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29. JULI 2020 – Mittwoch

29.07.2020 | Tageskommentar

HEUTE: Auftakt von „Diskurs Bayreuth“ online. Copyright: Daniel Sünderhauf

Rahmenprogramm der Bayreuther Festspiele startet mit der Online-Gesprächsreihe „Hier
gilt’s der Kunst“ und der Video-Performance „The Loop of the Nibelung“ von Simon SteenAndersen

Mit einem spannenden Gespräch über Musik und Politik startet heute „Diskurs Bayreuth“, das Rahmenprogramm der Bayreuther Festspiele. Der Dirigent Daniel Barenboim und die Schriftstellerin Thea Dorn sprechen über Musik, Politik und Gesellschaft, über den politischen Richard Wagner und ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit den Bedingungen, unter denen Kunstschaffen in Zeiten der Pandemie noch möglich ist.
In der Gesprächsreihe „Hier gilt’s der Kunst – Wagner, Musik und Politik“ geht es um aktuelle Fragen: Kann, muss, soll Kunst eine Stellungnahme zu Politik und Zeitgeschehen sein? Ist sie das nicht immer? Was kann Kunst bewirken? Bis 31. Juli 2020 erscheint täglich eine neue Ausgabe auf der Webseite der Bayreuther Festspiele unter www.bayreutherfestspiele.de/diskurs und dem Festspiele-Angebot von BR Klassik auf www.br-klassik.de.

Macerata Opera Festival: Il trovatore  konzertant  25.7. 2020 (Prem.)

Il Trovatore

Nach Don Giovanni konnte die 2.vorgesehene Oper, G.Verdis Trovatore, nur konzertant gegeben werden. Das Orchester nahm also etwa 1/4 der Bühne ein, und die Sänger hatten lange Auftrittswege von den Seiten. Da konnte man mal über weite Strecken die Augen schließen und sich an der spritzigen Wiedergabe erfreuen…

…Azucena ist Veronica Simeoni mit sonorem breiten dabei agilen Mezzosopran/Alt. Massimo Cavalletti kann sich als Conte Luna die Sporen eines echten Verdi-Baritons verdienen. Seine robuste Stimme wächst in den Höhen über sich hinaus. Sein Gegenspieler ist Luciano  Ganci mit prächtig durchgebildetem Tenor. In seiner Top-Arie kann er ganz großes Mitgefühl heischen. Leonora ist Roberta Mantegna, und man denkt einfach, da könnte eine neue Maria Callas heranwachsen. Ähnlich im Timbre, nämlich plastisch ausdrucksvoll und mit absolutem Charme besingt sie ihre große Liebe zum Troubadour.    

Zum Bericht von Friedeon Rosén

In Italien sind diese Sommerfestivals nicht umzubringen. Die Menschen haben Freude am Leben, auch weil ein Leben in Angst und und ohne Freude kein wirklich lebenswertes  ist.

HEUTE in Kittsee/Burgenland: Weitere Vorstellung von „Wiener Blut“
Hoffentlich bleiben heute die Unwetter, wie sie gestern über weite Teile Österreichs zogen, aus. Da kämpfen die Veranstalter gegen unsere politischen Stimmungsbremser so halbwegs erfolgreich an – und dann stellt sich ihnen auch noch das Wetter in den Weg.

Salzburger Festspiele: Die erste Zeitungsente ist schon da

 

Salzburg
Frauen am Festspiel-Opernpult?
Wir müssen eingestehen: Wir sind einer Ente der Salzburger Festspiele aufgesessen. Aber wir wissen uns in bester Gesellschaft. Auch alle Printmedien haben es geschluckt, als die Festspiele etwas salopp verkündeten, Joana Mallwitz werde die erste Frau sein, die hierorts eine Oper (Mozarts Cosi fan tutte) dirigiert.

Glücklicherweise haben wir im DrehPunktKultur Mitarbeiter mit – erstens – sehr gutem Gedächtnis und – zweitens – einem Fundus an alten Programmheften. Ein solches hat Gottfried Franz Kasparek hervorgezaubert. Siehe da: Im Festspielsommer 2004 leitete Julia Jones alle vier Aufführungen von Mozarts Entführung aus dem Serail. Das war nicht irgendeine Produktion, sondern jene viel diskutierte Inszenierung, aus der Stefan Herheim den Selim Bassa hinaus redigiert und in die er dafür viele Bräute und viele Bügelbretter hinein gebracht hat. Ein gutes Stück Inszenierungs-Geschichte der Festspiele, zuerst heftig umstritten, sehr bald aber akzeptiert.
DrehpunktKultur (Reinhard Kriechbaum)

