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23. OKTOBER 2019 – Mittwoch

23.10.2019 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Probenbeginn für die Uraufführung von Olga Neuwirths Orlando –
Anna Clementi verkörpert Narrator.
Anna Clementi. Foto: Wikipedia

 An der Wiener Staatsoper haben am Montag, 21. Oktober 2019, die Proben für die Uraufführung von Olga Neuwirths neuer Oper Orlando begonnen. Das Auftragswerk der Wiener Staatsoper wird am 8. Dezember 2019 Premiere im Haus am Ring feiern.

Beim Konzeptionsgespräch hat Komponistin Olga Neuwirth Hintergrundinformationen zur Entstehung des Werks und zur Oper selbst gegeben. Premierendirigent Matthias Pintscher und Regisseurin Polly Graham, die mit Orlando beide erstmals für die Wiener Staatsoper tätig sind, stellten den Mitwirkenden ihren Zugang zum Werk und zur Produktion vor.

Im Anschluss an die Einführung in das Werk begannen die musikalischen und szenischen Proben – in der Uraufführung werden u. a. Kate Lindsey als Orlando, Eric Jurenas als (Guardian) Angel, Constance Hauman als Queen/Purity/Friend of Orlando’s child, Agneta Eichenholz als Sasha/Chastity, Leigh Melrose als Shelmerdine/Green und Justin Vivian Bond als Orlando’s child zu erleben sein.

Neu im Orlando-Team ist die bedeutende italienisch-schwedische Allround-Sängerin und Schauspielerin Anna Clementi, die in der zentralen Partie des Narrators ihr Staatsoperndebüt geben wird (wie bereits bekannt gegeben anstelle von Fiona Shaw, die wegen eines Filmdrehs in den USA das Engagement abgesagt hat).

WIEN / Staatsoper: WERTHER von Jules Massenet . 22.Oktober 2019

„Werther“ – Schlussapplaus mit Vittorio Grigolo (mitte) Adrian Eröd, Elena Maximova, Frederic Chaslin und Daniela Fally). Foto: Renate Wagner

„MeToo“-Verdächtigter Vittorio Grigolo durfte in Wien doch den Werther singen. Alles andere wäre auch lächerlich gewesen, wenn das stimmt, was man über seinen „Ausritt“ in Japan hört. Dort soll er – auf offener Bühne – einer japanischen Choristin, die auf schwanger mimen sollte und zu diesem Zweck einen Polster vor den Bauch eingeschoben hatte, beim Schlussapplaus auf eben diesen Polster geklopft haben. Und sonst? Angeblich nichts, das war’s! Wer dieser Version widersprechen kann, weil sie/er mehr weiß, die/der möge es tun. Wenn die Version aber stimmt, dann hat sich die Royal Opera, die ihn daraufhin suspendiert hat, wohl unsterblich lächerlich gemacht.

Und gestern in Wien? Renate Wagner berichtet: Den Werther sang Vittorio Grigolo, ein Sänger, aus dem sich die Wiener erstaunlicherweise nicht viel machen – und dabei ist er unter den Tenören ein besonderer. Einer, dessen Stimme nicht in verschiedene Klangfarben zerbricht und auch nicht in irgendeiner Tonhöhe aussetzt, sondern fugenlos durch alle Register geht. Und in den Piani ebenso sattelfest ist wie in strahlenden Spitzentönen, die nie Gefahr laufen, Ohrenpein zu bereiten. Eine durch und durch bemerkenswerte, schöne Stimme, die technisch vorführen kann, wie man es macht: nicht zuletzt sein „Pourquoi me reveiller“ beweist es…

…Neben Griglolo debutierte auch Elena Maximova an diesem Abend in der Rolle der Charlotte. Sie hat einen wirklich schön timbrierten Mezzo mit nicht den geringsten Höhenproblemen, und dass ihre Stimme „leicht“ ist, gefällt für diese Rolle besser als dramatisch auftrumpfende Sängerinnen – schließlich ist Charlotte noch ein junges Mädchen, das seine Gefühle unterdrücken muss und ihnen erst nachgibt, als es zu spät ist…

Elena Maximova. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Bericht von Renate Wagner 

HEUTE an der Wiener Staatsoper: Simon Boccanegra

„Simon Boccanegra“. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Giuseppe Verdis oftmals unterschätztes Meisterwerk Simon Boccanegra erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Schicksal sich zwischen Liebe und Politik aufspannt.

