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22. MÄRZ 2022 – Dienstag

22.03.2022 | Tageskommentar

Christian Gerhaher (Wozzeck), Anja Kampe (Marie). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Gegen Mittag traf der Eigenbericht ein, mit dem wir uns morgen ausführlicher befassen.

Zum Premierenbericht von Manfred A. Schmid

Zum Bericht von DominikTroger/ www.operinwien.at

http://www.operinwien.at/werkverz/berg/awoz8.htm

Simon Stones „Wozzeck“ als Lauferfolg an der Staatsoper

Bisweilen gelingt einem Theatermacher ein genialer Ansatz an ein Werk, eine vielleicht auch nur rudimentäre Idee, die sich stimmig mit dem Stück verzahnt und neue Blüten treibt. Simon Stone ist einer jener Regisseure, dem dieser Funke immer wieder entspringt – so auch Montagabend in der Wiener Staatsoper. Seine Interpretation von Alban Bergs epochalem „Wozzeck“ wurde zum Erfolgslauf – auch im wörtlichen Sinne. Denn dieser Wozzeck ist ständig in Bewegung.
Salzburger Nachrichten

Wozzeck ist arbeitslos
Die Wiener Staatsoper war lange eine Insel der Seligen – zumindest für diejenigen, die keine spannende Regie mögen. Doch selbst in Wien drehen sich die Uhren weiter. Der neue Intendant Bogdan Roščić hat dem luxuriösen Traditionshaus eine Zeitenwende verordnet: Er will die Wiener Opernfans für modernes Regietheater begeistern. Gestern hatte Alban Bergs „Wozzeck“ in Wien Premiere, inszeniert von Simon Stone. In der Hauptrolle: Christian Gerhaher.
http://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/kritik-wozzeck-an-der-wiener-staatsoper-100.html

Erste Kurzkritik vom Wiener Staatsopern-„Wozzeck“: Antiheld am Wiener Würstelstand
Die Gegenwartsbezüge von Regisseur Simon Stone rücken „Wozzeck“ an der Wiener Staatsoper paradoxerweise in die Ferne. Doch vor allem der Sänger der Titelpartie macht den Abend zum Ereignis.
Kleine Zeitung.at

WIEN / Staatsoper: RIGOLETTO von Giuseppe Verdi
32. Aufführung in dieser Inszenierung am 20. März 2022


Rosa Feola (Gilda) und Ludovic Tezier (Rigoletto). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Die vor Schmutz starrende Inszenierung von Pierre Audi (Premiere 20. 12. 2014), mit verloren herumstehenden Baumgerippen, Pfahlbauten und einer desolaten Raumkapsel als Behausung Sparafuciles,  gehört zu den schlechtesten der an missglückten Neuproduktionen nicht gerade armen Ära von Dominique Meyer. Regietheater ist es aber nicht, was da geboten wird, denn die Geschichte der Ver- und Entführung einer jungen, unschuldsvollen Frau und der sich fatal entwickelnden Rache ihres Vaters wird geradlinig und ohne Umdeutungskapriolen erzählt. Sind Spitzenkräfte am Werk, wie es diesmal – trotz einiger coronabedingt erforderlicher Umbesetzungen – der Fall ist, lässt sich das trostlose Bühnenbild ausblenden. Einem erfreulichen gesanglichen Opernabend steht dann kaum mehr was im Wege.

Ludovic Tézier bringt bei seinem Wiener Rollendebüt als Rigoletto einen vom Schicksal wegen seines Verhaltens schwer geprüften Hofnarren auf die Bühne, der sich als zynischer Spaßmacher am Hof des Herzogs von Mantua keine Freunde, sondern nur Feinde gemacht hat. Alle warten bloß auf die Gelegenheit, es ihm heimzuzahlen…

