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22. MÄRZ 2021 – Montag

22.03.2021 | Tageskommentar

München/ Bayerische Staatsoper: Vladimir Jurowski dirigiert den neuen „Rosenkavalier“. Foto: Bayerische Staatsoper/ Hösl

Barrie Koskys „Rosenkavalier-Deutung wird – wie fast alle Arbeiten des Regisseurs – umstritten bleiben. Ich bin positiv dazu eingestellt, unter unseren  Rezensenten ist die Meinung geteilt. Gleichklang muss auch in unserer Branche nicht sein, wir sind ja abseits der gleichgeschalteten österreichischen Medienlandschaft angesiedelt ! Hervorragend ist das Ensemble, wenngleich der „Ochs“ von einem Wiener weit entfernt ist. Dennoch bietet Christoph Fischesser eine weitere interessante Variante der „Ochs-Szene“, die sich vom lüsternen, ungehobelten, bereits angejahrten Mann  früherer Tage wohltuend unterscheidet. Denn ein alter Trottel ist der „Ochs“ nicht!

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: Premiere „Der Rosenkavalier“
Erste Eindrücke von TTT, Streaming vom 21.3.2021
Faninal J.M. Kränzle außerordentlich, Sophie K. Konradi beglückt im oberen Register singulär, berückend, zart, faszinierend – da könnte sich Großes ankündigen!

Statist © Wilfried Hösl

Alle Singenden waren gut, alles andere war „na ja“ oder weniger.

Mehr darüber im Bericht von TTT

„Der Rosenkavalier“ in der Bayerischen Staatsoper München bei Arte. Die Uhr bestimmt die Zeit
Premiere bei Arte: Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ in der Bayerischen Staatsoper/MÜNCHEN
https://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-der-rosenkavalier-die-uhr-bestimmt-die-zeit-livestream-premiere/

„Der Rosenkavalier“ (Regie: Barrie Kosky)
TV-Kritik Vladimir Jurowski ließ die reduzierte Orchesterfassung von Eberhard Kloke an der Bayerischen Staatsoper musizieren
https://www.freitag.de/autoren/andre-sokolowski/der-rosenkavalier-regie-barrie-kosky

Wie schon für die Salome im Theater an der Wien wurde auch für den Rosenkavalier eine abgespeckte Einrichtung gespielt, Uraufführung gestern.

https://boosey.com/pages/cr/catalogue/cat_detail?=&musicid=104567&langid=2

https://de.schott-music.com/shop/autoren/eberhard-kloke

BAYERISCHE STAATSOPER: MONTAGSSTÜCK XVIII –  IL SIGNOR BRUSCHINO

Marcus H. Rosenmüller. Foto: Bayerische Staatsoper

MONTAGSSTÜCK XVIII: IL SIGNOR BRUSCHINO
Mo, 22. März 2021, 20.15 Uhr
Kostenfreier Live-Stream auf
www.staatsoper.tv

Ab Mi, 24. März, 19.00 Uhr für 30 Tage on Demand erhältlich.
Ein 24-Stunden-Ticket kostet 9,90 Euro.
www.staatsoper.de/on-demand

Paris
Französische Kulturministerin Bachelot: Corona nach Opernbesuch
Heftige Debatte über das Infektions-Risiko in Theatern: Ministerin Roselyne Bachelot gab am späten Samstagabend bekannt, unter Atemproblemen zu leiden und positiv auf Covid-19 getestet worden zu sein. Tags zuvor war sie noch in der Oper gewesen….

…Dass Bachelot noch am Freitagabend eine nichtöffentliche Vorstellung von Gounods „Faust“ in der Pariser Oper besucht hat, die für das Fernsehen aufgezeichnet wurde, sorgt für Aufsehen. So spricht die linksliberale „Liberation“ empört von einem „peinlichen Abend“ für die Ministerin und enormer Unruhe unter den Mitwirkenden der Oper. Zwar sei das Infektionsrisiko im Theater „nahezu null“, wenn alle Hygienemaßnahmen eingehalten würden, doch das gelte nur „theoretisch“.

