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23. MAI 2020 – Samstag

23.05.2020 | Tageskommentar

Österreich: Sachliche Diskussion der Kulturschaffenden mit der neuen Staatssekretärin

So ging es offenbar nicht zu, rausgekommen ist aber außer „Wischi-Waschi“ auch nichts. Wie auch? Zuerst wurden Wünsche geäußert, dann durfte darüber herzlich gelacht werden. Nachdem die Phase überstanden ist, müssen die Wünsche erst einmal auf Realisierungschancen überprüft werden. Dann müssen regierungsintern Formulierungen gefunden werden, bei denen jeder sein Gesicht wahren kann. So einfach ist die Sache also nicht!

Die Diskussion sei aber von gegenseitiger Wertschätzung getragen gewesen. Sie bedanke sich für eine offene, sachliche Diskussion „, so Mayer. Das ist wohl das Mindeste, das man über eine Diskussion sagen kann. Wäre dem nicht so, wäre es wie auf obigem Foto zugegangen

Es ist sicher schwierig, mit einem „Herrn Föttinger in Rage“ eine Diskussion zu führen. Vielleicht hat es die neue Hoffnungsträgerin geschafft. Jetzt vergeht einmal Zeit, in der sich die Gemüter beruhigen und in der nicht viel passieren wird. Oder haben Sie erwartet, dass die Staatssekretärin für Montag die Rücknahme aller Einschränkungen verspricht?

Kulturstaatssekretärin nach Treffen froh über „sachliche Diskussion“
Andrea Mayer traf sich erstmals in großer Runde mit Branchenvertretern. Deren Anregungen und Wünsche sollen über das Wochenende in die Arbeit an neuer Verordnung einfließen
Der Standard

Zur neuen Staatssekretärin: Warum eine Beamtin gut für die Kultur ist
Solidität, Loyalität: Gerade in einer außerordentlichen Krise können die Qualitäten eines gern unterschätzten Standes nützen.
Die Presse

Die Theater würden aber derzeit Probleme haben, ihr Publikum in ihre Tempel zu bringen, wie sie es bisher gewohnt waren. Jene Menschen, die in ein Theater zu gehen bereit sind, haben panische Angst. Die neue „Verordnung zizerlweise“ erspart somit manche Enttäuschung und sicher viele Ausreden.

München: Beginn einer Auferstehung
Die Bayerische Staatsoper beglückt mit erstem Live-Konzert
Der erste Ton macht einen fassungslos. In den langen vergangenen Wochen hat man ja immer wieder Töne gehört, deren Erzeuger man dabei anschauen konnte, auf Dächern, Balkonen oder vor Altersheimen. Aber der erste Ton, den man nun in einer halbwegs normalen Aufführungssituation hört, der macht einem deutlich, was man vermisst hat. Wogegen kein Stream, kein Radio, keine CD hilft, gegen dieses Vermissen
Sueddeutsche Zeitung

In Wien tut sich diesbezüglich nichts, man kann eigentlich noch gar nicht mit dem Kartenverkauf für die neue Saison beginnen. Dürfen überhaupt Vorstellungen stattfinden? Wenn ja, wie viele Karten dürfen aufgelegt werden? Völlig schwarz sehe ich für Schwarzhändler, denen rate ich zu einem Berufswechsel.

Wiesbaden
„Tristan und Isolde“-Ausschnitte bewegen in Wiesbaden

https://www.musik-heute.de/21011/tristan-und-isolde-ausschnitte

 

Im Verwirrspiel der Unentschlossenheit bzw. Eigenwilligkeiten der Politik unserer deutschen Bundesländer öffnete nun Hessen zaghaft die Pforten der Musentempel, natürlich unter den strengen Vorsichts-Maßnahmen für alle (?) Beteiligten. Corona brachte so viele Events zum Erliegen u.a. auch die „Mai-Festspiele“ am Hessischen Staatstheater, es sei Herrn Intendant Uwe Eric Laufenberg gedankt, dass er einen entschlackten Spielplan raumübergreifend aller Sparten anzubieten vermochte…

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Der große Run auf die Karten ist in Wiesbaden ausgeblieben, bei „Tristan und Isolde“ hat das Theater aber den Großteil des minimierten Kartenangebots an die Käufer gebracht. Dennoch, das Haus wäre nicht „auszuverkaufen“ gewesen, selbst mit einer wohl unrealistischen Sondergenehmigung. Menschen in Angst! – außer entlang des Wiener Donaukanals bei der Urania/Schwedenplatz, auf der Partymeile. Aber das ist ein völlig anderes Publikum! Außerdem: Schwedenplatz. Geht es in Schweden nicht anders zu?

Beweis für diese Behauptung gefällig?

