Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

21. FEBRUAR 2022 – Montag

21.02.2022 | Tageskommentar

Entscheidungen stehen an. Bereits in diesem Jahr soll entschieden werden, ob die Verträge der Bundestheaterdirektoren (Staatsoper/ Burgtheater) verlängert werden, ob die Theaterleiter überhaut eine Verlängerung anstreben etc.

So schwer wie diesmal war es wohl noch nie. Im Grunde genommen ist der Zeitraum zur Beurteilung des Geleisteten zu kurz. Noch sind es für uns „die neuen Direktoren“ – und schon sollen wir (vertreten durch die gewählte Regierung in Person der Staatssekretärin) darüber befinden, ob wir zufrieden sind, ob wir etwa Besseres verdient haben.

Wenn man Heinz Sichrovsky in „News“ Glauben schenken kann, hat sich die Entscheiderin (eigentlich ist es ja der zuständige Minister, aber der wird diese Entscheidung gerne delegieren) bereits für den Staatsoperndirektor entschieden:

Ein freundliches Wort für den besessenen Einsatz des Operndirektors in der Pandemie? „Ihm ist tatsächlich sehr viel gelungen, und seine Leidenschaft für das Haus war immer erfahrbar und spürbar.“ Und die teils rasende Ablehnung seines szenischen Konzepts durch außer Kontrolle geratende Besucher? „Die Staatsoper ist ein Haus von besonderer Strahlkraft, und es ist wichtig, dass sie international wirkt. Das ist gerade sehr gut der Fall. Man schaut wieder nach Wien, was hier passiert, und das Orchester war während der gesamten Krise fantastisch geführt. Also ja: Es passt.“

Andrea Mayer: So will sie die Krise bewältigen
Vor eindreiviertel Jahren übernahm Andrea Mayer das abgewirtschaftete Kunst-Staatssekretariat. Jetzt laufen die Hilfsmaßnahmen aus, aber die alte Normalität naht nur zögernd. Und noch in diesem Jahr ist zu entscheiden, ob Burg und Staatsoper ihre amtierenden Direktoren behalten.
https://www.news.at/a/andrea-mayer-publikum-12434071

Wenn Sie also mit einer Inszenierung nicht zufrieden sind, dann gelten Sie als „außer Kontrolle geraten“. Das ist interessant und passt irgendwie in die politische Situation unseres Landes: „Kontrolle ist unabdingbar, die Zügel gehören gestrafft!

„Anbiedermeier“ Sichrovsky hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, in der Opern-Chefetage mitreden zu dürfen

„Anna Bolena“, Wiener Staatsoper, 19. 2.2022

...Das Publikum war offensichtlich sehr zufrieden, Damrau wurde allen voran bejubelt, die Applauslänge war mit knapp zehn Minuten recht ansprechend. Das Haus war – bis auf einige Randplätze – sehr gut gefüllt, auch der Stehplatz (der wegen COVID immer noch eingeschränkt verfügbar und mit Stühlen bestückt ist): Doch erste Touristen haben ihn bereits wieder für sich entdeckt. Die vor zwei Wochen verkündete Lockerung bei den COVID-bedingten Zutrittsbedingungen zeigt Wirkung.

PS: Ist es nicht tröstlich, wenn man über die Inszenierung kein Wort verlieren muss? Gut, über dieses „szenische Arrangement“ muss man wirklich kein Wort verlieren – und außerdem stand mit Diana Damrau ohnehin eine versierte Singschauspielerin auf der Bühne.

Zum Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

„Jenůfa“ am Theater an der Wien: Gefängnisdrama der Reue
„Jenufa“ von Leoš Janácek als letzte Produktion der Intendanz von Roland Geyer im Theater an der Wien: Die bald neue Volksopernchefin Lotte de Beer erzählt die Geschichte einer Mörderin, dies jedoch etwas konventionell
DerStandard.at

Jenufa“ am Theater an der Wien: Hinter der Idylle gedeiht das Böse (Bezahlartikel)
Salzburger Nachrichten

Die Ära Geyer am Theater an der Wien endete mit Kindsmord
Das war es also. Nach rund 170 Opern und dreitägiger Omikron-Verschiebung geht die Ära von Gründungsintendant Roland Geyer am Theater an Wien mit „Jenůfa“ zu Ende – wenn man von zwei Werken absieht, die noch in der Nebenbühne Kammeroper anstehen. Die letzte Inszenierung im Stammhaus, bevor dieses für eine Generalrenovierung schließt, verantwortete standesgemäß Lotte de Beer, designierte Volksopernchefin. Doch das Farewell für den Kollegen mit Leoš Janáček fiel ambivalent aus.
https://volksblatt.at/die-aera-geyer-am-theater-an-der-wien-endete-mit-kindsmord/

Neue Oper Wien im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien (Semperdepot): Gerd Kühr (28.12.1952*): Stallerhof 19.2.

