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24. OKTOBER 2021- Sonntag

24.10.2021 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Ermonela Jaho (Adriana). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Nicht nur der derzeitige Staatsoperndirektor geht gerne shoppen. Auch die von seinem Vorgänger 2014 von der Londoner Oper Covent Garden übernommenen Inszenierung kann als Beispiel eines rundum gelungenen Einkaufs angeführt werden. Den Unterschied macht allerdings die Häufigkeit zugekaufter Produktionen sowie ihre Machart aus. Bei Bogdan Rosicic waren es in seiner ersten Zeit acht von insgesamt zehn Premieren, die importiert wurden, alle zudem mit dem Etikett „Regietheater“ zu versehen. Dominique Meyer ist da um einiges dosierter vorgegangen…

Francesco Cileas Musik ist melodiös und ausdrucksstark. Nicht so dramatisch und auf stupende Effekte abzielend wie die seines erfolgreicheren Zeitgenossen Puccini, sondern zarter und in der Kolorierung überaus fein abgestimmt. Kein greller musikalischer Verismo, und dennoch nicht ohne Leidenschaft und überaus gefühlsbetont. Der Dirigent Asher Fisch rückt in seiner Gestaltung das Werk zuweilen in die Richtung der französischen Opéra comique. Manches Andere wiederum erinnert da an die meisterlichen, streicherverdoppelten Kantilenen Vincenzo Bellinis. Ob Fortissimo-Attacken oder elegant daherkommende Ariosi, das Staatsopernorchester liefert italienische Opernmusik gediegenster Art…

Schlussapplaus mit Ermonela Jaho

…Auf dem Programmzettel sind für diesen Opernabend insgesamt elf Mitwirkende angeführt, bis auf eine Ausnahme allesamt mit Rollendebüts. Dazu kommen weiters noch acht Tänzerinnen und Tänzer für die Balletteinlage. Ein Fest der Stimmen, das vom Publikum gebührend gefeiert wird.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Die Vorstellung am 29.10. ist als Stream zu erleben!

HEUTE PREMIERE AN DER BAYERISCHEN STAATSOPER:  „DIE NASE“
NEUES VIDEOFORMAT „OBSERVATIONS“ UND LIVE-STREAM AM 27.11.2021

Copyright: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

Die Bayerische Staatsoper präsentiert im Zuge von Dmitri Schostakowitschs Die Nase (Nos), der ersten Premiere der Spielzeit 2021-22 am 24. Oktober 2021, ihr neues Video-Format OBSERVATIONS, eine filmische Dokumentation, welche die Entstehung und Inszenierung einer jeden Neuproduktion in den Fokus stellen wird.
Ziel ist es, einen möglichst unverstellten Einblick in verschiedene Abläufe zu geben, um den künstlerischen Prozess nachvollziehbarer zu machen. Das Videoformat OBSERVATIONS sowie weitere Materialien werden für Rezensent:innen im Pressebereich auf der Website der Bayerischen Staatsoper angeboten.

Die Nase (Nos) feiert am Sonntag, 24. Oktober 2021 Premiere.

Die Vorstellung am 27. Oktober 2021 wird live im Radio auf BR-KLASSIK übertragen.
Ein Videolivestream wird auf BR-KLASSIK CONCERT und STAATSOPER.TV zu sehen sein.

Ab Anfang November 2021 steht ein kostenloses 30 Tage Video-on-Demand auf STAATSOPER.TV zur Verfügung.

München
Regisseur Kirill Serebrennikow:“Die ‚Cancel Culture‘ hat schreckliche Seiten“ (Bezahlartikel)
Sueddeutsche Zeitung

Wien
Wien Modern: „Den Kommerzdruck hinterfragen
Das Neuton-Festival steht wieder vor dem Start. Intendant Bernhard Günther über Highlights und Corona-Unwägbarkeiten.
Wiener Zeitung.at

Sommereggers Klassikwelt 109: Sena Jurinac, die silberne Rose im Wiener Ensemble, wäre heute 100 geworden

Sena Jurinac. Foto: Salzburger Festspiele

Die (nicht nur) vom Wiener Publikum heiß geliebte Sena Jurinac hätte an diesem 24. Oktober ihren 100. Geburtstag. Obwohl bereits 2011 verstorben, ist sie im Gedächtnis der Wiener Opernfreunde immer noch sehr präsent und ihr Name wird von allen, die sie noch auf der Bühne erlebt haben, geradezu ehrfürchtig genannt.
Klassik-begeistert

