Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

22. DEZEMBER 2020 – Dienstag

22.12.2020 | Tageskommentar

Ein Visionär, dieser Walter Molino? Abgekapselt im wahrsten Sinn des Wortes. Ist so ein Leben lebenswert?

Wir wollen aber nicht unfair sein: Diese Illustration mit Kleinstwagen bezieht sich nicht auf das Jahr 2022. Eine Illustration von Walter Molino zeigt Menschen, die einzeln in kleinen Glaskuppelfahrzeugen durch die Straßen fahren und somit zur Lösung des Straßenverkehrs beitragen! Es passt jedenfalls in unsere Situation, in der angedacht wird, Menschen in Büros und auch in Theatern in Glaskäfige zu stecken. .

Die Tage vor Weihnachten erinnere ich mich an zwei liebe Freunde, die im laufenden Monat verstorben sind. Nicht an Corona, deren Uhr war ganz einfach abgelaufen. Ich konnte mich nicht einmal verabschieden. „Corona-Vorsichtsmaßnahme“.

Morgen geleite ich nun einen davon zu seiner letzten Ruhestätte am Friedhof Neustift, in unmittelbarer Nähe der letzten Ruhestätte sind wir oft beim Heurigen gesessen. Morgen hat auch kein Heuriger offen, um den Verstorbenen „hochleben“ zu lassen.  Wie ich erfahren habe, findet die Verabschiedung weitgehend unter Ausschluss seiner anderen Freunde statt. Die haben selbst Angst und drücken sich vom Begräbnis. Was hat die Pandemie aus uns gemacht? Schrecklich – und ein Armutszeichen. Was hat Corona aus mir gemacht? Ich beobachte meine Umwelt und stelle fest, dass ich entsetzt bin. Feigheit, wohin man blickt – getarnt als Vorsicht! Besondere Heuchler nennen es auch Rücksicht!

Und wenn dieses Szenario noch länger anhält, schlagen wir uns gegenseitig den Schädel ein. Nicht in der Familie, das wäre für mich nicht auszuhalten. Aber im Umfeld: Da prallen Meinungen aufeinander, die nachwirken werden. Nichts wird mehr so sein, wie früher. Man wird sein Gegenüber ganz einfach anders wahrnehmen.

Testpflicht vor dem Kulturbesuch: Staatssekretärin wirbt mit Brief für Verständnis Bezahlartikel
Die Teststrategie könne „mittelfristig viel ermöglichen“, schreibt Mayer an Kulturbetriebe: „Teilhabe an Kultur wird Anreiz für verantwortliches Handeln“.
Salzburger Nachrichten

Wien
Volksopernchef: „Weiß keiner, wie das mit Test geht“
Volksopernchef Robert Meyer zeigt sich im „Heute“-Talk erfreut, den Betrieb im Jänner wieder aufnehmen zu dürfen. Am Spielplan stehen drei Premieren.
Heute.at

Direktor Robert Meyer: „Die Volksoper kann ganz schnell wieder hochfahren!“
Volksoperndirektor Robert Meyer im Gespräch: Er kündigt drei Premieren an. Die Volksoper will ihren Vorverkauf bereits am 23. Dezember starten. Meyer selbst will nach dem Ende seiner Ära 2022 wieder anderswo viel spielen. Und er vermisst das Publikum.
Die Presse

Die Theater rechnen also längerfristig mit der „Teststrategie“, somit über den 18.1. hinaus. Ich höre auch keine Proteste wegen der limitierten Besucherzahl. Die Bundes-Theaterleiter kennen die pronostizierten Daten ganz genau und machen in Zweckoptimismus. Persönlich haben sie keine finanziellen sorgen – der Staat zahlt!

WIENER STAATSOPER: DAS STREAMING-ANGEBOT VOM 22. bis 28. DEZEMBER 2020

Liebes Publikum,

»Die Selbstfindungsfahrt von Henrik Ibsens nordischer Faust-Gestalt als Tanzstück: Tanzend, taumelnd, fallend, kriechend erkundet die Staatsballett-Compagnie im Haus am Ring in knapp zwei Stunden die Seelenpfade des Peer Gynt.« so lautete die Kritik in der Tageszeitung »Die Presse« bei der Premiere des Handlungs-Balletts Peer Gynt im Haus am Ring. Die im Jahr 2015 in Maribor uraufgeführte Produktion des rumänisch-slowenischen Choreografen Edward Clug, die auf Musik von Edavrd Grieg und dem Werk Henrik Ibsens basiert, ist geprägt von expressiver Körpersprache und ganz starken Bildern. »Ibsen und Grieg haben jeweils eine eigene Version von Peer Gynt geschaffen. Mein Ziel war es, diese in ein neues Ganzes zu verschmelzen, in eine Landschaft mit vielen Türen. Ich habe meinen Zugang gewählt, der Ihnen, verehrtes Publikum, weit offen steht, und lade Sie ein, durch diesen zu einem neuen Balletterlebnis zu gelangen«, so Clug über sein Stück. Ein opulenter Ballett-Klassiker dagegen ist Léo Delibes’s Sylvia: Eine romantische Zeitreise zwischen Mythologie und Fantasy, gerade richtig für die Weihnachtsfeiertage.