Foto: Armin Bardel

…Nun hat die Neue Oper Wien den „Stallerhof“ zu einer gelungenen Wiederaufführung gebracht. Die Handlung spielt um 1970 auf einem tristen Bauernhof irgendwo in Bayern. Vier Personen dominieren das Geschehen: der Bauer Staller und seine Gattin, die Stallerin, deren behinderte Tochter Beppi und der Knecht Sepp. Pädophilie, Abtreibung, ja sogar Mord bilden hier einen Teil des Lebens, werden aber vom alles dominierenden Katholizismus unter den Tisch gekehrt, selbst als Beppi vom Knecht verführt wird und schließlich ein Kind von diesem erwartet. Man will es abtreiben, aber Beppi, die immer nur herumgestoßen wird, weigert sich, emanzipiert sich erstmalig in ihrem Leben und will das Kind austragen, obwohl der Knecht bereits das Weite gesucht hat…

Zum Bericht von Harald Lacina

Asmik Grigorian probt „Pique Dame“ an der Scala

Gergiev wird dirigieren

Una curiosità della Dama di picche è il luogo di composizione. Sebbene di ambientazione fortemente Sanpietroburghese, Čajkovskij scrisse quest’opera in Italia nel 1890 mentre alloggiava all’Hotel Washington sul Lungarno di Firenze, di cui criticava l’arredamento banale e provinciale.

Durante il soggiorno il compositore andava spesso a teatro, dove apprezzò i Puritani di Bellini, e poi agli Uffizi, che amò meno. Nonostante l’opera sia stata scritta nel nostro paese, la prima italiana fu solo nel 1906, proprio alla Scala. Vieni a scoprirla dal 23 febbraio!

ZU INSTAGRAM mit drei Fotos

BADEN / Stadttheater: Premiere des Musical-Evergreens HELLO, DOLLY

19. Feber 2022 – Premiere


Andreas Steppan, Patricia Nessy. Foto: Christian Husar /Stadttheater

Bei den letzten Proben, so hört man, wurde noch mit Gesichtsmasken gespielt und gesungen. Herausgekommen ist – als Lohn für die Mühe – eine bezaubernde Neuproduktion von Jerry Hermans Hello, Dolly, präsentiert an der Bühne Baden in der deutschen Version Hallo, Dolly von Robert Gilbert. Der Musical-Klassiker, dessen Verfilmung mit Barbra Streisand und Walter Matthau unvergessen ist, wird vom Hausherrn Michael Lakner mit viel Schwung und weitgehend originalgetreu umgesetzt. In einer Szene ist die Rede davon, ob man eine Droschke oder einen Bus nehmen soll: Das passt haargenau zur Jahrhundertwende. Und dieses Ambiente findet sich im jugendstilmäßig angehauchten und praktikablen, weil rasche Szenenwechsel erlaubenden Bühnenbild von Manfred Waba ebenso wie in den geschmackvollen Kostümen Friederike Friedrichs stimmungsvoll eingefangen…

…Der schöne, ausbaufähige Musical-Abend in Baden wird mit herzlichem, wenn auch etwas kurz ausfallendem Applaus bedacht. Wiedersehen und Wiederhören macht gewiss Freude.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Aus unseren Jubiläen: DIE GEBURTSTAGE FEBRUAR 2022 sind online!

27.2. Marcelo ÁLVAREZ wird 60

Als Manrico an der Met. Foto: Howard

 Er besuchte als Kind eine Musikschule (Niños Cantores) in Córdoba, wo er auch im Knabenchor sang. Später entschied er sich jedoch für ein Wirtschaftsstudium und arbeitete bis zu seinem 30. Lebensjahr in einer Möbelfabrik. Erst 1992 begann er – mit großer Unterstützung seiner Frau Patricia – in Buenos Aires die Ausbildung zum Opernsänger…

Weiterlesen in den JUBILÄEN/ Geburtstage Februar 2022

„Konzertgänger in Berlin“
Miese beflügelnd
Ton Koopman beim Konzerthausorchester
So miese kann’s einem gar nicht gehen, dass einem durch Carl Philipp Emanuel Bach nicht neuer Esprit injiziert würde. Und durch die Erscheinung von Ton Koopman, dem schon 77jährigen niederländischen Cembal- und Organisten und auch Dirigenten, der beim Konzerthausorchester zwei CPE-Sinfonien aus der späten Hamburger Zeit im Programm hat
https://hundert11.net/miese-befluegelnd/