  • Dirigent Paolo Carignani
  • Regie Peter Stein
  • Mit Simone Piazzola, Ferruccio Furlanetto, Fabio Sartori, Marina Rebeka
  • ZUM TRAILER

WIEN/ MUSIKVEREIN: LIEDERABEND MICHAEL LAURENZ am Do 24. Oktober 2019, 20:00 Gläserner Saal / Magna Auditorium, Musikverein  

Mitwirkende:
Michael Laurenz Tenor
Rita Kaufmann Klavier

Michael Laurenz. Copyright: Cordula Groth

Drei Kunstliedsammlungen vereint der lyrische wie im Charakterfach gefeierte Tenor für sein Liederabenddebüt im Wiener Musikverein: Ausgewählte Lieder von Hugo Wolf basierend auf Gedichten aus Goethes großem Zyklus „West-östlicher Divan“, Gottfried von Einems „Hafis-Lieder“ nach Texten des persischen Dichters und Mystikers aus dem 14. Jahrhundert sowie eine Auswahl aus dem „Hollywooder Liederbuch“, das Hanns Eisler zwischen Mai 1942 und Dezember 1943 unter dem Eindruck des Lebens im Exil in Santa Monica / Kalifornien komponiert hat und die Verzweiflung und Abscheu vor dem Geschehen in Europa zum Ausdruck bringt.

Michael Laurenz stammt aus Halle an der Saale und begann seine musikalische Laufbahn als Trompeter, u.a. im Gustav Mahler Jugendorchester. Ab 2006 verlagerte er seine musikalische Tätigkeit zum Gesang hin. Zunächst war er Mitglied des Opernstudios in Zürich, 2010 wurde er Ensemblemitglied in Zürich. Es folgten Debüts bei den Bregenzer Festspielen, an der Pariser Oper und 2012 bei den Salzburger Festspielen. Weitere Debüts führten ihn an die Bayerische Staatsoper, an die Berliner Staatsoper und an die Vlaamse Opera. 2015 kamen u.a. Amsterdam, Mailand und das Theater an der Wien hinzu. Sein Konzertrepertoire reicht von Bach bis zu Werken des 20. Jahrhunderts. Seit der Spielzeit 2018/19 gehört er dem Ensemble der Wiener Staatsoper an, wo er in „Dantons Tod“ von Gottfried von Einem, „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach oder „Cardillac“ von Paul Hindemith zu hören war.

Zürich/ Oper: Erfrieren und verrecken
Das Opernhaus Zürich zeigt als Schweizer Erstaufführung Helmut Lachenmanns Mädchen mit den Schwefelhölzern. Ballettchef Christian Spuck fügt der Musik mit seiner Choreografie eine zusätzliche Ebene hinzu changierend zwischen Realismus und Abstraktion.
DrehpunktKultur

„Konzertgänger in Berlin“
Für Mieczysław Weinberg: Gidon Kremer musiziert mit Martha Argerich und Yulianna Avdeeva
Die Hommage, welche das Konzerthaus am Gendarmenmarkt ihm dieser Tage widmet, hat der Geiger Gidon Kremer einfach zu einer Hommage an den Komponisten Mieczysław Weinberg umgepolt. In zwei Konzerten widmet er sich aufschlussreich Weinbergs Kammermusik. Zwei großartige Pianistinnen stehen ihm dabei zur Seite, übrigens die Chopin-Preisträgerinnen von 1965 und 2010 (Kinners, wie die Zeit vergeht): am Sonntagabend Martha Argerich, am Montagabend Yulianna Avdeeva.
https://hundert11.net/fuer-mieczyslaw-weinberg/

Cottbus: Lebensleichte musikalische Versöhnlichkeit
Publikum feiert die Uraufführung der Fontane-Oper „Effi Briest“ von Siegfried Matthus am Staatstheater Cottbus.
https://www.lr-online.de/nachrichten/kultur/publikum-feiert-die-urauffuehrung

NATIONALTHEATER MANNHEIM: Premiere »Peter Grimes« in der Inszenierung von Markus Dietz 

Der Einzelgänger, der keine Chance in der Gemeinschaft und gegen deren Meinungsbildung hat und darum nur der Böse und Schuldige sein kann, ist der Konfliktstoff in Benjamin Brittens Oper »Peter Gries« aus dem Jahr 1945. Markus Dietz inszeniert an der Oper des Nationaltheaters den rauen Fischeralltag des englischen Dorfes und die ständige Bedrohung durch das Meer im so kalten wie imposanten Bühnenbild von Ines Nadler. Die Kostüme gestaltet Henrike Bomber. Premiere ist am Sonntag, 3. November um 19 Uhr im Opernhaus.

