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21. APRIL 2020 – Dienstag

21.04.2020 | Tageskommentar

Münchner Oktoberfest abgesagt? Start wäre am 19. September. 

Sie haben recht, mit Kultur hat das Oktoberfest nichts zu tun! Aber es ist ein Hinweis, dass eine für 19. September (teilweise im Freigelände) angesetzte Großveranstaltung, die erstens Tradition hat und zweitens ein Wirtschaftsfaktor ist, von dem viele Menschen leben, angeblich inoffiziell bereits abgesagt sein soll. Offiziell fällt die Entscheidung erst im Juni.

Dafür können Kurz, Kogler und Lunacek freilich nichts, das ist allein auf bayrischem Mist gewachsen! Aber es ist ein Hinweis darauf, dass sich die Salzburger Festspiele auf eine Absage einstellen sollten. Und seien wir doch ehrlich: Festspiele sind als Kommunikationsfaktor doch viel stärker als ein Theaterbesuch mitten unter der Woche, nach dem die Besucher ohnehin gleich ins traute Heim Streben, weil sie am nächsten Morgen, wennn sie schon nicht arbeiten müssen – doch etwas zu erledigen haben. Bei Festspielen ist das „Apres Oper“ immens wichtig, viele Festspielgäste kommen doch nur, weil sie gesehen werden wollen – und dazu muss man sich in möglichst großer Gesellschaft zeigen. Vielleicht ergibt sich sogar die Möglichkeit, sein Gesicht in eine Kamera hängen zu lassen, im Idealfall sogar um eine Wortspende gebeten zu werden.

Es macht auch keinen Spaß, mit Sicherheitsabstand in Lokalen zu sitzen (wie das ab Mitte Mai in Österreich geplant ist), misstrauisch beobachtet zu werden und bei jedem Räusperer eine Massenhysterie unter den anderen Anwesenden auszulösen.

Realisten haben den Sommer abgeschrieben und konzentrieren sich auf den Saisonstart im September.

Für Wien erfolgt der Startschuss am kommenden Sonntag im Fernsehen (erstmals – und wirklich eine gute Idee). Ob wir wohl die echten Zugriffsdaten erfahren werden? Interessant wären diese doch, die Sendezeit ist mit 21,30 h nicht eben im Nachtprogramm:

Wiener Staatsoper: Spielzeitpräsentation 2020/21 am 26. April 2020

Die Präsentation der Spielzeit 2020/21 findet im ORF statt!

Wiener Staatsoper: Copyright: Karl Goldammer

Am Sonntag, den 26. April wird der designierte Direktor Bogdan Roscic im Hauptabendprogramm von ORF III gemeinsam mit Philippe Jordan, Martin Schläpfer und ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern das Programm der Spielzeit 2020/21 vorstellen. Durch die Sendung führt Peter Fässlacher.

Termin: Sonntag, 26. April, ORF III, 21.30 Uhr Die Sendung ist live sowie danach 7 Tage lang in der ORF TVthek < https://cdn.mlwrx.com/sys/r.aspx?sub=XB2Sf_1wIjS9&tid=1-1AVR3g-2eSWUu&link=mpzi >  verfügbar, weltweit und kostenlos.

Ab 26. April ist das vollständige Programm online < https://cdn.mlwrx.com/sys/r.aspx?sub=XB2Sf_1wIjS9&tid=1-1AVR3g-2eSWUu&link=meoy >  abrufbar. WEITERE INFORMATIONEN < https://cdn.mlwrx.com/sys/r.aspx?sub=XB2Sf_1wIjS9&tid=1-1AVR3g-2eSWUu&link=mkOL >

Bestellen Sie bereits jetzt das Saisonbuch 2020/21 und halten Sie die neue Spielzeit in Kürze druckfrisch in Ihren Händen – der Versand erfolgt per Post!

Sie können das Saisonbuch auch in der Kassa unter den Arkaden der Wiener Staatsoper erwerben. Sonderöffnungszeiten: 27. – 30. April, 10 – 16 Uhr.