Detmold
Experimental-Familienoper „Die Zeitreisemaschine“ von Detlef Heusinger in Detmold uraufgeführt
NeueMusikzeitung.de

Barcelona: Katia Ledoux gewinnt Tenor Viñas Wettbewerb

Der 59. Tenor Viñas Wettbewerb ist letzte Woche in Barcelona zu Ende gegangen mit über 600 Teilnehmer*innen aus 54 Ländern. Die Jury bestand aus Repräsentant*innen des Teatre del Liceu de Barcelona, des Festival d’Aix en Provence, des Teatre alla Scala Milan, der Staatsoper unter den Linden Berlin, der Metropolitan Opera New York, des Covent Gardens London, des Teatre Real Madrid, der Opéra National de Paris, und des Bolshoï Theater in Moskau.

Heuer gab es erstmals in der Geschichte des großen Opernwettbewerbs auch die Möglichkeit, sich für die Sparte Oratorium-Lied zu bewerben. Der Preis für die beste Oratorium-Lied Interpretin ging an Katia Ledoux. Die französische Studentin an der Kunstuniversität Graz (Klasse Ulf Bästlein) ist somit die erste und einzige Oratorium-Lied Preisträgerin in der Geschichte des Tenor Viñas Wettbewerbs.

Gumpoldskirchen (nahe Wien): Sohn von Christa Ludwig und Walter Berry gestorben

 

Christa Ludwig, Wolfgang-Marc und Walter Berry in den 1960 -Jahren im damaligen Wohnhaus in Berchtesgaden. Foto: Privat

Gumpoldskirchen: Trauer um Wolfgang Marc Berry
Der Sänger, Komponist und Produzent Wolfgang Marc Berry ist im 63. Lebensjahr verstorben. Der Sohn der Opernsänger Christa Ludwig und Walter Berry war im Ort als Lehrer der Joe Zawinul-Musikschule bekannt. Dort hat er Sologesang in der Populärmusik unterrichtet.
http://www.noen.at/moedling/todesfall-gumpoldskirchen-trauer-um-wolfgang-marc-berry-gumpoldskirchen-todesfall-wolfgang-marc-berry-print-310554226

MODENA/Teatro Pavarotti-Freni: AROLDO von Giuseppe Verdi

Der Verführer und die Ehegattin. Foto: Teatro Pavarotti – Freni/Modena

Zwischen „Luisa Miller“ und „Rigoletto“ schrieb der 37jährige Verdi seine Oper „Stiffelio“, die von einem protestantischen Priester handelt, der seiner ihn betrogen habenden Ehefrau zuerst die Scheidung anbietet und ihr zuletzt, die Bibel aufschlagend, ganz verzeiht. Eine sehr „moderne“, „gegenwärtige“ Lösung, die aber für die damalige Zeit und die damalige Operndramaturgie, die doch eher auf dramatische und blutige Schlüsse bestand, einen veritablen Skandal darstellte. Dementsprechend, aber natürlich auch, weil die Zensurbehörde auf vielen sinnentstellenden Schnitten bestand, wurde die Premiere 1850 in Trieste nicht ganz unerwarteterweise zum Flop.

Aber Verdi, starrsinnig wie er war, glaubte an den Stoff und seine Partitur, und als er nach seinen Megaerfolgen Rigoletto, La Traviata, Il Trovatore und Simone Boccanegra endlich ein bisschen Zeit hatte, gestaltete er mithilfe seines Textdichters Francesco Maria Piave den verunglückten „Stiffelio“ in den neuen „Aroldo“ um, der dann 1857 zu Eröffnung des Teatro Nuovo in Rimini zur Uraufführung kam…

Und Manlio Benzi, als Riminese nicht unbeträchtlich an dieser Werkauswahl beteiligt, tut – gemeinsam mit dem von Maestro Muti trainierten Orchestra Giovanile Luigi Cherubini – alles, um diese unterschätzte und verkannte Partitur zum Funkeln zu bringen. Er hat sich dafür aber auch ein ganz wunderbares Ensemble zusammengesucht (zusammensuchen dürfen) : vom „rising star“ unter den jungen italienischen Sopranistinnen, Roberta Mantegna, die eine ungemein glaubwürdige reumütige Ehebrecherin Mina auf die Bühne stellt, über den erst eifersüchtigen, dann aber alles verzeihenden Tenor Luciano Ganci (Aroldo) bis zum furchterregenden, mörderischen, die Ehre seiner Tochter (und vor allem s e i n e) verteidigen wollenden Egberto (sehr beeindruckend: Vladimir Stoyanov) bis zum verführerischen Hallodri Godvino (Riccardo Rados) – alles Koryphäen ihres Faches, alles Top-Leute, und dazu noch homogen und kollegial aufeinander abgestimmt …