Am Wiener Donaukanal sprengt die Nacht alle Corona-Regeln
Seit rund zwei Monaten befindet sich das städtische Nachtleben in Tiefschlaf. Die Clubszene leidet, ihre Anhänger auch. Wie sehr, zeigt sich bei Spontanpartys am Wiener Donaukanal.
Die Presse

Umstrittene Empfehlungen: Wege aus dem Kulturwinter
„Auf meinem nächsten Flug stehe ich einfach auf und singe vor den Passagieren – weil ja kein Ansteckungsrisiko besteht.“ Sonya Yoncheva ist sauer. Die Sopranistin hat ihrem Ärger auf Twitter Luft gemacht. Sie hat – wie viele andere – zwei Fotos gesehen, die in den Sozialen Netzwerken gegenübergestellt werden. Einmal eine volle Lufthansa-Maschine und einmal das erschreckend leere Staatstheater Wiesbaden – wo nur 200 statt 1041 Besucher einem Konzert lauschen. Was einem Luftfahrtunternehmen erlaubt ist, soll also der Kultur verboten sein?
Münchner Merkur

Vergleichsweise sind die Anbieter von Open Airs fein raus. Wie berichtet, wird das Orchesterfestival im niederösterreichischen Grafenegg mit seiner „Wolkenturm“-Bühne im August stattfinden können. Und auch Günther Groissböck will das nutzen. In seiner Heimatstadt Waidhofen an der Ybbs, ebenfalls in Niederösterreich gelegen, lässt er am 13. August ein ganz besonderes Freiluftkonzert steigen. Im dortigen Stadion singt er Ausschnitte aus Wagner-Opern und lässt sich dabei von der örtlichen Trachtenmusikkapelle begleiten. „Das sind tolle Musiker, die dann ganz spezielle Arrangements spielen werden“, sagt der Bassist, der in diesem Sommer auf dem Grünen Hügel eigentlich sein Wotan-Debüt geben wollte. „Das wird dann eben unser Bayreuth-Ersatz.“

Alpenstadion in Waidhofen an der Ybbs. Das Grüne ist die Bühne! Also Platz genug unter freiem Himmel.

Der Bassist intoniert bei seinem Auftritt voraussichtlich die neue Welt-Hymne unserer Zeit:

Wahn! Wahn! Überall Wahn!
  Wohin ich forschend blick’
  in Stadt- und Weltchronik,
  den Grund mir aufzufinden,
  warum gar bis aufs Blut
  die Leut’ sich quälen und schinden
  in unnütz toller Wut!
  Hat keiner Lohn noch Dank davon:

Derzeit singt Groissböck in den Meistersingern noch den Pogner, aber der Wahnmonolog bietet sich in unserer Situation geradezu zwingend an!

Mailand: Dominique Meyer sieht schwierige Zeiten für Scala
Manche Künstler verdienen „weniger als Fußballer der zweiten Liga“.

Auszug aus dem Interview: Stützungsmaßnahmen haben uns bisher geholfen, den Scala-Mitarbeitern unter die Armen zu greifen. Man darf jedoch auch nicht Dirigenten und Solisten vergessen, die ohne Hilfe geblieben sind. Viele von ihnen verdienen weniger als ein Fußballer der zweiten Liga“, sagte Meyer. Laut ihm sollten einige Plätze an der Scala billiger sein, um auch einkommensschwachen Personen zu ermöglichen, Aufführungen zu sehen. „An der Wiener Staatsoper gibt es 580 Stehplätze, die für drei oder vier Euro verkauft werden. Dies erlaubt Opernliebhabern, öfters ins Theater zu kommen und dieselbe Oper zu sehen. Leider sind Stehplätze an der Scala aus Sicherheitsgründen nach der Restaurierung Anfang 2000 abgeschafft worden. Ich wäre glücklich, wenn auch die Scala über ein solches System verfügen würde“, erklärte Meyer.
Wiener Zeitung

Wetten, dass Herr Dr. Roscic jede Chance nützen wird, die Stehplätze abzuschaffen. Er braucht sich nur von der Regierung einen „Staatsvirologen“ ausborgen und schon dürfen wir darüber schon gar nicht mehr diskutieren.

Übrigens verdienen Fußballer auch in Österreichs zweiter Liga mehr als die Staatsopern-Ensemblemitlieder. Zweitligakicker: „Für den Bettel ziag i ma ned amoi an Schuach an“!

Oper Frankfurt spielt wieder live vor Publikum – ab 29.5.

Nachdem sich die Auflagen des Landes Hessen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert haben, möchte auch die Oper Frankfurt so schnell wie möglich wieder live vor Publikum spielen. Daher wird derzeit intensiv an der Erstellung eines Hygienekonzeptes gearbeitet, um den Zuschauer*innen und Künstler*innen in der jetzigen Situation einen sicheren Theaterabend bieten zu können.