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Die „Wiener Geistergala“. Ich bin gespannt, wie das am Samstag die Met macht!

Wir haben gerätselt, ob wir die „Gala“ rezensieren sollen. Die Rezensenten sind ja derzeit arbeitslos und scharren in den Startlöchern. Wir sind dann davon abgekommen. Ein Gratiskonzert zum Nulltarf, getragen vom guten Willen, soll nicht wömöglich eine schlechte Nachrede nach sich ziehen. Die Zeitungen waren da nicht so enthaltsam, richtige Kritiken haben aber auch sie nicht geschrieben:

Unter Corona-Beschränkungen: Opernstars geben intime Gala
Getrennte Auftritte, Pianist und Streichquartett in sicherer Distanz: Stars wie Anna Netrebko und Jonas Kaufmann sangen am Sonntagabend in einer Operngala – und baten um Solidarität.
Tagesspiegel

Netrebko sang vor leeren Reihen
Zumindest am Ende gibt es Beifall. Die Sängerin spendet ihn selbst. Die Frau in der Gardarobe klatscht leise in die Hände, haucht ihren Begleitern Luftbussis zu. Das war’s aber auch schon. Abgang, Abspann, Ende der TV-Übertragung.
Wiener Zeitung

Geisterkonzert der Weltstars: So waren Netrebko und Co in ORFIII
In Zeiten von Corona: „Wir spielen für Österreich“ aus dem RadioKulturhaus.
Kurier

Berliner Philharmoniker Das große Vielleicht
Was die Philharmoniker für 2020/21 planen
Selbst den hartnäckigsten Optimisten unter den Klassik-Fans fällt es ja mittlerweile schwer, Vorfreude auf die kommende Saison zu empfinden. Großartige Pläne haben die Berliner Philharmoniker für die Spielzeit 2020/21, das zeigt schon ein erster Blick in die am Montag veröffentlichte Vorschau. Doch solange wegen der Pandemie die aktuellen Abstandsregeln aufrechterhalten werden müssen, lässt sich nichts davon realisieren.
Tagesspiegel

10 Fragen an den Bassbariton und Bass Kammersänger Wolfgang Bankl: Entscheidend ist, dass ein Stück nicht seine Poesie verlieren darf
Wolfgang Bankl ist einer der führenden Bassbaritone im Richard-Strauss und Richard Wagner Fach. 1993 trat er dem Ensemble der Wiener Staatsoper bei, wo er auch die Partien des Graf Waldner (»Arabella«), Rocco (»Fidelio«), Mathieu (»Andrea Chénier«) und Baron Ochs auf Lerchenau (»Der Rosenkavalier«) gesungen hat. Die letztgenannte Rolle wurde in den vergangenen Saisonen für Wolfgang Bankl fast zu einem zweiten Ich, denn er sang die Partie nicht nur in Wien, sondern auch in einer Neueinstudierung an der Opéra national du Rhin in Straßburg, an der Semperoper Dresden unter der Leitung von Christian Thielemann, an der Oper Graz und an der Royal Danish Opera in Kopenhagen. . Wolfgang Bankl stammt aus Wien und absolvierte ursprünglich eine Ausbildung zum Geiger.
Interview: Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert

Österreich
Lockerungen im Kulturbereich: Verwirrung statt Lösungen

Die Museen dürften ab Mitte Mai aufsperren – allerdings wollen die wichtigsten Kunstinstitutionen des Landes nicht
Der Standard

Angeblich wollen die Museen gar nicht zu diesem Zeitpunkt aufsperren. Woher sollen sie die Besucher nehmen? Ich habe am Sonntag aus Schönbrunn berichtet. Trotz Öffnung gähnende Leere.

Dafür staut es sich aber in der Meidlinger FUZO im Treff der „neuen Wiener“ (ja, beim Online-Merker gleich ums Eck). Diese Leute sind zu Eremiten nicht geboren, die müssen sich austauschen.

