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Die internationale Kulturplattform

21. AUGUST 2020 – Freitag

21.08.2020 | Tageskommentar

Coronafall in Grafenegg. Mutwillig? Foto/ ORF

Für nicht nur) kleinere Veranstalter gelten strengste Auflagen: Pausenfreie Programme nehmen  einem abendlichen Kulturgenuss auch etwas von der „Feier des Ereignisses“,  die Veranstalter leiden darunter und die Gastronomie natürlich überhaupt. Man fühlt sich wie eiligst durch ein Event durchgeschleust – und dann raschest wieder in traute Heim abgeschoben – wo keiner verantwortlich ist.

Aber als VIP ist man natürlich gleicher als bloß gleich. Die Landeshauptfrau ladet zuerst ein und dann die „Spezial-Gäste“ zum abschließenden Abendessen.

Da kann man gleich eine Pause für das gemeine Volk einlegen! Nun ist in Grafenegg etwas passiert, das in Salzburg zum Glück noch nicht passiert ist. Ein Rückschlag für Lockerungsbestrebungen ist es allemal! So wird es nicht gehen! Was sagt der Innenminister dazu?

Grafenegg: Problem. Starregisseur Dornhelm hat Corona: 80 Grafenegg-Besucher sollen zum Test
Auch Mikl-Leitner getestet. Probleme auch für ORF-Produktion: „Vienna Blood“ muss verschoben werden.
Kurier

Grafenegg-Besucher an Covid-19 erkrankt
Ein berühmter Regisseur, der auf Einladung von Landeshauptfrau Mikl-Leitner (ÖVP) am Freitag die Festivaleröffnung in Grafenegg (Bezirk Krems) besucht hat, ist am Coronavirus erkrankt. Zum Zeitpunkt des Konzerts soll er aber nicht infektiös gewesen sein.
https://noe.orf.at/stories/3063194/

Salzburger Pfingstfestspiele 2021: Rom im Zentrum
Leiterin Cecilia Bartoli zollt ihrer Heimatstadt Tribut.
Wiener Zeitung

Salzburger Pfingstfestspiele 2021 im Zeichen der „Ewigen Stadt“ Rom
Der Standard

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

JONAS KAUFMANN – Konzert in Budapest: Nessun dorma)

 

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ILDAR ABDRAZAKOV auch in Bodrum, hoffentlich schafft er den Weg nach Wien. Zuvor muss er noch nach Moskau, um sich auf Phillip II. „einzusingen“…..

 

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Samstag: Placido Domingo in Caserta (Italien) mit Soina Hernandez

 

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HEUTE IN WAIDHOFEN/ Ybbs: Günther Groissböck und sein großes Wagner-Konzert.

 

 

Beginn ist 20 h, diesmal dürfte das Wetter mitspielen.

MIKULOV: Abenteuerliches aus Mähren

Die Festspiele sind nun vorbei, sie boten neben einem Corona-begünstigten Staraufgebot (ein derart hochkarätiges Ensemble werden die Festspiele – so sie eine Fortsetzung erfahren – wohl nie mehr zusammen bekommen), auch einigen Ärger und auch nicht die erhoffte Zuschauerresonanz. Das mag in erster Linie an der Angst der Coronafürchtigen in Österreich gelegen sein, wie auch an wenig Kooperationsbereitschaft der Tschechen. Lesen Sie den Bericht von Dr. Sieglinde Pfabigan, die fast zwei Wochen lang „ihr Zelt im Weinviertel aufgeschlagen hatte“ uns so manches erlebt hat: Unglaubliches, aber auch Schönes, Wagemutiges. Diesmal berichtet sie vom „Fliegenden Holländer“, die doch etwas wetterbegünstigte Produktion.

Auszug aus dem ersten Bericht: Im Amphitheater von Mikulov, das über 2000 Plätze bietet, aber nur im Mittelteil mit vielen Freiräumen zwischen diversen Personen und Personengruppen besetzt war, hat sich etwas abgespielt, worum Bayreuth die hübsche tschechische Stadt nur beneiden kann. Das dank Corona mit Stars aufwartende Unterfangen hatte zwei leidenschaftliche Streiter um dieses Event: den Tenor Peter Svensson und die Festspielpräsidentin Dr. Eva Walderdorff, eine offensichtlich glühende Wagnerianerin…

