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22. FEBRUAR 2021 – Montag

22.02.2021 | Tageskommentar

„Carmen“-Premiere an der Wiener Staatsoper. Piotr Beczala und Anita Rachvelishvili. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Renate Wagner die ihrer Premierenkritik, die sie – wie auch wahrscheinlich auch Sie – via Stream oder ORF III erlebt hat:

Nicht, dass man die „Carmen“-Inszenierung des Calixto Bieito nicht kennen würde. Schließlich hat sie schon 22 Jahre auf dem Buckel, da muss sie einem interessierten Opernfreund schon begegnet sein. Oder auch mehrmals – auf der DVD mit Béatrice Uria-Monzon aus Barcelona, auf YouTube aus Venedig, und die Pariser Oper hat einmal ihre Aufführung mit der Garanca gestreamt. Also olle Kamellen? Na ja, immerhin eine Produktion, die schon das Lob ernten konnte, „fulminant“ und ein „Klassiker“ zu sein. Also an der Zeit, den in den Kulissen schlissig gewordenen Zeffirelli wegzuwerfen und Calixto Bieito nun auch in Wien auf die Bühne zu bringen? Wir sind ja bekanntlich in allem spät dran.

Was Bogdan Roscic eingekauft hat, ist der klassische Fall einer szenischen „Übersetzung“: Man übersetzt eine Geschichte in ein anderes Milieu, meist – so auch hier – , um ihr die Ästhetik und den altmodischen Reiz, wohl auch ihr Klischee zu nehmen. Nun also nicht mehr Sevilla, sondern irgendwo in einer schäbigen spanischen Vorstadt, Ceuta (als ob das eine Rolle spielte), und wann? Immerhin will Micaela Selfies von sich und Don José machen. Der fünfziger Jahre Mercedes könnte ein teurer Oldtimer sein oder… was immer. Es ist nicht wichtig. Tatsache bleibt: Die alte Geschichte in einer anderen Welt…

Man muss diese „Carmen“-Inszenierung nicht überschätzen und so tun, als hätte man in einem langen Leben als Opernfan für diese Oper noch nichts Gutes oder sogar Besseres gesehen. Aber wenn man aus Erfahrung weiß, wie Calixto Bieito Werke kaputt inszenieren kann, ist man ja noch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Heinrich Schramm-Schiessl und seine Meinung über die Besetzung:

Anita Rachvelishvili ist stimmlich heute wahrscheinlich die beste Carmen, die auch Vergleiche mit manchen früheren Interpretinnen nicht zu scheuen braucht. Sie verfügt über einen schön timbrierten Mezzo, hat weder in der Höhe noch in der Tiefe Probleme und singt durchaus ausdrucksvoll. Einzige Einschränkung war für mich die Kartenarie, die mir zu wenig düster unf geheimnisvoll war. Darstellerisch konnte sie mich nicht überzeugen, aber womöglich lag das am Regisseur, der sein Konzept durchziehen wollte und nicht auf ihr optisches Erscheinungsbild eigegangen ist. Man nahm ihr einfach die Frau, wegen der die Männer den Kopf verlieren, nicht ab.  Pjotr Beczala, der den Don José vom erkrankten Charles Castronovo übernommen hat, war stimmlich in ausgezeichneter Verfassung. Er sang sehr schöne Phrasen und die Spitzentöne kamen problemlos. Ein Problem war leider auch bei ihm die Rollengestaltung. Sicher, er tat alles, was man sich von einem José erwartet, aber man glaubte es ihm nicht. Sehr gut gefallen hat mir auch Erwin Schrott als Escamillo. Wie die meisten Sänger die sich sowohl im Bariton- als auch im Bass-Fach bewähren, hat er mit der nicht unkomplizierten Tessitura keine Probleme und ist auch darstellerisch in seinem leicht schmierigen Machogehabe durchaus zufriedenstellend. Am wenigsten vom Solistenquartett hat mir Vera-Lotte Boecker als Micaela gefallen. Auch sie ist – sogar relativ kurzfristig – eingesprungen. Was mir bei ihr fehlte, war eine gewisse Innigkeit in der Stimme…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

 

„Was Regisseuren so durch die Birne rauscht…“

„Was Regisseuren so durch die Birne rauscht…“

Dieser Satz von Gerhard Stadelmaier, einem der Promi-Kritiker des deutschen Feuilletons, formuliert so vollendet meine Gefühle angesichts der derzeitigen Inszenierungs-Unkultur, dass ich ihn immer wieder zitiere.

