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21. DEZEMBER 2019 – Samstag

21.12.2019 | Tageskommentar

Marco Armiliato ist Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Foto: Michael Pöhn/ Staatsoper

Nach einer umjubelten Vorstellung von Puccinis La Bohème wurde am gestrigen Donnerstag, 19. Dezember 2019, dem seit vielen Jahren dem Haus am Ring eng verbundenen italienischen Dirigenten Marco Armiliato die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper verliehen.

Die Ehrung erfolgte durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Bundestheater-Holding-Geschäftsführer Mag. Christian Kircher auf offener Bühne, auf der sich das Ensemble des Abends – Irina Lungu, Saimir Pirgu, Marco Caria, Samuel Hasselhorn, Ryan Speedo Green, Mariam Battistelli, Marcus Pelz –, der Chor sowie weitere Mitglieder des Hauses und Weggefährten wie Ioan Holender versammelt hatten. Im Rahmen der Ehrung wurde Marco Armiliato auch der von Juwelier Wagner gestaltete und zur Verfügung gestellte Ehrenring der Wiener Staatsoper überreicht.

Ein weiteres „Christkindl“ des scheidenden Staatsoperndirektors: Verleihung des Titels „Kammersänger“ an Herbert Lippert

 Der österreichische Tenor Herbert Lippert, langjähriges Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wird am Montag, 23. Dezember 2019 um 12.00 Uhr im Teesalon des Hauses am Ring mit dem österreichischen Berufstitel „Kammersänger“ ausgezeichnet.

So ein Operndirektor hat es leicht, in meiner Berufszeit musste ich mir immer den Kopf darüber zerbrechen, was ich Menschen, die für mich beruflich wichtig sind, zu Weihnachten schenke. Hier nicht ab und zu  danebenzugreifen war nicht einfach, das Geschenk sollte etwas hergeben“, zu teuer sollte es freilich auch nicht sein. Geld schenkt man zu Weihnachten auch nicht. Das Auto war vollbepackt, wenn ich das Bürohaus meines Hauptkunden am letzten Arbeitstag vor Weihnachten ansteuerte. Der Staatsoperndirektor verschenkt Ehrungen, die ihm nichts kosten. Mit einer Urkunde „Bevorzugter Kunde der Firma …“ hätten meine „Auftragsentscheider“ wohl keine Freude gehabt!

Die Wiener Staatsoper hat eine neue Kaufmännische Leiterin: Dr. Petra Bohuslav

Politisch Interessierten ist Dr. Petra Bohuslav ein Begriff, so auch mir als „theoretischen Niederösterreicher“. Seit 2004 ist sie Landesrätin in Niederösterreich und somit seit 15 Jahren im politischen Bereich unfallfrei und ohne Skandale unterwegs. Es ist leider so typisch für unser Land, dass einem der Landesrat Waldhäusl eher ein Begriff ist als Dr. Bohuslav – aber dafür kann sie nichts und eigentlich spricht das für sie.

Dr. Petra Bohuslav. Foto: Wikipedia

Bohuslav absolvierte die Wirtschaftsuniversität Wien und promovierte 1991 zur Doktorin. Zuvor hatte sie Auslandserfahrung in Florida und Dänemark gesammelt. Nach dem Abschluss des Studiums startete sie ihre berufliche Laufbahn im Marketingbereich und arbeitete von 1991 bis 1994 für Rail Tours Austria. 1995 war sie für Rogner International Hotels & Resorts, zwischen 1996 und 2001 als Geschäftsführerin für den Archäologischen Park Carnuntum und ab 1998 zudem für die ARGE Donauland tätig. Bevor sie in die Politik einstieg, arbeitete sie ab 2001 als Geschäftsführerin für das Congress Casino Baden.

Hier geht es zur Ausschreibung

NÖ-Landesrätin Petra Bohuslav wird Staatsopern-Geschäftsführerin
Überraschung in St. Pölten: Landesrätin Petra Bohuslav wechselt von Niederösterreich in die Wiener Staatsoper.
https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/noe-landesraetin-petra-bohuslav
Kulturbestellung: Anfrage zu Staatsopern-Besetzung angekündigt
NEOS und SPÖ planen parlamentarische Anfrage zu Bohuslav-Kür an der Staatsoper – Drozda schweigt zu Haag-Bestellung.
Kurier

Natürlich- wie sollte es in einem Land mit „politischer Farbenlehre“ auch anders sein, formieren sich bereits Verschwörungstheorien  und Verdächtigungen. Wer die berufliche Laufbahn von Dr. Bohuslav aber betrachtet, muss zum Schluss kommen, dass diese Frau eine Luxusbesetzung für diesen Posten ist! Es werden bereits wieder Absprachen in den Raum gestellt („roter“ Operndirektor, „schwarze“ Geschäftsführerin). Übrigens ist auch der mittlerweile aus seinem Amt entfernte Casino-Austria-Vorstand Jurist und war früher kein Maronibrater! Aber so ist es bei uns und wird es immer sein. Man soll übrigens von sich nicht auf andere schließen, Herr „Porsche-Fahrer zur unrechten Zeit mit dem tollen politischen Gespür“. Aber ich lese, dass der Herr ohnedies schweigt!