Ebenfalls einen Klassiker der Weihnachtszeit bieten wir Ihnen mit Engelbert Humpertdincks Märchen-Oper Hänsel und Gretel. Und wer am 18. Dezember die Live-Ausstrahlung der musikalischen Neueinstudierung des Rosenkavalier durch Musikdirektor Philippe Jordan versäumt hat, kann dies nun diese Woche nachholen.

Alle u.a. Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 28. Dezember 2020:

Juan Diego Florez, Daniela Fally. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Dienstag, 22. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Vincenzo Bellini
LA SONNAMBULA (Vorstellung vom 13. Jänner 2017)
Melodramma in zwei Akten
Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo
Inszenierung & Bühne: Marco Arturo Marelli
Mit u.a.: Juan Diego Flórez, Daniela Fally, Luca Pisaroni, Maria Nazarova

Mittwoch, 23. Dezember 2020, 19.00 Uhr – Ballett
Edvard Grieg
PEER GYNT (Vorstellung vom 4. Dezember 2018)
Musikalische Leitung: Simon Hewett
Choreographie: Edward Clug
Mit u.a.: Jakob Feyferlik, Alice Firenze, Eno Peci, Zolt Török

Freitag, 25. Dezember 2020, 19.00 Uhr – Ballett
Léo Delibes
SYLVIA (Vorstellung vom 24. November 2018)
Musikalische Leitung: Kevin Rhodes
Choreographie: Manuel Legris nach Louis Mérante u.a.
Mit u.a.: Kiyoka Hashimoto, Masayu Kimoto, Davide Dato

Samstag, 26. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Engelbert Humperdinck
HÄNSEL UND GRETEL (Vorstellung aus 2015)
Märchenoper in drei Bildern
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung & Bühne: Adrian Noble
Mit u.a.: Daniela Sindram, Ileana Tonca, Michaela Schuster, Adrian Eröd, Janina Baechle

Sonntag, 27. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER (Vorstellung vom 18. Dezember 2020)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Martina Serafin, Daniela Sindram, Günther Groissböck, Erin Morley, Jochen Schmeckenbecher, Piotr Beczala

Montag, 28. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
DIE ZAUBERFLÖTE (Vorstellung vom 29. Dezember 2017)
Große Oper in zwei Aufzügen
Musikalische Leitung: Adam Fischer
Inszenierung: Moshe Leiser, Patrice Caurier
Mit u.a. Jörg Schneider, Olga Bezsmertna, René Pape, Hila Fahima, Thomas Tatzl

Über den weitere Online-Spielplan informieren wir Sie Anfang nächster Woche, nähere Informationen dazu auch laufend auf wiener-staatsoper.at.

Wien
Franz Welser-Möst“Grandios“: Dirigent lobt Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić

Franz Welser-Möst hat Bogdan Roščić „nach seiner Ernennung kennengelernt – und festgestellt: Mit ihm könnte ich wirklich gut zusammenarbeiten. Aber ich dirigiere ja ohnedies wieder an der Staatsoper“, so der ehemalige Generalmusikdirektor. Mit seinem Cleveland Orchestra plane er eine Produktion von Mozarts „Die Zauberflöte“ zusammen mit Nikolaus Habjan und habe sich daher den Teaser für „Zauberflöte – Eine Extravaganza“ auf der Burgtheater-Website angesehen, erzählt Welser-Möst im Interview. „Danach war ich einfach nur deprimiert. (…) Die Macher sondern nur eine Plattitüde nach der anderen ab. Und die Behauptung, dass die ‚Zauberflöte‘ ein schlechtes Stück sei, empört mich!…
Kleine Zeitung

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Netrebko studiert „Ariadne auf Naxos“

ZU INSTAGRAM mit Video

Hören Sie rein, sehr weit ist sie mit der Ariadne noch nicht!

Günther Groissböck bei der Sonnwendfeier auf dem Schnabelberg

Der 958 Meter hohe Schnabelberg ist einer der markanten Hausberge von Waidhofen an der Ybbs.

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

 

  1. Philharmonisches Konzert, Opernhaus Zürich, Live-Stream: 12.12.2020

 Stream verfügbar bis 27.12.2020: https://vimeo.com/488965116 [TBD]

Augustin Hadelich. Foto: Luca Valenta

Für das zweite Philharmonische Konzert der Saison 2020/2021 hat das Opernhaus Zürich den jungen, vielgelobte Solisten und in Italien geborenen Grammy-Gewinner Augustin Hadelich eingeladen. Hadelich spielt die letzte Geige aus der Werkstatt des legendären Geigenbauers Giuseppe Guarneri, die 1744 gebaute «Leduc». Auf dem Programm stehen das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms (1833-1897) und Sinfonie Nr. 4 C-Dur von Franz Schmidt (1874-1939).