Maria Bengtsson. Foto: Monika Rittershaus

Begonnen werden soll mit einem Lieder- und Arienabend am

Freitag, dem 29. Mai 2020, um 19.30 Uhr im Opernhaus,

für den die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson an den Willy-Brandt-Platz zurückkehrt, wo sie zuletzt im Januar 2020 ein umjubeltes Recital gegeben hat und eigentlich aktuell die Partie der Marschallin in der auf Grund der Corona-Krise verschobenen Wiederaufnahme von Richard Strauss’ Der Rosenkavalier singen sollte. Für die Werke von Richard Strauss gilt Maria Bengtsson weltweit als anerkannte Interpretin, und diesem Komponisten ist auch das Programm dieses Abends gewidmet. An der Seite der schwedischen Sopranistin musizieren ihre bewährte Klavierpartnerin Sarah Tysman und Ensemblemitglied Cecelia Hall (Mezzosopran) sowie Angehörige des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters.

Zur Veranstaltung werden vorerst „nur“ 100 Zuschauer*innen zugelassen, auch gelten weiterhin die bekannten Abstands- und Handhygiene-Regeln; das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zur Einnahme des Sitzplatzes ist Pflicht, ebenso die Erhebung der Kontaktdaten der Kartenkäufer*innen. Der Vorverkauf mit Tickets zu 50,- € im Parkett und 30,- € im Rang beginnt am kommenden Montag, dem 25. Mai 2020, um 10.00 Uhr vorerst ausschließlich über den Webshop der Website der Oper Frankfurt (www.oper-frankfurt.de).

Interessant: Bei der Vorstellung selbst darf der Mundschutz abgenommen werden – nicht nur der der Sängerin, auch der der Besucher. Ich bin gespannt, ob das in Österreich nächsten Freitag (29.5.) auch als tolle, von der Staatsekretärin erkämpfte Errungenschaft verkündet wird! Immerhin braucht sie ebenso wie der streitbare „Herr Josefstädter“ einen Verhandlungserfolg!

Nordhausen
Nordhäuser Theater plant virenfrei voraus
Von Lehár über Wagner zu Ehrenfellner: Das Theater Nordhausen wartet in Corona-Zeiten mit Paukenschlägen für die Spielzeit 2020/21 auf.
https://www.tlz.de/kultur/nordhaeuser-theater-plant-virenfrei-voraus-id229160196.html

Theaterfest NÖ: Weitere Verschiebungen auf 2021
Davon betroffen sind laut Aussendung neben der Operette Langenlois („Die Fledermaus“) auch die Felsenbühne Staatz („Sister Act“) und das Festival Schloss Weitra („Wiener Blut“).
Niederösterreichische Nachrichten

Corona-Krise
Geldnöte bei den Wiener Sängerknaben
Die Corona-Krise macht auch den Wiener Sängerknaben zu schaffen – und zwar besonders schwer. Anders als die Staatsoper und das Burgtheater erhalten sie keine jährlichen Subventionen. Der Grund: Das beliebte Ensemble finanziert sich durch seine weltweiten Tourneen selbst. Fast pausenlos befindet sich einer der vier Sängerknaben-Chöre auf Reisen und sorgt damit für die nötigen Einkünfte.
Wiener Zeitung

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Eigentlich ein Rätselfoto. Ein historisches Foto von der FB-Seite von Grace Bumbry

Versuchen Sie, das Rätsel für sich zu lösen. Die Auflösund finden Sie untenstehend – sollten Sie scheitern!

 

Eigentlich ein Rätselfoto: Joan Sutherland, Tom Krause, Evgenij Nesterenko, Ileana Cotrubas, Liugi Alva, Regina Resnik, Grace Bumbry, Birgit Nilsson, Teresa Zylis Gara, Walter Berry, Carlo Cossutta.. Die Dame links zwischen Sutherland und Krause ist Mirjam Helin die Veranstalterin

ZU INSTAGRAM

ROMANTIK IN DER „NEUEN NORMALITÄT“. Ich fürchte, das ist kein Fake!

 

Trübe Aussichten für meine Enkel!

„TAG DER STICKEREI“ IN DER UKRAINE (21. Mai 2020)

Maria Schamedjko, Maryna Lopez-Garasymchuk. Foto: Schamedjko

https://www.facebook.com/maryna.garasymchuk/videos/2814208565375218/

Am 21 Mai war ein Tag der Stickerei in der Ukraine. Ob handgestickte Bluse, Kleid, Anzug, Mantel, sie alle gehören zur schönsten Garderobe einer ukrainischen Frau.

Österreich: Es droht eine zweite Kündigungswelle
So mancher Industriekonzern wird die Kurzarbeit nicht verlängern, sondern mit Kündigungen beginnen
. Noch nie waren Manager so pessimistisch.Neue Hiobsbotschaften auf dem Arbeitsmarkt
Die Presse

Um das zu wissen, brauche ich kein Arbeitsmarktexperte sein. Dazu genügt der gesunde Menschenverstand!

Aber die Unternehmer wehren sich mit Österreichs Unternehmenskultur
Weltmeister im Schuldenmachen und Steuerhinterziehen
Die Erkenntnisse sind nicht unerwartet, aber dennoch ernüchternd
Die Presse

Also Schulden habe ich nie gemacht, da muss ich protestieren!

Ein schöner Samstag möge Ihnen beschieden sein!

A.C.

 

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