Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

21. MÄRZ 2022 – Montag

21.03.2022 | Tageskommentar

WIENER STAATSOPER: HEUTE PREMIERE „WOZZECK“

In der Einführungsmatinee zur Neuproduktion von »Wozzeck« sind Interviews mit Regisseur Simon Stone, Musikdirektor Philippe Jordan sowie mit Anja Kampe und Christian Gerhaher zu sehen. Sie sprechen über ihre Interpretation des Werkes bzw. ihrer Rollen und über die musikalische Einzigartigkeit dieser für das 20. Jahrhundert so wichtigen Oper. Weiters gibt es musikalische Darbietungen von Christian Gerhaher, Sean Panikkar (Tambourmajor) und Jörg Schneider (Hauptmann). Durch die Matinee führt Staatsoperndirektor Bogdan Roščić.

ZUM YOUTUBE-VIDEO (1 Stunde und 22 Minuten)

Christian Gerhaher (Wozzeck), Jörg Schneider (Hauptmann). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Musikalische Leitung Philippe Jordan
Inszenierung Simon Stone
Bühne Bob Cousins
Wozzeck Christian Gerhaher
Tambourmajor Sean Panikkar
Hauptmann Jörg Schneider
Doktor Dimitry Belosselskiy
Marie Anja Kampe
Andres Josh Lovell
1. Handwerksbursch Peter Kellner
2. Handwerksbursch Stefan Astakhov
Narr Thomas Ebenstein
Margret Christina Bock
 
Dirigent Michail Jurowski gestorben
 
Michail Jurowski

Dresden
Sächsische Staatskapelle trauert um Dirigent Michail Jurowski
Am Samstag im Alter von 76 Jahren gestorben.
Kurier.at

Nachruf
Zum Tod von Michail Jurowski: Arbeiten wie eine Bohrmaschine
Frankfurter Allgemeine

Wien/ Staatsoper: RIGOLETTO am 20.3.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Claude Debussy: Pelléas et Mélisande • Bühnen Bern • Premiere: 20.03.2022

 Gepflegter Voyerismus

Foto: Janosch Abel

Regisseur Elmar Goerden siedelt seine Inszenierung von Debussys «Pelléas et Mélisande» in einer nicht weiter definierten Gegenwart an und hat sich dazu von Silvia Merlo vier Zimmer der Familie von König Arkel auf die Drehbühne bauen lassen. Damit grosse Durchsichtigkeit gewährt ist, sind die Zimmer fragmentarisch gehalten, also nur angedeutet. Das Publikum soll zum Voyeur werden und Einblick erhalten, wie sich Mélisande in dem von Männern dominierten Haushalt mit ihren Traumata zurechtfindet…

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

St. Gallen: Giuseppe Verdi: La Traviata • Theater St.Gallen im UM!BAU • Premiere: 19.03.2022

 Solidarität unter den Theatern und Solidarität mit der Ukraine

Die Premiere von «La Traviata» am Theater St.Gallen stand ganz im Zeichen von Solidarität. Solidarität der Theater untereinander, so dass die Premiere überhaupt stattfinden konnte, und Solidarität mit der Ukraine, besonders nachdem das Drama-Theater von Mariupol (Akademisches Dramatheater des Oblast Donezk) in Grund und Boden gebombt wurde.

 

Wie bei so vielen Premieren in diesen Tagen war es auch bei dieser ungewiss, ob sie würde stattfinden können: abgesehen von der Generalprobe waren in der Premieren-Woche keine Proben möglich. Der Chor des Theaters St.Gallen und der Opernchor St.Gallen seien, so Operndirektor Jan-Henric Bogen, durch Coronafälle so geschwächt gewesen, dass nicht mehr jede Stimme hätte besetzt werden können. Durch Solidarität der Theater von Basel, Zürich und Innsbruck, genauer von deren Chören, die mit Sängern aushalfen, sei die Premiere doch noch möglich geworden…

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

Oper Marburg/ Drau – Carmen. Premiere 18.03.2022

Der Tod ist allgegenwärtig. Foto: Tiberiu Marta

Das ambitionierte Opernhaus an der Drau, hat sich mit Bizets „Carmen“ ein Werk vorgenommen, dass aufgrund seiner Beliebtheit für ein ausverkauftes Haus sorgt, aber auch zu Vergleichen und schwelgen in Erinnerungen führt.

