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21. FEBRUAR 2020 – Freitag

21.02.2020 | Tageskommentar

Wiener Opernball: Ornella Muti musste sich von ORF-Interviewerin als „dritte Wahl“ beleidigen lassen. Foto: Youtube

Im Normalfall sind mir Lugners Opernballgäste „wurscht“ und ich habe auch ganz bewusst kein Foto mit dem umtriebigen Baumeister an die Spitze meines heutigen Kommentars gestellt, aber wenn das stimmt, was mir berichtet wurde, ist von einem unfassbaren Eklat zu berichten. Ich selbst habe diese Passage nicht gesehen, weil ich Besseres zu tun hatte (an der heutigen Presseschau zu arbeiten), aber eine der Moderatorinnen (ich weiß gar nicht, welche es war), deren vordringlichstes Bestreben es sonst ist, den Interviewpartnern bei allen nur möglichen Körperöffnungen reinzukriechen, bezeichnete Ornella Muti doch glatt als „Dritte Wahl“.

Für mich ist die Berichterstattung über diese Faschingsveranstaltung damit gelaufen. Meiner Meinung nach hat besagte Moderatorin künftig bei einer Opernballübertragung nichts mehr verloren.

Zwischen „Alles Walzer“ und „Lalala“
Ob Ball der Bälle oder Fest der Feste – der Wiener Opernball hat viele Namen, und der traditionelle Höhepunkt der Ballsaison im Wiener Fasching hat auch in diesem Jahr seine Besucherinnen und Besucher, Prominenz und Politik rundum begeistert.
https://orf.at/stories/3155119/

Interview-Abbruch! Lugner schimpft laut über ORF
https://www.krone.at/2102270

MEHR FOTOS von der Generalprobe (Barbara Zeininger)

Heutiger runder Geburtstag (80er): HEINZ ZEDNIK-WIDER DEN GRÖSSENWAHN (21.2.2020)

Heinz Zednik. Foto: Wiener Staatsoper

Jeder angehende Tenor träumt davon einmal als Tristan gefeiert zu werden. Heinz Zednik – in Wien am 21.Februar 1940 geboren – hielt sich jedoch immer an das Sprichwort: „Schuster bleib bei Deinem Leisten“. Und startete dennoch eine Welt-Karriere: als Mime. Loge (Cherau-Ring in Bayreuth) oder als stotternder Wenzel (Verkaufte BrautI). Während  andere sich mit der Schönen Müllerin abmühten, erzielte er mit Ernst Kreneks „Liederbuch aus den Österreichischen Alpen“ Ovationen, wie man sie bei lebenden Komponisten nur selten erlebt. Und er profilierte sich mit Rollen, die sonst mitunter gar nicht auffallen: als Tanzmeister in „Ariadne auf Naxos“ oder als Valzacchi in „Der Rosenkavalier“. Oder als triebgesteuerter Monostatos in „Die Zauberflöte“ – und unüberbietbar als feuchtfröhlicher Pedrillo in „Die Entführung aus dem Serail“…

Mehr darüber in unseren heutigen Infos des Tages

Auch ein Achtziger: Christoph Eschenbach im Gespräch: Man muss die Intimzone der Klänge erkunden
Der Pianist und Dirigent Christoph Eschenbach wird heute achtzig Jahre alt
Frankfurter Allgemeine

Interview mit Martin Schläpfer: „Das Wiener Staatsballett zu übernehmen ist ein großer, fantastischer Schritt mit großer Verantwortung.“ 

Ich bin kein Ballett-Fan, erkenne aber an, dass Oper und Ballett gewissermaßen ein Einheit sind. Die Bestellung von Martin Schläpfer hat mich verwundert, Hauptgrund waren  diverse Einflüsterungen. Aber ich informiere mich auch selbst und gebe keine Wertungen auf Gebieten ab, bei denen ich mich so gar nicht auskenne. Was Herr Schläpfer im Interview der Ballettredakteurin des Merker-Hefts, Ira Werbowsky, erzählt hat, klingt vernünftig. Also gibt es künftig diesbezüglich an dieser Stelle keine Vorverurteilungen – ich lasse mich gerne überzeugen!

Martin Schläpfer. Foto: Gert Weigelt

Mit 1. September startet Martin Schläpfer als Direktor des Wiener Staatsballetts. Der Schweizer tritt damit die Nachfolge von Manuel Legris an, der aus eigenen Stücken diese Position zurücklegt. Somit beginnt mit Bogdan Roščić als Direktor der Wiener Staatsoper und im Ballett mit Martin Schläpfer eine neue Ära.

