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24. JUNI 2020 – Mittwoch

24.06.2020 | Tageskommentar

HEUTE in der Wiener Staatsoper. Das „Ersatzprogramm“ läuft langsam aus, steuert aber auf Höhepunkte zu

Auszug aus „Der Standard“ : Wochenlang waren die großen Bundestheater Staatsoper, Volksoper und Burgtheater wegen der Covid-Krise geschlossen. Der Millionenentgang bei den Einnahmen konnte nur durch Kurzarbeit einigermaßen abgefedert werden. Fixen Beschäftigten erging es dabei besser als den zahlreichen kurzfristig engagierten Gastkünstlern. Sie liefen Gefahr, aufgrund der Höhere-Gewalt-Klausel in ihren Verträgen gar keine Gagen mehr zu sehen.

Der Widerstand, der sich dagegen regte, war nun von Erfolg gekrönt: Der Bund, die Theater und Künstlervertreter sind sich einig geworden, dass ein prozentueller Teil der Gagen individuell angepasst als Ausfallhonorar ausgezahlt wird, wie Bundestheater-Holdingchef Christian Kircher dem STANDARD berichtet. Konkret unterbreite man den Betroffenen Angebote im mittleren zweistelligen Prozentbereich, sozial gestaffelt und orientiert am Kurzarbeitsgehalt sowie an internationalen Beispielen wie der Bayerischen Staatsoper. Angebote an 150 Gastkünstler gehen diese Woche raus…

Nun, diese Angebote bewegen sich angeblich im mittleren zweistelligen Prozentbereich (ich tippe da eher auf 40 %, denn sonst hätte man gleich 50 % schreiben können). Den Prozentsatz werde ich sicher noch eruieren.

Herr Kircher zieht aber auch für sich Bilanz – und die ist einigermaßen drollig: Beim Versuch, einen neuen Geschäftsführer für die Art for Art Theaterservice GmbH zu bestellen, wurde man von einem offensichtlich über Jahre unentdeckt gebliebenen Hochstapler hinters Licht geführt. Die Stelle wird nun ebenfalls neu ausgeschrieben. Und natürlich werde man „alles unternehmen“, so Kircher, „um die Bundestheater schadlos zu halten“. (Quelle: „“Der Standard“)

Diesbezüglich bin ich im Forum des „Standard“ fündig geworden. Ein T.R. spricht mir aus der Seele: „Wer sich über Hochstapler beklagt – zu Recht, es werden immer mehr -, muss Auskunft geben über die Identität und die Qualifikation derer, die auf diese Hochstapler hereingefallen sind, die sie in ihre Stellungen gehievt und mit Vollmachten ausgestattet haben. Und das muss Folgen haben. Schließlich hat das Gemeinwesen den Schaden auszubaden. Die Förderer der Hochstapler sind, selbst wenn sie zu deren Opfern wurden, ebenso verachtenswert wie die Hochstapler selbst. Im Kultur- und Wissenschaftsbetrieb wie anderswo. Einen Heiratsschwindler jedenfalls lässt man nicht so ungeschoren davonkommen.“

Herr Kircher hat versprochen, die Bundestheater im Falle des grünen Hochstaplers schadlos zu halten. Doch halt, versprochen hat er es doppelzüngig wie „Loge“ im „Rheingold“: „Mit höchster Sorge darauf zu sinnen, wie es zu lösen – das habe ich gelobt“. Doch was nicht geht, wird nicht gehen! Ich bin gespannt, ob wir je erfahren, was Herr Kircher diesbezüglich für das Gemeinwesen erreichen konnte!

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: FESTER SAMSTAG IV: Tagebuch eines Verschollenen

 

Am letzten Wochenende der Spielzeit 19/20 interpretiert Pavol Breslik das Tagebuch eines Verschollenen von Leoš Janáček beim Festen Samstag IV. Begleitet wird er von Sängerinnen des Opernstudios und Róbert Pechanec am Klavier. Eine weitere Vorstellung des Programms findet am Sonntag, den 28. Juni statt.

Die letzte Vorstellung der Saison, das 13. Montagskonzert mit Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und Jonas Kaufmann, geht am Freitag, 26. Juni mit 100 Plätzen in den Verkauf.

Außerdem neu auf STAATSOPER.TV: Hans Neuenfels’ Inszenierung von Manon Lescaut mit Jonas Kaufmann und Kristine Opolais ist ab dem 27. Juni für zwei Wochen als Video-on-Demand verfügbar.