Küss mich nicht, Kate: Kultur grübelt über Zukunft mit Corona-Einschränkungen
Wie es bei Bühnen, Kinos, Museen, Pop weitergehen kann.
Kurier

Ich selbst habe die gestrige Sendung nicht gesehen, aber meine Frau berichtete mir soeben am Telefon, dass sich der Josefstadt-Direktor Föttinger erbötig gemacht hat, der Frau Lunacek zu erklären, was im Theater möglich ist – und was nicht!

Hier ist der Link zur Diskussion (nicht ganz zu Beginn, der zweite oder dritte Programmpunkt:
https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14048871

Dieter Hallervorden ist Theaterdirektor in Berlin und will spielen. Dazu hat er sich nachstehende Einschränkungen ausgedacht:

Seine Vorschläge fasst Hallervorden in acht Punkten zusammen:
1) Im Zuschauerraum bleibt jede 2. Reihe frei.
2) In den zum Verkauf angebotenen Reihen bleiben zwischen zwei Besuchern jeweils 2 Plätze frei.
3) Das Theater wird vor jeder Vorstellung von einem Spezialteam desinfiziert.
4) Der Einlass erfolgt einzeln mit aufgestocktem Vorderhauspersonal. Es werden dabei Mund- /
Nasenschutzmasken verteilt.
5) Die Gastronomie bleibt geschlossen.
6) Die Theaterstücke werden ohne Pause gespielt.
7) Die Schauspieler bekommen Anleitungen fürs Selbstschminken. Notwendige Kostümwechsel
werden von den Schauspielern ohne fremde Hilfe bewerkstelligt.
8) Inszenierungen werden unter Beachtung der Abstandsregelung ggf. abgeändert.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/berliner-privattheater-in-der-coronakrise-wie-wieder-theater-spielen-offener-brief-von-dieter-hallervorden/25756516.html

Also offen und ehrlich, auch das ist keine Lösung!

Diese Beschränkungen könnte sich in der heimischen Fußball-Liga zum Beispiel Admira-Wacker leisten, die würden von Einschränkungen gar nichts merken. Da gibt es den Witz, nachdem ein Besucher im Sekretariat anruft und fragt, wann Admira-Wacker spielt. Die Antwort des Clubverantwortlichen war eine Gegenfrage: „Wann hätten Sie denn Zeit“!

Hamburgs Operndirektor Delnon

Das Überleben der Kulturszene
Mit Schutzschirm, Charme und Maske
Die Welt.de

Schlagzeuger Martin Grubinger: „Kurz neigt zu totalitärem Gedankengut“
Der Schlagzeugstar mahnt in der Corona-Krise demokratische Grundsätze ein. Und fordert einmal mehr ein geeintes Europa
Der Standard

Am 1. Mai steht die neue Oper der Salzburger Kammeroper: „Gordon Safari“ – die schnellste Oper der Musikgeschichte. Die „Corona-Oper
Vor drei Tagen ging es los. Jetzt wird fünf Tage lang komponiert. In zehn Tagen ist Premiere. Die „schnellste“ Oper der Operngeschichte? Möglicherweise. Auch wenn es „nur“ eine Kammeroper wird, wie Gordon Safari betont. Premiere der Online-Oper Tag 47 ist am 1. Mai, dem Tag 47 der Corona-Beschränkungen.
DrehpunktKultur

Orthodoxe Ostern – Heimkonzert von Maryna Lopez

 

ZUM FACEBOOK-VIDEO

Buchbesprechung: Sama Maani:  WORÜBER MAN ALS JUDE NICHT SCHREIBEN SOLLTE
102 Seiten, Drava Verlag, 2020

 

Sama Maani, geboren 1963 in Graz als Sohn iranischer Eltern, arbeitet als Psychoanalytiker und hat vor allem als Blogger Bekanntheit erreicht, der die kontroversesten Themen ohne Scheu „anspringt“. Eine Sammlung seiner Blog-Beiträge gibt es nun unter dem – durchaus herausfordernden – Titel „Worüber man als Jude nicht schreiben sollte“, wobei sich das nicht auf ihn bezieht, sondern auf seinen jüdischen Kollegen Vladimi Vertlib. Diesem haben Damen in einem gutbürgerlichen Salon in Hietzing nahe gelegt, er als Jude solle sich besser nicht über den Islam äußern. Aber Scheu vor irgendetwas kennen weder er noch Kollege Maani, das muss schon klar sein!

