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21. JUNI 2022 – Dienstag

21.06.2022 | Tageskommentar

 

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»ROSSINI MANIA«: Cecilia Bartolis DEBÜT an der Wiener Staatsoper. Gastspiel der Opéra Monte-Carlo ab 28. Juni
Cecilia Bartoli als Donna Fiorilla in »Il turco in Italia« ©2022 – Alain Hanel – OMC

Von einem Kurzauftritt im Rahmen eines Konzertes abgesehen, hat die Ausnahmekünstlerin Cecilia Bartoli tatsächlich noch nie an der Wiener Staatsoper gesungen. Ihr lange erwartetes Hausdebüt mit gleich zwei Opern und einer Gala wird nun auf besondere Weise nachgeholt.

Anders als gewohnt wird die aktuelle Spielzeit nämlich nicht schon am 30. Juni enden, sondern durch eine von Cecilia Bartoli selbst gestaltete Woche zu Ehren Gioachino Rossinis, jenes Komponisten, den die Bartoli liebevoll-ehrfürchtig als ihren »Mentor« bezeichnet, bis in den Juli verlängert – die Rossini Mania. Die Bartoli selbst tritt im Rahmen dieses Gastspiels der Opéra Monte-Carlo als zentrale Sängerin vor ihr Publikum.
Dass diese Ehrung des großen Komponisten gerade im Sommer 2022 geschieht, kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat exakt 200 Jahre zuvor ein einzigartiges, vielbeachtetes Kultur-Ereignis stattgefunden, das als »Wiener Rossini-Fieber« in die Musikgeschichte eingegangen ist und auch hierzulande für die dauerhafte Popularität des italienischen Tonschöpfers sorgte.

Auf dem Programm stehen unter der musikalischen Leitung von Gianluca Capuano
• drei Vorstellungen von Il turco in Italia (Inszenierung: Jean-Louis Grinda) u. a. mit Cecilia Bartoli als Donna Fiorilla, Ildebrando D’Arcangelo als Selim, Nicola Alaimo als Don Gernoio und Barry Banks als Don Narciso;
• eine semiszenische Aufführung von La cenerentola u. a. mit Cecilia Bartoli als Angelina, Edgardo Rocha als Don Ramiro, Nicola Alaimo als Dandini und Pietro Spagnoli als Don Magnifico; sowie zum Abschluss
• eine Rossini-Gala, die neben Cecilia Bartoli zahlreiche namhafte Künstler*innen wie Plácido Domingo, Rolando Villazón oder Varduhi Abrahamyan auf der Staatsopernbühne versammelt.

Mehr über das Programm morgen!

 Wien/ Staatsoper: Frischer Wind für die Zauberflöte


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„Die Zauberflöte“: Hanna-Elisabeth Müller, Pavel Petrov und Angelo Pollak.
Foto: Michael Pöhn

Gleich acht Rollendebüts hatte die Wiederaufnahme von Mozarts „Zauberflöte“ in der Staatsoper zu bieten. Viel frischer Wind also für die nicht unumstrittene Inszenierung. Moshe Leiser und Patrice Caurier haben 2013 in ihr oft ohne Timing oder Konsistenz, mit gelegentlichem Witz und einiger Beliebigkeit die bipolare Handlungswelt bebildert. Farbenreichtum im Naturraum der Königin versus Machismo-Hochburg, deren Repräsentanten in einer Mischung aus grauen Herren und Stasi-Offizieren agieren.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2151550-Frischer-Wind-fuer-die-Zauberfloete.html

Das jüngste Gerücht:

Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Grange-Festival
Händels Tamerlano beim Grange Festival: Eine brillante Sopranistin rettet den Opernabend in letzter Stunde
Am Tag nach dem musikalischen Höhenflug mit Verdis „Macbeth“ am Grange Festival, nach dem blutigen Königsdrama aus den mittelalterlichen schottischen Highlands, stand nun ein völlig anderes historisches Thema in einer ganz unterschiedlichen Kulturlandschaft auf dem Programm.
Von Dr. Charles E. Ritterband

https://klassik-begeistert.de/georg-friedrich-haendel-tamerlano-the-grange-festival-18-juni-2022/

