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24. MÄRZ 2020 – Dienstag

24.03.2020 | Tageskommentar

 

Blick in die Zukunft. Die Spielzeit 2020/21 an der Komischen Oper Berlin

Schlaglicht auf Kurt Weill. 9 szenische Premieren. 2 konzertante Produktionen. 12 Wiederaufnahmen. 7 Sinfoniekonzerte. 3 Festivals.

ZUM VIDEO : Barrie Kosky Barrie Kosky über die Premieren

Show geht weiter: Programm für Komische Oper vorgestellt
Sueddeutsche Zeitung

In Zeiten wie diesen ist es ganz schwierig, ein treues Stammpublikum zu unterhalten. Ich bemühe mich und bin für jede halbwegs interessante Meldung dankbar, die nichts mit Corona und der Krise zu tun hat. Da unser Leben derzeit aber in einem ungeahnten Ausmaß von Verboten bestimmt wird (ich komme mir wie in einem Horror-Film vor), stoße ich immer wieder auf das vorherrschende Thema. “ Der Opernmensch lebt nicht vom Stream allein“ – aber praktisch alle Theater wollen uns mit diesen Streams beglücken, bei Laune halten oder bloß ablenken. Wovor ablenken? Vor der Realität. Wenn wir uns von der Realität ablenken lassen, betrügen wir uns selbst. Wollen wir das? Bleiben wir hellwach, damit nicht Werte auf der Strecke bleiben, für die unsere Vorfahren gekämpft haben!

Ich hoffe, dass nach Ostern Normalität im Geschäftsleben einkehrt. Auch diese Homepage ist arg betroffen. Wenn ein Fehler auftaucht (und das kommt oft vor ( schön, wenn Sie es nicht merken), steht der Support nicht „Gewehr bei Fuß“. Der Server setzt Prioritäten – und diese liegen nicht bei einer Website wie dieser. Es gilt, den Mailverkehr für Home-Office (das Wort der Stunde) sicher zu stellen, davon hängen Arbeitsplätze ab.

Diese Nacht erlebte ich im Traum den Webausfall von drei Wochen – ein Albtraum für mich. 

Ich wäre beruhigt, wenn sich die Stammleser die Adresse www.der-neue-merker.at vormerken würden. Das ist die Vorgängerwebsite aus der Steinzeit, aber sie funktioniert noch immer. Die hat mir in den Neunzigerjahren ein Student gebaut und laut den heutigen Experten alle Fehler dabei gemacht, die man nur machen kann. Deshalb finde ich auch niemand, der sich notfalls über eine Reparatur machen würde. Aber diese Seite funktioniert noch immer, hat nie eine Reparatur gebraucht und ich war ganz erstaunt, als ich gestern nach Jahren wieder auf das Zählwerk (Startseite links unten) geschaut habe. Obwohl die Seite seit Jahren praktisch still liegt, feiern wir dort in Kürze dem 10 Millionsten Zugriff!

Diese Zeilen habe ich zu meiner Beruhigung eingestellt, hoffentlich passiert nichts. Man soll den Teufel bekanntlich nicht an die Wand malen. Wir können dort keine Fotos einstellen, sehr wohl aber die Presseschau und die wichtigsten Infos!

„Konzertgänger in Berlin“
Hörstörung (26): Abstand total
Gut, so viel Abstand wie jetzt hätte der kurzmütige Konzertgänger sich niemals gewünscht, bei allem Ärger über hörstörende Mitbesucher. Aber da müssen wir als verantwortungsvolle Bürger durch. Für viele Menschen gehts ja um Leben und Tod. Konzertpause heißt weitgehend Blogpause. Die Konzertgängerkinder wollen ja auch beschult und bespaßt sein und ein wenig Arbeit daheim getan. Und Live-Streamings (Igor Levit tuts bekanntlich jeden Abend um 19 Uhr auf Twitter) sind für viele eine feine, tröstende Sache, das ist wunderbar; aber für notorische Echtraum-Erleber wie mich uninteressant.
https://hundert11.net/hoerstoerung26/

Tony Pappano: Thank you for your continued support of the Royal Opera House

 

ZU FACEBOOK MIT VIDEO

BETRIFFT: NIKOLAUS BACHLER. LESERBRIEF AN DEN MÜNCHNER „MERKUR“ (23.3.2020)

Diesen Leserbrief finden Sie in den heutigen „Infos des Tages“. Ich kommentiere ihn nicht, gehe jedoch Herrn Bachler aus dem Weg. Die Gefahr, dass sich unsere Wege kreuzen, ist ohnedies gering!

