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16. AUGUST 2020 – Sonntag

16.08.2020 | Tageskommentar

Allesamt Helden. Die „Tristan“-Belegschaft nach dem Husarenritt, lange nach Mitternacht!

WEINVIERTLER FESTSPIELE: DAS EINZIGE WAGNER-FESTIVAL DER WELT IN DIESEN CORONA-ZEITEN!

GESTERN: ABENTEUERLICHER „TRISTAN“ GERIET ZUM HUSARENRITT!

Unglaublich, zumal in diesen Zeiten. Die Weinviertel-Festspiele haben Geschichte geschrieben. Erstens waren Sie das einzige Wagner-Festival der Welt, das sein  Programm durchgebracht hat (in den nächsten Tagen gibt es hoffentlich  ein Da Capo). Zweitens zogen sie den „Outdoor-Tristan“ mit mehreren wetterbedingten Unterbrechungen durch. Ich fieberte auf dem heimischen PC mit und hatte dabei ständig des Wettergeschehen in Mikulov im Blick.

Den König Marke habe ich gefragt, wie es denn wettermäßig steht. Da ich den Tristan ganz gut kenne, weiß ich schon, wann Marke ansprechbar ist. Er postete während des zweiten Aktes (anstatt auf seine Angetraute aufzupassen). Hätte er das getan, hätten wir uns zumindest einen Akt und Regenunterbrechungen erspart :

Hallo Online-Merker,

jetzt gerade die 4. Unterbrechung…den 1. Akt haben wir vollständig geschafft, 2. bis kurz vor Auftritt Tristan… ich habe noch schwache Hoffnung. Bis 1h Früh haben wir eine Chance.
Die Geigen(Instrumente…) sind das Problem.
Meld mich.
Herzlich
Günther/ Marke
Den König Marke habe ich gefragt, wie es denn wettermäßig steht. Da ich den Tristan ganz gut kenne, weiß ich schon, wann Marke ansprechbar ist. Er postete während des zweiten Aktes (anstatt auf seine Angetraute aufzupassen). Hätte er das getan, hätten wir uns zumindest einen Akt und Regenunterbrechungen erspart :
Mittlerweile konnte ich auch die Nachricht öffnen, die uns König Marke um 4 h früh – bereits in Waidhofen angekommen – geschickt hat. Die Vorstellung dauerte bis 0,45h , ein kurzer Strich musste im 2. Akt erfolgen, im 3. Akt gab es dann einige Striche, die aber im Sinne wohl aller Beteiligten – inklusive der hart geforderten Besucher – waren.
 
Ein anderer Augenzeuge – von mir kontaktiert: Martina Serafin als Isolde geradezu sensationell – auch ansonsten tolles Niveau – nicht nur angesichts der Umstände!
Ein mutiges, grandioses  Unterfangen, über das noch mehr zu berichten sein wird

Peter Svensson (Tristan), Martina Serafin (Isolde). Foto: Gesine Görlich-Fletzberger/ Weinviertler Festspiele
 
Bitte stürmen Sie die beiden noch ausstehenden Vorstellungen: Heute den „Fliegenden Holländer (20 h) und am Mttwoch (19.8.19 h) den zweiten Tristan. Unsere „Helden haben es verdient!

BITTE BESUCHEN: HEUTE UND NOCH AM MITTWOCH!

 

HEUTE um 20 h in MIKULOV: Die zweite Vorstellung „Der fliegende Holländer).

Auch Grafenegg zieht das Programm durch. Heute: Jonas Kaufmann

Jonas Kaufmann. Foto: Grafenegg-Festival

Das nächste Live-Konzerthighlight folgt gleich am Sonntag, dem 16. August, um 19.30 Uhr: In einem Liederabend singt Startenor Jonas Kaufmann an der Seite von Pianist Helmut Deutsch Franz Schuberts Liedzyklus „Die schöne Müllerin“.

