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24. JÄNNER 2020 – Freitag

24.01.2020 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Das erste Foto von der neuen Fidelio-Produktion. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Mit Fidelio Urfassung (Leonore) präsentiert die deutsche Regisseurin Amélie Niermeyer erstmals eine Arbeit im Haus am Ring. Ihre bisherige Laufbahn führte sie bisher u. a. an das Münchner Residenztheater, wo sie mit 23 Jahren ihre Regiekarriere startete und später als Hausregisseurin zurückkehrte; an das Schauspiel Frankfurt (als Oberspielleiterin), das Theater Freiburg (Generalintendantin von 2001 bis 2005), an das Düsseldorfer Schauspielhaus (Generalintendantin von 2006 bis 2011). Opern- und Schauspielproduktionen schuf sie bisher u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, in Basel, Los Angeles, die Deutsche Oper am Rhein, in Salzburg, an der Bayerischen Staatsoper München, am Theater an der Wien und an der Staatsoper Hamburg. Seit 2011 ist sie zudem Regieprofessorin am Mozarteium Salzburg und leitet dort den Studiengang für Schauspiel und Regie.

Das erste Interview zur „FIDELIO“-Premiere: BENJAMIN BRUNS: Ein Tenor auf dem Weg von Mozart in jugendlich-dramatische Regionen

Karl Masek

(Das Gespräch fand am 20. Jänner 2020 in den Räumen der Wiener Staatsoper statt)

 

Benjamin Bruns. Foto: Andrea Masek

Beethoven-Jahr 2020: Sie sind mitten in der Probenarbeit zur „Leonore“. Ist der „Florestan“ eine Erstbegegnung? Was kann das Publikum erwarten? Kann man schon etwas verraten?

Ich muss ein bisschen einschränken! Es ist keine wirkliche Erstbegegnung. Ich hab schon vor eineinhalb Jahren mal die Arie des Florestan ausprobiert, an der Musikhochschule in Detmold. Da gab’s ein Beethoven-Symposion, und da hab ich diese Arie mit dem Hochschulorchester schon mal gesungen.

Ist der Florestan in dieser Urfassung sehr anders?

Ja! Es ist eine komplett anders angelegte Partie. Und es ist eine Geschmacksfrage, was man dann besser findet. Man muss sich einfach darauf einlassen, es ist von der Anlage her ein komplett anderes Stück…

ZUM INTERVIEW

Cafe Oper wird Besucherzentrum
Das Cafe Oper in der Wiener Staatsoper soll mit Ende Juni geschlossen werden. Die Bundestheater-Holding hat nun Einblick in ihre Pläne gegeben. Anstatt des Cafes soll ein neues Besucherzentrum entstehen, berichtet „Wien heute“.
https://wien.orf.at/stories/3031137/

Man muss diese Maßnahme auch verstehen, die derzeitige Kassenhalle gegenüber der Oper ist in bester Lage und kostet sicher viel Geld. Man wird eine Lösung für das Cafe suchen und bei gutem Willen auch finden.

NEU: Franz Mazura ist tot
Der Baßbariton starb im Alter von 95 Jahren
Tagesspiegel

Berliner Philharmoniker: Kirill Petrenko mit einer fabelhaft exakten, aber nicht unproblematischen Mahler-6.
Kirill Petrenko dirigiert Mahler. Virtuosität, Einsatzfreude und klangliche Differenzierung sind fast überirdisch. Und doch schwankt Petrenkos Interpretation zwischen fieberhafter Detailtreue und akribischer Überinszenierung.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2020/01/24/berliner

PARIS : Premiere „Hoffmanns-Erzählungen“ (die Premiere wäre am 21.1. gewesen) wegen der Unruhen abgesagt

Elder; Devos; Gens, Perez, Arquez; Fabiano, Talbot, Naouri (21./25./28.)

 

Vorerst umsonst geprobt: Ailyn Perez-Selfie

Die probten seit Mitte Dezember und die Premiere wurde nun abgesagt. Die Situation in Paris, Frankreich scheint noch immer prekär zu sein. Lesen wir, was Frau Perez dazu sagt:

Sieh dir dieses Instagram-Foto von @ailynperezsoprano an: https://www.instagram.com/p/B7lUQNvJySA/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Pariser Oper im Streik : Das ist Menschenschinderei!
Der Streik hat für die Pariser Oper katastrophale wirtschaftliche Folgen, aber die Orchestermusiker und Chorsänger haben gute Gründe für ihren Arbeitskampf.
Frankfurter Allgemeine

Die Oper ist von Insolvenz bedroht, die Ausfälle sind bereits enorm. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die Pariser Oper in Konkurs geschickt wird, aber Milch und Honig werden in nächster Zeit auch nicht fließen. Genau das ist aber das Ziel der Streikenden.

