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24. APRIL 2020 – Freitag)

24.04.2020 | Tageskommentar

 

Salzburg hat noch nicht aufgegeben. Markus Hinterhäuser wäre einem reduzierten Programm nicht abgeneigt. Foto: Salzburger Feststspiele

Man braucht einen entsprechend langen Atem – und den scheinen die Salzburger Festspiele zu haben. Wirtschaftlich wird es kaum sinnvoll sein, die Festspielbesucher sind zum Teil hysterisch verängstigt (wer immer dafür zuständig ist) und es wird wohl eine Stornowelle kommen. Ein Signal , das auch die Theaterszene dringend brauchen würde, wäre die Abhaltung von „Teilfestspielen“ aber allemal. Dazu wünsche ich viel Glück und ein gutes „Händchen“. Mit dem schönen Wetter ist nun eine Aufbruchstimmung gekommen (von meinem Beobachterposter hinter der Glastüre der Online-Galerie nächst einer Fußgängerzone kann ich das genau beobachten), die Menschen trauen sich nun schon etwas mehr – besonders die jungen. Die aber sind nicht das Stammpublikum von Hochkultur-Festspielen und dieses ist wiederum leicht einzuschüchtern. Was in den letzten Wochen abgelaufen ist, hätte ich nie und nimmer für möglich gehalten.

Hat Bayreuth (aber auch St. Margarethen und Mörbisch) zu früh abgesagt? Vom Zeitrahmen her ganz sicher (in Österreich ist ein Einlenken der Verantwortlichen nach der Pressekonferenz vor einer Woche und der damit verbundenen Blamage nicht unmöglich), aber finanziell war es die richtige Entscheidung. Wenn die Proben begonnen haben, sind Gagen fällig, die Bühnenaufbauten kosten Geld – und die Chance für Festspiele schätze ich auf 30 % ein. Vor drei Wochen hätte ich noch auf 3 % getippt!

Salzburger Festspiele
„Eine Absage wäre nicht das richtige Signal“
Intendant Markus Hinterhäuser im Gespräch über Alternativen zur Absage der Salzburger Festspiele, Kunst mit Masken, Fußball auf Distanz und warum Theater keine Baumärkte sind.
Wiener Zeitung

Warten auf Lösungen: Kulturszene erhöht Druck auf Lunacek und Kogler
Kritik in offenen Briefen – Regierung arbeitet an Gutscheinmodell für Veranstalter – SPÖ-Kultursprecher Drozda kritisiert Krisenmanagement
Der Standard

Die Bayerische Staatsoper trauert um Sir Peter Jonas

 

Der langjährige Intendant der Bayerischen Staatsoper, Sir Peter Jonas, ist am Abend des 22. April 2020 nach einem 45-jährigen Kampf gegen den Krebs verstorben.

Die Musik- und Opernwelt hat in Sir Peter Jonas einen großen Mann verloren. Er hat über Jahrzehnte das Musiktheater- und Konzertleben mit Mut, mit Originalität, mit Energie und unbändiger Lust am Risiko geformt“, so Intendant Nikolaus Bachler. „Die Bayerische Staatsoper prägte der in London Geborene in einzigartiger Weise, definierte das Gefühl und Verständnis ihres Publikums für Musiktheater vollkommen neu und positionierte diese Kunstform weit über München hinaus in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. So war Sir Peter Jonas für München ein Glück – mit englischem, oftmals das Absurde streifenden Humor und großer Disziplin und britischer Coolness schuf der ‚Kinofan’ und allem Visuellen aufgeschlossene Sir Peter hier einen neuen Blick auf die Opernkunst. Seit der Ära Jonas hört das Publikum in München (auch) mit den Augen. Wir werden ihn vermissen und uns seiner dankbar erinnern – auf der ganzen Welt und gerade in München.“