FESTER SAMSTAG IV: Tagebuch eines Verschollenen
Leoš Janáček
27. Juni 2020, 20.00 Uhr
Nationaltheater

FESTER SONNTAG: Tagebuch eines Verschollenen
Leoš Janáček
28. Juni 2020, 18.00 Uhr
Nationaltheater

Der Ticketverkauf für den Festen Samstag IV beginnt am Mittwoch, 24. Juni 2020, 10 Uhr auf www.staatsoper.de. Die Vorstellung am Sonntag, 28. Juni geht ab Donnerstag, 25. Juni 2020, 10 Uhr in den Verkauf. Mehr Informationen zu den Festen Samstagen finden Sie unter www.staatsoper.de/wochenende.

13. Montagskonzert
Montag, 29. Juni 2020, 19.30 Uhr
Nationaltheater

Der Verkauf der maximal 100 Karten vom Balkon bis zum 3. Rang startet am 26. Juni, 10.00 Uhr ausschließlich online auf www.staatsoper.de. Pro Kunde kann nur eine Karte erworben werden.

Seit vorgestern ist klar, dass die Bayerische Staatsoper ihr Herbstprogramm ändern wird müssen.

Vorgestern wurden Sänger und Agenten in Kenntnis gesetzt, dass „Elektra“ wegen der umfangreichen Orchesterbesetzung nicht gespielt werden kann und abgesetzt werden muss.

Schadloshaltung- Fehlanzeige! Einer der Künstler: Es wird so weiter gehen und wir werden uns wohl alle auf kurz oder lang um neue Jobs umsehen müssen.

So kann das nicht weitergehen und auch niemand mehr davon leben.

Der für Oktober geplante Wozzeck am Haus kann wohl gespielt werden, da es für „Wozzeck“ angeblich eine Kammerorchesterfassung gibt, die Jurowski kennt und auch schon dirigiert haben soll.

Es ist geradezu absurd, was hier abgeht und es wird noch schlimmer werden. Da steht uns noch einiges bevor.

Dafür wird man die Saison in München nun mit 5 Zauberflöte-Vorstellungen starten, denn die kann man ja dem Publikum mit kleiner Orchesterbesetzung vorsetzen. Das sind alles klägliche Versuche, um Oper am Leben zu erhalten. Seriös ist das aber alles nicht und kann keinesfalls lange Bestand haben.

So einfach mit „Schadloshaltung – Fehlanzeige“ wird das in diesem Fall sicher nicht funktioneren. Bei den Stornos der Verträge sind meiner bescheidenen Rechtsansicht nach 100 % fällig, weil der Bayerischen Staatsoper kein Spielverbot erteilt wurde, sie selbst aber nicht in der Lage ist, das Werk den „Vorschlägen“ entsprechend aufzuführen. Die Rechtslage scheint klar! Von „Höherer Gewalt“ kann also wirklich nicht die Rede sein!

Kommen wir nochmals zur Wien-Holding zurück: Mag. Kircher hat in Zusammenhang mit dem umstrittenen „Höhere Gewalt-Passus“  eingestanden, dass es große Rechtsunsicherheit gibt und die Zuständigen kostspielige Prozesse mit ungewissem Ausgang vermeiden wollen. Der Passus ist eigentlich für Theaterbrände, Überschwemmungen und sonstige Naturkatastrophen gedacht – aber nicht für Bocksprünge der Regierenden. Kann eine Regierung eine Naturkatastrophe sein? Da bin ich überfordert, das mögen Höchstrichter entscheiden!

Neue Oper Wien lockt mit Gespenstern, Königen und Science-Fiction

Mit einer Uraufführung sowie zwei Österreichischen Erstaufführungen lockt die Neue Oper Wien in ihrer neuen Saison. An der Spitze steht die Oper „Toteis“, die eigentlich im März in Bozen das Licht der Welt erblicken sollte. Doch die Koproduktion mit der Stiftung Haydn Bozen und den Vereinigten Bühnen Bozen musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Nun steigt die Uraufführung in Wien.
Wiener Zeitung

OPER GRAZ: Das Programm 2020/21 – ab heute Nachmittag zu erfahren

Oper Graz. Copyright: Bühnen Graz

Das Warten hat bald ein Ende: Heute präsentiert die Oper Graz ihren Spielplan für die Saison 2020/21! 

Am 24. Juni werden Intendantin Nora Schmid, Roland Kluttig – ab der Saison 2020/21 neuer Chefdirigent der Oper Graz – und Ballettdirektorin Beate Vollack das Geheimnis um den neuen Spielplan lüften. Ab heute Nachmittag erfahren Sie unter www.oper-graz.com alles Wissenswerte rund um die Highlights in Oper, Operette, Musical, Ballett und Konzert! 

