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22. MÄRZ 2020 – Sonntag

22.03.2020 | Tageskommentar

Das teuerste Kleid des Frühjahrs: Jetzt ist klar, warum in Wien vorige Woche das Klopapier ausverkauft war.

Dass man über Corona auch lachen kann, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Entspannen – aber dennoch nicht unvorsichtig werden! Apropos „Schritt“: Versuchen Sie einmal mit diesem Kleid einige Schritte zu machen.

Besser gesagt, man sollte  lächeln können. Zum Lachen ist niemand zumute!  Wir, das gesamte Team, bemühen uns, in die allgemeine Hysterie nicht einzustimmen. Diese bringt sowieso nichts. Und hysterisch sind sowieso die meisten in der Medienbranche! 

Die Experten tappen nach wie vor im Dunkeln. Seien Sie vorsichtig, aber nicht ängstlich

Wir bemühen uns, auf diverse Ablenkungen hinzuweisen, wohl wissend, dass viele Menschen derzeit andere Sorgen haben. Es geht um Existenzen. Was richtig und was falsch in dieser Situation ist, wer vermag das schon zu sagen? Die Menschheit wird Corona überleben und hoffentlich Schlüsse daraus ziehen. Diese zu benennen, ist erst sinnvoll, wenn die Krise halbwegs überstanden ist.

WIEN – MENSCHENLEER! WANN HABEN WIR DAS JEMALS ERLEBT?

Innenstadt/ Stephansdom, Freitag nachmittag. Foto: Hedda Hoyer/ Facebook

U-Bahn Freitag nachmittag. Foto: Hedda Hoyer/ Facebook

NEU und hoffentlich nicht wahr! Placido Domingo has coronavirus – opera singer begs people to stay at home
https://www.mirror.co.uk/3am/celebrity-news/breaking-placido-domingo-coronavirus-opera-21734820

Der österreichische Opernsänger Günther Groissböck hat dem „Kurier“ ein sehr offenes Interview gegeben.

Günther Groissböck. Foto: Gerhard Ringhofer


Er gehört zu den wohl 0,10 % der Sängerschar, die es bis an die Weltspitze geschafft hat. Und nun das! Der „Wotan“ in Bayreuth steht vor der Türe. Können die Festspiele überhaupt stattfinden? Unter dieser Ungewissheit zu proben, stelle ich mir unmenschlich vor.

Das Interview enthält viele Weisheiten, aber ich darf hier aus rechtlichen Gründen nicht einmal Auszüge veröffentlichen (mit den „Kurier“-Anwälten habe ich schon Erfahrungen gemacht. Investieren Sie also in diesen Bezahlartikel!

Opernsänger Groissböck: „Fühlte mich wie ein Kriegsheimkehrer“ Bezahlartikel
Günther Groissböck. Der österreichische Opernsänger über Absagen und Kultur in Corona-Zeiten. In Barcelona hat er wochenlang geprobt, dann kam die Absage. In Bayreuth wird er in der diesjährigen Festspielsaison der „Wotan“ sein
Kurier

„Fidelio“ im Fernsehen: Telegener Freiheitskampf der Oper
Der so bedauerliche wie dramatische Sachverhalt ist vermutlich bekannt: Der von Christoph Waltz für das Beethoven-Jahr 2020 inszenierte „Fidelio“ konnte am Theater an der Wien nicht mehr erleben, was Premiere genannt wird. Aufgrund der ersten Coronavirus-Verordnungen wurden jedoch einige Proben (ohne Publikum) aufgezeichnet, um die Inszenierung der zweiten „Fidelio“-Fassung (aus 1806) in TV-Form zu bannen, deren Bildregie Felix Breisach oblag.
Der Standard

WIEN/ /Theater an der Wien „Fidelio“ als Hoffnungsschimmer für eine Welt im Kerker
Das Zeitfenster war denkbar klein: Große Theater, Opernhäuser und Museen waren schon geschlossen, die Ausgangsbeschränkungen allerdings noch nicht in Sicht. Und die „Fidelio“-Produktion im Theater an der Wien so gut wie fertigt geprobt. Eine Premiere vor Publikum war nicht mehr denkbar, als sich das Opernhaus dazu entschloss, zumindest die geplante TV-Aufzeichnung der Regiearbeit von Christoph Waltz zu retten – vor einem leeren Haus natürlich.
Wiener Zeitung

Stream: „Fidelio“ aus dem Theater an der Wien Aus Oper mach Film
Eigentlich hätte die Premiere des „Fidelio“ vor ein paar Tagen im Theater an der Wien stattfinden sollen. Natürlich vor ausverkauftem Haus: Die Inszenierung stammt immerhin von Hollywood-Star Christoph Waltz. Doch die Corona-Krise machte diesen Plan zunichte. Was also tun? In den Endproben aufgeben? Das Team konnte sich mit dieser Lösung nicht anfreunden und stellte kurzerhand eine audiovisuelle Aufzeichnung auf die Beine, deren Entstehung allein schon eine veritable Opernhandlung abgäbe.
BR-Klassik

Fidelio: Stehtheater im Fernsehen
Kurier

Die Wirkung von Musik auf den Menschen
Was versteht man unter „Musik“? Wenn ich mir die Frage stelle, was Musik für mich bedeutet, dann muss die Frage wohl heißen, was versucht mir Musik zu sagen. Denn jegliche Art von Musik hat deshalb eine Bedeutung, weil sie etwas aussagt…
https://www.grin.com/document/103180

Streams, Streams, immer nur Streams! Wir bieten Ihnen trotzdem eine Auswahl an.