Der Großteil des Publikums kam in Autobussen aus Wien. In Tschechien war überhaupt keinerlei Werbung für dieses Festival gemacht worden. Wer im städtischen Verkehrsbüro diesbezüglich vorsprach, dem wurde gesagt: „Das machen alles die Österreicher, das geht uns nichts an.“

Der fliegende Holländer“. Foto: Sieglinde Pfabigan

…Aus dem Hintergrund rechts von der Bühne erschien Tomasz Konieczny in einem hellen Anzug, wie erstarrt ob seiner nunmehr unleugbaren Einsamkeit. Nach all den grausamen Jahren auf wilden Meeren ein Mensch wie du und ich. Das spielte der Sänger mit einer derartigen Konzentration aus, dass es einem heiß und kalt über den Rücken lief, während er sich ganz, ganz langsam Schritt für Schritt der Mitte zu wagte. „Die Frist ist um…“ Das hörte sich so grausam wie hoffnungslos an. Und Koniecny bewies mit seiner unwahrscheinlichen verbalen Intensität, hinter der unsägliche Gefühle und Gedanken spürbar sind,  dass es die denkbar grausamste Existenz ist, die ihm zuteil ward…

Zum Premierenbericht „Der fliegende Holländer“ (Sieglinde Pfabigan)

Über den Tristan“ berichtet sie voraussichtlich morgen. Die Premiere am Samstag in Weltklassebesetzung geht wohl in die Gesichte ein, mehrere Regenunterbrechungen bescherten ein Endlos-Unternehmen. In der zweiten Vorstellung am vergangenen Mittwoch war an Weltklasse nur Rene Pape dabei (das reicht in manch anderer Stadt in Deutschland, einen „Festlichen Opernabend“ daraus zu machen) – und gerade diese Vorstellung hat unser Rezensent Manfred A. Schmid besucht (wenigstens hatte er schönes Wetter)

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Walküre für junge Eichen
Der österreichische Heldentenor Andreas Schager engagiert sich im hessischen Laubach gegen den Klimawandel. Weitere Aktionen sind bereits geplant.

…Am Samstag gab Schager zusammen mit seiner Frau, der Geigensolistin Lidia Baich, dem Bariton Michael Volle und dessen Gattin, der Sopranistin Gabriela Scherer, sowie der Pianistin Alexandra Golubitskaya vor 100 Gästen ein kleines, aber feines Konzert im Laubacher Schloss. Außer Richard Wagner – Arien aus dem Tannhäuser, der Walküre, Lohengrin und Siegfried – kamen auch Beethoven, Puccini, Verdi und Tschaikowski zu Wort. Nach Abzug der Kosten fließen rund 10.000 Euro in das Baumpflanzprojekt….
Frankfurter Allgemeine

Dann sperren wir lieber die Museen zu, oder?
Solidarität unter Künstlern gehörte seit Jahrzehnten zum guten Ton. Nun will im Angesicht der Krise Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder die Theater schließen. Das bereitet Sorge
https://www.news.at/a/spitzentoene-dann-museen-11627898

Heinz Sichrovsky bringt sich immer mehr in Position. Was gerade Herrn Schröder zu seinen viel kritisierten Sätzen veranlasst hat, verstehe ich auch nicht. Auch er ist Teil des Systems und partizipiert von diesen. Solidarität? Na ja, zumindest nach außen hin sollte man die schon demonstrieren. Wenn es auch nicht ehrlich ist, dann ist es zumindest klug! Letztlich ist doch jeder sich selbst der Nächste. Herr Sichrovsky vermutlich auch!

Der Saisonbeginn an den Wiener Opern- und Konzerthäusern steht vor der Tür. Was ist angesichts Covid-19 zu beachten?

Österreich/ Deutschland
Mit Maske zum Kulturgenuss

Auszug aus der „Wiener Zeitung“:  Natürlich würde es eine einfache Lösung geben. Sie klingt allerdings recht verwegen. Wie kann Kulturleben stattfinden, ohne das Seuchenrisiko zu befeuern? Eine Empfehlung aus den Berliner Charité-Instituten sorgte am Montag für Aufsehen: Sie plädiert für ein Ende der halbleeren Säle und die Rückkehr zum Verkauf sämtlicher Tickets. Voraussetzung wäre allerdings, dass alle Besucher durchgehend Masken trügen; dadurch würden 95 Prozent der Viruslast absorbiert. Der Vorschlag war der Leitung der Charité-Klinik allerdings zu kühn: Sie distanzierte sich von dem Papier und will dieses lediglich als einen Beitrag zur Diskussion verstanden wissen.