Denn in der Praxis sei es so, dass sich bei weitem nicht jeder an alle Vorgaben halte, etwa die Ministerin: „Es kann schon eine Person ausreichen, nur eine einzige, die sich im Begeisterungsrausch nach einer Vorstellung beeilt, sich selbst hinter den Vorhang einzuladen, um Künstler zu treffen, ebenso wie die Solisten auf der Bühne.“ So habe Bachelot „bei rosaroter Beleuchtung“ allen gratuliert und Abstandsregeln nicht eingehalten, nur, um eine „Show“ hinzulegen und Fotos mit dem Ensemble zu machen. Eine ehemalige Ballett-Schülerin der Pariser Oper postete auf ihrem Instagram-Account Bilder, auf denen Bachelot tatsächlich „auf Tuchfühlung“ von sieben Personen umgeben ist.

BR-Klassik.de

Das hat uns gerade noch gefehlt. Zumindest für Frankreichs Kulturszene ist das ein gewaltiger Rückschlag. Nicht etwa, weil die Ministerin gar so wichtig ist, sondern weil sie der Sache ihrer „Schutzbefohlenen“ einen Bärendienst erwiesen hat. Corona dient der persönlichen Darstellung von Politikerinnen und Politikern, das wäre in Österreich oder auch Deutschland undenkbar!

Höre ich Widerspruch?

Berlin
Das Glück sitzt im Auditorium
Berlin geht voran. Nach einem Jahr in der Zwangspause traten die Philharmoniker vor 1000 Zuhörern auf. Kirill Petrenko gab als Dirigent den größten der Aufpeitscher.
Sueddeutsche Zeitung

Bogdan Roščić: „Das Wiener Publikum lässt sich nichts vormachen“
Bezahlartikel
Das erste Jahr des Wiener Staatsoperndirektors Bogdan Roščić ist von einem geschlossenen Haus geprägt. Ein Interview über den Wert von Theater, über Corona und über praktische Inszenierungen.
Kleine Zeitung

Linz: „THE WAVE“ – Uraufführung am Schauspielhaus des Landestheaters, 05. 11. 2020, veröffentlich am 20. 03. 2021

In Zusammenarbeit mit der Musik und Kunst (MuK) Privatuniversität der Stadt Wien. Musical von Or Mathias nach dem Bericht von Ron Jones, Mitarbeit an der Original-Konzeption und Consulting Chloe Treat, Deutsch von Jana Mischke; Dramaturgie Arne Beeker

Christian Fröhlich, Lukas Sandmann. Copyright: Linzer Landestheater/ Reinhard Winkler

1967 wollte ein unkonventioneller und jedenfalls in seinem Beruf sehr engagierter Lehrer an der Cubberly High School in Palo Alto, Kalifornien, seine Schüler über die Nazi-Zeit unterrichten. Doch er stieß auf Unglauben – wie könne solch ein System bei den Leuten verfangen, ja das ganze Leben vereinnahmen? Mit ein paar für sich jeweils unverfänglichen Ideen und Vorgangsweisen, die freilich auf Disziplinierung und Gleichschaltung sowie elitäres Selbstbewußtsein abzielten, gelang es Ron Jones nur zu rasch, rascher und gründlicher, als er sich in Alpträumen vorstellen konnte, seine Klasse zu einer protofaschistischen Gemeinschaft zu formen. Darüber hinaus schlossen sich, ohne sein Zutun, noch Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen an, grüßten sich mit dem von Jones angeordneten „third wave“ (an den Hitler-Gruß angelehnt) und begannen, sich aggressiv gegen Nichtteilnehmer an dieser „Bewegung“ zu verhalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde Jones sein pädagogisch-psychologisches Experiment unheimlich und er beeilte sich, es abzubrechen. Aus dem Bericht darüber wurde 2019 an der Johnny Mercer Writers Colony bei Goodspeed Musicals ein Bühnenstück entwickelt. The Wave wurde zum Teil mit Unterstützung von SPACE on Ryder Farm (www.spaceonryderfarm.org) geschrieben.

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber

PALERMO – Wiedergeburt einer Kulturstadt

 

Ioan Holender wird von Dietrich Mateschitz „auf Tour“ geschickt. Es gibt unangenehmere Aufträge auf der Welt!

ZUM VIDEO

STREAMING-PLAN DER METROPOLITAN OPERA NEW YORK

Week 54
Myths and Legends 

Monday, March 22
Gluck’s Orfeo ed Euridice
Starring Danielle de Niese, Heidi Grant Murphy, and Stephanie Blythe, conducted by James Levine. Production by Mark Morris. From January 24, 2009.