Einer Generation entstammend, die Respekt vor dem Werk über alles stellt (wobei jede zulässige Neuinterpretation selbstverständlich erwünscht ist, wenn sie Sinn macht), kann man derzeit nur verzweifeln – und das nicht nur angesichts dessen, was ein Ponnelle, ein Strehler oder, horribile dictu, auch ein Schenk einst an Theaterverstand und Liebe zur Sache mitgebracht haben.

Was ich heute sehe, ist nur die brutale, aggressive Lust an der Destruktion. Wir haben uns daran gewöhnen müssen, dass es auf unseren Bühnen nicht mehr darum geht, was Libretto und Musik vorgeben, sondern einzig und allein darum, was Regisseuren dazu einfällt. Und oft nicht einmal dazu einfällt, sondern „irgendwie“ einfällt, denn dem Werk gegenüber, das auf dem Theaterzettel steht, gehen sie keinerlei Verpflichtung ein. Und ob ein Zuschauer erkennen mag, was sie da auf der Bühne herumpoltern und –hampern, ist ihnen ja schnurzegal…

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APROPOS

Teatro alla Scala, Milano,SALOME. Live-Stream vom 20. Februar 2021
Diese bereits für das Jahr 2020 vorgesehene Premiere musste bedingt durch Covid 19 verschoben werden, was zu einer kompletten Neubesetzung praktisch aller Rollen führte. Bei den Endproben erlitt auch noch der Dirigent Zubin Mehta einen Schwächeanfall, weshalb der Hausherr Riccardo Chailly das Dirigat übernahm.
Von Peter Sommeregger
http://klassik-begeistert.de/richard-strauss-salome-teatro-alla-scala-milano-live-stream-vom-20-februar-2021/

ZUM TOD VON STEFAN MICKISCH

 

Er war schon sehr cool, aber diese Dauerhetze in den Medien  in Deutschland hat ihm schon zugesetzt.

Der  BR-Nachruf ist ja nur ein kleines Indiz dafür.

Wagner-Experte stirbt mit 58 Jahren
Der Wagner-Experte Stefan Mickisch ist tot. Der Schwandorfer Pianist starb im Alter von 58 Jahre, wie die „Mittelbayerische Zeitung“ berichtet. Mickisch war vor allem bekannt für seine Einführungs-Vorträge bei den Bayreuther Festspielen. Als Person war er durchaus umstritten.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/stefan-mickisch-tot-wagner-experte-pianist-verstorben-100.html

Schau dir „Stefan Mickisch über Richard Wagner“ auf YouTube an

 

ZUM VIDEO

In memoriam  Stefan Mickisch

„Wagner – Tristan Und Isolde – Prelude and Liebestod (Stefan Mickisch)“ auf YouTube

https://youtu.be/hgATajWJgGM 

Stefan Mickisch ehrt Beethoven zum 250er. Foto: privat

Persönlich habe ich Stefan Mickisch nicht gekannt, aber er war dennoch ein „ständiger Begleiter“ unseres Mediums – schon durch seine große Anhängerschaft. Ganz einfach war er offensichtlich nicht zu behandeln, ein großer Diplomat war er anscheinend auch nicht. Aber er war ein Mann mit eigener und fester Meinung, die er vertreten hat. Eine eigene Meinung macht in unserer Zeit schon verdächtig, in letzter Zeit haben ihn Menschen fallengelassen, die er als Weggefährten betrachtet hat.

Stefan Mickisch hat offenbar selbst die Reissleine gezogen (so genau wissen wir das nicht), und somit einen konsequenten mutigen Schritt gesetzt, für den den meisten Mensch der Mut fehlt. „Er konnte sein Leben nicht mehr ertragen“ schreibt Renate Doppler von den Welser Wagner-Festspielen. Er konnte die Herdenmentalität, die anscheinend grenzenlos ist, nicht mehr ertragen. Er wollte dagegen ankämpfen, stand aber auf verlorenem Posten!  Mickisch konnte anscheinend viele seiner Mitmenschen nicht mehr verstehen. Lieber Stefan Mickisch, damit sind Sie nicht alleine – Sie hatten aber offenbar mehr Mut. Wenn das Leben auf Dauer so weitergehen soll, wie uns jetzt zugemutet wird, ist es tasächlich nicht mehr lebenswert.

