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21. DEZEMBER 2021 – Dienstag

21.12.2021 | Tageskommentar

WIENER STAATSOPER: HEUTE „Sorgenkind“ PARSIFAL- Anja Kampe, Brandon Jovanovich, Wolfgang Koch. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Der schüttere Besuch der ersten „Parsifal-Vorstellung der „Weihnachtsserie“ sorgte auch international für Aufsehen. Heute hat das Publikum die zweite Chance. Der Besuch von „Don Carlo“ soll zufriedenstellend gewesen sein. Vielleicht klingt der Weihnachtsstress langsam ab und die Menschen haben schon alle Einkäufe getätigt (was für den Handel schlecht wäre) . Aber jeder kämpft in dieser Zeit für sich und sein Unternehmen.

https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-kartenkauf/detail/event/983446310-parsifal/

Es gibt noch Karten: ZUM KARTENVERKAUF

Wiener Staatsoper: DON CARLO – diesmal mit Ramon Vargas

Die aktuelle „Don Carlo“-Serie an der Wiener Staatsoper war bereits im Vorfeld von Umbesetzungen geprägt. Der ursprünglich geplante Filippo wurde zum Großinquisitor, ein Gurnemanz sprang als spanischer König ein, die Königin und der Dirigent mussten ersetzt werden – und jetzt ist auch noch der Tenor erkrankt.

Die zweite Vorstellung des „Don Carlo“ empfing die Besucher mit dem bekannten rosa Zettel beim Abendplakat: Ramón Vargas übernahm die Titelpartie von Fabio Sartori. Vargas ist die Inszenierung bestens bekannt, hat er doch die Premiere und viele Reprisen gesungen. Er zählt an der Staatsoper seit vielen Jahren zu den verlässlichsten Interpreten dieser Rolle und hat sie auch viele Male in der französischen Version die Titelrolle gesungen.

Seine Stimme klang ausgeruht und er konnte wieder alle Vorzüge seines leicht baritonal gefärbten Tenors ausspielen, der den Don Carlo als melancholische Liebesgeschichte erzählt: ein Idealist des Herzens, der in einer Welt voller Intrige und Verrat von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Wie oft in der Vergangenheit kam auch diesmal seine Stimme erst nach dem ersten Bild so richtig in Schwung, um auch an diesen Abend für eine überzeugende Rolleninterpretation zu sorgen…

… Der dankbare Schlussapplaus für eine, in Anbetracht der Besetzungskalamitäten überraschend gute Aufführung, dauerte rund acht Minuten lang. Das Haus war recht gut besucht, freie Plätze gab es vor allem auf der Seite.

Zum Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

INNSBRUCK/ Tiroler Landestheater

Innsbruck: „L’ITALIANA IN ALGERI“ – Premiere – Ein fulminanter Spaß

Chor (Algerier), oben: Johannes Maria Wimmer (Mustafà), Christoph Filler (Haly). Foto: Birgit Gufler

„L’italiana in Algeri“ (1813), Gioachino Rossinis erste abendfüllende Opera buffa, ist in einer fulminanten, farbenfrohen Inszenierung mit zahlreichen Slapstick-Elementen am Tiroler Landestheater zu sehen. Die Regisseurin Anette Leistenschneider, im Team mit Andreas Becker (Bühne) und Michael D. Zimmermann (Kostüme), versetzt die Liebeskomödie um Mustafà, den „Bey von Algier“, der seine Gattin Elvira loswerden will, um sich die schöne Italienerin Isabella zu angeln, die jedoch ihren Geliebten Lindoro aus Mustafàs Sklaverei befreien und mit ihm fliehen möchte, in ein zeitlos märchenhaftes Ambiente, in dem Anspielungen an „Märchen aus tausendundeiner Nacht“ mit optischen Anleihen aus den 1950er Jahren und Accessoires des italienische Lebensstils verschmelzen…

….Hoch einzuschätzen ist die Leistung des prägnanten Chors und der Statisterie des TLT – und nicht zuletzt des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck unter der Leitung seines Chefdirigenten Kerem Hasan, das klanglich homogen und in allen Registern bestens besetzt geistreich und inspirierend aufspielte und so wesentlich zur eindrucksvollen Qualität der Vorstellung beitrug.