….Viel und länger anhaltender Applaus. Auch für den Chor, der bei der Erzeugung der gruseligen nächtlichen Gewitterstimmung im letzten Akt besonders gefragt ist.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Salzburg: Currentzis ein Wackelkandidat?
Für Festspiele-Intendant Markus Hinterhäuser sind derzeit viele Fragen rund um das Opernprojekt „Herzog Blaubart“ mit Teodor Currentzis offen. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland könnten auch Auswirkungen auf die Salzburger Festspiele im Sommer 2022 haben. Konkret geht es um die finanzielle Unterstützung einer russischen Stiftung für das Opernprojekt mit Teodor Currentzis – „Herzog Blaubarts Burg“/“De temporum fine comoedia“ – sowie dessen MusicAeterna, das auch von einer sanktionierten Bank finanziert wird. Viel Zeit für eine Entscheidung bleibt laut Intendant Markus Hinterhäuser nicht mehr. 
WienerZeitung.at

Musikverein Graz: Musikalische Grundversorgung von Weltformat
Alle reden von der Resilienz, der Musikverein Graz demonstriert sie: Der Konzertveranstalter geht mit üppigen Plänen in die (hoffentlich) postpandemische Zukunft, wie das Saisonprogramm 2022/23 zeigt.
https://amp.kleinezeitung.at/6114846

Bayreuth
Wasserschaden in Bayreuth: Tausende Bücher im Richard-Wagner-Museum beschädigt – Keller überflutet
Am Freitag kam es im Richard-Wagner-Museum in Bayreuth zu einem großen Wasserschaden. Zahlreiche Bücher wurden durchnässt.
BayreutherTagblatt.de

Bayreuth: Wasserschaden im Richard Wagner Museum. Schätzungsweise 4.000 historische Bücher durchnässt
Das Richard Wagner Museum in Bayreuth beklagt einen Wasserschaden im Keller des Gebäudes. Dabei wurden zahlreiche historische Bücher – ersten Schätzungen zufolge um die 4.000 – durchnässt, die Feuerwehr war mit mehr als 50 Einsatzkräften vor Ort. Nach Räumung des Kellers wurden die Bücher zum Trocknen ausgelegt.
magazin.classic.com

Bücher im Keller eines alten Gebäudes lagern – welch unglückliche Idee. Nun muss man die Bücher „zum Trocknen aufhängen“!

Crescendo-Klasssikwoche: Kann denn heute jeder dirigieren?

 

Fangen wir mal mit etwas Unterhaltsamem an: Neuerdings ist ja sogar Thomas Gottschalk unter die Dirigenten gegangen (ich warne AUSDRÜCKLICH davor, diesen Link zu klicken, wenn es Ihnen unangenehm ist, sich fremd zu schämen!) Etwas seriöser ist da sicherlich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO)! Allerdings bin ich inzwischen ein wenig unsicher: Ist dieses Video wirklich lustig? Oder nur peinlich? 

Nikolaus Bachlers Kritik am Rauswurf Valery Gergievs und Anna Netrebkos, Igor Levit als neuer künstlerischer Leiter des Heidelberger Frühlings
crescendo.de

Berlin: Verdis „Les Vêpres Siciliennes“ in Berlin Grand Opéra als großer Reinfall
Verdi auf Französisch an der Deutschen Oper: Das ist nicht die einzige Ungereimtheit bei diesen „Vêpres Siciliennes“.
Tagesspiegel.de

Verdis „Vĕpres Siciliennes“ an der Deutschen Oper Berlin: Untote leben länger
Von Peter Sommeregger
Klassik-beistert.de

Wenn Köpfe rollen: Verdis „Sizilianische Vesper“ in Berlin
BR-Klassik.de

Die Sizilianische Vesper“ in der Deutschen Oper Berlin (Podcast)
rbb-online.de

Liebe, Verrat und Vergeltung: „Les Vepres Siciliennes“ (Podcast)
inforadio.de

Wiesbaden
„Don Carlo“ in Wiesbaden: Die Stunde der Freiheit
„Don Carlo“ am Staatstheater Wiesbaden, eine Oper, die nicht immer die Triftigkeit hat wie nun im März 2022.
Frankfurter Rundschau

Grafenegg
Aus der Reitschule Grafenegg wird der Konzertsaal Rudolf Buchbinder
Die Presse.com

Innsbruck
Innsbrucker Festwochen der Alten Musik schaffen Solo-Intendanz ab
Der Standard

Benefizkonzert in der Wiener Stadthalle: Ein Abend für den Frieden in Europa und in der Welt