Die erste Frau, die überhaupt bei einer Oper am Dirigentenpult in Salzburg stand war aber ANNE MANSON, die 1994 die letzte Vorstellung der Boris Godunow-Serie ( die übrigen Vorstellungen dirigierte Claudio Abbado) dirigierte. (H.S.S.)

https://archive.salzburgerfestspiele.at/archivdetail/programid/87/id/0/j/1994

Genua
Pappano dirigiert Beethovens Fünfte für neue Autobahnbrücke in Genua
Mit einem klassischen Konzert wurde in Genua die Fertigstellung der neuen Autobahnbrücke gefeiert. Stardirigent Antonio Pappano kam dazu eigens mit einem der bekanntesten Symphonieorchester Italiens.
https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/brueckenkonzert-mit-pappano-100.html

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Jonas Kaufmann mit Fans in Neapel. So ein Startenor hat eben seine Verpflichtungen

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

In der Reihe OFF STAGE TALK hat WOLFGANG VATER ein Gespräch mit DR. KLAUS BILLAND geführt.

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https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=4752258701467066&id=878533795506262

 

Herbsttage Blindenmarkt 2020: Revue „Freunde, das Leben ist lebenswert“ ersetzt Operette

Foto: Herbsttage Blindenmarkt

Unter dem Motto „Freunde, das Leben ist lebenswert“ finden 2020 ganz besondere „Herbsttage“ in einer außergewöhnlichen Zeit statt. Aufgrund diverser gesetzlicher Covid19-Vorschriften der Bundesregierung für Veranstaltungen ist eine Umsetzung der ursprünglich geplanten Lehár-Operette „Der Graf von Luxemburg“ nicht möglich. Die Gesundheit des Publikums und der Mitwirkenden steht für uns natürlich an oberster Stelle. Und eine reduzierte Zuschauerzahl würde die Finanzierung der Operette unmöglich machen. Dementsprechend werden nun Stück, Sitzplan und Bühnengeschehen für die Saison 2020 adaptiert. Ein Covid19-Team wird sich um die Rahmenbedingungen der „Herbsttage“ in der Ybbsfeldhalle kümmern. Darüber hinaus garantiert die hochwertige, moderne Belüftungsanlage im Saal zusätzliche Sicherheit.

Kartenbüro Herbsttage Blindenmarkt
Gemeindeamt Blindenmarkt, 2. Stock (Lift)
Ab 7. August jeden FR 10-12 Uhr
Ab 1. September MO-FR 9-12 Uhr und MO 15-18 Uhr
Tel 07473 / 666 80
karten@herbsttage.at
www.herbsttage.at


Abgesagtes Lehár Festival Bad Ischl holt Programm 2021 nach

„Die Csardasfürstin“ als Eröffnungspremiere.
Wiener Zeitung

Eröffnung von „Public Moves“ im Wiener Rathaus (27.7. 2020): ‚Everyone‘ ist hier willkommen

Im Wiener Rathaus wird getanzt – locker, ganz einfach. Copyright: yako one

Ein großer Tanzboden ist im Arkadenhof des Wiener Rathauses ausgelegt. Die coronageschädigte sommerliche ImPulsTanz–Reihe ist hier bis 30. August zu Wiens Stadtvätern eingezogen. Durch große Planen regen- und sonnengeschützt – und für jedermann (mehr jüngere Damen wohl eher) nach Anmeldung täglich frei zugänglich. „Public Moves“ ist die Serie betitelt und zählt zu den rund  800 Veranstaltungen des heurigen Wiener Kultursommers. Bürgermeister Dr. Michael Ludwig gab das Startzeichen, und Tanzpädagoge Joe Alegado, durch Jahrzehnte mit ImPulsTanz als Dozent eng verbunden, hat die eifrigen Public Moves-Bewegungshungrigen zu einfachen Übungen angeleitet. So dass, nun ja, so dass seinen „Everyone, everyone, o.k. … „–Anspornungen wirklich jedermann folgen konnte.