Zum Premierenbericht von Thomas Nußbaumer

Giuseppe Verdi: Don Carlos • Bühnen Bern • Vorstellung: 19.12.2021

Winterzeit ist Erkältungszeit. Bei der Vorstellung des «Don Carlos» der Bühnen Bern hat es Cecilia Masabane Rangwanasha getroffen.

Foto: Janosch Abel

Eingesprungen sind Evgenia Asanova, die als eine Besetzung des Thibault die Berner Inszenierung kennt und gespielt hat, und Leah Gordon, die, an Stöcken gehend, die Elisabeth für die Basler Produktion (ab 13.02.2022) probt und gesungen hat. Gordon liess eine hervorragende Interpretation der Elisabeth hören. Ihr technisch versiert geführter lyrischer Sopran trägt im ganzen Haus und es steht ihm ein breites Spektrum an Farben und Schattierungen zu Verfügung…

Zum Bericht von Jan Krobot

Kommentar
Der Klassik-Jahresrückblick und eine Kritik der Kritik
Willkommen in der neuen KlassikWoche, bevor ich Ihnen schöne Weihnachten und einen guten „Rutsch“ wünsche, hier noch der letzte Newsletter des Jahres: Mit einer Kritik der Kritik, leider auch immer noch mit infizierten Corona-Debatten, aber auch einem seltenen Bild, das Kohl, Schröder und Merkel gemeinsam zeigt!
https://crescendo.de/klassikwoche51-2021-kate-lindsey-daniel-barenboim-1000063380/

Ich bin kein Fan des Herrn Axel Brüggemann (er liegt mit einem meiner Freunde im Clinch, also darf ich gar nicht sein Fan sein). Aber Axel Brüggemann traut sich was. Er lässt sich zum Beispiel vom Wiener Staatsopernherrscher in dessen illustre Journalisten-Premierenrunde einladen, benimmt sich aber nicht wie ein Schoßhündchen des Opernherrn, sondern zieht über das Erlebte vom Leder. Ob er je wieder eingeladen wird?

Also sprach Axel Brüggemann: Vor zwei Wochen hatte ich an dieser Stelle über den Wiener „Don Giovanni“ geschrieben – ein erschreckend langweiliger Opernabend, wie ich feststellte. Aber es regte sich Kritik an meiner Kritik im Netz: Junge Sänger, die mit Sängern der Oper befreundet sind, erklärten mir, dass die Stimmen durchaus sehr gut gewesen seien und fragten, was sie von einer Kritik wie meiner halten sollten. Gute Frage: Welchen Sinn haben Kritiken? Soll man öffentlich über sie streiten? Soll man ihnen widersprechen? Natürlich soll man! Wenn das Medium der Kritik überhaupt einen Sinn macht, dann lehrt es uns, dass es objektive und subjektive Maßstäbe gibt, unabdingbare Fakten und ästhetische Haltungen. Und es gibt auch unterschiedliche Kritiken.  (Zitat Ende)
 
Gibt es auch bei uns Interventionen? Sicherlich! Ich entscheide dann von Fall zu Fall, ob ich die Rezensenten damit konfrontiere. Einige sind leider selbst dünnhäutig, also muss ich auch auf deren Psyche Rücksicht nehmen. Meist versuche ich zu beruhigen, noch besser wäre freilich, wenn Bemerkungen, die als kränkend empfunden werden können, in Kritiken gar nicht aufscheinen. Wenn ich solche bemerke, formuliere ich sowieso um – aber nicht immer kann ich eingehende Kritiken genau lesen. Ich bin in der Redaktion allein, die Arbeit ist für einen einzelnen Bearbeiter nicht bewältigbar! Das nur für jene, die „gibt es da keinen Lektor ?“ schreiben. Wenn sich jemand zum Nulltarif findet, dann stehen alle Türen offen!
Ich muss allerdings auch abwägen, wer selbst gerne austeilt. In diesen Fällen relativiert sich der Schutz , denn wer austeilt, muss auch einstecken können! Sie erkennen hoffentlich, dass ich es auch nicht leicht habe. Wer nimmt auf meine Psyche Rücksicht? Zum Glück bin ich durch Stahlbäder gegangen, Leichtgewichte bringen mich nicht aus der Ruhe!
 