Der gebürtige Appenzeller, der zunächst Geige und Eiskunstlauf lernte, begann relativ spät mit dem Ballettstudium – zunächst in St. Gallen und dann an der Royal Ballet School in London, wofür er ein Stipendium erhalten hatte, als er 1977 beim Prix de Lausanne den Preis als „Bester Schweizer Tänzer“ errang. Er war Solotänzer im Basler Ballett unter Heinz Spoerli und tanzte als Principal Dancer im Royal Winnipeg Ballet in Canada…

ZUM INTERVIEW von Ira Werbowsky

Wer in Opernhäusern Besonderes geboten hat, darf in Richtung opernfernes Publikum expandieren.

„Opernfernes Publikum“? Warum drängt gerade diese Gruppe so sehr zu diesen Events und ist auch bereit, zu investieren. Eine Karte für 400 Euro – das ist kein Pappenstiel.  Das ist mehr, als „echte Opernfreunde“ zu investieren bereit sind. In diese Lücke stoßen einige Stars – und cashen ab! Vieles davon hat mit seriöser Kunst wenig zu tun – aber das Produkt verkauft sich gut. Das Publikum will nicht ganze Opern durchleiden, sondern Ohrwürmer hören – und dabei wird es recht gut bedient.

Begonnen haben damit „Die drei Tenöre“ (Domingo, Pavarotti und Carreras), sie brachten Oper in die Stadien und füllte damit die Kassen.

Jonas Kaufmann, Elina Garanca und Juan Diego Flórez geben als aktuelle Generation in dieser Disziplin die Richtung vor – und nun spielt auch Anna Netrebko mit und hievt ihren Yusif ins Geschäft. Keine Anna ohne Yusif, wie auch selten eine Elina ohne den Takt schlagenden Gatten. Es ist so und es verkauft sich gut. Mit Oper hat es nicht viel zu tun!

Konzerthaus Wien NETREBKO EYVAZOV MAXIMOVA 60 Sekunden Aida-Finale

Bitte auf untenstehenden Link klicken

ZU INSTAGRAM – VIDEO

WIEN/ Konzerthaus: Anna Netrebko sang den Pagen im Schleierlied der Eboli (Elena Maximova)

Auf untenstehenden Link klicken! Foto: Instagram

ZU INSTAGRAM – Video

Ab und zu dürfen auch gute Freunde mitnaschen, im konkreten Fall Elena Maximova. An einer echten Ausweitung der Szene können aber die „Platzhirschen“ gar nicht interessiert sein!

NEW YORK/ Metropolitan Opera: LA TRAVIATA-PROBEN

Luca Salsi, Lisette Oropesa, Piero Pretti

ZU INSTAGRAM (mit einem weiteren Foto)

Berlin/ Konzerthaus: Pietro Mascagni, Iris, konzertant
Seit bereits zehn Jahren macht sich die Berliner Operngruppe um die Ausgrabung vergessener Opern verdient. Unter der künstlerischen Gesamtleitung von Felix Krieger wurden seit 2010 Werke von Verdi, Donizetti, Bellini und Puccini halbszenisch aufgeführt, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Platz im Repertoire gefunden haben.
Ein solcher Fall ist das Geisha-Drama „Iris“, das trotz großen Erfolges bei der Uraufführung 1890 schon seit Jahrzehnten von den Internationalen Spielplänen praktisch verschwunden ist. Peter Sommeregger berichtet aus dem Konzerthaus Berlin.
Klassik-begeistert

St. Petersburg
Gergiev was so late, someone else conducted from the wings
The Mariinsky chief gave so little time to rehearsing the St Petersburg production of Rodion Shchedrin’s opera Lolita that Sergei Neller, who conducted the world premiere in Prague, stood in the wings and gave cues to the singers at the correct tempo.
https://slippedisc.com/2020/02/gergiev-was-so-late-another-man-conducted

19.2.2020: PRE OPERNBALL KONZERT 2020 – Farinelli Company

 Viel kreatives Potential zeichnet die Veranstaltungen der von „Counter“ Arno Raunig geleiteten Künstlergemeinschaft aus. Unter den wechselnden Schauplätzen der Konzerte war diesmal das Akademische Gymnasium auf dem Beethovenplatz  an der Reihe, in dessen Festsaal schon viele musikalische und theatralische Ereignisse (siehe PS) stattgefunden haben…
Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

Filme der Woche

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Man möchte nicht in der Haut der Hollywood-Gewaltigen stecken, die haben wirklich Probleme (abgesehen davon, dass sie hoch dafür bezahlt werden). Wie sie’s machen, machen sie’s falsch. Da haben sie den „König der Löwen“ so total neu animiert, dass er „wie echt“ wirkt und einige Verwirrung auslöste. Dann haben sie in „Cats“ wiederum die Menschen nicht „Katzen“ sein lassen und den größten Hohn und Flop eingefahren, den man sich vorstellen kann. Als Disney nun wieder einmal den Tier-Klassiker „Wolfsblut“ von Jack London hernahm (die Novelle von 1903 erzählt die Geschichte des Schlittenhundes Buck aus seiner Perspektive), hätte man das in guter, alter Manier als totale Animation machen können (dann hätten die Tiere auch reden dürfen). Aber man wollte es „echter“ – echte Natur, echte Menschen und mit „CGI“ (Computer Generated Imagery) geschaffene Tiere dazu kopiert. Mittlerweile geht so etwas nahtlos.