Zum Tod von Peter Jonas: Der Opernmann für alle
Er erfand die Bayerische Staatsoper neu – auch weil er eher bedingungslos liebender Fan statt hehrer Intendant war. Peter Jonas hat mit 73 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren.
Münchner Merkur

Sir Peter Jonas ist tot: Erst wurde er geschmäht, dann zur Ikone der Oper
Sir Peter Jonas wollte als Intendant in London und dann an der Isar eine „Oper für alle“ etablieren. Ein Nachruf.
Tagesspiegel

Ex-Intendant der Bayerischen Staatsoper und Opernmanager Sir Peter Jonas ist tot
Er leitete die Bayrische Staatsoper mehrere Jahre und sorgte immer wieder für Kontroversen. Nun ist Sir Peter Jonas mit 73 Jahren gestorben.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ex-intendant-der-bayerischen-staatsoper-opernmanager

Opernintendant Peter Jonas ist tot
Für den Kulturmanager war die Bayerische Staatsoper mehr als ein Arbeitsplatz: Fast 15 Jahre leitete er das Münchner Haus als Intendant. Nun ist der Brite mit 73 Jahre verstorben
Der Standard

Der Manager als Ermöglicher

Zum Tod des englischen Opernmanagers Sir Peter Jonas.
Wiener Zeitung

Der Brite, der König in Bayern war
Die Welt.de

METROPOLITAN OPERA STREAMS: SAMSTAG DIE „AT-HOME GALA“

 

Friday, April 24
Viewers‘ Choice: Verdi’s La Traviata
Starring Natalie Dessay, Matthew Polenzani, and Dmitri Hvorostovsky, conducted by Fabio Luisi. From April 14, 2012.

Saturday, April 25
At-Home Gala
More than 40 leading artists perform in a live stream from their homes around the world.

Sunday, April 26
Rossini’s La Cenerentola
Starring Joyce DiDonato and Juan Diego Flórez, conducted by Fabio Luisi. From May 10, 2014.

Bitte vormerken – das ist eine Sensation

Friday, May 1
Viewers’ Choice: Verdi’s Aida
Starring Leontyne Price, Fiorenza Cossotto, James McCracken, and Simon Estes, conducted by James Levine. Transmitted live on January 3, 1985.  

So lief Geheim-Comeback von Netrebko in Wiener Oper

Probenfoto für Sonntag. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
Gänsehaut in der Corona-Pandemie: Eine erschlankte Anna Netrebko kehrte in die menschenleere Staatsoper zurück. 2020 wird sie – unter Bogdan Roscic – mit den größten Stars der Klassikwelt im Haus am Ring auftreten. 10 Premieren sind geplant – und: Unter Roscic sollen die Preise gesenkt werden!

https://www.heute.at/s/staatsoper-wien-bogdan-roscic-so-haben-wir-superstar-anna-netrebko-nie-gesehen-52002236

Sonntag wissen wir mehr (21,30 h auf ORF III)

Forumsbeitrag zur leidigen Angelegenheit „Keine Gage für Gastsänger bei „Höherer Gewalt“

Eduard Paul (glauben Sie mir, der Mann ist „schwer vom Fach“) schreibt: Ein  Thema wurde zwar anfänglich besprochen, aber nicht zu ende geführt.Nämlich: die WST hat ein tatsächliches verfügbares budget und einen budgetrahmen für die laufende Spielzeit  19/20 erstellt ( welches sich aus der staatlichen subvention und den zu erwartenden einnahmen aus den verkauften tickets zusammensetzt) um den hohen künstlerischen standard zu gewähren den man von diesem haus erwartet, setzt sich das sängerensemble größtenteils  aus gastsänger*Innen zusammen- ich vermute das sind ca 70 % gegenüber den ca 30 % fest verpflichteten im jahres, bzw teilspielzeit stehenden Ensemblemitgliedern. Das bedeutet jetzt in der Corona-Krisenzeit: Die Festmitglieder werden in die kurzarbeit geschickt, die WST zahlt ihnen den dadurch verringerten gehalt, (da diese ja den rest vom staat erhalten)und haben somit weniger ausgaben . Durch den wegfall der gagenaustzahlungen an die sehr vielen gastsänger*innen ( aufgrund des vertragpassus „force majeure“) hat die WST auch hier wieder weniger ausgaben. Klar, es entfallen die einnahmen aus den verkauften vorstellungen-

Somit wäre es interessant zu erfahren, wie hoch die differenz(eine gegenüberstellung)  zwischen der summe der nicht ausbezahlten gastsängergagen und die des  einnahmeverustes aus dem kartenverkauf lautet.