Um auf eventuelle Änderungen in den gesundheitspolitischen Vorgaben der Bundesregierung reagieren zu können, wird die Oper Graz das OpernSaisonal 2020/21 in gedruckter Form nach dem Sommer präsentieren. Die Oper Graz hofft, nach dem Sommer keine Änderungen im Spielplan durchführen zu müssen.   

LECH am Arlberg – CLASSIC-Festival (5. bis 9. August 2020)

Eröffnung: Mittwoch, 5. August 2020 | 17:00 UHR | KONZERTSAAL im Sportpark Lech

Da sind „Hochkaräter“ dabei!

Camilla Nylund

Piotr Beczala

 

Stefan Cerny

 

Michael Güttler (musik. Leitung)

Hotel bookings and ticket reservation

Der freie Kartenvorverkauf startet am 1. Juli 2020.

Kartenpreise:

Mittwoch, 05.08.2020 € 90,- / € 70,-
Donnerstag, 06.08.2020 € 70,- / € 50,-
Freitag, 07.08.2020 € 70,- / € 50,-
Samstag, 08.08.2020 € 90,- / € 70,-
Sonntag, 09.08.2020 € 90,- / € 70,-

Lech Zürs Tourismus GmbH, Dorf 2, 6764 Lech am Arlberg
T. +43 5583 2161-0 . F. +43 5583 2161-238 · 24 h-Infoline: +43 810 966 150
info@lech-zuers.at
www.lech-zuers.at | www.lechclassicfestival.com

Ricardo Muti beim Ravenna Festival: So erlebte Italien sein erstes Konzert seit dem Lockdown
Livemusik trotz Mindestabstand: Die Corona-Restriktionen machen den Auftritt für das 62-köpfige Orchester schwer. Doch am Ende lohnt es sich
Tagesspiegel

Jonas Kaufmanns „Otello“: Wüterich mit Herz
Verdis Werk ist der bekannte Blackfacing-Fall der Oper. Die neue Audio-Aufnahme umgeht das Problem und ist ein seltenes Glück.
Wiener Zeitung

Buchbesprechung: Herbert Lackner DAS SCHWEIZERHAUS
Die Geschichte einer Wiener Institution
104 Seiten, quadratisches Format, Verlag ueberreuter, 2020


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Nicht jeder verfügt über den eisernen Magen, eine richtig fette Stelze essen zu können (oder zu wollen), aber wenn die Rede darauf kommt, werden die meisten Wiener automatisch an den Ort denken, wo sie als Spezialität serviert wird, nämlich an das „Schweizerhaus“. Dieses ist eine der ältesten Attraktionen des Wiener Praters, und Autor Herbert Lackner hat ihm nun ein schmales, aber hübsches Büchlein gewidmet, das vor allem auf Bildern basiert. Fotos, Reklame und viele Zeitungsausschnitte, mit Fleiß und Ambition zusammen getragen, bestimmen die „Geschichte einer Wiener Institution“, wie der Untertitel lautet.

Als Kaiser Joseph II. im Jahr 1766 das bisher strikt kaiserliche Jagdgebiet des Praters der Bevölkerung öffnete, bewarben sich zahlreiche Gastwirte um eine Konzession. Das „Schweizerhaus“ war damals, einfach ein Holzhaus im Schweizer Stil, nur ein Lokal von vielen, bis sich der Ringstraßen-Architekt Eduard van der Nüll seiner annahm und es mit einer spektakulären Architektur versah. Erst in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde das Schweizerhaus in seiner klassischen Form zerstört – nur noch auf Fotos ist zu erleben, wie pompös es einst aussah…

Das Haus wurde so beliebt, dass die „Fiakermilli“ plante, es für ihre leicht geschürzten Auftritte zu mieten, aber das ließen die Behörden nicht zu. Verschiedene Besitzer führten das Schweizerhaus zum Erfolg, zumal in der Zeit der Wiener Weltausstellung, die 1873 auch im Prater stattfand…

Zur Buchbesprechungvon Renate Wagner

WIEN: „Lass den Bürgermeister zahlen“: Gastro-Gutscheine sind verschickt
Die ersten Gutscheine sind in den Postkästen, einige Wiener Lokale locken bereits mit Spezial-Angeboten. Wer die Gutscheine nicht braucht, kann sie spenden.
Die Presse

Mit den 25 Euro pro Person kommt man im Schweizerhaus nicht weit, in Meidling im „Zipfer-Eck“ speisen wir aber zu zweit (natürlich Tages-Menü, zur Sparsamkeit bin ich erzogen)! Alkoholische Getränke sind von der Segnung ausgenommen, weil sonst der Papa allein mit dem Familiengutschein ins Wirtshaus geht. Wie aber will das der Herr Bürgermeister überprüfen? Egal, ein Bierlein dazu kann ich mir gerade noch leisten!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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