„Konzertgänger in Berlin“
Mondsam: RSB, Francis, Sobotka mit Ravel, Szymanowski, Elgar
Sachliche Märchenonkel entfalten den nachdrücklichsten Erzählzauber. Der Brite Michael Francis ist so ein beinah unauffälliger, aber sehr genauer Dirigent, der nicht wildfuchtelnd zaubert, sondern zweckdienlich arbeitend Zauber entstehen lässt.
https://hundert11.net/mondsam/

Graz/ Musikverein
Interview: Pluhar und Villazón mit exklusiver Oper in Graz
Kaleidoskop der Klänge: Christina Pluhar, Star der Alten Musik, bringt Claudio Monteverdis Oper „L’Orfeo“ exklusiv in ihre Heimatstadt. Die Titelrolle im Festkonzert des Musikvereins singt auch kein ganz Unbekannter: Rolando Villazón.
Kleine Zeitung.at

Wien/ Theater an der Wien
Brillanter Bassist, entbehrliche Puppe (Bezahlartikel)
Konzertant erinnerte das Theater an der Wien an die Uraufführung von Lortzings „Der Waffenschmied“.
https://www.diepresse.com/6051151/brillanter-bassist-entbehrliche-puppe

München
Bryn Terfel als Falstaff rockt meinen Opernabend
Donnernd brandet in der Bayerischen Staatsoper in München am Ende von Giuseppe Verdis Falstaff der Applaus für Bryn Terfel in der Titelrolle. Verdient. Ganz Vollblutkomödiant spielt er ausdifferenziert und einfach herrlich. Mit einer Spur Ernsthaftigkeit, mit der mich die Komödie innerlich gefangen nehmen kann.
Von Frank Heublein
Klassik-gebeistert.de

St,. Gallen: DIE ZAUBERFLÖTE am 23.10. – Premierenbericht online

Vom Racheplan am machthungrigen Herrscher von nebenan

Antonia Vesenina (Königin der Nacht). Foto © Edyta Dufaj

Nach «Breaking the Waves» steht mit der Zauberflöte nun eine der populärsten Opern überhaupt auf dem Spielplan des Theaters St.Gallen. Musikalisch ist die Premiere ein grosser Erfolg.

Zum Bericht von Jan Krobot

BLINDENMARKT/NÖ: Konzert für Alle II – am Nationalfeiertag
Klassik-Hits für Groß und Klein!

 

Dienstag, 26. Oktober 2021, 11:00–13:00

Ein Feiertags-Ausflug der besonderen Art: Das Konzert für Alle ist ein Fest der Melodien für Klassik-Liebhaber und Klassik-Neulinge jeden Alters. Anzug, Krawatte und Abendkleid haben Pause!
Zwei Stunden Hörgenuss, die beweisen, dass das klassische, oftmals strenge Konzertformat auch einmal lustvoll auf den Kopf gestellt werden darf. Giuseppe Verdi, Georges Bizet, Johann Strauss oder Wolfgang Amadeus Mozart laden zum Genießen und Entdecken ihrer Klangwelten ein. Vom Radetzkymarsch bis zur Bauernpolka, vom Gefangenenchor bis zur  Champagnerarie! Ein Programm, das die Ohren staunen lässt. Mit dem österreichischen Bariton Clemens Unterreiner, zuhause auf den Opernbühnen der Welt und langjähriges Mitglied der Wiener Staatsoper, ist ein gefeierter Star zu Gast in Blindenmarkt. Die erst 17jährige niederösterreichische Sopranistin und mehrfache Preisträgerin Anja Mittermüller ist ebenfalls zu bewundern. Der international gefragte österreichische Dirigent Gerhard Lessky leitet die Kammerphilharmonie Spirit of Europe, die erstmals in der Mostviertler Operetten-Metropole auftritt. Kurt Dlouhy leitet den Männergesangsverein Ybbs. Die charmante ORF-Lady Teresa Vogl moderiert dieses kulinarische Musik-Ereignis. Das Konzert für Alle – bei freiem Eintritt – ermöglicht Mäzen Reinhard Kubicki (Firma Creditreform).

Dirigent: Gerhard Lessky
Bariton: Clemens Unterreiner
Sopran: Anja Mittermüller
Moderation: Teresa Vogl
Freikarten im Herbsttage-Büro erhältlich!