Info: www.impulstanz.com

Stuttgarter Ballett: „RESPONSE I“ 26.7. 2020 nachmittags (Premiere 25.7.2020) – fulminant kreativer Abschluss einer abgeschnittenen Saison

Treffliche Kombination aus Bewegung und Ausstrahlung: Matteo Miccini in „Solo“. Copyright: Stuttgarter Ballett

Die Companie befand sich gerade auf Gastspielreise in Friedrichshafen am Bodensee kurz vor zwei Aufführungen von Crankos „Der Widerspenstigen Zähmung“ als von heute auf morgen der Spielbetrieb abgebrochen werden musste. In der Folge fielen dann auch die weiteren Reprisen dieses Klassikers in Stuttgart sowie eine damit geplante, überfällige Aufzeichnung für DVD ins Wasser. Auch ein unter dem Stichwort „Höhepunkte“ angekündigter Ballettabend mit zwei Erstaufführungen von Kylian und Petit, ein Hans van Manen- Choreographien gewidmetes Programm ausschließlich zu Musik des Jahresregenten Ludwig van Beethoven, weitere Vorstellungen des Kassenknüllers „Mayerling“ und die Ballettwoche zum Ende der Saison mussten schweren Herzens abgesagt werden.

Doch was bis in den Mai hinein noch unmöglich schien, ließ sich jetzt zu aller Erstaunen als Trostpflaster für all die geplatzten Vorhaben im Rahmen eines strengen Hygienekonzeptes doch noch verwirklichen…

Zum Bericht von Udo Klebes

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

EDISON – EIN LEBEN VOLLER LICHT. The Current War / USA / 2017
Regie: Alfonso Gomez-Rejon. Mit: Benedict Cumberbatch, Michael Shannon, Nicholas Hoult u.a.

Zweifellos war Thomas Alva Edison (1847 – 1931) ein Vermarktungsgenie, denn bei nur durchschnittlichem Wissen zum Thema Naturwissenschaften hätte man geschworen, der Mann hat die Glühlampe erfunden. Dem war nicht so, allerdings hat er auf den Gebieten von Elektrizität und Elektrotechnik Bedeutendes geleistet (und leider geht auch der Elektrische Stuhl auf ihn zurück). Dieser Film zeigt nun, wie Edison als starker Kämpfer in eigener Sache dafür gesorgt hat, dass die Welt um seine Verdienste weiß, während man den Namen seines Konkurrenten Westinghouse zwar auch, aber nur sehr vage kennt.

Bedenkt man, dass die Reihe der „Bio-Pics“ über historische Persönlichkeiten überbordet, stellt sich die Frage nach der Darstellbarkeit von Schicksalen. Wie stellt man einen Wissenschaftler-Streit zwischen den 1880er und 1890er Jahren dar, der sich um die Benützung von Gleichstrom, wie ihn Edison propagierte, oder Wechselstrom, von Westinghouse bevorzugt, dreht? Sicher, die Konkurrenz von entschlossenen Männern mit Format funktioniert grundsätzlich, aber dieser Film „zündet“ rund um die Glühlampen und das „Erleuchten“ der Welt, nicht wirklich…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Gefährder-Gesetz: Bayern führt die Unendlichkeitshaft ein
Gefährder können ab August in Bayern länger vorbeugend eingesperrt werden.
Der Landtag in München stimmte mit den Stimmen der CSU für das Polizeiaufgabengesetz, das die Erhöhung der Präventivhaft von bisher 14 Tagen auf unbefristete Zeit vorsieht.
Alle drei Monaten soll ein Richter darüber entscheiden müssen.
https://www.sueddeutsche.de/bayern/gefaehrder-gesetz-bayern-fuehrt-die

Es gibt Kleingeister, die können nicht über ihren politischen Tellerrand blicken. Ich glaube zumindest, dass ich zu denen nicht gehöre. Wichtig ist ein Gesamtüberblick und das Erkennen von Tendenzen. Die Tendenz in Bayern ist nicht ungefährlich.

Als das in Österreich vor gar nicht so langer Zeit ein Innenminister angedacht hat, wurde er wohl auf ewig zu den Minusmännern der Politik verbannt – wenn man den nicht unumstrittenen Umfragen Glauben schenken will. Wie soll eine Umfrage auch wirklich völlig objektiv sein – irgendwer muss sie in Auftrag geben und bezahlen. Unseriöse Institute fragen gleich gar nicht und setzen die gewünschten Zahlen ein (das kann man sogar vom Badestrand  aus machen) , seriöse Firmen telefonieren sogar und checken vorher ab, ob die gewünschte Meinung am Ende der Umfrage herauskommen wird/kann. Bei Umfragen unterhalte ich mich prächtig und sage nie meine wirkliche Meinung. Die geht auch niemand etwas an. Ist die/der Fragende halbwegs sympathisch, dann führe ich nur leicht in die Irre (bei Umfragen bin ich immer „Grün-Wähler“, das ist doch schick und aufgeschlossen). Bei unsympathischen Wissbegierungen richte ich meine Meinung danach, ob ich mein Gegenüber auch persönlich ärgern kann.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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