Canadian Opera Company

Alexander Neef leitet ab 2021 die Pariser Oper
Der deutsche Musikmanager Alexander Neef übernimmt ab 2021 die Pariser Oper: Der 45-Jährige folgt auf den bisherigen Direktor Stephane Lissner, wie der Elysee-Palast am Mittwoch mitteilte. Neef wechselt aus dem kanadischen Toronto in die französische Hauptstadt. Das Opernhaus der kanadischen Metropole leitet er seit 2008.
Salzburger Nachrichten

München: „AGRIPPINA“ – inzeniert von Barrie Kosky

 Agrippina  von GF.Händel. Premiere. 2. Teil der Einlassungen von TTT
Warum gefallen simpel strukturierte Albernheiten?
https://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-agrippina-von-gf
Händels „Agrippina“ bei den Münchner Opernfestspielen. Barrie Koskys oscarreife Netflix-Serie
Zwei starke Frauen stehen im Mittelpunkt von Händels „Agrippina“, die die Männerwelt, gefangen in ihren Lüsten und Trieben, nach Belieben manipulieren. Am 23. Juli 2019 hatte „Agrippina“ als zweite Neuproduktion der Münchner Opernfestspiele im Prinzregententheater Premiere. Alice Coote sang die Titelpartie, Franco Fagioli ihren Sohn Nerone, Ivor Bolton stand am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Und Barrie Kosky zeigte einmal mehr, dass er wirklich der Hexenmeister der Personenregie ist.
BR-Klassik
Maßlose Frauenpower
Meisterregisseur Barrie Kosky setzt zu den Opernfestspielen auf Regiehandwerk statt auf Transen-Trash, um Händels krassen Politthriller furios von der Leine zu lassen.
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/bayerische-staatsoper
Agrippina“ in München: Der größte Idiot landet auf dem Thron

Kurier
Wenige Zerrbilder der Macht – Händels „Agrippina“ im Münchner Prinzregententheater
Neue Musikzeitung/nmz.de

Barrie Kosky ist Humor- und Mentalitätssache. In Berlin ist er hochbeliebt – aber was den Berlinern gefällt, gefällt meist den Wienern nicht (ich weiß, man soll nicht von sich auf andere schließen, aber sehr viele Freunde hat Herr Kosky in Wien nicht). Den Münchnern gefällt der Kosky-Humor anscheinend auch, nicht so unserem Rezensenten TTT, der aber  zugibt, dass er schon als Kind bei „Dick & Doof“ eher geweint als gelacht hat!

LINZ: CHICAGO – das Musical

„Wien darf nicht Chicago werden!“ Diese Wahlkampfparole aus dem Jahr 1991 – seit damals immer wieder nachgebetet, zuletzt 2016 im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um den Praterstern – wurde offenbar erhört: Chicago macht einen großen Bogen um die Bundeshauptstadt und ist – auf einer großen Europa-Tournee – am 17. Juli in Oberösterreich gelandet. Seitdem ist Linz allabendlicher Schauplatz der Machenschaften zweier eiskalter, verführerischer Mörderinnen, die mit Hilfe eines gerissenen Anwalts dem Gefängnis und einer Bestrafung entgehen. Ihren kurzen, von reißerischen Schlagzeilen befeuerten Ruhm nützen sie dazu, um als Stars im Showgeschäft ihre Karrieren voranzutreiben. Kriminalität ist in Chicago, wie man augenzwinkernd erfährt, in erster Linie eine Sache mit hohem Unterhaltungswert, die sich geschickt in klingende Münzen umsetzen lässt. Recht und Gerechtigkeit sowie Gerichtsverfahren sind dort nichts Anderes als groß aufgezogene Shows. Oder, wie es der aalglatte, schmierige Rechtsanwalt Billy Flynn auszudrücken pflegt, reines Bla-ba. Wer sich da an spektakuläre Prozesse wie den gegen den Sportstar O. J. Simpson erinnert, mag so falsch nicht liegen…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

„NÜRNBERG KULTURHAUPTSTADT EUROPA“. „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“ AUF DEM EHEMALIGEN REICHSPARTEITAGSGELÄNDE. INSZENIERUNG: SELCUK CARA


Ehemaliges Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Foto: Geländeinformationssystem

Selcuk Cara inszeniert Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.


Selcuk Cara, der Regisseur. Foto: Screenshot

Alexander Joel übernimmt die musikalische Leitung dieses Großprojektes. Allein der Freistaat Bayern wird 30 Millionen Euro beisteuern und die Stadt Nürnberg ebenfalls 30 Millionen Euro. Es werden etwa 85 Millionen Euro für N2025 -und somit für die Kultur- bereitgestellt.

Diese Zahlen wurden mir übermittelt, ich gehe davon aus, dass dies die Kosten für das Gesamtprojekt „Nürnberg – Kulturhauptstadt Europa“ sind – nicht für diese Produktion. Ansonsten würde ich Selcuk Cara (mit dem ich oft Mailkontakt habe) vorschlagen, mich als PR-Berater zu engagieren.

Scherz beiseite, ich brauche das nicht. Der Regisseur ist auch Sänger (Bassist), der zum Beispiel vor einigen Jahren in Gars den Kaspar im „Freischütz“ gesungen hat!