St. Margarethen: Prächtige Kostüme für Nabucco
https://burgenland.orf.at/stories/3161424/

Wien
Großes Kleinformat
Von Enttäuschung und Entdeckung – eine künstlerische Bilanz der diesjährigen Wiener Festwochen.
WienerZeitung.at

Interview: Andrè Schuen: „Es könnte ja auch alles schiefgehen“ (Bezahlartikel)
DiePresse.com

Das WIR SIND WIEN.FESTIVAL 2022 ist in die letzte Festival Woche gestartet
Großes Finale mit der Abschlussgala der Wiener Symphoniker
Das Festivalangebot war heuer diverser denn je und bietet auch in der Abschlusswoche ein breit gefächertes Programm: Am Dienstag, den 21. Juni lädt der Kultur & Fußballverein 1210 Wien zu einem Abend mit den Wiener Rapper:innen Donna Savage und Kreiml & Samurai, Patrick Pulsingers „DUB Vienna“ verwandelt den Open-Air-Dancefloor des DUB Event beim Usus am Wasser zum Dub-Live-Labor.
Am Mittwoch, den 22. Juni bieten die Silent Bootskonzerte mit Oehl ein besonderes Musikerlebnis auf der Alten Das WIR SIND WIEN.FESTIVAL2022 ist in die letzte Festival Woche gestartet, MUK-Studierende laden zum Jazz-Konzert in den Labyrinth-Garten in der Seestadt Aspern und „Austria meets China“ bietet ein vielseitiges Programm der chinesischen Community in Wien und einer Performance der Schauspiel-Studierenden der MUK im Donaupark.

Den letzten Höhepunkt bietet das Festival am Donnerstag, den 23. Juni mit dem großen Galakonzert der Wiener Symphoniker in Liesing, natürlich wieder ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt. Im Anschluss sind alle Festivalgäste und Künstler:innen noch zu einer Silent-Kopfhörer Disco am Liesinger Platz eingeladen – mit an den Turntables der Percussionist der Wiener Symphoniker Phillip Pesendorfer. Mit dieser ungewöhnlichen DJ-Premiere verabschiedet sich das WIR SIND WIEN.FESTIVAL von seinen Gästen und kommt im Juni 2023 wieder.

Die Deutsche Oper Berlin trauert um Peter Maus (1948 – 2022)

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Peter Maus als „Mime“ in „Das Rheingold“ (2013). Foto: Bettina Stöss

In einem Gespräch, das 2013 aus Anlass seiner letzten Auftritte als Mime im RHEINGOLD entstand, verriet Peter Maus die Devise seines Sängerlebens: „Überschätze dich nicht, dann werden dich andere schätzen“, lautet dieser Satz, und aus ihm sprechen gleichermaßen Bescheidenheit und die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion. Im Laufe seiner staunenswert langen Karriere ist Peter Maus diesem Satz nicht nur treu geblieben, sondern hat auch erleben dürfen, dass sich dessen zweiter Teil einlöste. Mehr noch: Peter Maus wurde von den Kollegen wie vom Publikum nicht nur geschätzt, er wurde von allen als ein kaum wegzudenkender Teil der Deutschen Oper Berlin empfunden. Warum das so war, zeigt schon ein Blick auf die Vielzahl der Partien, die der Tenor im Laufe von vierzig Jahren an seinem Haus verkörperte. An die 100 Partien in über 70 Bühnenwerken wurden es, seit er am 26. Februar 1974 hier im Alter von 25 Jahren in Verdis IL TROVATORE debütiert hatte…

Nachruf in unseren Infos des Tages

Berlin/ Deutsche Oper: Zum Tod von Peter Maus
39 Jahre lang war er der Deutschen Oper treu
Peter Maus war ein Ensemblesänger, wie ihn sich jeder Intendant wünscht: uneitel, kollegial und vielseitig. Jetzt ist der Tenor mit 74 Jahren gestorben.
Tagesspiegel.de