Name der Red. bekannt: Ich habe das Japan – Gastspiel auch vermieden – ohne dafür zahlen zu müssen – diese Behauptung klingt für mich infam und bleibt unkonkret.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Sieh dir diesen Instagram-Beitrag von @aleksandra_kurzak an: Auch da wird trotz schwieriger Zeiten abends gespielt

 

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

Nur zur Klarstellung: Es tauchen immer wieder die selben Namen in Instagram auf – und da ich nicht gezielt suchen kann, veröffentliche ich eben das, was mir zugetragen wird. Das hat – was mich betrifft – nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun. Es ist jedoch für Künstler ein Gebot der Stunde, in Zeiten, in denen die Kulturberichterstattung „pauschaliert“ und personell zurückgefahren wird (Agenturen beliefern alle Kulturredaktion mit gleichlautenden Meldungen), sich selbst um ihre PR zu kümmern. Das tun manche mehr, andere eben weniger!

SOMMEROPER BAD SELZACH /SCHWEIZ: VERDIS DON CARLOS UM EIN JAHR VERSCHOBEN
Aktuelle Informationen aufgrund Coronavirus – Verdis Don Carlos verschoben
Unsere Première wird tagesgenau um ein Jahr auf den 30. Juli 2021 verschoben.

Der Vorstand der Sommeroper Selzach hat zusammen mit dem Leitungsteam entschieden, dass auf Grund der weltweiten Coronavirus-Situation unsere Don Carlos–Projekte (Oper und Kinder-/Jugendoper) um ein Jahr auf Sommer 2021 verschoben werden.

Aufgrund der ausserordentlichen Lage haben wir entschieden, unsere aufwändigen Vorbereitungsarbeiten zu unterbrechen und die Opernproduktion DON CARLOS um genau ein Jahr auf Sommer 2021 zu verschieben.

http://www.sommeroper.ch/m/mandanten/291/topic17220/story48913.html

Die kleineren Festivals sagen jetzt bereits für den Sommer ab, die großen wollen ihr Programm natürlich durchziehen. Ich bin auch zuversichtlich, dass das möglich sein wird, denn irgendwann werden auch unsere Politiker zu rechnen beginnen und sich bemühen, Relationen herzustellen.  Die kleinen Festivals können das Risiko einer langen, vergeblichen Proben – und Vorbereitungszeit nicht eingehen und ziehen lieber gleich die Reissleine!

Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was bewegt Musiker angesichts von Krankheit und Tod?
Teil 1: Corona – oder: Wie über uns die Bombe kam…
„Wenn irgendjemand auf der Suche nach einem Halt in heutiger Zeit sein sollte, nach einem Anker, der das Schiff in aufgewirbeltem Strom sicher hält und diesen für Gott hält – er wird ihn in der Musik, im gemeinschaftlichen Gesang finden.“
Der Apotheker Wilfried Feldhusen, 57, aus Wingst (Niedersachsen) ist ein profilierter Chorsänger. Der Bass singt im Symphonischen Chor Hamburg und zwei Chören im Landkreis Cuxhaven. Feldhusen spielt auch auf höchstem Niveau Posaune, etwas Klavier und widmet sich als Imker mit Herz und Blut seinen Bienen. Lesen Sie bitte seine Corona-Impressionen.
Wilfried Feldhusen berichtet aus Wingst.
Klassik-begeistert

Ladas Klassikwelt 24: „Fée blanche“, die „weiße Fee“: Maria Kalergis-Mouchanoff war die Freundin von Franz Liszt und Richard Wagner
Sie schenkte Richard Wagner zehntausend Franken, als dieser in Not war. Sie war mit Wagners späterem Schwiegervater Franz Liszt eng befreundet. Sie weinte bei Aufführungen des „Lohengrin“. Wagner widmete ihr die geschärfte Version der Broschüre „Das Judenthum in der Musik“, was sie ehrte, obgleich sie nicht antisemitisch war: Lesen sie bitte diesen außergewöhnlichen Bericht über eine außergewöhnliche Frau des 19. Jahrhunderts – die polnische Adlige Maria Kalergis (1822-1874), genannt „fée blanche“, die „weiße Fee“.
von Jolanta Lada-Zielke – jeden Montag aus ihrer Klassikwelt…
Klassik-begeistert

CD-Besprechung: Giuseppe Verdi: »Un ballo in maschera« — Metropolitan Opera 1940

Nach dem es fraglich erscheint, ob wir in Wien heuer noch einen neuen »Ballo« erhalten werden, mag sich der eine oder andere vielleicht mit einer alten Aufnahme aus der Metropolitan Opera trösten. Thomas Prochazka hat wieder eine CD-Besprechung anzubieten

 

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=B1E20FD0-6C74-11EA-85F9005056A64872

Albertina-Direktor Schröder: „Die Krise ist keine Chance“
Keine Besucher, keine Einnahmen: Die Wiener Albertina mit ihren vielen Touristen trifft es hart. Direktor Klaus Albrecht Schröder schlägt Alarm
Der Standard

Sehr geehrter Herr Schröder, es trifft uns alle hart, nicht nur Kultuschaffende, sondern auch die Privatwirtschaft. Diese trifft es noch härter, da werden unzählige „Firmenleichen“ den Fluß herunterschwimmen. Ihre Albertina wird überleben, Sie wohl auch – darum weinen Sie nicht!

