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24. JULI 2020 – Freitag

24.07.2020 | Tageskommentar

Die „neue Realität“: Bestuhlung beim Sommerfestival in Kittsee. Heute abend sind die Sessel aber besetzt!

Heute beginnt der Kampf um das Überleben! Das ist ein Kampf, in dem sowohl die Salzburger Festspiele wie auch die Wiener Staatsoper nicht mitspielen, weil deren Überleben durch staatliche Ausfallshaftung gesichert ist. Die Staatsoper ist im Besitz einer „Patronatszusicherung“ der Regierung, derzufolge sämtliche Kosten nach dem Motto „Koste es, was es wolle“ (für einen Finanzminister ein Irrwitz und wohl weltweit ohne Beispiel) notfalls durch Steuergeld gedeckt sind. Inwieweit eine derartige Zusicherung namens der Steuerzahler erfolgen hätte dürfen, wird wohl noch hinterfragt werden, nämlich dann, wann die Gesundheitskrise halbwegs im Griff ist und wir uns in der weit größeren Krise, nämlich in der Wirtschaftskrise, befinden.

Für Salzburg und die Bundestheater (denn diese Zusage wird wohl für alle gelten müssen) geht es ums Prestige, nicht wirklich ums Überleben.

Für die kleineren Festivals „styriarte“, die aber auch relativ gut abgefedert ist, Oper Burg Gars, Weinviertel-Festspiele oder eben Kittsee und manch andere geht es aber um die Existenz. Es ist daher mutig, überhaupt zu starten!

Wenn sich die Salzburger Festspielpräsidentin entsetzt darüber zeigt, wie „leichtfertig“ ein Festival nach dem anderen bereits im April/ Mai abgesagt wurde, so kann sie das nicht wirklich ernst meinen. Zitat wörtlich/ Wiener Zeitung: Ein Zeichen der Kraft der Kunst in kraftlosen Zeiten. Wie da alle nach der Reihe abgesagt haben im Frühjahr! Das war mir völlig unverständlich. Mörbisch, Klosterneuburg, St. Margarethen – da geht es darum, einen wesentlichen Teil der Kosten durch die Eintrittsgelder abzudecken. Ich glaube zwar nicht, dass die Intendanten persönlich haften, aber eine Pleite würde sie nachhaltig beschädigen. Die Entwicklung zeigt, dass diese Absagen aus wirtschaftlicher Sicht voll berechtigt waren. Nicht berechtigt wäre sie im Falle Salzburg gewesen (wegen der Ausfallshaftung), trotzdem bescheinige ich der Festspielpäsidentin Mut!

Über dieses Thema wird noch viel zu schreiben sein – wenn es an der Zeit ist, wenn reales Denken ohne verordnete Angstschübe wieder möglich ist!

Bregenz ist ein anderes Kapitel, ein Sonderfall. 6000 Besucher fasst die Tribüne und darauf basieren die Berechnungen. Wenn auf der nur 1500 Besucher Platz nehmen dürfen, kann kein seriöser Kaufmann das finanziell verantworten. Und Herr Metzler ist ein seriöser Kaufmann!

In Bayreuth ist der Staat nicht so spendabel, die „Freunde“ müssen entscheiden, ob sie mehr finanzielles Risiko nehmen wollen!

Bayreuther Festspiele: „Keiner weiß, was 2021 sein wird“
Gesellschafter müssten mehr Mittel beisteuern und das Risiko eines möglichen Ausfalls mittragen.
Wiener Zeitung

Heute startet also Kittsee

PREMIERE
24. Juli (Fr)
20:00 AUSVERKAUFT
25. Juli (Sa) 20:00 Tickets
26. Juli (So) 20:00 Tickets
28. Juli (Di) 20:00 Regen-
Ersatztermin
29. Juli (Mi) 20:00 Tickets
31. Juli (Fr) 20:00 Tickets
1. August (Sa) 20:00 Tickets
2. August (So) 20:00 Tickets

Der Schlosspark ist vor Veranstaltungen ab 18 h geöffnet!

OPER BURG GARS

 

Heute Gipsy Blues trifft Otto Lechner
Diesen Freitag, 24. Juli, kommt es in der Garser Burg zum Zusammentreffen zweier Musikgiganten: Wenn der Akkordeonvirtuose und Wahl-Garser Otto Lechner und der universelle Stargitarrist Harri Stojka gemeinsam auf der Bühne stehen, dann vereinen sich zwei musikalische Welten zu einem fulminanten Fest der Klänge. Die Schauspielerin Anne Bennent liest dazu Texte über Menschen und Musik.