Tuesday, March 23
Berlioz’s  La Damnation de Faust
Starring Susan Graham, Marcello Giordani, and John Relyea, conducted by James Levine. Production by Robert Lepage. From November 22, 2008.

Wednesday, March 24
Gluck’s Iphigénie en Tauride
Starring Susan Graham, Plácido Domingo, Paul Groves, and Gordon Hawkins, conducted by Patrick Summers. Production by Stephen Wadsworth. From February 26, 2011.

Thursday, March 25
Strauss’s Elektra
Starring Nina Stemme, Adrianne Pieczonka, Waltraud Meier, and Eric Owens, conducted by Esa-Pekka Salonen. Production by Patrice Chéreau. From April 30, 2016.

Friday, March 26
Mozart’s Idomeneo
Starring Hildegard Behrens, Ileana Cotrubas, Frederica von Stade, Luciano Pavarotti, and John Alexander, conducted by James Levine. Production by Jean-Pierre Ponnelle. From November 6, 1982.

Mehr in den „Infos des Tages“

„Alle Schwarzen können singen“: Rassismus in der Klassikbranche
Anna Bineta Diouf hat in Hannover studiert und arbeitet in Annaberg-Buchholz als Opernsängerin. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Senegalese. Rassismus begegne ihr vor allem in subtiler Form, sagt sie. Oft handele es sich dabei um bestimmte Vorstellungen, wie eine schwarze Sängerin zu sein habe: „rassig, erotisch oder ursprünglich,“ so Diouf.
https://www.ndr.de/kultur/Alle-Schwarzen-koennen-singen-Rassismus-in-der-Klassikbranche,gegenrassismus102.html

Stadttheater Wiener Neustadt soll modernisiert werden
Das Stadttheater Wiener Neustadt wird in den kommenden Jahren baulich modernisiert und organisatorisch neu aufgestellt. Die Wiedereröffnung ist zum 230-Jahre-Jubiläum im Herbst 2024 angepeilt. Das Haus soll zu einem „weiteren Hotspot der Landeskultur“ werden, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei der Präsentation der Pläne gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) und Marie Rötzer, der künstlerischen Leiterin des Landestheaters Niederösterreich.
Salzburger Nachrichten

Film/ TV: Bergdoktor“ Hans Sigl: „Aufschrei der Künstler muss gehört werden“
Sigl ist erneut für die ROMY nominiert. Im Interview spricht er über Theater, heimliches „Bergdoktor“-Schauen und Nachhilfeunterricht für die Politik,
Kurier.at

Literatur

Ernest William Hornung: Verbrechen und Cricket
Vor hundert Jahren, am 22. März 1921, starb der englische Autor und Erfinder des legendären Meisterdiebes A. J. Raffles.
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst/Berlin
Gerhard Richter gibt „Birkenau“-Zyklus als Dauerleihgabe nach Berlin
Der wichtigste lebende Künstler Deutschlands will nicht, dass die Werke, die KZ-Gräuel thematisieren, am Markt landen

Die Nationalgalerie Berlin kann künftig mit der „Birkenau“-Serie von 2014 eine wichtige Serie des Malers Gerhard Richter
in ihren Häusern präsentieren. Insgesamt soll die Nationalgalerie mehr als 100 Arbeiten von Richter erhalten. Der „Birkenau“-Zyklus, der sich mit der Abbildbarkeit des Holocaust befasst, war zuletzt im Metropolitan Museum New York zu sehen. Nach Ansicht des Künstlers, dessen Werke regelmäßig exorbitante Preise erzielen, sollte er nicht am Markt landen.
Kurier.at

 

Früh übt, wer Karriere machen will!

Leonie-Marie Cupak am Klavier. Foto: privat

Leonie-Marie Cupak, meine Enkelin,  spielt Klavier, ist erst knappe 2 Jahre alt und trägt noch Windeln. Eine Nachwuchspianistin in Windeln habe ich noch nie gesehen.  Noch werden die Ohren malträtiert, sie spielt nämlich Eigenkompositionen.