Auch Heinrich Schramm-Schiessl meldet sich wegen dieser Bestellung zu Wort: Zum ersten reicht es für manche offenbar schon, wenn jemand nicht aus dem linken Spektrum des Landes kommt, dass er (in diesem Fall sie)  für einen Posten im Kulturbereich nicht geeignet ist. Zweitens hat sie laut Kritikern dieser Bestellung keine Ahnung von der Führung eines Theaters. Was das zweite Argument betrifft, so trifft dies zunächst einmal auch auf den zukünftigen Direktor zu und außerdem hat sich der kaufmännische Direktor in erster Linie um die wirtschaftliche Führung des Hauses zu kümmern und ist auch so etwas wie das Regulativ für den künstlerisch Verantwortlichen, damit dieser bei aller Freiheit der Kunst das Geld nicht unkontrolliert ausgibt. Wohin das führt, wenn das nicht der Fall ist, hat man ja zuletzt beim Burgtheater gesehen, wo zumindest zeitweise ein gewisser Herr Dr. Drozda kaufmännischer Direktor war. Etwas befremdet hat auch Joan Holender reagiert, der offenbar verärgert ist, dass diese Bestellung an ihm vorbeigelaufen ist…

Hat der Staatsopern-Direktor bzw. der Kaufmännische Leiter einen Dienstwagen? Ich gehe davon aus, aber hat er einen Dienstwagen mit Chauffeur, der 24 Stunden täglich – natürlich im Schichtdienst – zur Verfügung stehen muss? Das glaube ich eher nicht! Als Landesrätin hatte Dr. Bohuslav aber Anspruch darauf. Zu den Pflichten eines Landesrates gehört zumindest der Besuch von zwei Abendterminen (Feuerwehrfeste, Kirtage – aber auch kulturelle Veranstaltungen). Dort muss man meist ein paar Hunderter aus der Spesenkassa für die Blasmusik u.s.w.  (dafür ist die Spesenkassa  da) investieren und auch zumindest am Glas nippen. Mich hat ein Landesrat einmal nach dem Besuch einer Weinkost in Groß-Weikersdorf mit nach Wien genommen – natürlich ist der Chauffeur gefahren. „Wenn ich fahre, steht garantiert am Ortsausgang ein Polizist, der dem politischen Gegner nahesteht und mir nichts Gutes will“. Um den Chauffeur fällt die künftige Finanzchefin vermutlich um, die Skandalisierungsversuche bleiben ihr aber als Ausgleich dafür erspart!

WIENER STAATSOPER: HEUTE PREMIERE „PERSINETTE“ Kinderoper von Albin Fries –11-12 h

Persinette war die Urform eines französischen Volksmärchens, das durch die Brüder Grimm im deutschsprachigen Raum als Rapunzel bekannt und beliebt wurde. Im Auftrag der Wiener Staatsoper schufen der Komponist Albin Fries und die Librettistin Birgit Mathon eine dreiaktigen Märchenoper, die inhaltlich im Wesentlichen diesem populären Märchen vom Mädchen auf dem Turm mit den langen Haaren folgt. 
Albin Fries, der mit seiner Oper Nora 2018 in Budapest den renommierten Bartók-Kompositionswettbewerbschreibt gewann, schreibt Musik in tonal-spätromantischem Stil. 

Bryony Dwyer, Orhan Yldiz. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wiener Staatsballett: HEUTE Le Corsaire an der Wiener Staatsoper

Ab Samstag, 21. Dezember 2019 zeigt das Wiener Staatsballett wieder die Erfolgsproduktion von Manuel Legris’ Le Corsaire im Haus am Ring. In der Wiederaufnahme tanzen Kiyoka Hashimoto die Médora, Denys Cherevychko den Conrad, Natascha Mair die Gulnare, Mihail Sosnovschi den Lanquedem, Masayu Kimoto den Birbanto und Alice Firenze die Zulméa.