Falls sich da ein finanzieller gewinn für die WST ergeben sollte, verstehe ich das argument, das GG anführt ( besser anführen wollte) D.h.: der freischaffende gastsänger, der einen gültigen vertrag hat, steht dem haus zur verfügung,ist an den tagen wo er proben-wo er vorstellungen hat ein „unselbstständiger arbeitnehmer“  und geht leer aus wegen dem passus „force majeure“, wogegen ein ensemblesänger durchbezahlt wird, ob er singt, oder nicht……-da sollte wenigstens eine „kulanzzahlungsabgeltung“ an den gastsänger erfolgen….so war es doch vom GG gemeint…oder ????

Ja ich weiß 2 arten: ensemblesänger-monatlicher bezug, 14 x jährlich, versichert ( mitversichert ganze familie) auch bei krankheit, indisposition duchzahlung, kein risiko, mittleres einkommen

gastsänger: selbstversicherer, bei absage ( krankheit,indisposition etc..) kein verdienst, hohes risiko,wenn gefragt ( angebot&nachfrage) sehr gutes einkommen

Diese gruppe stellt aber meist den anreiz an den opernfreund eine vorstellung zu besuchen  

TTT entgegnet dem:  Einerseits sind die Ausführungen bzgl. Gastsänger und trotzdem  temporärer unselbständiger Arbeitnehmer falsch. Ein Gastsänger bleibt selbständiger Dienstleister mit entsprechender Einkommensart.

Andererseits helfen solche Gedankenkrücken auch rein athmospährisch nicht aus der Situation. Warum sollte für selbstständige Sänger zukünftig  nicht eine verpflichtende oder freiwillige  Beitragszahlung z.B.  in die Künstlersozialversicherung gelten, um sich vor diversen Risiken des kompletten Gagenausfalls abzusichern?  Es könnte ja auch reichen nur einen Teilbertrag nach Wunsch abzusichern (zur Beitragsreduzierung).
KFZ-Versicherung ist auch aufgrund von Risiken pflichtversichert.

10 Fragen an Lucio Golino, Maestro suggeritore an der Wiener Staatsoper
Interview mit Lucio Golino, der als Maestro suggeritore an der Wiener Staatsoper und bei den Bayreuther Festspielen arbeitet.
Sagen Sie niemals Souffleur zu ihm. Der Maestro suggeritore kann viel mehr als nur „einsagen“, schrieb der Kurier in einer Sonderausgabe zum 150. Jubiläum der Wiener Staatsoper.
Mit klassik-begeistert sprach der aus Bozen (Südtirol) stammende Italiener, der seit 1989 in Wien lebt, über seine Arbeit an der Wiener Staatsoper, im Bayreuther Festspielhaus und gibt einen Tipp, wie man den Hörgenuss, egal ob Konzert oder Oper, noch steigern kann.
Interview: Jürgen Pathy, Wien.
Klassik-begeistert

Das Bachfest Leipzig 2020 trotzt Corona mit Bachs Johannes-Passion, April 2020

Am 06.April 2020, dem Montag in der Osterwoche, wurde das Bachfest Leipzig von der Stadt Leipzig Corona bedingt abgesagt. Die potenzielle Gefährdung von Gästen, Künstlern und Mitarbeitern sei zu hoch. Hinzu kämen die weltweiten Ein- und Ausreiseverbote sowie die Einschränkungen des Flugverkehrs durch die Pandemie, lautete die Begründung.