Streams Metropolitan Opera New York, zweite Woche (das wird die „Wagner-Woche“

 

 Praktisch jedes Theater, das auf sich hält, stellt Produktionen „zur freien Entnahme in das Netz. Da sind wirklich tolle Sachen dabei – und „Kulturmenschen“, die keine schwerwiegenden andere Sorgen haben, könnten sich daran gewöhnen. Vorsicht, allzuviel ist ungesund. Unser „Hausarrest wurde nun um weitere drei Wochen verlängert, da kommt noch viel nach. Dosieren Sie richtig, denn es wäre schade, wenn Ihnen dieses „Zuviel“ nächstens beim Hals heraushängt.

Diesmal weisen wir in unseren Ifos des Tages auf Streams aus dem Programm der Metropolitan-Opera hin – und die Streams der Berliner Schaubühne  lassen zum Beispiel das Herz unserer Theater-Expertin Renate Wagner höherschlagen!

Internet bis zum Abwinken – wie lange noch?

 

Millionen Menschen arbeiten von zu Hause aus, Videokonferenzen ersetzen Meetings. Und Millionen Menschen streamen schon tagsüber Filme und Serien. Kommt das Internet an seine Grenzen?

https://www.dw.com/de/internet-bis-zum-abwinken-wie-lange-noch/a-52862300

Angeblich besteht diese Gefahr (noch) nicht. Aber „Gigant“ Youtube reduziert vorsorglich die technische Qualität, um das Netz nicht unnötig zu belasten.

Buchbesprechung: Sophia Mott:
MEIN ENGEL, MEIN ALLES, MEIN ICH
BEETHOVEN UND DIE FRAUEN
144  Seiten, Verlag ebersbach&simon, 2020

 

Beethoven und die unsterbliche Geliebte… Wer immer sich jemals mit dem Komponisten auseinander gesetzt hat, möchte reflexartig „nicht schon wieder“ denken, wenn er auf dieses Thema stößt. Und Autorin Sophia Mott trägt etwas dazu bei, indem sie ihr Buch „Beethoven und die Frauen“ (Untertitel) mit dem vielleicht berühmtesten Zitat aus seiner Feder krönt: „Mein Engel, mein alles, mein Ich…“

Das ist der berühmte Brief, von dem man eigentlich nicht mehr im Kopf hat als diese intensive, berührende Anrede, die nicht in irgendeinem beliebigen Liebesbrief geschrieben würde, sondern von stärksten Gefühlen getragen wird. Aber was steht eigentlich noch drinnen in diesem Brief, den die Herren, die an Beethovens Totenbett wachten, aus einer Lade zogen – was den Verdacht nahelegt, dass er gar nicht abgeschickt wurde, aber wichtig genug erschien, nicht weggeworfen zu werden?…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

SALZBURGER LANDESTHEATER: SCHAUSPIELER SASCHA OSKAR WEIS ÜBERRASCHEND AN EINEM HERZINFARKT VERSTORBEN

Der Schauspieler Sascha Oskar Weis ist am Freitag, 20. März 2020, überraschend an einem Herzinfarkt verstorben.
Sascha Oskar Weis.Copyright: Salzburger Landestheater

Seit 2009 war Sascha Oskar Weis Mitglied des Ensembles und einer der Publikumslieblinge am Salzburger Landestheater. Schon mit seiner ersten Partie in der Inszenierung „Faust“ begeisterte er als „Mephisto“ das Publikum. Sascha Oskar Weis zeichnete sich als Theatermensch durch seine Hingabe zum Beruf, seine Genauigkeit in den Rollenporträts und seine Vielseitigkeit aus, die ihn nicht nur im Schauspiel, sondern auch im Musiktheater zu mannigfaltigen Einsätzen kommen ließen.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Netrebko war in Orth/Donau – zum Aufklärungsunterricht für Sohn Thiago?

Anna Netrebko sitzt derzeit offenbar in Wien fest. Aber Wien ist klein, fast ein Dorf. Anna N. fuhr mit Sohn Thiago nach Orth an der Donau (laut Innenminister sind „Ausflugsfahrten“ nicht erwünscht) und stellte folgendes Video ins Netz, über dessen Sinn ich mich lange gefragt habe (und es eigentlich immer noch tue)-

 

ZU INSTAGRAM – VIDEO

Coronakrise: „Wir können uns diese Pause leisten“
Warum wir die Corona-Krise wirtschaftlich überstehen werden, erklärt Ökonom und Bestsellerautor Tomas Sedlacek.
Wiener Zeitung

Als Online-Merker können wir uns keine Pause leisten. Natürlich ist die Quote leicht gefallen, aber immer noch hoch (so an die 4000 Besucher pro Tag). Lege ich eine Pause ein, verläuft sich die Kundschaft. Diese Weisheit wurde mir bereits in die Wiege gesungen. „Durchhalten“ lautet die von Mediemkaiser und Bundeskanzler Kurz ausgegebene Devise. Der Mann hat leicht reden, ich stelle mich noch auf gute sechs Wochen „Alternativprogramm“ ein. Ich bin aber trotzdem froh und glücklich, dass ich keine anderen gravierenden Sorgen habe. Kleinere Firmenbeteiligungen habe ich vor kurzem abgest0ßen – als ob ich Corona vorausgeahnt  hätte. Ich folge meinen Instinkten ohne viel nachzudenken, langsam werde ich mir selbst unheimlich!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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