Dass er als letzten Wunsch Wien als seine letzte Ruhestätte erkoren hat, ehrt diese Stadt natürlich ungemein. Ob Wien aber viel anders ist als jener Ort bzw. jenes Land, in dem er nicht einmal begraben sein möchte, nehme ich nicht als gegeben an. Wenn er allerdings dieses Gefühl hatte, dann hat es seinem Seelenfrieden gedient – und darauf kommt es an. Ruhe in Frieden, Stefan Mickisch. Viele Gegner waren Ihrer nicht wert! Die Musikwelt ist durch diesen frühen Tod ärmer geworden – und diverse Medienhetzer mögen in sich gehen und nachdenken, ob sie nicht bereits längst viel zu weit gehen!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

MAILÄNDER SCALA: HEUTE STREAM MIT VITTORIO GRIGOLO

teatroallascala

Lunedì 22 febbraio alle ore 20, il tenore @vittoriogrigolo torna alla Scala per un recital di canto accompagnato al pianoforte da Vincenzo Scalera con un ricco programma di arie d’opera: da Donizetti e Salvi (Il duca d’Alba e L’elisir d’amore) a Verdi (Rigoletto), da Puccini (La Bohème e Tosca) a Cilea (L’Arlesiana), da Massenet (Manon) a Gounod (Roméo et Juliette).

 
 
ZU INSTAGRAM mit Kurzvideo
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LAS PALMAS: TROVATORE. Video-Clip

ZU INSTAGRAM mit Video

ZUR PARISER AIDA: Warum die Puppen?

Ausschnitt aus einer E Mail heute zum Thema „Schwarze und Styropor Puppen“:

Sondra Radvanovsky neben der Puppe aus Styropor. Foto: Vincent Pontett/Opera National

„Elvio sagte mir, dass der neue Intendant extra ein Büro für Gleichbehandlung von Schwarzen usw. eingerichtet hat. Der Trick mit den Puppen soll sein, weil man die weißen Künstler nicht schwarz schminken will. Auch kein Ballett der kleinen …“

F.K.

New York
Janáčeks „Káťa Kabanová“: Vor 30 Jahren erstmals in der Metropolitan Opera
https://deutsch.radio.cz/janaceks-kata-kabanova-vor-30-jahren-erstmals-der-metropolitan-opera-8709613

Ladas Klassikwelt 66: Wie ich die Walküre geworden bin
Das Leben hat meinem Auftritt eine weitere Pointe hinzugefügt. Jetzt lebe ich in Deutschland und versuche immer noch, Polen und Deutsche durch meine journalistische Arbeit zu versöhnen. Ich nehme gerne Themen aus dem Kulturbereich auf, die uns verbinden, nicht trennen. Auch hier nennen mich einige Freunde „die Walküre”.
Klassik-begeistert.de

Wien
Burgtheater: Kušej befasst sich mit Sartres „Huis clos“
Von einem „Coup“ des Burgtheaters will der „Kurier“ erfahren haben: Direktor Martin Kušej wolle „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre Sartre inszenieren, Klaus Maria Brandauer werde darin eine Hauptrolle übernehmen.
https://www.diepresse.com/5938718/burgtheater-kusej-befasst-sich-mit-sartres-huis-clos

Österreich
Gerald Pichowetz über seine Not-OPs, die Folgen und wie es mit ihm weitergeht
Der Schauspieler spricht offen über eine dramatische Zeit und die Frage, ob er ohne Bühne leben könnte.
Kurier

Franz Xaver Kroetz zum 75er: Wutanfälle, Verbranntes und ein lustvolles Ende
„Immer weiter machen nur die Lappn, de halten niemals ihre Babbn“: Franz Xaver Kroetz ist nicht nur Schauspieler, Dramatiker und Regisseur. Er ist eine Naturgewalt. Eigensinnig, kämpferisch und in der Wortwahl wenig zimperlich tritt der Münchner auf, der am 25. Februar 75 Jahre alt wird.
Kleine Zeitung

