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24. SEPTEMBER 2021 – Freitag

24.09.2021 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Otello. Gregory Kunde, Ludovic Tezier. Gelungene Wiederaufnahme.  Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wenn unsere Rezensenten etwas für gut empfinden, dann beschreiben sie es auch als gut. Selbst Gastrezensent Thomas Prochazka (www.dermerker.com) waltet nach dem Motto „Was‘ wiegt, das hat’s“. Zu Schoßhündchen von irgendwem eignen wir uns jedoch nicht (dazu sind wir zu unabhängig) – und ich selbst bleibe sowieso ich selbst, Anderes zahlt sich wohl nicht mehr aus! Manche mögen das als gefährliche Drohung empfinden.

WIEN/ Staatsoper: OTELLO am 22.9. 2021

Thomas Prochazka: Erkenntnisse des Abends: Zum Beispiel, dass es für eine Opernaufführung einen Dirigenten braucht. Dass dramatisches, packendes Singen eines gewissen, kontinuierlichen Stimmdrucks bedarf. Wir wußten es freilich. Aber wir mußten es wieder einmal erleben, um uns daran zu erinnern.
(So waren, in Kürze, die Begebenheiten.)…

…Der Abendzettel verzeichnete die neunte Vorstellung dieser Inszenierung. Nimmt man die musikalische Qualität zum Maßstab, war’s wohl eher die Première.

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=C6D6552C-9446-5EED-30C5C2023DBEE04F

Monika Bohinec, Ludovic Tezier. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Manfred A. Schmid: Dieser Otello mit insgesamt sieben fast durchwegs eindrucksvollen Rollendebüts hätte der ideale glanzvolle Auftakt der Herbstsaison sein können, den so viele vermisst haben. Vor allem die drei zentralen Figuren des Eifersuchtsdramas sind mit Gregory Kunde, Ludovic Tézierund Rachel Willis-Sörensen hervorragend besetzt und erweisen sich gut aufeinander abgestimmt, was auf ausreichende Probenarbeit schließen lässt. Die unaufgeregte, zuweilen allzu brav anmutende Inszenierung Adrian Nobles aus dem Jahr 2019 ermöglicht immerhin einen stets nachvollziehbaren Handlungsverlauf, auch wenn ihm nicht viel mehr eingefallen ist als die Verlegung der Handlung an den Beginn des 20. Jahrhunderts. Von der damit beschworenen Atmosphäre des heraufziehenden Kolonialismus – die venezianische Besatzungsmacht trifft in den Massenszenen auf die zypriotische Bevölkerung – ist wenig zu merken, vor allem aber trägt dieser zeitgeschichtliche Hintergrund wenig zum Verständnis der Handlung bei. Besser gelungen ist Noble und seinem Team die psychologische Ausleuchtung der Beziehungen zwischen den Akteuren…

Zum Berichtvon Manfred A. Schmid

Glaubhafter Otello in trister Umgebung Bezahlartikel
Adrian Nobles Inszenierung von „Otello“ an der Staatsoper bleibt banal. Auch bei drei prominenten Rollendebüts.
https://www.diepresse.com/6038050/glaubhafter-otello-in-trister-umgebung

Bleiben wir bei Kritiken, diesmal aber bei jenen der Konkurrenz:

Cavalieris RAPPRESENTATIONE DI ANIMA ET DI CORPO im Theater an der Wienist wohl das in jüngster Zeit in unserem Kreis meistbesprochene Werk. Auch von der zeiten Vorstellungen bieten wir Meinungen an, diesmal sogar drei:

Anett Fritsch, Daniel Schmutzhard. Foto: Werner Kmetitsch

…Der enthusiastische Applaus am Ende der Vorstellung bestätigte das gelungene Konzept von Regisseur Carson, mit dem er ein 421 Jahre altes Werk mit Verstand, großem Einfühlungsvermögen und unendlicher Liebe für unsere heutige Zeit zu einer glanzvollen Aufführung verhelfen konnte.

Zur Besprechung mit Harald Lacina

Musikalisch ist die Aufführung auf sehr hohem Niveau. Das Giardino Armonico ist ein äußerst kompetentes Orchester und wird von seinem Chef Giovanni Antonini ausgezeichnet geleitet. Er dirigiert sehr dramatisch, kann aber auch bei den lyrischen Passagen überzeugen. Er hält das zu Beginn gewählte Zeitmaß konsequent durch und sorgt so für eine in sich geschlossene Aufführung…

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

…Dies alle wirkt fein arrangiert und keineswegs eintönig, lässt das Publikum aufmerksam mitgehen – vielleicht aber ohne wirklich mit Tiefgang voll zu überzeugen.