Wien
Basketbälle und Steinbrocken
In Salzburg und Wien wurden dieses Jahr neue Inszenierungen von „Don Giovanni“ gezeigt. Beide Interpretationen lassen sich nicht auf die Vielschichtigkeit des Musikdramas ein.
Die Zeit.de

Scheidende Salzburger Festspiele-Präsidentin Rabl-Stadler: „Ich bin ein großer Fan der Quote“
Nach 25 Jahren hört Helga Rabl-Stadler als Präsidentin der Salzburger Festspiele auf – ein Rückblick.
Münchner Abendzeitung.de

München/Bayerische Staatsoper
Buhs für Schostakowitsch
Franz Lehárs „Giuditta“, inszeniert von Christoph Marthaler im Nationaltheater.
WienerZeitung.at

Dresden
Geimpfter Dirigent Christian Thielemann hat Zweifel an Impfpflicht
Kurier.at

Ravenna
Riccardo Muti an Lungenentzündung erkrankt
Wird bei zwei Konzerten von jungen Dirigenten ersetzt. Covid 19-Infektion wurde ausgeschlossen.
Kurier.at

Anna Netrebko hat in Wien ihre Helfer vergattert, bevor sie nach Mailand zurückgeflogen ist

3 days at home and 🎄🎄🎄- done! With Love 💗 3 дня дома – и елки наряжены! 🎄🎄🎄 ждём чуда 🙄🎁🎉🥂🎅🏻
 
 
ZU INSTAGRAM mit Fotos und einigen kurzen Videos
Ich gehe davon aus, dass die Aufnahmen in der Wiener Wohnung am Franziskanerplatz gemacht wurden. Genau weiß ich es natürlich nicht
Diese Videos sind auch beim Frühstücks-TV ein Hit, soeben erst habe ich sie gesehen

Unser musikalischer Adventkalender Nr. 17
zusammengestellt von TTT

Louis Armstrong White Christmas by Irvin Berlin

1901/71, amerkikanischer Jazztrompeter, Sänger, Schauspieler, „Satchmo“

 

https://www.youtube.com/watch?v=0Jx0yDTrot4

Sting – Gabriel’s Message, 1987                                                                                               

 * 1951, britischer Musiker, Komponist, Schauspieler

„Von Immanuel wurde der Christus geboren, In Bethlehem, an einem Weihnachtsmorgen“.                                                                                                                                                                                                            

https://www.youtube.com/watch?v=iJ0NPaD0xic

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 17. Dezember 2021
DON’T LOOK UP  / USA  /  2021
Drehbuch und Regie: Adam McKay
Mit: Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence, Meryl Streep u.a.

In was für einer Welt leben wir? So mancher stellt sich diese Frage, aber Regisseur Adam McKay ist einen entscheidenden Schritt weiter gegangen: Er hat einen Film darüber gemacht. Eine gewaltige Satire, bei der man hellauf lachen kann – und dabei das Fürchten lernt. Von Netflix ins Kino, wie so viele Filme heutzutage – glücklicherweise. Und für den nicht mehr jungen, nicht mehr schönen Leonardo DiCaprio sollte da ein „Oscar“ winken.

Was können wir noch glauben? In einer Welt, die programmatisch mit Fake News zugeschüttet wird, gar nichts mehr. Der Durchschnittsbürger ist der Verlierer in der Suche nach Erkenntnis – aber auch die „echte“ Wissenschaft, die („Don’t Look Up“, ins Weltall nämlich, aber sie tun es trotzdem, es ist ihr Beruf) einen Kometen entdeckt. Der nach ihren Berechnungen unweigerlich in einem halben Jahr mit der Erde zusammenstoßen und diese auslöschen wird…

Zur Filmbesprechungvon Renate Wagner

Das Wiener Royal Kammerorchester mitAnna Ryan und Michal Hudak begleiten Sie mit festlichen Konzerten durch Weihnachten und in das Neue Jahr! (Ab 23.12. im Akademischen Gymnasium/Beethovenplatz)

Die Konzerte starten ab dem 23.Dezember und finden täglich im Imperial Hall des Akademischen Gymnasiums am Beethovenplatz 1, 1010 Wien statt.
Beginn 20:00 Uhr.

Anna Ryan. Foto: privat

23.12: Werke von Antonio Vivaldi, Wolfgang Amadeus Mozart, Émile Waldteufel, Paul Lincke, Giacomo Puccini, Johann Strauss

Das Programm wird ständig gewechselt!

