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22. FEBRUAR 2020 – Samstag

22.02.2020 | Tageskommentar


Ab heute wieder normaler Spielbetrieb in der Wiener Staatsoper. Begonnen wird mit Ballett. Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

MacMillan | McGregor | Ashton: Dieser Ballettabend steht im Zeichen des Britischen Balletts: Mit „Concerto“ – einem abstrakten Ballett im neoklassischen Stil – von Sir Kenneth MacMillan, „Eden|Eden“ – einem Werk, das ethische Aspekte des Klonens thematisiert – von Wayne McGregor (*1970) und „Marguerite and Armand“ – einem Stück, das ursprünglich für M. Fonteyn und R. Nurejew kreiert wurde – von Sir Frederick Ashton sind drei „Generationen“ einer beeindruckenden choreographischen Tradition vertreten: British Ballet at its best.

Die Faschingsveranstaltung „Opernball“ stört den Spielbetrieb ungemein. Wer mir übrigens einreden will, dass der Opernball mit all seinem „Drumherum“ unter dem Strich ein Geschäft für die Oper  ist, beleidigt meine kaufmännische Kompetenz!

Staatstheater Wiesbaden: ANNA NICOLE von Marc Anthony Turnage. Die bisher gelungendste Realisierung des Werks

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Elissa Huber in der Titelrolle. Es ist IHR Abend. Foto: Monika und Karl Forster

 Marc-Anthony Turnage´s Oper Anna Nicole, die den Lebensweg des amerikanischen Busenwunders Anna Nicole Smith nachzeichnet, ist vor fünf Jahren in London am Royal Opera House mit großem Erfolg uraufgeführt worden. Auch in Deutschland findet das Werk Anklang und Wiesbadens Staatstheaters brachte soeben eine gelungene Neuproduktion heraus.

BERND MOTTL setzt als Regisseur auf eine Pointierung des amerikanischen Traums. Die Möglichkeit, vom Nobody zum Star zu werden, ist mit keiner anderen Nation so verknüpft. Und er macht dies in Form einer Nummernrevue, die vor den Augen der gesamten Öffentlichkeit stattfindet…

…Es ist der Abend von ELISSA HUBER. Der Sopranistin gelingt es umwerfend, für diese Hauptfigur verschiedenste Facetten zu finden, stimmlich changierend von dramatisch- kraftvollen Höhenausbrüchen über lyrische Melodik zum jazzig- lockeren Ton, und darstellerisch von der dumm-naiven Landpomeranze über die hybrid-laszive Selbstdarstellerin zur sinnentleert-ausgelaugten Drogenleiche. Hier verschmelzen Figur und Darstellerin zu einer Einheit, der sich keiner entziehen kann.

Die anderen sind da nur Episodenfiguren, machen aber ihre Sache meist auch vorzüglich…

Zum Bericht von Christian Konz

Innsbruck/ Tiroler Landestheater: IL TRITTICO (20.2.)

Regisseur Carlos Wagner (Regie &Kostüme) dient die Idee des Tryptichons als rein visueller Rahmen, den ihm Christophe Ouvrard mit hübschen Art Deco-Elementen auf die Bühne gebracht hat. Als inhaltliche Verknüpfung der drei Einakter sieht Wagner das Element des Wassers (verbildlicht in Video-Projektionen: SlideMedia Barcelona) und das Kind, das jeweils eine Rolle spielt. Im Gianni Schicchi kündet das Kind zwar dessen Auftritt an, aber anders als im Programmheft suggeriert ist nicht diese Szene für das Ingang-Kommen der Handlung entscheidend, denn anfänglich weigert sich Schicchi ja noch beim Betrug mitzumachen.