Karten sichern
Können Sie direkt über unsere Website
https://operburggars.reservix.at/events
sowie telefonisch unter +43 (0)2985/33000
oder per Email unter office@operburggars.at

HEUTE/ Schloss Thalheim: OrchesterGALA „Mainly Beethoven“

 

Interview mit Günther Groissböck in Apple Podcasts anhören

Foto: Apple Podcasts

Hören Sie sich das Interview mit Günther Groissböck von Klassik aktuell in Apple Podcasts an. https://podcasts.apple.com/ch/podcast/interview-mit-g%C3%BCnther-groissb%C3%B6ck/id129950494?i=1000485826379

Das ist übrigens aus Anlass der am Samstag dann ausgestrahlten 3sat Doku entstanden, die vor allem der BR mitfinanziert hat.

Nicht alles lässt sich planen, und manchmal muss sogar der Göttervater Wotan warten. Diese Erfahrung musste Günther Groissböck machen, der dieses Jahr bei den Bayreuther Festspielen zum ersten Mal den Wotan singen sollte, eine der längsten und anspruchsvollsten Rollen des Opernrepertoires. Doch dann kam Corona. Eine Dokumentation zeigt nun Groissböcks vergangenes Jahr mit Wotan. (Samstag 20,15 in 3Sat)

Wien/ Volksoper. Wenn Sie sich um die Meyer-Nachfolge bewerben hätten wollen, wären sie nun zu spät dran!
Identität gesucht – liebevoller Prinzipal ersehnt
Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge Robert Meyers ist zu Ende. Ob in diesem Lande jemand erkannt hat, was die Frage einer Neubestellung des Direktorenpostens in Wiens Haus am Gürtel für das Musikland bedeutet?
Die Presse

Wien
Oper mit freiem Eintritt in Wien
Die Wiener Festspiele finden vom 15. bis 22. August 2020 im Herzen von Wien statt. Der Gründer und Generaldirektor Jesus Leon wählte als international renommierter Belcanto-Tenor die Stadt Wien als Ort für ein internationales Sommer-Opernfestival aus.
https://www.vienna.at/oper-mit-freiem-eintritt-in-wien/6685184

FreierEintritt! Wie finanziert der Herr Generaldirektor seine Festspiele, die in beachtenswerten Locations (Mozart-Haus, Palais Eschenbach, Belvedere) anberaumt sind? Die Initiative ist beachtenswert und wir sollten uns mit ihr befassen!

Bregenz: Statt Festspiele Opernkino am See
Auch wenn die Bregenzer Festspiele heuer aufgrund der Coronavirus-Krise nicht stattfinden, können dennoch große Opern am See bewundert werden und zwar mit einem Opernkino. Um die Kulturschaffenden zu unterstützen, werden zudem leerstehende Gebäude in der Innenstadt bespielt.
https://vorarlberg.orf.at/stories/3059170/

Es wird also trotzdem „Festspielleben“ in Bregenz geben – eben etwas alternativ! Schön langsam erwachen „Macher-Typen“ aus der Schockstarre.

Düsseldorf
Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg bietet Live-Mitschnitte im Stream: Richard Wagners „Ring des Nibelungen“
Erste drei Teile im Stream: Live-Mitschnitt von Richard Wagners “Ring des Nibelungen” ist Ende Juli komplett
https://www.rundschau-duisburg.de/2020/07/23/deutsche-oper-am-rhein

WIEN / Sofiensäle: : THE ART OF BANSKY
Vom 23. Juli 2020 bis zum 4. Oktober 2020

Der kritische Entertainer

 

„Bansky“ ist geradezu ein Reizwort unserer Kunst- und mehr noch der Medienszene geworden. Und dafür sorgt er ausführlich selbst. Der britisiche Sprayer, der zu einer Institution wurde – und in Millionenwerten gehandelt wird. Bemerkenswert genug, dass man sich eine Überblicksausstellung über sein Werk antut – auch wenn sie „unautorisiert“ ist und vermutlich kein einziges Original enthält. Wer schert sich heutzutage schon noch um Originale? In den Sofiensälen ist „The Art of Bansky“ eine Art von „Show“, die ihrem Gegenstand entspricht.