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

Oper findet auch außerhalb Wiens statt:

Stuttgart: TOSCA – in aller Breite ausgekostet – 21.9.

Maria Agresta, Martin Muehle. Foto: Martin Sigmund

Mit voller Chor- und Orchesterbesetzung, aber aus Vorsicht noch mit Schachbrett-Belegung im Zuschauerraum (obwohl die aktuelle Verordnung einen kompletten Verkauf zugelassen hätte) startete die Stuttgarter Oper in die neue Saison. Puccinis unverwüstlicher Opernkrimi bot für den Auftakt die ideale Vorlage, das Publikum sogleich mit Volldampf auf eine emotionale Reise mitzunehmen…

Zum Bericht von Udo Klebes

ZÜRICH: L’INCORONAZIONE DI POPPEA am 22.9.

Foto: Monika Rittershaus

…Bieitos Inszenierung überzeugt mit ihrer «brutalen», bedingungslosen Modernität und den dadurch zur Musik geschaffenen enormen Kontrasten, die die Figuren letztendlich so nah wie in kaum einer anderen Oper werden lassen. Der Laufsteg und die seitlichen Bildschirme, bei Bieito Metapher für den grenzenlosen medialen Exhibitionismus der Gegenwart, schaffen zudem eine Nähe zu den Sängern, die einem Haus dieser Grösse sonst nicht erreicht werden kann…

Zum Berichtvon Jan Krobot

Soweit also der heutige Kritikenblock.

Ein Diskutant meint im Forum: Denn objektiv, außerhalb der Merkerblase, ist die Sache ja vollkommen unproblematisch, und die vielen Äußerungen und Kritiken vielleicht interessant, aber doch unbedeutend.

Bingo, nichts ist bedeutend! Nennen Sie uns bitte eine Ihrer Ansicht nach „bedeutende Kritik“, damit wir uns ein Beispiel nehmen können. Man lernt ja nie im Leben aus. Wir wollen dazulernen, denn immerhin haben wir selbst in Krisenzeiten täglich dreimal so viel Leser wie in die Staatsoper hineinpassen. Denen wollen wir doch etwas bieten, auch wenn es kostenlos ist!

Wiener Staatsoper: Erstes Foto aus der Neuinszenierung „Il Barbiere di Siviglia“

Vasilisa Berzhanskaya, Ruth Brauer-Kvam, Juan Diego Florez, Etienne Dupuis. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper.

Premiere ist am Dienstag, 28.9., erster Besichtigungstermin für Ungeimpfte: 9.10. in ORF 2

Stream auf Arte: 28.11.

Live aus der MET-Oper in New York: Cineplexx Opera Kinos starten Karten-Vorverkauf am 29. September

*   Start der MET-Saison      2021/22 am 09. Oktober 2021 mit Boris Godunow von Modest Mussorgski

*   10 außergewöhnliche Opern      live aus der Metropolitan Opera in New York  können im gemütlichen  Ambiente der Cineplexx Kinos miterlebt werden

*   11 teilnehmende Cineplexx  Kinos von Wien, Graz über Hohenems bis Bozen

 

*   Gesamtes Programm, teilnehmende  Kinos und Ticketpreise unter

 (http://www.cineplexx.at/opera) ~

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Sommereggers Klassikwelt 105: Jean Sibelius
Als der finnische Komponist Jean Sibelius am 20. September 1957 starb, war er 92 Jahre alt. Bei einem genaueren Blick auf seine Biographie verwundert einen das hohe Lebensalter, das er trotz seines zeitweise ausschweifenden Lebensstils erreicht hat.
Der am 8. Dezember 1862 in Hämeenlinna geborene Johan Julius Christian Sibelius kam noch im russischen Zarenreich zur Welt. Die Lösung Finnlands von Russland konnte erst nach der Oktoberrevolution 1917 vollzogen werden. Jean verlor bereits mit drei Jahren seinen Vater, als Schüler zeigte er erstes musikalisches Talent, das von Mutter und Tante gefördert wurde. Lange schwankte er, ob er Geiger oder Komponist werden sollte. Ein vergebliches Vorspiel bei den Wiener Philharmonikern brachte die Entscheidung für die Komponistenlaufbahn.
von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