Denys Cherevychko (Conrad). Foto: Ashley Taylor

Denys Chrevychko ist am 14. Jänner zu Gast beim Online-Merker (Öffentliches Künstlergespräch)

Heute Premiere in München/ Bayerische Staatsoper


„Die Schneekönigin – diesmal wohl nur für Erwachsene!
Foto: Wilfried Hösl

„The Snow Queen“ an der Bayerischen Staatsoper. Wenn die Schneekönigin in der Pathologie arbeitet

Wenige Wochen nach der Uraufführung in Kopenhagen zeigt die Bayerische Staatsoper am Samstag die Erstaufführung der englischen Fassung der Oper „The Snow Queen“. Die Sopranistin Barbara Hannigan – die Hans Abrahamsen maßgeblich zur Komposition dieser Oper inspiriert hat – übernimmt erstmals die Partie der Gerda. Der Regisseur Andreas Kriegenburg inszeniert „The Snow Queen“ als Geschichte von Erwachsenen für ein erwachsenes Publikum, als eine Reise ins Innerste der menschlichen Seele.
BR-Klassik

Splitter aus Eis
Die Bayerische Staatsoper bringt Hans Abrahamsens „The Snow Queen“ heraus, als englischsprachige Erstaufführung. In der Rolle der Retterin: Barbara Hannigen
https://www.sueddeutsche.de/kultur/musiktheater-splitter-aus-eis-1.4730674

Heute Oper LIVE aus der Staatsoper Stuttgart – kostenlos in Ihrem Wohnzimmer: LE NOZZE DI FIGARO

 

Auch in der Saison 2019/20 streamen wir wieder! An drei Terminen übertragen wir die Neuproduktionen von Le nozze di Figaro, Don Carlos und Cavalleria rusticana / Luci mie traditrici, und das völlig kostenlos auf www.staatsoper-stuttgart.de/live. Über den Zuschauersaal hinaus konnten wir bisher viele Tausende Menschen in aller Welt – zwischen Mailand und San Francisco, Berlin und Moskau die Produktionen aus dem Stuttgarter Opernhaus zeigen.

Am 21. Dezember wird „Le nozze di Figaro“ live und kostenlos auf www.staatsoper-stuttgart.de/live übertragen.

Unser gestriger Tipp war übrigens richtig (ich war sehr skeptisch: Halka wurde tatsächlich in der Nacht auf heute auf Orf III gesendet. Was das bringen soll und warum man das noch dazu praktisch „geheim“ gehalten hat, erschließt sich mir überhaupt nicht.

Lieses Klassikwelt 13/2019: Unter Tierfreunden
Maria Callas nahm ihren Pudel Toy überall hin mit, er durfte auf Reisen sogar in der Flugzeugkabine Platz nehmen. Vermutlich gab es da für die Primadonna Assoluta Ausnahmekonditionen, denn leider dürfen in die Kabine gewöhnlich nur ganz kleine Hunde im Katzenformat.
Kirsten Liese berichtet aus Berlin
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-13-2019-klassik-begeistert-de/

Dazu Dr. Klaus Billand, der sich da auskennt:

Zu dem Gewicht der Hunde an Bord kann ich Kirsten Liese etwas genauer informieren. Die Obergrenze für den Hund in der Tasche an Bord ist 7kg. Der Pudel von der Callas hatte 100zig weniger, das sieht man auf dem Bild – sie bekam also keine Sonderkonditionen.

Das weiß ich von unseren Dackeln, die immer mal wieder mit nach Teneriffa kommen, in der Kabine. Der Rüde hat 7,5kg und kam dennoch rein, da er die Check-in Dame besoders süß ansah… Das fällt ihm allerdings nicht schwer und ist zudem völlig #Metoo unverfänglich…

Wiener Heumarkt-Lehre: Du sollst Wiens SPÖ nicht unterschätzen
Schon länger her, dass die Wiener SPÖ der Opposition, speziell der ÖVP so sehr die Show gestohlen hat wie an diesem Freitag. Ein Kompromiss zum Projekt
Die Presse
Heumarkt: „Ersatzturm“ ebenfalls über UNESCO-Limit
https://www.krone.at/2065785

Fußball: Cordoba-Held Edi Krieger mit 73 Jahren gestorben!
Er war zweimal Meister in Österreich und gar dreimal Meister in Belgien, er absolvierte 25 Länderspiele für Rot-Weiß-Rot und gehörte auch zu jener legendären Mannschaft, die am 21. Juni 1978 in Cordoba bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Argentinien das 3:2-Wunder gegen den regierenden Titelträger Deutschland ermöglichte – nun ist Edi Krieger im Alter von gerade einmal 73 Jahren, kurz nach seinem Geburtstag, nach langer, schwerer Krankheit gestorben!
https://www.krone.at/2065931

Mit Edi Krieger war ich gemeinsam beim Bundesheer (wie auch mit Georg Dantzer) in der MariaTheresien-Kaserne/Fasangarten. Einige Wochen teilten wir uns auch ein Zimmer. Freunde waren wir nicht, aber vor der sportlichen Leistung des Edi Krieger habe ich immer meinen Hut gezogen.

Verbringen Sie einen wunderschönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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