Grafenegg: Von Corona in die Traufe
Festival-Eröffnung musste wegen Gewitter nach wenigen Minuten abgebrochen werden.
Wiener Zeitung

HEUTE: Franz Welser-Möst wird 60


Franz Welser-Möst. F
oto: Michael Pöhn/Salzburger Festspiele

 Seit 18 Jahren prägt er als Musikdirektor des Cleveland Orchestra die unverwechselbare Klangkultur des Orchesters. In seiner Ära wurde der Klangkörper mehrfach für seine musikalische Exzellenz von der internationalen Kritik hoch gelobt. Durch innovative Projekte und Kooperationen wurde kontinuierlich junges Publikum angesprochen und herangezogen. So sind mittlerweile 20 % aller Konzertbesucher unter 25 Jahre alt. Welser-Möst brachte zahlreiche Uraufführungen und Opernproduktionen in die Severance Hall zurück. Neben Orchesterresidenzen in den USA, Europa und China treten Franz Welser-Möst und das Cleveland Orchestra bei allen namhaften Festivals auf…

Das ist der Beginn der Würdigung in unseren Jubiläen. Zwischenzeitlich hat sich beim Maestro einiges getan. Darüber berichten wir bei diversen aktuellen Anlässen!

Warum Muti nicht Karajans Thronfolger wurdeBezahlartikel
Riccardo Muti galt als Karajans logischer Nachfolger, in Salzburg. Doch die künstlerische Leitung der Festspiele übernahm er nie. Er war nicht der einzige Festspiel-Favorit, der nicht zum Zug kam. Das Spiel begann viel früher und war zu Zeiten politisch.
Die Presse

Salzburg
Kritik: Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker in Salzburg Corona-Test für Beethovens „Neunte“
BR-Klassik

Muti interpretiert Beethovens „Neunte“ bei den Salzburger Festspielen
https://www.stol.it/artikel/kultur/musik/muti-interpretiert-beethovens-neunte-bei-den-salzburger-festspielen

Gestern bei der TV-Übertragung warf er Augenzeugenberichten zufolge böse Blicke in das Publikum, wenn jemand bloß atmete. Ich habe mir eine Muti-Abstinenz auferlegt, sogar bei den Übertragungen der Neujahrskonzerte habe ich mich daheim vor dem Fernseher nicht zu hsten getraut, weil ich des Maestros strafende Blicke wohl auf mich bezogen hätte. Danke, das brauche ich nicht!

Kritik: Sonya Yoncheva bei denSalzburger Festspielen Wiedergeburt mit Originalklang
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/sonya-yoncheva-konzert-renaissance-lieder-salzburger-festspiele-2020-100.html

Salzburg: Die Festspiele und der Trachtenkult

Trachtentragen ist nicht mehr unbedingt regionaler Identitätsausweis. Das belegen die in Städten um sich greifenden Oktoberfeste und „Wiesn“. In Salzburg scheint die Kombination Tracht und Kultur im Gencode der Festspiele verankert zu sein, träumte doch schon Hofmannsthal von der engen Bindung zwischen Landschaft und Literatur. So war es in Salzburg auch kein Widerspruch, dass der Weg zur Internationalisierung Mitte der 1930er Jahre zugleich den Höhepunkt des Trachtenkults markierte – und auch eine Marlene Dietrich bei ihrem Festspielauftritt eine Tracht Salzburg abbekam…
https://orf.at/salzburgerfestspiele20/stories/3177343/

Gars am Kamp/ NÖ
Wildners erste Bilanz in Gars: „Aber es geht doch!
Der KlangBurg-Indentant über einen Triumph, die bisherigen Höhepunkte und die wirtschaftliche Grundlage.
Niederösterreichische Nachrichten

Der „Konzertgänger in Berlin“ ist aus seiner Corona-Pause ewacht“

 

Unabgestandenes: Sommerliche Raritäten mit der Akademie für Alte Musik
Wir werden auch im Herbst nicht wieder in der Philharmonie sitzen, als wär nie was gewesen; und auch nicht im Winter und im Frühling. Die Akademie für Alte Musik hat sich jetzt aber auch vorgewagt und gibt eine Reihe von windfrischen Sommerkonzerten in der Elisabeth-Kirche und der angrenzenden Villa Elisabeth in der Invalidenstraße. Denn Frischwind ist alles derzeit.
Hundertelf. Konzertgänger in Berlin

RAIDING/ Burgenland: Tastenzauber an 2 Klavieren
Das war die Fundraising Sommer Gala in Raiding