 

Bansky  Wie wird man, zumal in der Welt der Sozialen Medien, berühmt? Erstens, indem man sich ein Image kreiert. Im Falle von „Bansky“ heißt das: Ach, wie gut, dass niemand weiß… Wikipedia glaubt zu wissen, dass der unter diesem Markenzeichen bekannte Künstler vermutlich 1974 in Bristol zur Welt kam und mit Familiennamen möglicherweise Banks heißt. Vom Sprayer, der sich in seiner englischen Heimat umtat, hat er sich selbst zu einer Kultfigur hoch geschaukelt, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt – etwa damit, dass er eines seiner Werke teuer verkaufte und es sich dann „schreddete“. Seine selbst veranstalteten Ausstellungen waren nicht ohne Schockeffekte (etwa mit lebendigen, von ihm bemalten Tieren). Er macht sich rar und kostbar und ist auf irgendeine Weise doch immer präsent. Zuletzt ging seine „Aktion“ in einem Abteil der Londoner U-Bahn um die Welt, wo er – wie immer witzig und boshaft – zu „Corona“ Stellung nahm. Die Londoner Behörden ließen sich nicht foppen und entfernten das „Kunstwerk“, für das manch ein Sammler möglicherweise Millionen bezahlt hätte…

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

THE ART OF BANKSY
Sofiensäle, 3. Bezirk, Marxergasse 17.  
Bis zum 4. September 2020
Montag bis Freitag: 12:00 – 22:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 10:00 – 22:00 Uhr

www.artofbanksy.at

www.oeticket.com

Vorbestellungen mit Timeslot, da die Anzahl der Besucher im Ausstellungsraum begrenzt ist

Sophies Welt 3: Über Töne, Denker und Don Giovannis….
Ein Beitrag der Schriftstellerin, Lyrikerin und Philosophin Sophie Reyer, Wien, die mit 35 Jahren schon 60 Werke verfasst hat
Setzt man sich mit dem Werk des als Genie propagierten und zweifellos überaus begnadeten – sei es durch die Umstände, den Druck des Vaters, sei es durch neuronale Veranlagung – Mozart auseinander, so fällt im Besonderen ein überaus breit gefächertes Männerbild auf, was die Protagonisten in den Opern des Komponisten betrifft. Oder?
Klassik-begeistert

Österreichs EU-Abgeordnete Sarah Wiener mit Restaurants pleitegegangen
Die EU-Abgeordnete betrieb je zwei Restaurants in Berlin und Hamburg. Jetzt sieht sie kein Licht mehr am Ende des Tunnels.
Kurier

Mit jedem Pleitier gehe ich hart ins Gericht, denn er reisst andere Firmen ohne Vorwarnung mit, kann sich aber selbst seine Situation irgendwie zurechtschneidern. Das behaupte ich nun nicht von Frau Wiener, die gestern ehrliche Tränen geweint hat, wie übrigens auch ihr Berufskollege Tim Mälzer bei Markus Lanz. Diese Pleiten waren verordnet, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen werden auch noch einer Nachbetrachtung bedürfen. Diesmal geht es nicht um Österreich – unterstellen Sie mir daher nichts!

Traurig – und durchaus auf Österreich gemünzt: Die Dunkelziffer, also jene angehenden Pleitiers, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen, ist enorm hoch! Uns beim Online-Merker, dessen Leserschaft überwiegend nicht aus Vertretern der Privatwirtschaft besteht, scheint das weitgehend egal zu sein – Hauptsache der Vorhang kann wieder aufgehen. Ich bin ein „Kind der Privatwirtschaft“, bin zwar schon „ausgemustert“, mit dem Herzen aber immer noch voll drin!  Ganz ehrlich, mir ist die Wirtschaft weit wichtiger als der Vorhang. Meine „relative“ Gesundheit möchte ich mir bewahren. Dafür sorge ich aber selbst, da lasse ich keinen Politiker ran!

Kommentar: Machtlos, aber mutig
Zum Beispiel Jackie Kennedy. Das weiß man mittlerweile auch, dass die so einiges aushalten musste. Ihr Gatte John F. war nach außen hin ein strahlender Ehemann und Präsident, aber für jeden braven Ehemann lassen sich Schauspielerinnen nicht in ein nackt aussehendes Kleid nähen, um ihm ein Geburtstagsständchen zu stöhnen. Und da ist nur die Rede von Marilyn Monroe, einer von vielen Liebschaften.
Wiener Zeitung

Ich wünsche einen guten Start in das Wochenende, allen outdoor-Glücksrittern unter den Veranstaltern wünsche ich Wetterglück

A.C.

 

 

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