Die Thomaskirche in Leipzig. Foto: Ursula Wiegand

Diese Absage erklärt sich auch mit dem internationalen Charakter des Bachfestes, das seit dem Jahr 2000 – Johann Sebastian Bachs 250. Todestag – in großem Rahmen begangen wird. Neben den Bayreuther Festspielen, die am 31. März die Reißleine gezogen hatten, gilt das Bachfest Leipzig wegen der Zusammensetzung des Publikums als das am meisten international geprägte Musikfestival Deutschlands.

Aber die Johannespassion wurde gestreamt. Darüber berichtet Ursula Wiegand

Buchbesprechung: Andreas Lesti DAS IST DOCH DER GIPFEL
Geschichten von den Bergen der Welt
144 Seiten, BERG WELTEN Verlag / Benevento, 2020

Besuchen Sie RenateWagners BUCHRUBRIK

Man muss nicht selbst hinauf klettern wollen (können, müssen), um von Bergen fasziniert zu sein. Man kann ja auch von der Berg-Faszination lesen – etwa anhand der Schicksale von Menschen, die ihrerseits in den Bann der Berge gerieten. Ja, von Alexander von Humboldt wusste man es, sein Name ist mit dem „Chimborazo“ in Ecuardor untrennbar verbunden. Aber Goethe? Und wer sind all die anderen Menschen, die man zum Großteil nicht kennt und denen Andreas Lesti in seinem Buch „Das ist doch der Gipfel“ eigene Kapitel widmet?

Dieses Buch ist wirklich eine Überraschung, nicht nur weil der Autor, von Beruf „Journalist, Germanist und Alpinist“, wie man erfährt, ein wahrer Fachmann seines Themas ist und vieles persönlich recherchiert hat (in Wort und Tat, mit Interviews und Lokalaugenschein). Er erinnert nicht nur an menschliche Großleistungen angesichts des Berges, er fügt auch immer wieder Tabellen ein, in denen man Hochinteressantes erfährt – etwa, in welcher Reihenfolge die Gipfel des Himalaya bestiegen wurden…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Bei Alagnas wird der Salon zur Bühne für das MET Hauskonzert

ZU INSTAGRAM mit Video

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Video von Ailyn Perez

ZU INSTAGRAM MIT VIDEO (3,11 Minuten)

ORF : ORF III am Freitag: Filmdoppel zum 40. Todestag von Alfred Hitchcock mit „Cocktail für eine Leiche“ und „Familiengrab“

So ist um 20.15 Uhr der 1948 entstandene Klassiker „Cocktail für eine Leiche“ (Dakapo am 25. April, 18.50 Uhr) mit James Stewart zu sehen. In Hitchcocks erstem Farb-Thriller begehen zwei Studenten (John Dall und Farley Granger) einen Mord, um die philosophischen Thesen ihres Professors zum perfekten Verbrechen zu verwirklichen. Bei einer zu Alibi-Zwecken gegebenen Party ist auch ihr Lehrer (James Stewart) dabei, der schließlich einen Verdacht schöpft. Anschließend, um 21.40 Uhr, geht es weiter mit Hitchcocks letztem Film, der schwarzen Komödie „Familiengrab“ (Dakapo am 25. April, 16.50 Uhr) mit Barbara Harris, Bruce Dern und Cathleen Nesbitt aus dem Jahr 1976, die nach dem Roman „Auf der Spur“ von Victor Canning entstand.

NÖ/ Groß-Enzersdorf
Autokino in Groß-Enzersdorf plant Neustart
Crowdfunding-Initiative wurde ins Leben gerufen, doch liegt die Entscheidung beim Land Niederösterreich.
Wiener Zeitung

Bis da die ganze Bürokratie erledigt ist, spricht kein Mensch mehr von Corona (hoffentlich)!

Ich wünsche einen schönen Freitag

A.C.

 

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