 Informationen:
www.herbsttage.at   
Karten: 07473-666 80  / Veranstaltungsort: Ybbsfeldhalle Blindenmarkt

Jetzt mitmachen: Projektstart für die partizipativen Programme der Wiener Staatsoper 2021/22

Die in der vergangenen Spielzeit begonnenen partizipativen Programme der Wiener Staatsoper gehen nun in die zweite Runde: In den nächsten Wochen starten die Gruppen »InsideOpera«, »opern_labor« und »tanz_labor« ihre neuen Projekte. Die Wiener Staatsoper lädt alle opern- und tanzbegeisterten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene herzlich ein, mitzumachen. Anmeldungen für alle Gruppen – die Teilnahme ist kostenlos – sind unter jugend@wiener-staatsoper.at möglich.

InsideOpera
Dieser Club ist für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nicht genug von Oper bekommen oder Lust haben, dieses komplexe Genre noch besser in all seinen faszinierenden Facetten kennenzulernen. In wöchentlichen Treffen werden gemeinsam Werke besprochen, Künstler*innen-Gespräche geführt und hinter die Kulissen geschaut. Gedanken und Diskussionen werden im InsideOpera Podcast  festgehalten.

Projektstart: 28. Oktober 2021 (jeden Donnerstag von 16.00-17.30 Uhr)
keine Vorkenntnisse erforderlich, begrenzte Platzzahl

10 JAHRE ORF 3 – Am Nationalfeiertag bestimmen Sie einen Teil des Programms

Die Abstimmung läuft ab 15. Oktober zehn Tage lang unter tv.orf.at/orf3. Votingschluss ist Montag, 25. Oktober, 12.00 Uhr.

„ORF III Sternstunde“ – Klassik:
„Aus dem Belvedere: Das große Klassik-Open-Air“
„Elīna Garanča – Klassik unter Sternen 2019“
„André Hellers Hauskonzerte: Günther Groissböck“
Wenn geht, dann bitte kein Dirndlkonzert!

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt:  DAS PERFEKTE GEHEIMNIS von Paolo Genovese
Deutschsprachige Erstaufführung
Premiere: 23. Oktober 2021,
besucht wurde die Generalprobe am  22. Oktober 2021

 

Kinobesucher kennen das Ganze vermutlich, vielleicht nicht aus dem italienischen Originalfilm, sicher aber aus dem deutschen Remake gleichen Namens aus dem Jahr 2019. „Das perfekte Geheimnis“ war hoch besetzter Kino-Boulevard mit Jessica Schwarz, Wotan Wilke Möhring. Florian David Fitz, Elyas M’Barek und anderen erstrangigen Schauspielern. Und sagen wir es gleich – im Kino war die Geschichte weit präziser, als sie nun auf der Bühne der Kammerspiele erscheint, aus dem einfachen Grund, weil die meiste Zeit immer sieben Personen gleichzeitig da sind und man nicht, wie im Film, die Möglichkeit hat, sich auf die jeweils zentrale Figur zu fokusieren.

Dennoch hat das Stück nach dem Film (oder das Stück, das Paolo Genovese für den Film schrieb, so genau weiß man das nicht – und wichtig ist es auch nicht) heute eine Brisanz gewonnen, die es vor zwei Jahren nur höchstens allgemein hatte. Mittlerweile ist es konkret geworden (und man kann der Josefstädter Dramaturgie nur eine „Nase“ für Aktualität bescheinigen). Denn es geht um eine Welt von heute, wo Menschen von heute faktisch ihr ganzes Leben in ihren Smartphones parken…

Interessanter als das ganze Stück ist die Problemstellung. Wenn sich nur ein paar Leute fragen, wie sehr sie in ein Stück Technologie, das mancher gar nicht mehr aus der Hand legen kann, ihr Leben und ihre Geheimnisse hineinpacken und wie angreifbar sie damit werden, können vielleicht ein paar Erkenntnisse aufleuchten. In diesem Sinn: ein Lehrstück für heute.

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters: MOSKITOS von Lucy Kirkwood
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 23. Oktober 2021 

Foto: Burgtheater/ Marcella Cruz-Ruiz

Die Überschätzung der Lucy Kirkwood hält an, man hat noch kein bemerkenswertes Stück von ihr gesehen, dennoch wird sie immer wieder gespielt, und das neueste Angebot des Burgtheaters (im Akademietheater) gibt keinen Anlass, diese Meinung zu ändern.

