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4. MAI 2020 – Montag

04.05.2020 | Tageskommentar

Der erste Opernsänger sattelt bereits – hoffentlich kurzfristig – um. Paul Schweinester ist „singener Fahrradbote“ in Wien.

Es gibt derzeit für ihn keine Auftrittsmöglichkeiten – und nichts tun und nur lamentieren will er nicht. Also gibt er ein Gastspiel als  „Singender Fahrradbote!“. Auf Wunsch gibt er auch Geburtstagsständchen – natürlich aus gebotener Distanz – alles den Vorgaben entsprechend!

 

MET-STREAMS: Achtung, in dem „Figaro“ der Met am 4. (bei uns 5.) Mai ist auch „unser“ Heinz Zednik dabei!!!

Foto: Metopera

LE NOZZE DI FIGARO

Figaro………………Bryn Terfel
Susanna……………..Cecilia Bartoli
Count Almaviva……….Dwayne Croft
Countess Almaviva…….Renée Fleming
Cherubino……………Susanne Mentzer
Dr. Bartolo………….Paul Plishka
Marcellina…………..Wendy White
Don Basilio………….Heinz Zednik

Eigentlich habe ich gehofft, dass die Verkündung des Staatsopernspielplans Lesestoff für uns ergibt. Ich soll täglich möglichst viel Information bieten, dabei möglichst wenig politisch sein (obwohl die Politik derzeit die Hauptrolle in unserem Leben spielt) – wie soll das gehen? Vor allem, wie lang soll das noch gehen.

Die Met mit ihren teils Uralt-Streams gibt medial mehr her als die Wiener Staatsoper und die Vorhaben ihres künftigen Direktors. Das ist enttäuschend und ich erinnerne mich bereits wehmütig an Ioan Holender , der stets einen flotten Spruch auf den Lippen hatte – und den noch dazu zur richtigen Zeit!

Also kommen wir zu einem anderen Opern(ball)-Entertainer: Richard Lugner und der Wiener  Operball

Dr. Ulrike Messer-Krol war zum besagten Zeitpunkt Chefin der ORF-Seitenblicke und eröffnet uns, wie sehr wir unserem Baumeister unrecht tun. Nicht er hat sich nämlich zum Opernball gedrängt – er wurde gedrängt, mit seinem Geld für eine ORF-Attraktion sorgen. Er hat es getan – dabei kaufmännisch richtig gedacht und gleich den Opernball miteinbezogen. Nun wird er von Leuten belächelt und sogar noch behindert (Androhung Logenentzug), auf deren brauchbare Ideen wir noch sehnsüchtig warten! .

Ulrike Messer-Krols „Lugner-Story“:

Wie Herr Lugner auf die Idee mit seinen Gästen kam : Im Frühjahr 1992 hatte der damalige ORF-Fernseh-Programmintendant Ernst Wolfram Marboe eine ziemlich ausufernde Idee. Am Faschingssamstag sollte der gesamte ORF ein Ballsaal mit buntem Programm werden und live darüber berichten. Wie immer war die Idee groß, das Budget aber klein. Also wurde ein Sponsor für den Stargast gesucht und in der Person des Baumeisters , der durch Seitenblicke den Reklame-Effekt von Medienauftritten entdeckt hatte, auch gefunden. Engagiert werden konnte Harry Belafonte. Damit aber auch ein entsprechender Werbewert für das eingesetzte Kapital – vor allem die Spesen (USA-Flüge waren damals noch teuer) – erzielt werden konnte, entstand die Idee, Herr Belafonte besucht als Gast von Herrn Lugner bereits am Donnerstag den Opernball.

Harry Belanfonte war Lugners Beginn auf dem Opernball

Zwei Jahre vorher hatte schon Christa Mayerhofer mit ihrer Verwandten Prinzessin Caroline von Monaco und deren Gatten den Neid der Wiener Gesellschaft erregen wollen , aber der Besuch geriet organisatorisch zu einem Fiasko. 1992 mit dem nicht so hippen aber anerkannten Musikstar Belafonte funktionierte es so gut , dass der findige Geschäftsmann diese Tradition bis heute zum Leidwesen oder zur Freude vieler fortsetzt . Finanziert werden die Spesen und wohl auch das Honorar zum Gutteil aus dem Marketing-Budget der gleichnamigen City , weshalb vor dem Ball auch immer ein Starauftritt dort eingeplant ist, mit Signier- so ein passendes Buch vorhanden – oder zumindest Autogrammstunde.