TTT findet den Mut für klare Worte: Man erkennt gar nicht sofort, dass dies eine Persiflage sein muss. Hat der Autor brav getarnt. Das sind alles normale Arbeitnehmer im geschützten Kollektiv, die offensichtlich den Hals nicht vollkriegen – Totengräber Ihrer „Kunst“

Die Sängerin Ruzan Mantashyan singt  am 7. Februar nun doch beim 15. Dresdner SemperOpernball.

Wie der Semper Opernball e.V. heute mitteilte, wird die 30jährige in Jerewan geborene Sopranistin in Dresden die große Arie der Tatjana aus der Oper Eugen Onegin von Peter Tschaikowski singen. „Damit folgt der SemperOpernball seiner generellen Philosophie wie seit Jahren schon, die Sprache der Kunst zu sprechen, Künstler und Kulturschaffende zusammenzubringen und Brücken zwischen Nationen, Kulturen und Sichtweisen zu bauen“, sagt Hans-Joachim Frey, 1. Vorsitzender des Semper Opernball e.V. Man freue sich, Ruzan Mantashyan für einen Auftritt in Dresden nun endlich habe gewinnen zu können und dass alle anderen Künstler und Kollegen, die beim Ball auftreten, dies ebenfalls unterstützten. Mantashyan wird mit dem MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Kristjan Järvi auftreten und den SemperOpernball gemeinsam mit Interpreten wie dem Tenor Yusif Eyvazov, dem Geiger Pavel Milyukov, der Sopranistin Julia Muzychenko, dem Pianisten Alexander Kashpurin, dem Moka Efti Orchestra mit Frontfrau Severija Janušauskaitė, dem Moskauer „Großen Chor – Meister des Chorgesangs“ („Grand Choir – Masters of Choral Singing“) und mit dem Deutschen Fernsehballett in der Sprache der Musik zu einem außergewöhnlichen und verbindenden Erlebnis machen.“

Ruzan Mantashyan. Foto: Website Mantashyan

Die Armenierin ist jetzt schon die große Gewinnerin dieser Posse! Sie profitiert von der Ungeschicklichkeit der Organisatoren oder auch von Eyvazov, sollte der tatsächlich politische Gründe für die angebliche Weigerung genannt haben (was ich nicht glaube).  Nun naht die „Turandot“ in München – und Eyvazov hat Angst vor Publikumsprotesten.  Also lässt man die Armenierin in der Semperoper singen, obwohl sie bis vor kurzer Zeit noch keinen Vertrag hatte. Ruzan Mantashyan hat nun ihren Auftritt, großes Publikumsinteresse und eine unbezahlbare Werbung.

Lyon: TOSCA. Neuinszenierung im Haus des künftigen Münchner Opernchefs

Tosca im Wohnzimmer. Foto: Jean Louis Fernandez

Unzählige Regisseure sind schon an Puccinis „Tosca“ gescheitert, vor allem dann, wenn sie versucht haben, die Handlung in eine andere Zeit zu verlegen. Diese Oper spielt nämlich exakt am 17. und 18. Juni 1800 in Rom. Spätestens wenn im 1. Akt über den Sieg der königlichen Armee über Napoleon berichtet wird und im 2. Akt die berichtigte Meldung von Napoleons Sieg in der Schlacht bei Marengo überbracht wird, wird es lächerlich, wenn sich etwa ein Gestapo-Chef in SS-Uniform oder ein Mafiaboss der Gegenwart über diese Meldung aufregt. Also die Handlung der Oper zu einem anderen Zeitpunkt spielen zu lassen endet meistens in einem peinlichen oder gar lächerlichen Desaster. Um diese Oper also in einem anderen Kontext ÜBERZEUGEND auf die Bühne zu bringen, da muss man schon ein großes Kunststück vollbringen, etwa so, wie dies dem Filmemacher Christophe Honoré nun an der Opéra de Lyon gelungen ist. (Es handelt sich im Übrigen um eine Co-Produktion mit dem Festival von Aix-en-Provence, wo die Produktion bereits im letzten Sommer zu sehen war.) Sein Inszenierungskonzept hat auch ein Vorbild, nämlich den berühmten Film „Sunset Boulevard“ von Billy Wilder, in dem eine berühmte Stummfilmschauspielerin auf ihrem Anwesen zurückgezogen lebt und von einem Comeback träumt…