Zum Bericht von Robert Quitta

TTT: Ukraine-Konflikt. Aktuelle Lage – Chronik – Hintergründe – Analysen
Es gehe im aktuellen Konflikt zwar vordergründig um die Ukraine, aber letztlich gehe es um die Neuordnung Europas, wenn nicht sogar der Welt. Ansätze der seit 1990 gesetzten europäischen Sicherheitsordnung würden seitens der russischen Regierung wieder grundsätzlich in Frage gestellt, …
https://www.lpb-bw.de/ukrainekonflikt

Passend zur weltpolitischen Situation:

 

Gesamtaufnahme /AUDIO

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Joe Biden und Wladimir Putin offenbar zu Ukraine-Gipfel bereit: Der amerikanische Präsident Joe Biden und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sind zu einem Gipfeltreffen über «Sicherheit und strategische Stabilität in Europa» bereit. Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte am Sonntagabend mit, die beiden Staatsoberhäupter hätten seinem Vorschlag für ein Gipfeltreffen im Prinzip zugestimmt. Das Weisse Haus bestätigte, Präsident Biden habe einem Gipfeltreffen mit Putin zugestimmt, jedoch nur, wenn es keinen Einmarsch in die Ukraine gebe. Aus Moskau liegt noch keine Stellungnahme vor.
Zu den neusten Entwicklungen

  • Dominikanische Republik beginnt Bau der Grenzmauer zu Haiti: Angesichts der schlechten Sicherheitslage in Haiti hat die Dominikanische Republik mit dem Bau einer Grenzmauer zu dem Nachbarland auf der Karibikinsel Hispaniola begonnen. Der erste Bauabschnitt umfasst 173 Kilometer auf einer gesamten Grenzlänge von 391 Kilometern. Der Bau komme beiden Ländern zugute, erklärte der dominikanische Präsident Luis Abinader.
    Zum Bericht
  • Weiterhin zehn Vermisste nach Brand auf Fähre vor Korfu: Am Sonntagmorgen haben Rettungskräfte einen vermissten Passagier von der brennenden Autofähre «Euroferry Olympia» gerettet. Zudem wurde ein erster Toter geborgen, zehn Personen werden noch vermisst. Auf dem schwer beschädigten Schiff herrschen jedoch Temperaturen, die Suchaktionen auf den Decks unmöglich machen.
    Zum Bericht
  • Stromproduktion am umstrittenem Nil-Staudamm in Äthiopien gestartet: Die erste der 13 Turbinen des äthiopischen Staudammes auf dem Blauen Nil wurde am Sonntag in Betrieb genommen. Der Damm soll künftig bis zu 6500 Megawatt Strom aus Wasserkraft erzeugen. Ägypten befürchtet jedoch, dass künftig zu wenig Wasser den Nil herabfliessen wird, um seinen Wasserbedarf zu decken.
    Zum Bericht
  • Queen Elizabeth II. positiv auf das Coronavirus getestet: Die 95 Jahre alte Königin spüre «milde, erkältungsähnliche Symptome», wolle aber in der kommenden Woche in Windsor weiter «leichte Aufgaben» ausführen, teilte der Buckingham-Palast am Sonntag mit. Vor kurzem waren schon ihr Sohn Prinz Charles (73) und seine Frau Camilla (74) positiv auf das Virus getestet worden.
    Zum Bericht

Schlacht von Singapur 1942: So gedemütigt wurde Großbritannien niemals zuvor
Singapur galt als uneinnehmbare Bastion Großbritanniens in Asien. Doch als die zahlenmäßig schwächeren Japaner angriffen, erwies sich die Festung eher als Kartenhaus. Vor 80 Jahren kam es zum Desaster.
T-online.de

In eigener Sache: Durch den neuen Redaktionshund ändern sich zwangsläufig meine Gewohnheiten. Bisher habe ich den Tageskommentar noch in der Wohnung – unterbrochen von einem kurzen Frühstück – geschrieben und dann erst dem 1 km-Fußweg in die Redaktion angetreten, der Neue wird aber schon früher „unruhig“. So wird der Gang in die Redaktion wohl unmittelbar nach dem Frühstück erfolgen und der Tageskommentar wird etwa30 Minuten später fertig. Ich bemühe mich aber um ein Arrangement mit dem Hund, bislang betrachtet er aber die Terrasse als Wohnung – die tabu bleibt. Gut erzogen – ob das bei mir lange anhält?

Wir werden sehen!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

Diese Seite drucken