Entscheidend ist das Bitten seiner Tochter Lauretta, die dafür in « Oh, mio babbino caro» die süssesten Töne findet. Entsprechend harmlos bringt Wagner die Stücke auf die Bühne…

Zum Bericht von Jan Krobot

Amsterdam: Heilsame Philip Glass-Kammeroper von Opera2Day
bachtrack

Venedig: Überschäumende Heiterkeit in der „Serenissima“ – „L’Elisir d’Amore“ besticht im Teatro La Fenice
Diese entzückende Oper des unsterblichen Gaetano Donizetti mit ihrer humorvollen Handlung und ihren wunderbaren Gesangsnummern wird in jedem Theater fast immer ein garantierter Erfolg. Wie erst im – aus der Asche der letzten Brandkatastrophe originalgetreu im verspielten Stil des Neo-Rokoko – wiederauferstanden Opernhaus Teatro la Fenice im Herzen der „Serenissima“ Venedig!
Dr. Charles E. Ritterband berichtet aus dem Teatro La Fenice in Venezia.
Klassik-begeistert

Placido Domingo in Luzern: Die Preise sind geschmalzen

Placido Domingo in Luzern
Ankündigung für Luzern, auch gesalzene Preise die billigste Kategorie schon ausverkauft, plus zwei weitere Solisten und zwei (!) Dirigenten.
https://www.kkl-luzern.ch/en/shop-tickets/30-03-2020-19-30-placido-domingo.html?fbclid

Das große Geschäft liegt nur mehr in diesen Events. Jene, die „im Geschäft“ sind, fahren bereits ihre Ellbogen aus. Der Markt darf nicht inflationär werden.  Die Schweizer können sich diese Kartenpreise leisten, die sind auch nicht bei der EU.

Ein Insider kennt die Situation besser: Da hat der Veranstalter und selbst ein Tenor ( er singt ja auch gleich in dem Konzert mit…) allerdings Grosses vor und man kann ihn nur Glück wünschen. Wie ich sehe, sind auf dem Plakat auch keine Sponsoren genannt.

Und als Vorgeschmack auf Domingo, steht der  Veranstalter selbst schon eine Woche früher  auf der gleichen Bühne und zwar als ‚Otello‘ mit – wen wundert’s – den Klienten seiner eigener Agentur MayaClassicsGmbH mit Sitz in Kriens LU.
Hier sind die Karten zwar um einiges billiger, aber auch hier ist bis jetzt nur die billigste Kategorie ausverkauft…. Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor der Zivilcourage der Herrn Montero. 

https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/er-bringt-den-starsaenger-placido-domingo-ins-kkl-ld.1190210
https://www.operabase.com/artists/joel-montero-8428/en
https://www.kkl-luzern.ch/de/shop-tickets/performances/23-03-2020-19-30-otello.html

London/ ROH
A sneak-peek at rehearsals for Fidelio, Beethoven’s only opera inspired by an incident from the French Revolution
It opens next week and will be relayed to cinemas on 17 March
https://twitter.com/theroyalopera/status/1230900064731697153?s=12&fbclid

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

February 18, 1950, Saturday
Renata Tebaldi makes her debut at the Teatro alla Scala in Milan in the role of „Aida“ by Giuseppe Verdi.


Renata Tebaldi – kohlrabenschwarz geschminkt. Das war damals noch keine Thema

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New York/ Metropolitan Opera: COSÌ FAN TUTTE

Gerald Finley (Don Alfonso), Ben Bliss (Ferrando) and Nicole Car (Fiordiligi) © Jonathan Tichler | Met Opera
Gerald Finley (Don Alfonso), Ben Bliss (Ferrando) and Nicole Car (Fiordiligi). © Jonathan Tichler | Met Opera

A musically ideal Così in The Met’s revival
bachtrack

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Gentile
sabato 22 febbraio debutta alla Scala la nuova produzione de Il turco in Italia. Un importante e storico ritorno per questa irresistibile opera buffa rossiniana, che proprio qui ebbe la sua Prima assoluta nel 1814 e rinacque nella memorabile edizione del 1955 con Maria Callas.