Gewiss, die Regierung bemüht sich und das Kurzarbeitspaket ist ambitioniert. Es kann jedoch nur eine Übergangslösung sein – und das wissen natürlich auch die routinierteren Geschäftsleute, die mit staatlichen Beglückungen jahrzehntelange Erfahrungen gemacht haben. Man bekommt nicht wirklich etwas geschenkt. Die Mehrzahl der Firmeninhaber beißt nicht richtig an und weiß warum –  – und die Regierenden sind darob verwundert. Das deshalb, weil die wirklichen Entscheidungsträger nie echte Unternehmer waren, das sind Theoretiker.

Theaterschaffende fürchten um Existenz wegen Corona-Krise
Neue Musikzeitung/nmz

Deutschland
Bundesregierung beschließt Soforthilfe – Grütters: „Rettungsschirm für den Kulturbereich“
Neue Musikzeitung/nmz.de

Die nachaltigste Rettung wäre eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität. Vielleicht auch ein rasches Überdenken der Situation. Wenn ich merke, dass ich mich auf einem Irrweg befinde, gehe ich doch nicht weiter, sondern korrigiere meinen Weg. Nachstehende Zeilen sind nicht auf meinem bescheidenen Mist gewachsen, sondern werden in „Die Welt“ veröffentlicht:

So schwer es fällt, müssen wir uns dazu leider auch die Zahlen der menschlichen Tragödie aus Italien anschauen. Das Durchschnittsalter der über 2500 Toten bis Anfang der Woche liegt bei 79,5 Jahren.

Damit drängt sich zumindest logisch die mögliche Alternative auf, alle Menschen ab 65 oder mit Vorerkrankungen zu isolieren, um sie zu beschützen. Der Rest der Bevölkerung würde dann durch die sogenannte Durchseuchung immunisiert werden. Ein solches Vorgehen beinhaltet große Risiken, aber geben wir uns keiner Illusion hin…

Corona: Es gibt keinen risikolosen und damit alternativlosen Weg aus dieser Krise
Erst hat der Staat die Corona-Gefahr lange ignoriert, dann hat er mit Blitzgeschwindigkeit unsere Freiheitsrechte eingeschränkt. Dem Unternehmer Leonhard Fischer geht das zu schnell. Er sorgt sich um die ökonomische Zukunft einer ganzen Generation.
Die Welt/de

Dom Museum Wien Online!

 

Das Dom Museum Wien bleibt, wie sämtliche andere Museen und Institutionen, vorerst geschlossen. Auch wir arbeiten derzeit an Möglichkeiten, das Museum trotzdem im digitalen Raum „offen“ zu halten – und es zu Ihnen nachhause zu bringen.

Direktorin Johanna Schwanberg wird ab dieser Woche über Facebook, Instagram, Twitter und YouTube eine „Director’s Tour“ durch die Ausstellung „Family Matters“ anbieten. Sie wird jeweils ein Kunstwerk aus der Schau vorstellen und ihre persönlichen Überlegungen dazu teilen. Der Rundgang bleibt online, und Sie können jederzeit dazu stoßen!

Wo passierte einer der ganz großen Fehler, der zu chaotischen Zuständen in Italien führte?

Wappen von Atalanta Bergamo

Es hätte der glorreichste Tag in der Geschichte des Traditions-Fußballclub mit wechselvoller Geschichte und mehr Tiefen als Höhen werden sollen, der 19. Februar 2020, ein Mittwoch. Atalanta Bergamo spielte in der europäischen Königsklasse gegen den FC. Valencia. Da das Zuschauerinteresse enorm war und das Stadion in Bergamo keine 25.000 Besucher fasst, wich man in das nur 50 km entfernte Mailand aus. 44.000 Bergamasker machten sich auf den Weg in das San Siro-Stadion, gefeiert wurde schon auf der Hinfahrt. Bierbecher kreisten, die Stimmung war ausgelassen, die ohnedies sehr impulsiven Italiener kamen einander körperlich nahe. Und dabei dürfte es passiert sein!

Atalanta gewann 4:1, die Fans waren nicht mehr zu halten.  Übrigens fasst das San Siro-Stadion 78 000 Sitzplätze, theoretisch hätte man für Abstand sorgen können. Aber wer wusste das damals schon? Jeder geöffnete Sektor kostet Geld! Deshalb ergeht auch kein Vorwurf. Das Rückspiel in Valencia in der Woche darauf wurde bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen (Atalanta gewann auch in Valencia 4:3, aber das ist angesichts der Katastrophe von untergeordneter Bedeutung).

Natürlich weiß man jetzt mehr und wohl auch, dass Massenevents kontraproduktiv sind. Lernen wir wenigstens für die Zukunft daraus.

Wie das Märchen zum Albtraum wurde
44’000 Fans in Stadion und U-Bahn: Bergamos Champions-League-Sieg gegen Valencia am 19. Februar gilt als tragischer Verstärker für die Corona-Seuche.
https://twnews.ch/ch-news/wie-das-marchen-zum-albtraum-wurde

Haben Sie einen schönen tag und waschen Sie sich die Hände, so oft es geht

A.C.

 

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