Zum Bericht von Walter Nowotny

Opernchef Serge Dorny: Wir brauchen das Elitäre für alle
Der Intendant der Oper Lyon und designierte Chef in München über die Zukunft des Musiktheaters. Plus: „Tosca“-Kritik aus Lyon.
https://kurier.at/kultur/serge-dorny-wir-brauchen-das-elitaere-fuer-alle

Wien/ Staatsoper: „Instagramerei“ rund um „Salome“. „SALOME“ heute als Stream aus der Wiener Staatsoper

Lise Lindstrom und Michael Volle. Foto: Instagram

Heute ab 20 h: SALOME als Stream aus der Wiener Staatsoper

https://www.staatsoperlive.com/

Berlin/ Staatsballett: Künstlerischer Egotrip: Der Rücktritt von Sasha Waltz ist ein Armutszeugnis
Die Choreografin Sasha Waltz schmeißt am Staatsballett mitten in der ersten Spielzeit hin. Das zeigt: Ihr fehlt Verantwortungsbewusstsein.

Eine üble Geschichte. Sie erinnert an den Fall Dercon und die Volksbühne schon deshalb, weil bei beiden der damalige Kulturstaatssekretär Tim Renner und auch der als Kultursenator amtierende Regierende Bürgermeister Michael Müller die Entscheidung trugen. Und weil Dercon und Waltz erfahren mussten, dass Berlin nicht immer die weltoffene Metropole ist, als die sich ausgibt…
Tagesspiegel

Staatsballett Berlin: Intendanten ziehen sich nach nur einer Saison zurück
Ensemble kritisiert Entscheidung scharf.
Wiener Zeitung

Das ist wirklich ein Skandal. Ich habe mich bereits gewundert, dass die Ballettjubler und Waltz-Anbeter aus Berlin, die sich in Superlativen bisher überschlagen haben, auf meine gestrigen Zeilen so gar nicht protestierend reagiert haben. Nun wissen wir, die „Ballettwunderkinder“ steigen tatsächlich mitten im laufenden Vertrag aus. Das ist ein unfassbarer Skandal und ein charakterlicher Offenbarungseid! Die Zeitungen schreiben von einem Ego-Trip von Sasha Waltz, die nun wieder verstärkt mit ihrer eigenen Truppe arbeiten will. Sie wird dies mit kräftiger öffentlicher Subvention auch tun, denn die Subventionsgeber lassen sich auf den Kopf kacken und sagen noch „Danke“ dafür!

WIEN / Jüdisches Museum / Dorotheergasse: WIR BITTEN ZUM TANZ
Der Wiener Cafetier Otto Pollak
Vom 22 Jänner 2020 bis zum 01. Jun 2020

 

Einst so lebendig,
heute vergessen…

Ein Teil der kulturellen Geschichte Wiens wurde bis 1938 von seiner jüdischen Bevölkerung mitgeschrieben. Nicht nur von den ganz reichen Familien wie den Ephrussis, denen das Jüdische Museum noch bis zum 13. April eine Großausstellung widmet. Sondern auch im Alltag, mit jüdischen Geschäften, Lokalen, Veranstaltungen. Otto Pollak und sein Bruder Karl führten bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in der Zwischenkriegszeit das „Café Palmhof“ in der Mariahilferstraße. Einst ein lebendiger Ort der Begegnung, für Tanz- und Musikveranstaltungen – heute ein Supermarkt… Im Jüdischen Museum wird die Erinnerung wach…

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Adolf Holl, Theologe und Kirchenkritiker, ist tot
Österreich hat nicht nur einen seiner klügsten Köpfe, sondern auch einen seiner menschlichsten Gelehrten verloren.
Die Presse
Kirchenkritiker Adolf Holl gestorben
Der Standard

Dem Mann habe ich immer gerne zugehört, egal was er gesagt hat!

Fußball Österreich. Zwei Tage nach Turl Wagner starb Rapid-Ikone Alfred Körner
https://www.nachrichten.at/sport/fussball/fussball-oesterreich/alfred-koerner-bis-zum-letzten-atemzug-gruen-weiss;art127116,3216725

Wien: Fußball-Idol Turl Wagner und die Geschichte des rechten Schuhs
Wiener Zeitung

Dieser Tage starb der Fußballer Turl Wagner. Man konnte ihm stundenlang zuhören, wenn er in seinen Erinnerungen kramt. „Die Geschichte vom rechten Schuh“ hat er mir auch erzählt, nun erinnert mich die „Wiener Zeitung“ wieder daran. Wenn Sie also wissen wollen, wie man billigst zu einem Paar teure italienische Designer-Schuhe kommt, lesen Sie die Geschichte. Aber wenden Sie bitte die Praktik nicht an – sonst sperren die Schuhgeschäfte zu.

Dazu wollen wir es nicht kommen lassen. Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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