Gescheiterter Versuch: „Turandot“ in der Staatsoper (Podcast)
inforadio.de

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fitz Krammer. BUDAPEST: „RIENZI“ -PROBE

rienz
ZU INSTAGRAM mit Fotos und einigen Videos

Berlin
Elektra in der Lindenoper: So singt man die Hamburger Konkurrenz in Grund und Boden!
Ein furchterregendes Agamemnon-Motiv, schon beginnt der fesselnde Strudel des Richard Strauss-Krimis. Keine einzige Rolle war unterbesetzt, bei Strauss eine wahre Herausforderung. Aus dem Graben kamen ordentlich krachende Klänge, die Aufführung war ein Sog von Anfang bis Ende!
Von Johannes Karl Fischer
https://klassik-begeistert.de/richard-strauss-elektra-staatsoper-unter-den-linden-19-juni-2022/

Nürnberg: Britten goes True Crime
Die Gesellschaft ist mitschuld, wenn Kinder getötet werden, so lautet die Botschaft von Regisseur Tilman Knabe. Der ließ sich in seiner Inszenierung des „Grimes“ vom Fall Jürgen Bartsch inspirieren. Bartsch war ein pädosexueller Serienmörder, der in den 1960ern vier Jungen zwischen acht und 13 Jahren ermordete. Vor dem Hintergrund dieses Falls ist am Staatstheater Nürnberg in jeder Hinsicht spektakuläre, düstere Deutung der Oper von Benjamin Britten entstanden. Am Sonntagabend war Premiere.
BR-Klassik.de

Stuttgart/ Internationale Hugo Wolf-Akademie: ABSAGE DER KONZERTMATINÉE GERHAHER/ HUBER am 26.6.

Mitten im Endspurt zur Medaillenverleihung erreicht uns eine schlechte Nachricht: Gerold Huber ist erkrankt und wir müssen die Konzertmatinee am 26. Juni 2022 leider absagen. Die Internationale Hugo-Wolf-Akademie arbeitet mit Hochdruck an einem Nachholtermin – der jedoch angesichts des vollen Kalenders der beiden Künstler realistischerweise erst im kommenden Jahr stattfinden dürfte. Bereits gekaufte Karten können bei der IHWA zurückgegeben werden.

 

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Fotos (v.l.): Schloss St. Peter/(c)Johannes Zinner, Bo Skovhus/(c)Roland Unger; Schlosstheater Laxenburg/(c)Michael Linsbauer; Julia Stemberger/(c)Mirjam Knickriem; Schönberg Haus/(c)Michael Linsbauer; Yury Revich/(c)Mikel Vives

Festival-Zeitraum: 28. August – 30. Oktober 2022
Mehr darüber in unseren „Infos des Tages

Musical
Linz
: Frivol, freizügig und immer mit einem Augenzwinkern
Das beliebte Musical The Rocky Horror Show kommt im Juli nach Linz – viel Glitzer, wilde Kostüme und starke Stimmen inklusive
Kurier.at

WIEN  /  Kunsthistorisches Museum: CRANACH DER WILDE
DIE ANFÄNGE IN WIEN
Vom 21. Juni bis zum 16. Oktober 2022 

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Der wilde „freie Künstler“

Cranach kennt man doch – meint man. Er malte Adam und Eva, Venus (und für die damalige Zeit erstaunlich viele Nackte), Luther, religiöse Bildnisse und Altäre, markante Männerporträts. Unter der erlesenen Schar deutscher Maler Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts rund um Großmeister Albrecht Dürer, steht er in vorderer Reihe. Und doch stellt sich die Frage, ob man alles über Cranach weiß, beispielsweise über seine Anfänge. Diese spielten sich einige Jahre lang nach der 1500-Wende in Wien ab. „Cranach der Wilde“ nennt das Kunsthistorische Museum seine Ausstellung zu diesem Thema. Gezeigt wird, dass sich der 30jährige in seinem bemerkenswerten Frühwerk von dem späteren sächsischen Hofmaler doch spür- und sichtbar unterschied.