München/ Gärtnerplatztheater: Sonntagsmatinée „OPERN AUF BAYRISCH“

So 23. Februar 2020 11.00 Uhr
Der Freischütz oder »Wia a Jaager auf ned ganz saubere Weis zu seim Wei kemma is«
Tannhäuser oder »De Venus in der Kampenwand«
Turandot oder »Wia a chinesische Prinzessin à la tatar kloakriagt worn is«

Sie werden einige Schauspieler aus der Kultserie „Der Bulle von Tölz“ erkennen.

WIENER KAMMERORCHESTER: SONNTAG, 23. Februar 2020: Matinee 4 2019/2020

Repertoirevielfalt, die begeistert: Das Wiener KammerOrchester reist mit barocken Schätzen und zeitgenössischen Perlen von Zentraleuropa bis Japan. Im Mittelpunkt stehen indes klassisch-romantische Symphonien wie Mendelssohns »Italienische« und Konzerte der Wiener Klassik, bei denen etwa mit Simon Höfele und Sharon Kam aufstrebende Talente wie internationale Stars solistisch glänzen. Ihre Pultdebüts geben u.a. Emmanuel Tjeknavorian, der Italiener Enrico Onofri und die Französin Claire Levacher. An vier Terminen führt zudem Christoph Wagner-Trenkwitz durchs Programm. (Sonntag ist das Programm Joseph Haydn gewidmet (Enrico Onofri; Simon Höfele Trompete)

WIEN: HEUTE PREMIERE IM BURGTHEATER „This is Venice (Othello & Der Kaufmann von Venedig)“
nach William Shakespeare in einer Bearbeitung und neu übersetzt von Elisabeth Bronfen und Muriel Gerstner


Mehmet Ateşçi, Rainer Galke, Markus Hering, Stacyian Jackson, Marie-Luise Stockinger. Copyright: Barbara Zeininger

Regie Sebastian Nübling
Bühnenbild Muriel Gerstner

„Venedig wird als ein System verstanden, das Fremde braucht, um sich am Leben zu erhalten“, beschreibt Elisabeth Bronfen den Ansatz ihrer Neubearbeitung der beiden Shakespeare-Stücke „Othello“ und „Der Kaufmann von Venedig“. Zusammen mit Muriel Gerstner hat die Kulturwissenschaftlerin Bronfen die Stücke neu übersetzt und in einem Epos kombiniert: „This is Venice“ feiert am 22. Februar seine Uraufführung am Burgtheater in Wien.

ls Setting der beiden Stücke habe die Stadt Venedig aber gleichzeitig starke Ausgrenzungscodes, wer wirklich zum inneren Kern der Macht gehören könne, erklärt Bronfen weiter: „Und in diesen inneren Kern der Macht darf weder eine jüdische, noch eine schwarze Figur gehören“.

Diese zwei Außenseiter, die absolut benötigt würden, müssten gleichzeitig als ausgrenzbar dargestellt werden… (Quelle: Burgtheater)

Der Wiener Holding-Chef bereitet uns bereits darauf vor, dass Regietheater (blöder Ausdruck, aber treffend. Ich weiß, Theater ohne Regie ist auch nicht möglich) glücklich machen kann! Ich bin das Gegenteil von konservativ im Sinn von altmodisch. Ich habe provoziert bis zum „Geht nicht mehr“ und mir dadurch manche Chance verbaut – ohne unglücklich geworden zu sein. Nur der Versuch, mir eine Meinung einzureden bzw. mir etwas auszureden, ist bei mir immer gescheitert. Und genau diesen Versuch, die Besucher manipulieren (freundlicher ausgedrückt bessern) zu wollen, werfe ich dem „Regietheater“ vor! Ich kann übrigens zwischen „überzeugen“ und „einreden“ ganz gut unterscheiden!

EU-Gipfel: Brüsseler Griff nach der Steuerhoheit
So wie der Streit um den EU-Haushalt entbrennt regelmäßig auch die Debatte um mehr Eigenmittel für die Gemeinschaft.
Wiener Zeitung

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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