München
Verzauberung zum Dessert
Essen, sich freuen und Gutes tun: das Bühnendinner der Bayerischen Staatsoper. Serge Dorny ist nervös. Gleich muss er die Begrüßungsrede beim Bühnendinner der Bayerischen Staatsoper halten, und auch wenn er, der gebürtige Belgier, sehr polyglott ist, würde er gern in diesem Moment über ein perfektes Deutsch verfügen.
Sueddeutsche Zeitung

Wiesbaden
Streit im Staatstheater Wiesbaden: Chefdirigent geht vorzeitig
Generalmusikdirektor Patrick Lange führt Differenzen mit Intendant Uwe Eric Laufenberg an. Der hatte Anfang der Woche angekündigt, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen.
FR-de

Das Staatstheater Wiesbaden und sein streitbarer Intendant halten uns auf Trab. Nun liegt er mit seinem GMD im Clinch. In Wien tut sich nichts in dieser Richtung. Aber deswegen werden wir unseren Sitz nicht nach Wiesbaden verlegen.

Kiel
Unverdauliche, doch poetische Genüsse eines Hypochonders – Kiel treibt sein Spiel mit Prokofjews „Liebe zu den drei Orangen“
NeueMusikzeitung/nmz.de

„Es muss ein Wunderbares sein“
Star-Tenor Jonas Kaufmann singt Lieder von Franz Liszt. Berühmte Melodien sind dabei, aber auch Raritäten, die er und der Pianist Helmut Deutsch facettenreich präsentieren.
Sueddeutsche Zeitung

Etwas nachträglicher Fotobericht vom Kaufmann-Konzert in Athen, das von „Rolex“ ermöglicht wurde

Jonas Kaufmann mit Gastgeberin Iro  Wachari  Kampani, Direktions Rat  Rolex Hellas,  Jean Frederic Dufour , Rolex Präsident. Foto: Rolex

Jonas Kaufmann ist seit 2009 Botschafter der Firma Rolex, dieses Konzert war ein Zeichen der gute Beziehung zur Musik Welt – in der Rolex über 40 Jahre Internationale Stars unterstützt, aber auch zukünftige….seit den Jahr 2002 mit den Programm „Rolex Mentor and protege Arts Initiative“

Bericht/Fani Zafraka-Themelidi
Übersetzung/Esther Hatzi

https://www.kathimerini.gr/life/hours/561500761/apotheosi-toy-gionas-kaoyfman-sto-irodeio-sti-vradia-operas-tis-rolex/

Tu Gutes und sage es – oder finde zumindest ein Medium, das es für Dich macht!

Am Freitag, dem 24. September 2021, lässt ORF III Kultur und Information Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer anlässlich seines 70. Geburtstags hochleben.
Zum Auftakt steht um 20.15 Uhr eine glanzvolle Geburtstagsgala aus dem ORF RadioKulturhaus auf dem Programm, zu der ORF-III-Moderator Peter Fässlacher neben dem Jubilar Lukas Resetarits, Alfred Komarek, Maria Köstlinger u. v. m. begrüßt. Anschließend folgt das Porträt „Zu meiner Zeit – Erwin Steinhauer“ (21.50 Uhr) mit Anekdoten aus den „wilden 60ern“ und Einblicken in sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis zu seinem Durchbruch als Kabarettist Mitte der 1970er Jahre. Danach zeigt ORF III die von Nils Willbrandt inszenierte Tragikomödie „Für dich dreh ich die Zeit zurück“ (22.40 Uhr) von 2017 mit Steinhauer als liebender Mann seiner an Alzheimer erkrankten Frau alias Gisela Schneeberger. Um 0.10 Uhr steht ein Dacapo des bereits in ORF 2 gesendeten Films „Der Täter“ auf dem Programm, bevor der Abend mit einer Ausgabe von „Aus dem Archiv“ (1.40 Uhr) schließt. Noch mehr Erwin Steinhauer wartet am Wochenende auf das ORF-III-Publikum

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart:  24. September 2021
THE SUNLIT NIGHT
Deutschland, Norwegen / 2019
Regie: David Wnendt. Mit: Jenny Slate, Alex Sharp, Fridtjov Såheim u.a.