1993 gelang ihm mit Joan Collins – Denver-Clan- ein großer Medien- und Publikumserfolg.

Ivana Trump war auch Lugners Stargast, aber damals  nur mäßig interessant.

Bereits im dritten Jahr klappte es leider nicht mit dem ganz großen Star, Baumeister Lugner hatte Ivana Trump gebracht, heute wäre Melania Trump eine Sensation, aber die damalige Ex-Ehefrau galt im hochnäsigen Wien doch eher als Arbeiterin aus der Schuhfabrik Bata im tschechischen Zlin, die als Ersatz-Mitglied des nationalen Skiteams angeblich bei den Winterspielen in Sapporo im Ersatz war, mit einem österreichischen Schilehrer eine Scheinehe eingegangen war, dann nach Kanada zu ihrem Freund ausreiste, als Modell arbeitete und in dieser Funktion in den USA Promotion für die Winter Olympics in Montreal machte und reich geheiratet hat. Das heißt, das Interesse beim Publikum war gering. In den Jahren darauf war es ein stetes Auf und Ab, aber da niemand sonst in Österreich Mühe und Kosten für publikumswirksame Gäste auf sich nehmen wollte, erarbeitete sich Richard Lugner quasi ein Monopol.

Ulrike Messer-Krol

AKTUELL IN UNSERER WEBSEITE: DIE JUBILÄEN MAI 2020 SIND NUN VOLLSTÄNDIG ONLINE!

Zusammenstellung: Walter Nowotny

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE: 4.5. Roberta PETERS: 90. Geburtstag

 

Ihre Familie stammte aus Österreich, eigentlicher Name Roberta Petermann. Ihre Eltern betrieben in New York ein Schuhgeschäft. Seit ihrem 13. Lebensjahr wurde sie durch William Hermann in New York ausgebildet. Sie debütierte 1950 im Alter von 19 Jahren an der New Yorker Metropolitan Oper, als sie für die erkrankte Nadine Conner in der Partie der Zerlina im »Don Giovanni« einsprang. Zwei Monate später erfolgte ihr offizielles Debüt als reguläres Ensemble-Mitglied der Metropolitan Oper in der Rolle der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Seitdem blieb sie für 35 Jahre an diesem Haus. Hier sang sie auch 1964 in der amerikanischen Erstaufführung von Menottis »The Last Savage« die Rolle der Kitty. Bis 1985 trat sie an der Metropolitan Oper in 23 Partien und in insgesamt 515 Vorstellungen auf. Zu den Partien, die sie an der New Yorker Metropolitan Oper sang, gehörten u.a. die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Barbarina wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, der Hirtenknabe im »Tannhäuser«, die Adele in der »Fledermaus«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss, der Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Norina im »Don Pasquale«, die Lucia di Lammermoor, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, die Amina in »La Sonnambula«, die Nannetta in Verdis »Falstaff« und die Marzelline im »Fidelio«…

…Sie starb 2017 in Rye (New York). – Die Künstlerin war kurze Zeit mit dem Bariton Robert Merrill (1917-2004) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienhändler Bertram Fields; aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel »A Debut at the Met« (New York, 1967). – Virtuos geführte, brillante Koloraturstimme.

ZU DEN JUBILÄEN

Berlin/ Komische Oper: Ist alles schwarz, traurig, schwer? Nein!
Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper, zeigt, wie man die Corona-Depression überwinden kann. Er unterstützt die Künstler seines Hauses – und hat trotz aller Widrigkeiten seinen Humor nicht verloren.
Berliner Zeitung

München
Trauer um Georg Hörtnagel: Außenseiter unter den Konzertveranstaltern

Georg Hörtnagel. Foto: Gasteig

Der Konzertveranstalter Georg Hörtnagel ist am 1. Mai im Alter von 93 Jahren gestorben. Bekannt wurde er mit seiner Konzertdirektion Hörtnagel, die er in den 1960er-Jahren gründete. Ursprünglich war Hörtnagel aber selbst Musiker, bevor ein Schicksalsschlag seine Karriere beendete.
BR-Klassik.de