Niederösterreichischer Bildhauer Johannes Seidl gestorben
Im Alter von 74 Jahren. Gemeinsam mit Ehefrau Charlotte hatte er Gut Gasteil zu Ort der Kunst ausgebaut.
Kurier

Frankreich
Macron sauer auf seine Corona-Berater „Ich habe diese Wissenschaftler satt“
Emmanuel Macron ist offenbar sauer auf Frankreichs Top-Corona-Wissenschaftler, weil ihm diese nichts empfehlen würden außer Einschließen, um so die Infektionen zu senken.
Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) nur auf eben solche Virologen zu hören scheint, hat Frankreichs Präsident davon die Nase voll …
Bild.de

„kulturMontag“ über „Kunst und Klage“-Schau in NY, Senkrechtstarter Jan Bülow im Porträt, Vintage-Boom in der Mode

 Neue Folge der Dokureihe „Ikonen Österreichs – Ländliche Lebenswelten“

Wien (OTS) – Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 22. Februar 2021 um 22.30 Uhr in ORF 2 blickt u. a. nach New York, wo eine neue Ausstellung sich mit dem kollektiven Trauma von Leid und Trauer der afroamerikanischen Bevölkerung befasst. Weiters stellt die Sendung Film- und Bühnenschauspieler Jan Bülow vor, Neuzugang im Ensemble des Wiener Burgtheaters und Senkrechtstarter der deutschsprachigen Schauspielkunst, und widmet sich u. a. dem Vintage-Trend in der Modeindustrie. Anschließend an das Magazin steht die zweite Ausgabe der neuen ORF-Kulturdokureihe „Ikonen Österreichs“ (23.30 Uhr) auf dem Programm – diesmal unter dem Motto „Ländliche Lebenswelten“.

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie – die Lehren aus Corona

Das ist passiert: In welcher Form auch immer – die nächste Pandemie kommt bestimmt. Wir sollten Corona nutzen, um uns darauf vorzubereiten. Die ETH-Professorin Tanja Stadler kritisiert in der jüngsten Ausgabe von «NZZ Standpunkte» mit NZZ-Chefredaktor Eric Gujer, dass Europa schlecht vorbereitet war. Die Biostatistikerin und -mathematikerin erklärt zudem, welche Fehler die Wissenschaft gemacht hat, wie es nach dem Lockdown weitergehen könnte – und welche Gefahren künftig auf uns warten.
Zum Bericht und zum Video

Darum ist es wichtig: Je schneller die Menschheit wächst und je mehr sie mit Wildtieren in Kontakt kommt, desto grösser wird die Gefahr von Zoonosen. Man sollte denken, eine Katastrophe wie die Spanische Grippe vor hundert Jahren habe sich in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt. Doch die Corona-Pandemie hat uns auf dem falschen Fuss erwischt, bis heute haben wir die Lage nicht in den Griff bekommen. Der einzige Lichtblick sind die Impfstoffe.

Das müssen Sie jetzt wissen: Selbsttests könnten ein Weg aus der Pandemie sein. Flächendeckendes Testen soll uns helfen, das Virus in den Griff zu bekommen. Bald gibt es dafür Selbsttests, die auch Laien zu Hause durchführen können. Wir erklären, was sie wirklich bringen. Zum Video

Sputnik V mausert sich zum Exportschlager: Russland vermarktet seinen Impfstoff erfolgreich, doch im eigenen Land geht die Immunisierung nur schleppend voran. Manche argwöhnen, das internationale Prestige sei dem Kreml wichtiger.
Zum Bericht

Wien
AKH-Direktion wurde geimpft, Mitarbeiter noch nicht
Während die Direktion des Wiener AKH in der 1. Phase geimpft wurde, warten einige Mitarbeiter der Kategorie 1 immer noch auf eine Immunisierung.
https://www.heute.at/s/akh-direktion-wurde-geimpft-mitarbeiter-noch-nicht-100128890

Was ist mit der Impfung, mehr oder weniger liebe Politiker. Ich stehe bereit! Jetzt seid Ihr am Zug!. Macht Euren Job, für den Ihr gewählt wurdet und wofür Ihr bezahlt werdet!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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