Großes Benefizkonzert „Stimmen für den Frieden“ brachte mehr als 200.000 Euro für „Nachbar in Not“ 

Foto: Bildagentur ZollesKG  Markus Wache

Große Stars der Opernwelt, der Klassik- und Musicalszene sowie Publikumslieblinge von Radio Wien setzten am Sonntag beim Benefizkonzert „Stimmen für den Frieden“ in der Wiener Stadthalle ein klares Zeichen für den Frieden in Europa und der Welt. Der Gesamterlös des Abends in der Höhe von mehr als 200.000 Euro geht an die Aktion „Nachbar in Not – Hilfe für die Ukraine“. Veranstaltet wurde der Abend von der Stadt Wien und den Vereinigten Bühnen Wien gemeinsam mit den Medienpartnern ORF Wien und ORF III. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig bedankte sich in seiner Rede herzlich bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement sowie beim Publikum für die große Unterstützung der Spendenaktion.

Ljubljana
National Opera in Ljubljana Forbids Use of Ukrainian Flag in “Faust’ Production
Slovenia’s National Opera in Ljubljana banned the use of the Ukrainian flag in a recent production of “Faust.” Belgian director Frank Van Laecke went public on Thursday, March 17, 2022 and expressed his discontent noting that the opera house forbade him to display little Ukrainian flags in his “Faust” production.
operawire.com

Nicht überall lässt manpolitischen Stellungnahmen zu. „Faust“ hat  auch nichts mit der Ukraine zu tun.

Frankfurt: „Der Antichrist“ mit der Kammeroper Frankfurt: Glaube, Liebe, Hoffnung und Furor
FrankfurterRundschau.de

Lyon
Opernfestival in Lyon: Auch Familien haben ihre Geheimnisse (Bezahlartikel)
Die Opéra de Lyon setzt mit einem neuen Intendanten den Erfolgskurs fort. Junge Regisseure locken junges Publikum zum Opernfestival.
SalzburgerNachrichten

Buchbesprechung

 

Kurt Vocelka:  DER DOZENT UND DER TOD
192 Seiten, Ueberreuter Verlag, 2022 

Der Dozent trägt offenbar den Spitznamen „der rote Rudi“, und obwohl man schon 1986 schreibt, schwirrt er in der Wiener Universität mit Langhaar und Jeans als bunter Vogel herum – und das unter einer gesetzten Professorenschaft mit Maßanzug und Krawatte, die nicht viel für ihn übrig hat. Aber weil er in der Orientalistik zufriedenstellend sein kleines Feld beackert (Spezialist für die alten Türken unter Suleyman), lässt man ihn in Ruhe.

Bis der Mord passiert. Da ging es nach der Emeritierung des geschätzten Professor Holub um die Neubesetzung des Lehrstuhls für Indologie. Für eine solche Stellung an der Wiener Universität tanzen neben den hauseigenen Aspiranten schon allerlei Leute an, und die Letztausgewählten müssen „vorsingen“, wie es intern heißt, in Vorträgen in edlen Wettstreit treten. Bloß dass der erste, aus der Wiener Nationalbibliothek kommende Kandidat nach ein paar Sätzen einen Schluck Wasser nimmt – und vor den Augen des entsetzten Publikums stirbt…

Der sehr mürrische Chefinspektor Lietzmann, dem Spät-68er wie der rote Rudi höchst zuwider sind, verdächtigt gleich ihn des Mordes, konnte er doch – wie jeder weiß – den Ermordeten nicht leiden. Guter Grund für den Dozenten, selbst herum zu fragen, um den Täter zu finden. Ein Universitäts-Krimi, der auf profundem Insider-Wissen des Autors beruht. Schließlich hat Karl Vocelka doch selbst 40 Jahre lang Geschichte an der Universität Wien unterrichtet…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Wien
Klaus Rott als „Der Herr Karl“: Verfilmung durch „Mundl“-Star
Die neue „Herr Karl“-Version erlebt ihre Premiere im Forum Schwechat und ist im Metro Kinokulturhaus ebenfalls zu sehen.
https://www.film.at/stars/klaus-rott-herr-karl-film/401945653