Kartenbestellung und nähere Informationen unter: www.royal-classic.at

TTT Psychosoziales: Psyche beeinflussend, theaterrelevant: Spektrum Blackfacing + Hochmut?
Vom Hochmut
… erhebt sich über alle anderen. … Zustand der Demut verlassen, blicken sie aufeinander herab und treten einander mit Füßen. … Niedertracht des Hochmuts. Gefallsucht wie eine Seuche … Geschwätz, penetrante Medienpräsenz, effektvolle Verschönerung ihrer Körper. Barbaren und Wilde, das sind die anderen, die man straflos verlachen, verspotten, verfolgen, vernichten darf. „Memento mori“ – Bedenke, dass auch Du sterben musst.“
https://www.deutschlandfunkkultur.de/vom-hochmut-100.html

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • US-Sicherheitsberater will mit Israels Ministerpräsident über Bedrohung durch den Iran sprechen: In Jerusalem will Jake Sullivan unter anderen Ministerpräsident Naftali Bennett treffen. Ein zentrales Gesprächsthema werde die Bedrohung durch den Iran und sein Nuklearprogramm sein. Israel und die USA seien fest entschlossen, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern.
    Zum Bericht
  • Zum Abschluss des Maxwell-Prozesses hat die Anklage erneut schwere Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben: Die auf sechs Wochen angesetzte Verhandlung gegen Ghislaine Maxwell könnte deutlich früher zu Ende gehen. Nach nur drei Wochen begannen die Schlussplädoyers. Maxwell sei «gefährlich» und eine «raffinierte Sexualstraftäterin», sagte Staatsanwältin Alison Moe am Montag in ihrer abschliessenden Rede. Die Verteidiger stellten Maxwell hingegen als «eine unschuldige Frau» dar.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Ein Deserteur aus Polen verlangt in Weissrussland politisches Asyl: Ein 25-jähriger Berufssoldat flieht splitternackt von Polen nach Weissrussland. Er habe die brutale Flüchtlingspolitik Polens nicht mehr mittragen können, sagt er im Fernsehen. Seine bizarre Geschichte spielt dem weissrussischen Machthaber Lukaschenko in die Hände.
    Zum Bericht
  • Die Fifa forciert das Powerplay für eine Fussball-WM alle 2 Jahre und lockt mit Millionen: Der Weltverband weicht nicht von der Idee ab, den World Cup im Zweijahresrhythmus stattfinden zu lassen. Er verspricht jedem Mitgliedsverband das Vierfache der bisherigen Gelder. In Europa und Südamerika ist die Opposition vehement. Die wichtigsten Fussballmärkte fürchten um ihre Pfründen.
    Zum Bericht

EU-Kommission gab grünes Licht für Novavax-Vakzin
Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax ist offiziell in der EU zugelassen.
Niederösterreichische Nachricht

Hatschi! Ist es Grippe oder Corona?
Wenn Erkältungssymptome auftreten, gibt ein Selbsttest erste Hinweise
OTS-at

Stressige Traditionen. Weihnachten: So vermeiden wir Streit an den Feiertagen
Deutschlandfunknova

Aus Prof. Christian Buchmanns selbst gefertigten Adventkalender (Veranstaltungs-Agentur Buchmann)

 

Hilferuf aus Griechenland – weil Weihnachten ist

Viele Opernfreunde kennen Esther Hatzi aus dem mittlerweile aufgelassenen Arcadia-Shop in der Wiener Staatsoper. Esther ist Griechin, sie hat noch Freunde in diesem Land. Zum Beispiel eine Freundin, deren 16jähriger Sohn an Blutkrebs erkrankt ist. Er ist 16 Jahre alt, ein guter Schüler und auch Musiker. Aber er braucht praktisch rund um die Uhr Betreuung. Wenn er im Spital ist, wird das Spital auch in Griechenland vom Staat bezahlt. Auch die im Spital verabreichten Medikamente sind gratis. Aber außerhalb des Spitals kosten die Medikamente im Monat etwa 300 Euro. Die Summe ist für die Mutter schwer aufzutreiben.

Wie Sie helfen können, erfahren Sie in den heutigen Infos des Tages!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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