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Foto: Heiner Wesemann

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Aktuelles aus „Neue Zürcher Zeitung“

Ende der Regierung: Die Israeli müssen zum fünften Mal innert dreieinhalb Jahren wählen. Nach nur gut einem Jahr ist die Koalition aus acht Parteien gescheitert. Regierungschef Naftali Bennett kündigte am Montagabend seinen Rücktritt an. Aussenminister Yair Lapid soll interimistisch seinen Posten übernehmen. Nächste Woche muss die Knesset der Auflösung zustimmen. Voraussichtlich Ende Oktober dürfte es zu Neuwahlen kommen. Oppositionsführer Benjamin Netanyahu, der auf eine Rückkehr an die Macht spekuliert, bezeichnete das Ende der Bennett-Lapid-Regierung als grossartige Nachricht für Millionen von Israeli.
Zum Bericht
Raub und Plünderungen gehören zur russischen Kriegführung in der Ukraine: Russische Soldaten stehlen in der Ukraine, was ihnen in die Hände fällt: Waschmaschinen, Elektronik, Schmuck und vieles mehr. Beim Abzug der Russen aus der Region Kiew im April nahmen die Invasoren tonnenweise Plündergut mit. Viele Soldaten schickten ihre Beute nach dem Abzug per Expresspost in die Heimat. Über strafrechtliche Ermittlungen Russlands gegen plündernde Soldaten ist nichts bekannt. So ist es kein Wunder, dass russische Soldaten glauben, dass der Kreml Plündereien offiziell bewilligt hat.
Zum Bericht
Russischer Friedensnobelpreisträger versteigert Medaille für 103,5 Millionen Dollar: Der Journalist Dmitri Muratow, Herausgeber der kremlkritischen Zeitung «Nowaja Gaseta», hat am Montag seine Medaille versteigert. Der gesamte Erlös komme der humanitären Hilfe von Unicef für vertriebene Kinder in der Ukraine zugute.
Zu den neusten Entwicklungen
Antisemitisches Werk an der Documenta nach Protesten abgedeckt: Nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Documenta in Kassel wird das mehrfach kritisierte Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi abgedeckt. Auf dem Banner ist unter anderem ein Soldat mit Schweinsgesicht zu sehen. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift «Mossad».
Zu den neusten Kulturmeldungen

Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

Merker-Redakteur Dr. Manfred A. Schmid nimmt eine Woche Auszeit und besucht Hamburg (und Umgebung)

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Dr. Manfred A. Schmid mit der Elbphilharmonie im Rücken. Foto: Schmid

Österreich/ Fußball
Klose springt in Altach ins kalte Wasser
„Mir war sofort klar, dass ich hier richtig bin.“ Das sagte Miroslav Klose, als er am Montag als neuer Trainer des Admiral-Bundesligisten SCR Altach und damit als Nachfolger von Ludovic Magnin vorgestellt wurde. Klose springt ins kalte Wasser – bei seiner ersten Station als Cheftrainer wartet auf den 44-Jährigen eine herausfordernde Aufgabe. Über Vertragsdetail, Dauer oder Gehalt wurde bei dem Pressetermin keine Auskunft gegeben
https://sport.orf.at/stories/3097158/

Wien: „Luftsteuer“ wird abgeschafft
Wenn Markisen oder Vordächer in den öffentlichen Raum ragen, müssen Wiens Gastronomiebetriebe eine Abgabe zahlen. Die Stadt Wien möchte diese „Luftsteuer“ mit nächstem Jahr abschaffen.
https://wien.orf.at/stories/3161470/

Die Luftsteuer ist nicht eine Steuer, die einen berechtigt, Wiener Luft zu atmen, sondern die Steuer für herausragende Vorbauten in eine Höhe, in der sie niemand stören.  Mich betrifft es insoferne, als ich an der Hausfassade im Online-Merker-Haus einen Schaukasten angebracht habe, der 7 cm „Luftraum“ beansprucht!

Die Steuer wegen der „Wiener Luft“ werden wir (zumindest die jüngeren von uns, womöglich auch noch erleben, wenn den Stadtverantwortlichen das Geld ausgegangen ist!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

 

 

 

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