Die Ouvertüre wurde durch Ballett und einer effektvollen Begegnung Carmens mit dem Tod, der ihr durch den Abend immer wieder erscheinen wird, visualisiert. Hier erwies sich Jon Svinghammar, ein junger schwedischer Dirigent mit starkem Bezug zu Österreich – Schüler von Johannes Wildner – als umsichtiger und auch emotional packender Dirigent. Besonders beeindruckend gestalten sich die Chorszenen und die jeweiligen Vorspiele. Dieser Abend war sicher eine Empfehlung für weitere Engagements…

Zum Premierenbericht von Rudolf Smolej

Maribor
„Carmen“ in der Oper Maribor: Der Tod spielt immer mit
Das Marburger Opernhaus zeigt eine traditionelle, aber äußerst vitale „Carmen“ in üppiger Ausstattung.
KleineZeitung.at

Lyon
Opéra de Lyon – Rigoletto: Der doppelte Rigoletto
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/opera-de-lyon-rigoletto-18-3-2022/

DRESDEN: Angela Gheorghiu als „TOSCA“ – Kurzvideo vom Schlussapplaus

 

ZU INSTAGRAM mit Kurz-Video

Der Wunder-Percussionist Martin Grubinger in Mannheim (23.3.)

Martin Grubinger. Foto: Simon Pauly

Es ist ein wahrer Rausch aus Rhythmus, Farben und Klängen, der das Publikum erfasst, wenn der weltbeste Percussionist, der Salzburger Martin Grubinger am 23. März 2022 seine Armada an Schlaginstrumenten zum Klingen bringt. Zusammen mit dem Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner entfesselt er in Mannheim ein musikalisches Feuerwerk.
Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

München/Staatstheater am Gärtnerplatz:  Stellungnahme zu JONNY SPIELT AUF

Ich darf Sie über folgendes Statement des Staatstheaters am Gärtnerplatz informieren. Dies gilt ab der heutigen Vorstellung von „Jonny spielt auf“.

In der Münchner Erstaufführung von „Jonny spielt auf“ im Jahr 1928 wurde die Rolle des Jonny von einem schwarz geschminkten Weißen gespielt. Diese historische Tatsache wurde in unserer Inszenierung kritisch auf der Bühne aufgearbeitet und verurteilt.

Dennoch hat unsere Darstellung des Blackfacing, die bei der Entstehung der Produktion auch mit People of Colour entwickelt wurde, offensichtlich Menschen verletzt. Das tut uns Leid und war nicht unsere Absicht.

Um unter diesen Umständen weiterhin einen offenen Blick auf dieses spannende musikalische Zeitdokument zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, in Zukunft auf die Darstellung des Blackfacing zu verzichten und laden herzlich ein, diesen Abend trotz oder auch wegen der Diskussion zu besuchen.

Ihr Staatstheater am Gärtnerplatz

München/ Gärtnerplatztheater
Blackfacing am Gärtnerplatz: Eine Tradition, reif zum Wegwerfen
Das Staatstheater am Gärtnerplatz und die Debatte um das Blackfacing.
Münchner Abendzeitung

TTT: „Der große Diktator“ – Rede von Charlie Chaplin 1940 + Time – Hans Zimmer 2010

https://www.youtube.com/watch?v=w8HdOHrc3OQ original englisch 4.03 Min.

https://soundcloud.com/earl-dorado/charlie-chaplin-feat-hans deutsch 4,35 Min.

Charlie Chaplin

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Haß und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen…

Weiter in unseren „Infos des Tages“

Budapest/ Staatsoper/ 19.03.2022: „MAYERLING“.glanzvolle Ballettvorstellung zur Wiedereröffnung der ungarischen Staatsoper.

Gergő Ármin Balázsi  als Kronprinz Rudolf und Claudia Garcia Carriera  als Gräfin Larisch. © Péter Rákossy / Hungarian State Opera