Mehr noch: Man nahm einen Bewegungsexperten, Terry Notary, der seine Karriere als Artist des Cirque de Soleil begonnen hat, und ließ ihn den Hund Buck „spielen“ – Mimik und Bewegungen des Hundes, der dann „darüber gelegt“ wurde. Mit dem Effekt, dass Buck so „menschlich“ ist, dass man ihn keine Sekunde für „echt“ hält. Dieser Buck ist ein „Schauspieler“ wie es die gezeichneten Disney-Figuren der Frühzeit waren. Nur dass einem damals niemand vormachen wollte, dass sie echt sind. Die Mischung ist ungut, und Regisseur Chris Sanders (an sich eher ein Fachmann für Animation) muss hart arbeiten, um die Geschichte doch noch über die Runden zu bekommen…

Buch: Martin Mucha: DAS DIAMANTCOLLIER
Wien-Krimi
254 Seiten, Gmeiner Verlag. 2020

 

Es ist bekannt: Wer einen Serienhelden gefunden hat, den das Publikum annimmt, so dass es stets Neues von ihm wissen und über ihn lesen will, der hat es geschafft. Bei Martin Mucha heißt er Arno Linder, und in „Das Diamantencollier“ ist er bereits in seinem sechsten Abenteuer unterwegs…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Niederösterreich: Razzia bei Amazon wegen Verdachts auf gewerbsmäßige Schwarzarbeit
Die Finanzpolizei kontrollierte am Dienstag mehrere Subunternehmen, die für Amazon Pakete ausliefern
Der Standard

Parken in Wien: Alle für eine wienweite Lösung
Dass Parken in Wien zu kompliziert ist, darüber herrscht parteiübergreifend Einigkeit. Auch darüber, dass nur eine wienweite Lösung sinnvoll ist. Wie diese aussehen soll, darüber gehen die Meinungen aber auseinander.
Heute.at

Mir kann es egal sein, mit meinen WU-Kennzeichen (Wien-Umgebung) habe ich in Wien ohndies nur Parkrecht, wenn ich es mir durch teure Parkscheine kaufe. Also habe ich eine Garage gemietet!

Was ist aus dem Winter geworden?

Mein Mauerbach-Domizil ist etwa 3 km stadtauswärts der Hohen Wand-Wiese (diese liegt direkt an der Mauerbachstraße) gelegen. Noch vor 10 oder 15 Jahren herrschte aud der „Skiwiese“ reger Skibetrieb, notfalls unterstützt durch künstlichen Schnee. Sogar der Weltcup gastierte 1986 dort (Stenmark hat den Slalom gewonnen). 1967 (an einem 21. Februar, deshalb  also der Hinweis) fand dort der erste Parallelslalom der Skiweltcup-Geschichte statt.Dazu musste aber die Temperatur halbwegs mitspielen – und das tut sie nicht mehr. Der Skibetrieb wurde eingestellt, nun liegt bloß eine kleine Kunstmatte für Kinder-Skifahrer dort – eigentlich lächerlich. Ich fahre mehrmals in der Woche daran vorbei.

Nachstehende Zeilen sind Geschichte, kein Schlepplift weit und breit. Wozu auch, es liegt ja nie Schnee!: Die Hohe-Wand-Wiese ist, neben der Dollwiese in Hietzing, eine der zwei Skipisten in Wien. Sie befindet sich im Gemeindebezirk Penzing, Katastralgemeinde Hadersdorf, Grundstück Nr. 225, Ortschaft Vorderhainbach, und verfügt über einen Schlepplift, einen Babyschlepplift (Förderband), eine Beschneiungsanlage sowie eine Flutlichtbeleuchtung. Mit ihrem maximalen Gefälle von 25 % ist sie als blaue Piste einzustufen.

Auf der Hohe-Wand-Wiese wurde 1967 der erste Parallelslalom in der Geschichte des Skisports ausgetragen.1986 gastierte hier für ein Rennen der Alpine Skiweltcup.

Was können wir tun, um dort wieder Schnee zu sehen? Wohl kräftig an die Firma Greta & Co. zahlen, dann wird es schon wieder. Wer das glaubt, wird selig!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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