Feuilleton
Der Teufel in der Musik : Lautes Husten, Schnauben, Krächzen
Er lacht, pfeift und lärmt – aber kann er auch singen? Hildegard von Bingen spricht Luzifer diese Fähigkeit ab. Eine kleine Phänomenologie des Teufels in der Musik
Frankfurter Allgemeine

Chuzpe
Schmähstad. Klänge in diesem Wort nicht eine gewisse abwertende Ironie mit, dann taugte es als Beschreibung für die Befindlichkeit von Kulturschaffenden aller Ebenen und Bereiche. Das permanente Auslaugen hat ein Stadium erreicht, dass die Kraft, so scheint’s, nicht mal mehr für spontane Wortmeldungen reicht.
DrehpunktKultur

Aus Christian Buchmanns Adventkalender. Die Wiener Konzertveranstalter Christian Buchmann entwirft seinen Adventkalender selbst)

 

Endlich geschafft? Noch nicht! 2020 ging es steil bergab! Wird 2021 wirklich so viel besser?

Britten, Part One
Emmanuel Music’s three-part Britten Chamber Festival, which offers a deep dive into the composer’s lesser-known, small-scale vocal and instrumental music, continues the 50-year-long musicmaking of this Boston institution.
https://www.classical-scene.com/2020/12/19/britten-i/

Emmanuel Streams Britten Fest Part Two
https://www.classical-scene.com/2020/12/19/britten-fest-2/

Streams (free for 60 days):
Britten Chamber Festival – Concert I
https://www.youtube.com/watch?v=059Ig09rmjU&t=4432s

Britten Chamber Festival – Concert II
https://www.youtube.com/watch?v=8ZlII2WOr2M

Britten Chamber Festival – Concert III
https://www.youtube.com/watch?v=RYEWZf0EKYU

ORF III am Dienstag und am Mittwoch: „Agatha Christie’s Miss Marple“-Doppel mit „Ruhe unsanft“ und „Die Schattenhand“

Außerdem: „Heimat Österreich: Weihnachten im Defereggental“ und „Land der Berge“-Tripel u. a. mit „Heimatklang zur Weihnachtszeit“

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information präsentiert an den beiden Tagen vor Weihnachten ein gleichermaßen abwechslungsreiches wie stimmungsvolles Programm: Am Dienstag, dem 22. Dezember 2020, zeigt der Hauptabend zwei Folgen der britischen Krimiserie „Agatha Christie’s Miss Marple“ mit Geraldine McEwan als geistreiche Amateurdetektivin. Am Mittwoch, dem 23. Dezember, führen „Heimat Österreich“ und „Land der Berge“ durch die schönsten Winterlandschaften, stimmen weihnachtliche Lieder an und zeigen, wie das Weihnachtsfest an verschiedenen Orten begangen wird.

Dienstag, 22. Dezember

ORF III Kultur und Information berichtet am Dienstag, dem 22. Dezember 2020, über das aktuelle politische Geschehen. In „Kultur Heute“ (19.45 Uhr) liest Michael Schottenberg eine Weihnachtsgeschichte, die aus eigener Feder stammt: „Lucie, das kleine Kämmchen und das Christuskind“.

Im Hauptabend zeigt ORF III zwei Folgen von „Agatha Christie’s Miss Marple“ aus dem Jahr 2006. In „Ruhe unsanft“ (20.15 Uhr) reist die junge Gwenda Halliday (Sophia Myles) nach England, um ihre Hochzeit vorzubereiten. Kaum am Ziel angekommen, wählt sie das Hillside House als standesgemäße Unterkunft. Obwohl sie noch nie zuvor in England war, kommt ihr das Haus unheimlich vertraut vor – sie entdeckt verborgene Türen und kann die Muster alter Tapeten beschreiben

Europäischer Hochadel:  Weihnachten bei Königs – alles anders
Große Treffen mit mehreren Generationen, Gottesdienst und festlichem Essen? Ganz so wie sonst werden die Weihnachtstage in diesem Jahr auch bei den Royals nicht. Einige Alternativpläne sind schon bekannt.
Der Spiegel

Wien
Sittenwächter horten Fotos „unzüchtiger“ Frauen in Wien
Die Protokolle der selbsternannten tschetschenischen „Sittenwächter“ liegen „Heute“vor. Todesdrohungen und Gewalt gegen Frauen machen sprachlos.
Heute.at

Ein Blick in die Schweiz

Zürcher Gesundheitsdirektorin Rickli zum Impfstart: «Keine allzu grosse Entspannung vor dem Sommer»

Das ist passiert: Einige Kantone wollen bereits in den kommenden Tagen loslegen, in Zürich soll die grösste Impfaktion aller Zeiten jedoch erst am 4. Januar anfangen. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sagt, der Kanton sei bereit, aber man arbeite noch am Feinschliff des «Mammutprojektes mit extrem komplexen Abläufen». Zunächst sollen die über 75-Jährigen an die Reihe kommen. Bis die Impfung der breiten Bevölkerung beginnt, werde es April, und diese Phase werde wohl bis im Herbst andauern, schätzt Rickli. Sie rechne daher vor dem Sommer nicht mit einer allzu grossen Entspannung. Die Corona-Regeln müssten daher weiter eingehalten werden. Zum Interview

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

 

Diese Seite drucken