Ladas Klassikwelt 30: Die Götter sind unter uns – Teil II
„In einer anderen Inszenierung mag Walhalla wie die Wall Street aussehen, Siegfried ist ein Hippie und Wotan der Leiter eines großen Konzerns. Aber ich beschloss, diese Geschichte so einfach wie möglich zu erzählen.“
Ein Gespräch mit dem Regisseur Tankred Dorst (1925-2017)
Jolanta Lada-Zielke berichtet jeden Montag aus ihrer Klassikwelt.
http://klassik-begeistert.de/ladas-klassikwelt-30-die-goetter-sind-unter-uns-teil-ii/

Corona-Existenzkrise am Broadway Ins Herz getroffen
Die Coronakrise hat katastrophale Folgen für New Yorks Broadway. Während sich anderswo erstes Leben regt, werden die Theater noch lange geschlossen bleiben. Zehntausende Menschen stehen vor dem Nichts.
Der Spiegel

Neu in unseren Interviews: Anette Leistenschneider, Operndirektorin in Nordhausen

 Die ersten drei Jahre. Ein Blick zurück und nach vorn

Anette Leistenschneider. Foto: Kneise

Anette Leistenschneider ist seit der Spielzeit 2016/17 als Operndirektorin am Theater Nordhausen tätig. Mit Neuinszenierungen von „La Bohème“, „Salome“, „La Traviata“, „Madama Butterfly“ und anderen mehr begeisterte sie Publikum und Presse. Anlass genug, Frau Leistenschneider nach dem Erfolgsrezept ihrer Tätigkeit zu fragen…

Zum Interview mit Sebastian Kranner

Coronaspezifische Bemerkungen von Franz Roos

Es wird immer behauptet, dass nach der Corona-Pandemie alles nicht mehr so sein wird, wie früher. Inwieweit der Kulturbetrieb dabei in Mitleidenschaft gezogen wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren. Sie können  drastisch ausfallen oder aus den Gegebenheiten resultierend eher vertretbar sein.

Möglichkeiten des Opernbetriebes nach schrittweiser Aufhebung der Beschränkungen

Übereinstimmend werden Vorschläge gemacht, wie mit der schrittweisen  Lockerung der Beschränkungen ein funktionierender Opernbetrieb aussehen kann. 

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“. Ähnliche Vorschläge haben wir bereits veröffentlicht. Für große Opernhäuser ist ein „Corona-Programm“ natürlich nicht denkbar!

Köln
Katholiken feiern wieder öffentlichen Gottesdienst im Kölner Dom
Nur 122 Gottesdienstbesucher sind in Deutschlands größter Kathedrale zugelassen. Gemeinsames Singen ist verboten.
Sueddeutsche Zeitung

Gottesdienst allerdings mit Chor! 

Österreich: Tausende Hoteliers wollen Staat auf Schadenersatz klagen
Oberösterreichische Nachrichten

Auf den Staat – und das sind letztlich wir, kommen Klagen zu. Undankbar diese Leute. Ein bisserl Existenz entziehen – und schon laufen sie zum Kadi!

Wien: Hände waschen, aber wo?
Viele städtisch verwaltete Brunnen sind gerade jetzt, da man sie bräuchte, nicht in Betrieb. Über die Bedeutung des Brunnens in Kunst und Kultur
https://www.derstandard.at/story/2000117198847/haende-waschen-aber-wo

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Netrebko-Ausflug nach Laxenburg (nahe Wien)

 

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Auch Deutschlands Fußball quält die Testfrage
Drei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln zeigen, wie heikel die Vision des Saisonstarts ist. In Österreich herrscht Skepsis nach Minister Anschobers klaren Vorgaben. Der deutsche Sportminister Horst Seehofer sagt: „Es gibt keine Privilegien für die Bundesliga!“
Die Presse

Freunde, unter diesen Voraussetzungen kann das nur ein riesiger Flop werden.

Wäre ich Manager eines vom Abstieg bedrohten Clubs hätte ich schon eine Idee, um die Meisterschaft zu Fall zu bringen. Für meine Ideen war ich gefürchtet. Keine Angst, ich verrate nichts, zumal es sicher auch noch andere „kreative Kräfte“ im Fußball gibt – vor allem, wenn denen das Wasser bis zum Hals steht!

Starten Sie gut in die Woche, waschen Sie Ihre Hände, so oft das möglich ist.

A.C.

 

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