Christian Kircher, Geschäftsführer der Österreichischen Bundestheater-Holding, hält ein solches Szenario ebenfalls bis auf weiteres für unrealistisch. Die Häuser unter seiner Verantwortung – Staatsoper, Volksoper und das Burgtheater – starten im September in die neue Saison, und sie werden der Corona-Pandemie ebenso mit Einschränkungen Tribut zollen wie die Klassik-Anbieter Musikverein und Konzerthaus. In der Folge ein Überblick, was es besucherseitig zu beachten gilt. Die Spielregeln gleichen sich in Grundzügen, weichen im Detail aber voneinander ab… (Quelle: Wiener Zeitung)

Die Virologen sind sich wieder einmal uneins. Ich darf mir also aussuchen, wem ich glaube! Oder soll ich vorher im Gesundheitsministerium anrufen?

HUI HE: PUCCINI GALA AT ARENA DI VERONA & RECITAL AT TEATRO COMUNALE DI TREVISO

 

After the Great success of public and critics at Basilica di San Zeno (Verona), that marked the renaissance of music in the Italian city, Hui He will return in Verona for a new important appointment in this city and in its most emblematic place, the Arena.

IPG – PLEYEL GESELLSCHAFT RUPPERSTHAL/NÖ: VERLEGUNG DER FREILUFT-AUFFÜHRUNG WEGEN SCHLECHTWETTERVORAUSSAGE VOM 23.8.2020 auf den 30.8.2020, 11,00 Uhr!

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir wegen Schlechtwettervoraussage am kommenden Sonntag, dem 23.8.2020, 11,00 Uhr die Freiluftaufführung auf den in Betracht gezogenen Ersatztermin am 30.8.2020 um 11h verschieben müssen. Es tut uns sehr leid!

Wir möchten aber weder Ihnen noch dem Janacek Quartett aus Brünn eine unnötige Hin- und Rückreise zumuten. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Unsere Kontakte mit dem Internet, die Fernsehberichte und die Telefonate mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik — ZAMG haben uns schließlich dazu bewogen abzusagen. Wir bitten daher um Ihr Verständnis! Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben!

Ihre Vorbestellungen behalten daher für den 30.8.2020 (Ersatztermin 6.9.2020, 11h) Ihre Gültigkeit!

Österreich
347 Neuinfektionen in nur 24 Stunden
Bisher 24.431 Erkrankte, 729 verstorben und 21.093 genesen. 116 hospitalisiert, davon 21 intensiv. 347 Neuinfektionen österreichweit. – höchster Anstieg seit 10. April.
OE-24.at

Die gute Nachricht: Bei den Corona zugeschriebenen Toten treten wir auf der Stelle, es werden derzeit nicht viel mehr, obwohl wir wegen der Infizierten in Panik getrieben werden sollen. Dass die Urlaubszeit Neuinfektionen bringen wird, war zu erwarten. Aber den Urlaub zu verbieten hat sich die Regierung doch nicht getraut. Bei den „Muatterl“ und „Vaterl“ im Kulturbereich kann man leicht auf unerbittlich machen, da gibt es wohl keinen Widerstand – das sind Lämmer.

Dass die Zahl der Toten weitgehend konstant bleibt, lässt Schlüsse zu, die Sie selbst ziehen sollten.

Wo sich die Wiener am häufigsten infizieren
Innerhalb von 24 Stunden gab es 187 Neuinfektionen in der Bundeshauptstadt. Der Anteil der infizierten Reiserückkehrer ist derzeit am steigen.
Kurier

Österreich
Regierung plant Corona-Gästeliste für Lokale
Wer essen will, muss seinen Namen nennen. Das gilt in Coronazeiten in mehreren Ländern. Der Gast hinterlässt seine Kontaktdaten, damit er verständigt werden kann, falls im Lokal eine Infektion auftritt.
Die Presse

 Super! Der Staat will wissen, wer in welches Lokal geht, wer sich welches Lokal leisten kann. Gehen die Unterlagen auch an das Finanzamt weiter? Das wäre ja praktisch.

Da man sich aber (noch) nicht ausweisen muss, werden viele Ötzis und Corina Coronas die Lokale bevölkern.

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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