Die Handlung beginnt in New York, uraufgeführt wurde der Film (übrigens schon im Jänner 2019) beim Sundance Festival, und doch ist er – englischsprachig – eine deutsch / norwegische Produktion. Regisseur David Wnendt, der so Witziges wie die Hitler-Satire „Er ist wieder da“ und so Semi-sinnliches wie die „Feuchtgebiete“ auf die Leinwand gebracht hat, versucht sich nun wieder in einem ganz anderen Genre.

Zu Beginn wähnt man sich in einer Kunstsatire, wenn drei Kritiker geschwollen heiße Luft von sich geben, was die junge Künstlerin Frances nicht eben glücklich macht. Sie wird von der Komikerin Jenny Slate gespielt, die nicht hübsch sein muss, um das Publikum mit ihrer sehr persönlichen Art einzunehmen. Sie ist Mitglied einer so typisch jüdischen New Yorker Familie, dass Woody Allen hätte Pate stehen können – ein knurriger Vater, der auch einmal Künstler werden wollte, aber als Illustrator gelandet ist, eine unzufriedene Mutter. Wie gut, dass die Schwester ihre bevorstehende Heirat verkündet, da kann Papa bekannt geben, dass er und Mama sich trennen. Kein Zuhause mehr. Und auch kein blonder Boyfriend für Frances, das geht in die Brüche. Also – Tapetenwechsel…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

AKTUELLES aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Kataloniens Ex-Regierungschef Puigdemont wurde in Italien festgenommen: Grund sei ein internationaler Haftbefehl gegen den Separatisten. Spanien wirft Puigdemont unter anderem Rebellion vor. Er war nach dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien 2017 ins Ausland geflohen. Nun liegt es an Italiens Justiz, ob er freigelassen oder ausgeliefert wird.
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  • Die Welt blickt gespannt auf Evergrande: Der chinesische Immobilienkonzern muss Zinsen auf eine wichtige Dollar-Anleihe zurückzahlen. Es bleibt unklar, ob er das tun wird. Eine fundamentale Lösung der Misere ist nicht in Sicht. Anleger und Experten rätseln darüber, wie eine weiche Landung für den Krisenkonzern aussehen könnte – wenn es sie überhaupt geben kann.
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  • Aus Protest gegen Abschiebungen tritt der US-Beauftragte für Haiti zurück: Nach nicht einmal zwei Monaten reicht Daniel Foote seinen Rücktritt ein. Er wolle mit der «unmenschlichen» Abschiebepraxis der USA nichts zu tun haben. Seine Empfehlungen in der Frage seien ignoriert und abgetan worden.
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Tempo 30 flächendeckend in Zürich bremst Sanität, Feuerwehr und Polizei. Nach der Einführung von Tempo 30 in Zürich dauert es länger, bis Notfallfahrzeuge ab der Alarmierung am Einsatzort eintreffen. Der Regierungsrat sieht die Erstversorgung von Patienten in Gefahr, die Stadt sieht kein Problem.
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So ordnen wir es ein: Ein Herzinfarkt hält sich nicht an Tempo 30. Ein Krankenwagen oder Feuerwehrauto im Schneckentempo nützt niemandem etwas, im Gegenteil: Sie schaden. Spätestens wenn es um Menschenleben geht, müsste die verkehrspolitische Ideologie zurückstehen. Zum Kommentar

Lance Armstrong heute 50
Der brutale Absturz der Legende Wie die USA Lance Armstrong ignorieren
N-tv.de

Meine Glückwünsche für Lance Armstrong sind aufrichtig. Er hat trotz der Vorwürfe Großes für den Radsport geleistet. Gerade im Radsport radeln viele lebende Apotheken durch die Gegend – aber die lassen sich nicht erwischen! Vielleicht haben die auch bessere Ärzte!

Tragischer Unfall
Reiterin nach Horror-Sturz bei Istanbul-Rennen tot
Reiterin Eszter Jeles ist tot. Die Ungarin starb nach einem Horror-Sturz beim Rennen in Istanbul. Sie wurde nur 21 Jahre alt.
https://www.krone.at/2514198

Wien/Hamerlingplatz
Lavasch: So schmeckt es im ersten armenischen Restaurant
Wie es ist, wenn die Patronin der Gastronomie-Familie Hakobyan, Narine Hakobyan, Essen aus ihrer Heimat aufkocht.
Kurier.at

Ich wünsche meinen Freunden, aber auch denen, die es wohl nie sein werden, einen schönen Tag!

A.C.

 

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