Für die Rolle des unglücklichen Fischers Peter Grimes ist der Tenor Roy Cornelius Smith, regelmäßiger Gast an den großen Opernhäusern und bei den internationalen Festivals, ans Nationaltheater zurückgekehrt. Astrid Kessler singt die Lehrerin Ellen Orford, Thomas Berau ist der Kapitän Balstrode. In weiteren Partien singen Rita Kapfhammer (Gast), Natalija Cantrak (Opernstudio), Ji Yoon, Raphael Wittmer, Sung Ha, Marie-Belle Sandis, Uwe Eikötter, Ilya Lapich und Marcel Brunner (Opernstudio).

Generalmusikdirektor Alexander Soddy dirigiert Chor und Orchester des Nationaltheaters.

STUTTGART/ Wilhelma-Theater: Melodramen-Abend mit Brigitte Fassbaender und Wolfram Rieger 9. November 2019, 19.30 Uhr
Wilhelma Theater Stuttgart Konzerteinführung 18.45 Uhr

Im Jahr ihres 80. Geburtstags beschenkt die Ausnahmekünstlerin Brigitte Fassbaender die Internationale Hugo-Wolf-Akademie und das Stuttgarter Liedpublikum mit einem ihrer selten gewordenen Bühnenauftritte: Mit ihrem charismatischen Darstellungsvermögen und gestalterischer Virtuosität widmet sie sich zusammen mit dem Pianisten Wolfram Rieger am Samstag, 9. November 2019 um 19.30 Uhr im Wilhelma Theater Stuttgart Richard Strauss‘ packendem Melodram Enoch Arden op. 38.

Karten: 0711.72 23 36 99, karten@ihwa.de oder www.ihwa.de
Weitere Infos: www.ihwa.de

WIEN: viennaARTaward 2019: Die PreisträgerInnen

Dienstagabend wurde im Novomatic Forum zum 14. Mal der viennaARTaward vergeben: Die Auszeichnung „Zeitgenössischer Kunsthändler“ des Jahres geht an Martin Janda. „Klassischer Kunsthändler“ 2019 ist Wolfdietrich Hassfurther. Leopold-Museumsdirektor Hans-Peter Wipplinger nahm die Auszeichnung in der Kategorie „Museumswesen“ entgegen. Für ihr „Lebenswerk als Sammler“ wurden die passionierten Sammler Dieter und Gertraud Bogner geehrt.

Salzburg
„Jedermann reloaded“: Philipp Hochmair kehrt als Rockstar nach Salzburg zurück
Philipp Hochmair ist wieder in Salzburg. Er spricht über den „irren“ Festspielsommer 2018 und den „Jedermann reloaded“.
Salzburger Nachrichten

In ORF 2: Heute werden 20 Jahre Barbara Karlich gefeiert
Bunte Mischung am Hauptabend: Es gratulieren u. a. Dirk Stermann und Christoph Grissemann, Waltraut Haas, Semino Rossi, Erik Schinegger und Virginia Ernst.
Kleine Zeitung

Frankfurt/Ende der Buchmesse: Welterklärer mit Direktzugang zum Herzen
Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis, fünf Starautoren sprechen über so ziemlich alle Probleme des Planeten. Ist das das neue Erfolgsrezept der Literatur?
Sueddeutsche Zeitung

Paris: So ist die große Leonardo-Schau im Louvre: Malerei als Erkenntnis
Der Louvre in Paris feiert Leonardo da Vinci (1452 – 1519) mit einer großen Ausstellung. Der Renaissance-Meister erscheint darin als ein rastloser Geist, der die Malerei als Mittel zur Erkenntnis sah
Kurier

WIEN: Galeristen Chobot schenken Albertina 800 Werke
Am Donnerstag wird im Leopold Museum zum vierten Mal der Dagmar Chobot Skulpturenpreis vergeben. Den deutlich wichtigeren Termin haben die Wiener Galeristin und ihr Mann, der Autor Manfred Chobot, vergangene Woche beim Notar absolviert. Unterzeichnet wurde der Vertrag einer umfangreichen Schenkung an die Albertina: 800 Werke im Schätzwert von rund drei Millionen Euro.
Wiener Zeitung

Johnson droht offen mit Rückzug des Brexit-Gesetzes
Der Premierminister muss das Gesetz zur Ratifizierung des Brexit-Vertrags im Eiltempo durchs Unterhaus peitschen. Sollten die Abgeordneten beim Zeitplan nicht mitziehen, will Johnson eine Neuwahl anstreben.
Frankfurter Allgemeine

Britisches Parlament stimmt Brexit zu – vorerst
Frankfurter Rundschau

Wer kennt sich jetzt noch aus? Wer weiß, wie Briten denken?  Die EU wird vermutlich eine Frist gewähren, was Mister Johnson so gar nicht gefallen wird.

Es bleibt spannend!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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