Nach fünf Jahren der Schließung wegen Renovierung erstrahlt die ungarische Staatsoper nun im neuen Glanz. Das nach seinem Architekten Miklós Ybl auch als Ybl Palace benannte Opernhaus heißt im ungarischen Magyar Állami Operaház und wurde zwischen 1875 und 1884 im Stil der Neorenaissance errichtet. Das Prachtgebäude in der Andrássy út wurde nun originalgetreu restauriert und die Bühnentechnik erneuert. Rund um den ungarischen Staatsfeiertag gab es nun ein fünftägiges Festprogramm, um die Wiedereröffnung des Opernhauses zu feiern: beginnend mit einem Galakonzert am 12.März mit Beiträgen aus Oper und Ballett, folgte tags darauf die Premiere der Originalfassung von Ferenc Erkels Oper Hunyady László sowie der Ballettpremiere von „Mayerling“ in der Choreografie von Sir Kenneth MacMillan am 14.März, getanzt vom Ungarischen Nationalballett. Mit der Auswahl dieser beiden Werke wurden nicht nur zwei Stücke wieder aufgeführt, die länger nicht am Spielplan standen, sondern es wurden damit auch zwei ungarischen Komponisten geehrt: Ferenc Erkel war der erste Direktor der ungarischen Oper und Schöpfer der ungarischen Nationalhymne. Kompositionen von Franz Liszt kommen in der Orchestrierung von John Lanchbery im Ballett „Mayerling“ zur Verwendung…

Zum Bericht von Ira Werbowsky

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

China schwankt zwischen Unterstützung und Distanz zu Russland: Russland soll China um militärische Hilfe gebeten haben. Moskau fordere unter anderem Drohnen, Flugabwehrsysteme und gepanzerte Fahrzeuge, berichten Medien unter Berufung auf Quellen in der amerikanischen Regierung. Ob Peking Unterstützung zugesagt hat, wie in Washington behauptet wird, ist unklar.
Zum Bericht
Die Ukraine lehnt ein russisches Ultimatum für Mariupol ab: Es werde keine Kapitulation geben, sagte Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk. Sie forderte die Öffnung eines humanitären Korridors in die umkämpfte Hafenstadt. Russland hatte die Verteidiger dort aufgefordert, die Waffen niederzulegen und Mariupol an diesem Vormittag zu verlassen.
Zu den neusten Entwicklungen
Ein Cyberangriff sollte zu Beginn der Invasion die Kommunikation der Ukraine lahmlegen: Kollateralschäden in ganz Europa betrafen unter anderem deutsche Windkraftanlagen und Feuerwehren. Inzwischen ist klar, dass eine Cyberattacke auf einen Satelliten die Ursache ist. Im Verdacht steht Russland.
Zum Bericht
Moskau brüstet sich mit seinen Wunderwaffen: Russland behauptet, erstmals überhaupt in Gefechtsumgebung Hyperschallraketen eingesetzt zu haben. Die Wirkung der neuartigen Waffen dürfte vor allem propagandistischer Natur sein.
Zum Bericht

Rassismus und Geflüchtete. Wie Unterschiede in der Willkommenskultur entstehen
DeutschlandfunkKultur

Assad in Abu Dhabi: Syriens Machthaber erstmals seit Kriegsbeginn 2011 in einem arabischen Land
Bashar al-Assad traf den de facto Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate. Abu Dhabi treibt die arabische Wiederannäherung an Syrien voran.
Der Standard.at

„Hauptschule und stolz drauf, das ist genau die richtige Haltung“
113 Schulen besuchte Peggy Schierenbeck bis zum Hauptschulabschluss. Heute sitzt sie für die SPD im Bundestag. Ein Gespräch über Aufstieg und Minderwertigkeitsgefühle
Die Zeit.de

Imponierend, diese detsche Bundestagsabgeordnete! Zur Lektüre empfohlen.

Der Schlauberger: Klugscheißereien
Eine Mini-Serie über Missverständnisse
von Reinhard Berger
Ich weiß nicht, ob ich heulen oder weinen soll. Oder soll ich mich lieber kaputt lachen? Sagen Sie’s mir.
Qualität hat seinen Preis. Das wissen wir seit langem. Nun hat das Qualität seine Schwester bekommen: „Die spanische Gemeinschaft Andalusien ist bekannt für seine Pferde, den feurigen Flamenco und seine traditionellen Bräuchen“, stand in der Zeitung. Und für seinen ungewöhnlichen Gebrauch von besitzanzeigenden Fürwörtern, ergänze ich hochmütig, aber mit sportlichem Ehrgeiz. Denn auch die Stars der Körperertüchtigung sind nicht frei von Irrtümern: „Eine Stadt trauert um seine Fußballstars“, las ich damals nach dem Absturz des Flugzeugs, bei dem eine brasilianischen Fußballmannschaft ums Leben kam.
Puh. Tief durchatmen und weiterblättern zu dieser Schlagzeile: „Auto brannte komplett aus.“ Als ich das las, war ich auch ausgebrannt. Nicht komplett. Nur ein bisschen.
Klassik-begeistert.de

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

A.C.

 

Diese Seite drucken