Carl Maria von Weber : „Der Freischütz“
u.a. Dirigent: Bertrand de Billy | Max: Simon O‘ Neill | Kaspar: Selcuk Cara | Agathe: Elza Van den Heever | Ännchen: Mojca Erdmann | Samiel: Karl Markovics

NDR- RADIOPHILHARMONIE / NIEDERSÄCHSISCHE MUSIKTAGE
Richard Wagner : „Götterdämmerung“
(Konzert: Aufzeichnung und Übertragung ARD)
u.a. Dirigent: Eivind Gullberg Jensen | Siegfried: Andreas Schager | Hagen: Selcuk Cara | Alberich: Wolfgang Schön

BEETHOVENHALLE / BEETHOVENFEST BONN 
Ludwig van Beethoven : „Symphonie Nr. 9“
(Aufzeichnung und Übertragung DEUTSCHE WELLE)
u.a. Tenor: Andreas Schager | Bass: Selcuk Cara

Gesamte Opern im Rundfunk

25.7. TANNHÄUSER (Live aus Bayreuth) Bayern 4, HR 2, WDR 3, SWR 2, RAI 3, RNE Classica Madrid-15.57 Uhr
26.7. LOHENGRIN (Live aus Bayreuth) Bayern 4, RNE Classica Madrid-15.57 Uhr
LES INDES GALANTES (Live auzs Beaune) RAI 3-21 Uhr
27.7. DIE MEISTERSINGER VON NRNBERG (Live aus Bayreuth) RNE Classica Madrid-15.57 Uhr
IDOMENEO (Live aus Salzburg) ORF Ö1, Bayern 4, RAI 3-18 Uhr
MATILDE DI SHABRAN (Live aus Bad Wildbad) Deutschlandradio-19.05 Uhr
TOSCA (aus Aix-en-provence, Aufnahme v. 4.7.) Radio Suisse R.-20 Uhr
L’OLIMPIADE (aus Herne, Aufnahme v. 11.11.2018) WDR 3, SWR 2-20.04 Uhr

Filme der Woche

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Brady Corbett, lange Zeit nur Nebenrollen-Darsteller in Hollywood (immerhin aber auch bei Hanekes Amerika-Version von „Funny Games“ dabei), hat in seinen zweiten Spielfilm viel hineingepackt. Gleich zu Beginn jene Ängste, die in den USA zu Recht sehr stark sind, denn es kommt einfach zu oft vor, dass ein Schüler seine Waffe zückt und seine Mitschüler bedroht und ermordet. Die junge Celeste (Raffey Cassidy), die sich ihm entgegen stellt und schwer verwundet wird, wäre in diesem Jahr 2000 auf jeden Fall eine Medien-Heldin.

Um wie viel mehr, als sie einen simplen Song über ihr Erlebnis komponiert und zum Gesicht der demonstrativ ausgeschlachteten Trauer wird, die man hier publikumswirksam zelebriert. Die billige Sentimentalität, mit der die Amerikaner alles ausschlachten, liegt hier am Tisch der vielen Agenda, die der Regisseur in sein Drehbuch hinein gepackt hat.

Es ist ein Film mit einem Erzähler aus dem Off (im Original die Stimme von Willem Dafoe), was dramaturgisch ganz nützlich ist – in ein paar Sätzen erzählt sich vieles, was man mühsam darstellen müsste, etwa die Erklärung dafür, wie ein ganz normales, in keiner Weise besonderes junges Mädchen zum Star gepuscht werden kann. Da muss bloß jemand auf die Idee kommen, sie könne ihr persönliches Leid für die ganze Nation aufbereiten und damit zum Symbol hochgejubelt werden. Und so geschieht es auch, sogar im Doppelpack, an der Seite ihrer Schwester. Man muss es nur richtig aufbereiten, ein bisschen Show, schön singen, etwas szenischer Aufwand, nicht wahr… Als „Victim of Violence“ kann man sie lebenslang verkaufen…

Ein Glück, dass heute nicht mehr viel Platz für Politik – das immer noch weit bessere Theater – bleibt

GB: Johnson vergibt Schlüsselposten an EU-Hardliner
Salzburger Nachrichten

Österreich: „Operation Reisswolf“: Neue brisante Details aufgetaucht
Vol.at /Schredderaffäre

Das ist eine Posse, mit der kein Theater der Welt mithalten kann. Das Bundeskanzleramt schickte seinen wohl intelligentesten Mitarbeiter aus, um fünf Festplatten bei einer Privatfirma schreddern zu lassen. Der gute Mann, nennen wir ihn „Agent 00nix“ trat geheimnisvoll unter Falschnamen auf – aber das ist ja bereits bekannt,

Nicht bekannt war, dass ihm die Firma „Reisswolf“ drei Mahnungen an den „Falschnamen mit richtigerer Adresse“ (das lernt man so bei der Agentenausbildung) geschickt hat, dieser diese Mahnungen über 76 Euro „net amol ignoriert“ hat und dadurch erst die Sache aufgeflogen ist. Der Nachwuchagent wollte nämlich – schlau wie er nun eben ist – nicht über sein privates Konto überweisen. Auf die Idee, dass er zur Bank geht, dort den Zahlschein ausfüllt und am Schalter in bar einzahlt, kam der „Special-Agent ohne Lizenz zum Zahlen“ offenbar nicht. Das hätte er wohl erst beim nächsten Fortbildungskurs gelernt.

Wieso aber das Bundeskanzleramt einen Mitarbeiter auffordert, aus eigener Tasche eine Rechnung für das Amt zu bezahlen, wird bei einer Sondersitzung des Parlaments geklärt werden müssen.

Wieso sich die Firma „Reisswolf“ allerdings in die Politik einmischt, verstehe ich auch nicht. Für mich käme sie als Geschäftspartner nicht mehr in Frage. Ich habe zwar keine geheimen Festplatten, aber dennoch eine Kreissäge mit Metallsägeblatt. Mit der würde ich das Klumpert zerstören und dann die Überreste irgendwo im Wienerwald – verteilt auf mehrere Stellen – einbuddeln!  Aber bitte, mich fragt man ja nicht – was sich oft als Fehler herausstellt,

Genug! Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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