Ihr Bruder Raffael (6 Jahre alt) will einerseits Autorennfahrer werden, anderseits zeichnet sehr gut. Man könnte die Marke „Raffael“ gut vermarkten. Mittlerweile besitzen wir die größte Raffael-Sammlung weltweit, leider ist es der „Nachwuchs-Raffael“. A.C.

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Deutschland bleibt womöglich bis April im Lockdown: Angesichts einer dritten Corona-Infektionswelle reagieren die Länder unterschiedlich: Österreich und die Schweiz setzen auf eine eher liberale Corona-Politik. Deutschland will seine relativ rigiden Einschränkungen womöglich verschärfen, wie vor dem Corona-Gipfel am Montag in Berlin verlautet. Am Samstag kam es in Kassel zu gewaltsamen Protesten gegen die herrschenden Einschränkungen. Zum Bericht
  • Maskenmuffel zu Recht von Gemeindeversammlung ausgeschlossen: Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schützt das Verhalten der Gemeinde Russikon. Sie hatte im Dezember einem Bürger, der keine Maske tragen wollte, den Zugang zum Versammlungssaal verwehrt. Zum Bericht
    Japan verzichtet auf Touristen für Olympische Sommerspiele in Tokio: 2020 wurden die Olympischen Spiele wegen Covid-19 ganz verschoben. Dieses Jahr sollen sie stattfinden – jedoch ohne ausländische Besucher. Das zerstört grosse Hoffnungen, die Japan und seine Wirtschaft an die Ausrichtung der Spiele geknüpft hatten. Zum Bericht

    Biontech-Gründer zuversichtlich:  Sahin rechnet mit Lockdown-Ende im Herbst
    https://www.n-tv.de/panorama/Sahin-rechnet-mit-Lockdown-Ende-im-Herbst-article22440124.html

    Österreich
    Lockerungen laut Rendi-Wagner „ausgeschlossen“
    SPÖ-Chefin warnt vor „Kollaps der Intensivstationen“. Am Montag berät die Regierung erneut über das weitere Vorgehen bei den Corona-Maßnahmen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner warnt eindringlich vor Lockerungen.
    https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/rendi-wagner-klar-gegen-lockerungen

    Österreich
    Anschober will die Notbremse ziehen
    Heute entscheidet die Regierung, wie es weitergeht
    https://www.diepresse.com/5954895/anschober-will-die-notbremse-ziehen

    Pinz Harry: „Angriff“ auf Prinz Charles könnte Konsequenzen haben
    Im viel beachteten Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey ging Harry mit seinem Vater hart ins Gericht.
    https://kurier.at/stars/prinz-harry-wird-angriff-auf-prinz-charles-konsequenzen-haben/401275854

     

    Österreich-Fußball – dramatisches Finale: WSG Tirol und WAC fixieren die Meistergruppe
    Hartberg wurde in der letzten Minute aus der Meistergruppe befördert. Die WSG Tirol ist hingegen wie der WAC in den Top 6.
    Kurier.at

    Das war wirklich ein Herzschlag-Finale. Bis zur 90. Minute war Hartberg sicher im Meister-Play off. Doch dannn glich St. Pölten aus. Das hätte immer noch gereicht, wenn Tirol gegen Rapid verloren hätte. Beim Stand von 1:1 wurde Rapid in der Nachspielzeit ein Elfer zugesprochen, der jedoch vergeben wurde.

    Also Tirol oben, Hartberg rittert in der Abgstiegsgruppe u.a. mit Austria. Ob Austria bei dem Schuldenstand überhaupt eine Lizenz für nächste Saison bekommt, steht in den Sternen. Der neue Sponsor und Rettungsengel ist ein georgischer Geschäftsmann. Ich kenne Georgier, die sagen Oligarch statt Geschäftsmann. So ganz würde ich mich auf den nicht verlassen!

Aber die Austria ist zum Glück nicht meine Sorge. Sollte Admira-Wacker (gestern 0:0 gegen Sturm Graz) absteigen (derzeit Letzter, aber nur einen Punkt hinter Ried), würde ich es auch überleben. Ich baue aber darauf, dass Admira-Wacker „unabsteigbar“ ist. Selbiges hat man in Deutschland vor vielen Jahren auch vom VfL Bochum gesagt – und dann hat es dieBochumer doch erwischt. Derzeit sind die „unaufsteigbar“.

Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

 

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