Im Grunde ist „Moskitos“ eine völlig überdrehte, künstliche Familiengeschichte, die aus lauter Einzelszenen besteht, meist Dialoge, manchmal ein paar Leute mehr. Da ist eine ziemlich alte Mutter, die einmal den Nobelpreis für – ja was? Atomphysik vielleicht? fast bekommen hätte, aber er ging natürlich an ihren Mann, wie das Frauen angeblich immer wieder einmal passiert. Sie hat eine begabte, intelligente Tochter namens Alice, die in Genf bei CERN an einem Teilchenbeschleuniger arbeitet. Und eine weitere, wie man früher gesagt hätte, „missratene“ Tochter, die nichts auf die Reihe bekommt, säuft und raucht und ihr Kind sterben sehen muss, weil sie abgelehnt hat, es impfen zu lassen. Falls das die aktuelle Moral von det Geschichte sein soll… immerhin hat man bei den einleitenden Worten des Direktors vom Tonband das beschwörende „Lassen Sie sich impfen!“ weggelassen. Denn wer im Theater sitzen darf, ist ja vermutlich geimpft… und die anderen kann man nicht einmal mit den Freuden eines Theaterbesuchs dazu bewegen, wie es scheint…

Am Ende gab es heftigen Beifall. Er kann ja nur den drei außerordentlichen darstellerischen Leistungen der Damen gegolten haben, wohl nicht dem Stück. Und auch nicht dem Regisseur, der mit seiner affektierten Beleuchtungs-Attitüde, mit seiner Nebelsuppen-Inszenierung den Besuch der Aufführung zu einer solchen Mühsal macht.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Populismus für Anfänger“: Die simple Welt der Populisten
gefunden von TTT
Auf der einen Seite steht das „Volk“. Und auf der anderen: „die da oben“, „die da draußen“ und „die da unten“. Auszug aus dem Buch „Anleitung zur Volksverführung“

Populismus ist ganz einfach. Die Politik von Rechtspopulisten beruht nur auf einem einzigen Grundgedanken, einem selbst gestrickten Bild der Gesellschaft. Hier sind WIR und dort sind die ANDEREN. Diese beiden Gruppen braucht der Rechtspopulismus. Sonst nichts…
Die Zeit.de/politik

Corona-Prognose: Infektionen werden stark zunehmen
Die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums gehen von einem „signifikanten Anstieg“ der Neuinfektionen in der kommenden Woche aus. Ab Anfang November steht in vier Bundesländern eine Überlastung der Intensivstationen im Raum.
Puls24.at

Und ich dachte, wir haben einen Spielgewinner. Was erzählt man uns laufend? Ich war am Freitag bei einer Veranstaltung mit 400 Besuchern, inclusive Steh-Party und Barbetrieb. Da ohnedies alle geimpft sein mussten, kamen sich viele recht nahe, Vorsicht und Distanz waren Fremdworte. Die Frage ist, ob dieser Impfeuphorismus und die Anpreisung des Matchwinners vielleicht ein Schuß ist, der nach hinten los geht! Es kann ja bei Vollimmunisierung (!) nichts passieren, das hat uns doch der Kanzler versprochen – wie so vieles andere auch.
Nur welcher Politiker gibt zu, dass er sich vielleicht doch geirrt und Scharlatanen vertraut haben könnte?

Österreich
Bierpartei-Chef will Präsident werden – mit VdB im Team
Er ist Arzt, Frontman einer Rockband und Chef der Bierpartei – Marco Pogos politische Ambitionen reichen aber weiter. Er will Bundespräsident werden.‘
https://www.heute.at/s/bierpartei-chef-will-praesident-werden-mit-vdb-im-team-100170058

 

Es gibt also Alternativen für das höchste Amt im Staat. Das heißt, dass ich wählen werde. Wem ich meine Stimme geben werde, weiß ich noch nicht (es kommt darauf an, wer zur Wahl steht). So nebenbei bemerkt: Mein Wahlverhalten ist so unwichtig wie das aller Künstler in unserem Land, diese werden aber in diverse Komitees drängen! Ich bin der Meinung, dass mein Wahlverhalten nicht einmal meine besten Freunde – soferne es diese überhaupt gibt – etwas angeht. !

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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