XII APOSTEL – Eine neue Kulturstätte in Köln

XII-Apostel. Eingang  und Tor 1. Foto: Andrea Matzker

Endlich hat es geöffnet! Das lang ersehnte XII Apostel, das schon vor weit über einem Jahr hätte eröffnet werden sollen, was aber aus Pandemiegründen immer wieder hatte verschoben werden müssen. In dieser Größenordnung gab es kaum eine andere Location in dieser Gegend und in der Stadt allgemein. Aber diese Zeiten sind nun vorbei! Gerade die Anwohner des neuen Clouth-Areals freuen sich riesig, da sie nun nicht mehr in die Innenstadt fahren müssen, wo es nun überhaupt keine Parkplatzmöglichkeiten mehr gibt, sondern direkt in ihrem Gebiet bleiben können, um Veranstaltungen und Feiern vor Ort organisieren zu können und beste Qualität vieler internationaler Speisen und Getränke in erholsamer Atmosphäre und bei altbewährtem Personal genießen zu können…

Zum Bericht von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

So reagiert Europa auf die Flüchtlinge: Bald werden es 4 Millionen Menschen sein, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist das die am schnellsten wachsende Fluchtbewegung in Europa. Die Hilfsbereitschaft im Westen ist gross, doch Europa ist wenig gewappnet, die hohe Anzahl Flüchtender zu bewältigen. Zum Bericht
China/Flugzeug mit 132 Personen an Bord abgestürzt: Die Boeing 737 der Fluggesellschaft China Eastern Airlines sackte über dem Süden Chinas aus mehr als 8000 Metern Höhe ab, wie die Flugüberwachung berichtete. Beim Aufprall wurde das Flugzeug komplett zerstört.
Zum Bericht
USA stufen Greueltaten in Myanmar als Genozid ein: Aussenminister Antony Blinken sagte, er sei zu der Feststellung gelangt, dass Angehörige des Militärs in Myanmar «Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Rohingya begangen haben». Wegen der Greueltaten sind bereits mehr als 700 000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesh geflohen.
Zum Bericht
Deltakron könnte bald auch in der Schweiz auftreten: Die neue Virusvariante ist schon in mehreren Ländern nachgewiesen worden. Bei Deltakron handelt es sich um eine Kreuzung aus den Varianten Delta und Omikron. Was bedeutet das?
Zum Bericht

Ukraine
EU-Eingreiftruppe beschlossen: Auch Österreich dabei
Tanner: „Selbstverständlich sind wir dabei“

Copyright: Oliver Schopf

Die EU bekommt eine neue militärische Eingreiftruppe, die bis zum Jahr 2025 einsatzfähig sein soll. Sie ist Teil eines sicherheitspolitischen Konzepts, das die Außen- und Verteidigungsminister der 27 Mitgliedstaaten am Montag in Brüssel beschlossen. Auch Österreich macht bei der Eingreiftruppe mit, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) im Vorfeld des Beschlusses. Im ersten Jahr will Deutschland die 5.000 Soldaten der Truppe stellen. Die Neutralität Österreichs stehe der schnellen Eingreiftruppe nicht im Weg, so Tanner. „Selbstverständlich sind wir dabei“, antwortete sie am Montag in Brüssel auf die Frage nach einer österreichischen Beteiligung.
https://www.oe24.at/welt/offiziell-eu-bekommt-neue-militaerische-eingreiftruppe/514315690

2025 ist der Ukraine-Krieg hoffentlich längst Geschichte. Die Frage ist, ob Frau Tanner dann noch dabei ist!

Die zerbombte Kornkammer: Wegen Ukraine-Krieg droht globale Hungerkrise
Die Ukraine ist der wichtigste Weizenlieferant für viele Länder in Nahost, Afrika und Asien. Warum das nun zum Problem wird.
Kurier.at

Stau-Chaos – Aktivisten blockierten Pendlerroute in Wien
Die Wiener Westeinfahrt war Montag früh komplett blockiert. Aktivisten saßen auf der Straße und ließen die Autofahrer nicht passieren.
Heute.at

Na ja, so arg war es auch nicht. Ein Freund berichtete, dass es sich der Aussprache nach zu schließen um Aktivistenimporte handelte.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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