Der Drava Verlag hat nun eine Menge von Maanis Blogs zusammen gestellt, teilweise auch schon ein paar Jahre alt, aber manches wird immer „erregen“: Etwa die Frage, ob ein Holocaust-Opfer seinen Mörder lieben kann (als Thema nicht ganz selten, man denke an Liliana Cavanis Film „Der Nachtportier“)? Oder, was österreichische Literaturfreunde erregen wird, die Idee, dass sich in Musils „Mann ohne Eigenschaften“ (immerhin einst ein Lieblingsbuch von Bruno Kreisky) Antisemitismen fänden. Aber er attackiert auch Arik Brauer dafür, dass dieser – als Jude – sich vom Islam mehr bedroht fühlt als von seinen christlichen österreichischen Landsleuten…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Why I Love… Martinů

Bohuslav Martinu

Simon Thomas continues our series on personal operatic passions, looking at the works of Bohemian composer Bohuslav Martinů

Why I love Martinu

Nikolaus Habjans „Böhm“ als Stream: 15 Puppen und ein zwiespältiger Maestro
BR-Klassik.de

Österreich
Verwirrung um Statistik: Hohe Sterblichkeit auch abseits der Corona-Toten
Kurier

Was manche Zeitungen aufführen ist peinlich. Zum Beispiel das tägliche Corona-Bingo. Ich sehe schon ein, dass derzeit auf allen anderen Gebieten Flaute herrscht, aber Erkrankungs- und sogar Todeszahlen in Form einer kleinen Show zu präsentieren, ist pietätlos. Auch Auferstehungszenarien von Firmen werden in das Programm miteinbezogen, wobei ich mir sicher bin, dass da kräftig Werbegelder fließen werden. Gestern um 10 h war so eine Reportage über die Wiederauferstehung von McDonalds Drive-In am Hernalser Gürtel. Von riesigen Autoschlangen wurde dahergefaselt, in Wahrheit waren zwei abgestellte Autos zu sehen – vermutlich die des Geschäftsführers und des Jung-Reporters. Ich möchte aber nicht ungerecht sein. Gegen Mittag in Brunn/Gebirge gab es dann schon eine ansehnliche Autoschlage zu sehen. Nachdem ja das Restaurant geschlossen bleibt und nur das DriveIn in Betrieb ist, kamen einige auf die Idee, sich mit Leihfahrrädern in die Warteschlange einzureihen. (W.H.)

Dr. Wolfgang Habermann ist dort sozusagen Platzhirsch und Beobachter – und ich will wiederum nicht ungerecht sein: Ich war um ca. 19h mit Nico (Anm.d.Red.: das ist der Hund) am Gürtel spazieren und da gab es wirklich auf der linken Spur (von der man zum Mc abbiegen kann) einen Stau, der sich  bis hinauf auf die Höhe des AKH erstreckte und wo die Kreuzungen von Jörgerstraße und Hernalser Hauptstraße verstopft waren.

Ich verstehe ja nicht, dass man sich um diese Fleischlaberln überhaupt anstellt, aber da muss die Wartezeit im Auto mindestens eine halbe Stunde gewesen sein. Keine Rede von Fast Food.

Was tut man nicht alles für einen gesunden Big Mac?

Bleiben Sie gesund – mit oder ohne McDonalds. Ohne die Laberl gesund zu bleiben ist leichter!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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