Johannes Kutrowatz, Aglae Kottulinsky (Präsidentin des Vereins „Internationale Freunde Franz Liszts“), Star-Altistin Elisabeth Kulman, Eduard Kutrowatz, Prim. Dr. Kurt Vinzenz (Vizepräsident des Vereins „Internationale Freunde Franz Liszts“) – Fotocredit: Janos Klotz

Nach monatelanger Pause erklang am 14. August 2020 der Franz Liszt Konzertsaal in Raiding in gewohnter Form mit einem hochkarätigen Programm. Anlass dafür bot die erste „Fundraising Sommer Gala“ zugunsten des Vereins „Internationale Freunde Franz Liszts“. Johannes und Eduard Kutrowatz verzauberten das kulturbegeisterte Publikum an zwei Klavieren mit einem Repertoire aus Werken von Liszt, Brahms, Piazzolla bis Gershwin. Als großes Finale sorgte der Auftritt von Star-Altistin Elisabeth Kulman. Gemeinsam mit dem Klavierduo überraschte die gebürtigeOberpullendorferin mit Liszts bekanntem Lied „Es muss ein Wunderbares sein“.

HEUTE SCHLOSS THALHEIM:

 

Buchbesprechung

 

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Als Kabarettistin ist Lisa Eckhart scharfzüngig, treffsicher und unerschrocken. Wozu dann applaudiert wird, wenn es in die „richtige“ Richtung geht. Die „Political Correctness“ möchte da allerdings schon Schranken setzen – Witze über Juden, Geld und Sex sind unerwünscht. Antisemitismus-Vorwürfe und „Cancel Culture“ (wo ist „Kultur“ in einer Bewegung, die Leute mit den „falschen“ Aussagen vernichten möchte?) greifen sofort.

Lisa Eckhart, geliebtes Kabarett-Mädchen, wurde auf der Stelle zur unerwünschten Buh-Unperson, bei Festivals ausgeladen. Immerhin gibt es noch Gegenstimmen, aber einige kommen dann wieder von der „falschen“ Seite… Kurz, die Publicity, die sich bis ins hohe deutsche Feuilleton gewünscht und ungewünscht über Lisa Eckhart ergoß, wäre vermutlich nicht bezahlen gewesen. Allerdings – wer möchte schon so sehr zwischen alle Fronten geraten, die heutzutage schroffer und böser aufgestellt sind denn je?

Immerhin, dem ersten Roman der 27jährigen Steirerin wird es nichts schaden: „Omama“ macht neugierig. Sicher zuerst aus den falschen Gründen („Das ist doch die…“). Es gibt nur eine Art, der Autorin dieselbe Gerechtigkeit widerfahren zu lassen wie allen ihren Kolleginnen und Kollegen. Man lese das Buch gänzlich vorurteilsfrei, einfach als Stück Prosa einer jungen Frau von heute, die immerhin ihre Intelligent und ihre Formulierungsfähigkeit schon vielfach unter Beweis gestellt hat…

Wenn sie etwas nicht mag, wird sie eloquent. Opernfreunde werden sich winden: „Der erste Opernkomponist stellte die Behauptung auf, wem diese Kunstform nicht behage, der sei ein einfältiger Narr. Und seither kompostierte man stundenlang vor diesen Tragödien, deren meist fataler Ausgang sich verhindern hätte lassen, hätten die Personen miteinander gesprochen, anstatt sich in den Tod zu singen.“ Jetzt weiß man, wie die Leute denken, die meinen, man könne ohne Theater (Oper) auskommen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

So ganz unrecht kann ich Lisa Eckhart da nicht geben. Zudem bin ich viele Jahre ohne Theater und Oper ausgekommen (gut, Zaungast war ich immer, aber kein Aktiver) – es geht also. Im Zuschaueraum sitzen und etwas über mich „ergehen lassen“ ist auch nicht mein Ding. Ich fühle mich als „Macher“, muss also etwas machen, gestalten. Jetzt warte ich einmal ab, wie Oper aus der momentanen Krise kommt.

Berlin
Neustart im Schlosspark Theater:  Splitter der Tafelrunde
Dieter Hallervorden lässt in Steglitz wieder den Vorhang hochgehen, für das Monty Python-Musical „Spamalot“
Tagesspiegel

Didi Hallervorden hat sich auch wieder beruhigt und läuft nicht Amok.

Ihnen wünsche ich einen schönen Tag

A.C.

 

 

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